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Ernst Peter Fischer studierte Mathematik, Physik und Biologie und promovierte 1977 am California Institute of Technology in Pasadena, USA. Im Jahr 1987 habilitierte er in Wissenschaftsgeschichte. Heute ist er Professor für Wissenschaftsgeschichte an der Universität in Konstanz. Als Autor zahlreicher Bücher wie Einstein für die Westentasche (2005) oder Die Andere Bildung (2003) will er Wissenschaft spannend für jederman präsentieren. Als Wissenschaftsautor schreibt er für die Zeitschriften GEO, Bild der Wissenschaft und die Frankfurter Allgemeine Zeitung. epfischer.com

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28.01.08 · 20:41 Uhr

Unkreative Kreationisten

Kategorie: Kultur  ·  Kommentare: 4

Sie meinen es ernst mit der Wissenschaft, die Kreationisten, und so haben sie zu Beginn des Jahres 2008 - genauer am 9. Januar - ein Online Journal gestartet, das wie die klassischen Publikationen der seriösen Wissenschaft die Beiträge einem Peer Review unterziehen will.

"Answers Research Journal" soll das Ding heißen, in dem Forschungen über "recent Creation" publiziert werden, wie zu lesen war. Einer der Mitarbeiter des Journals, ein Geologe aus Kansas, hat in dem Zusammehang gesagt, daß die Öffentlichkeit jetzt besser über den wissenschaftlichen Prozess informiert würde.

Wenn man mich fragen sollte, was ich davon halte, dann würde ich mit dem schönen deutschen Wort "Stuss" antworten. Ich meine damit nicht das dumme Geschwätz, mit dem das jahrelange wissenschaftliche Bemühen um Evolution ignoriert wird, um selbst zu definieren, was das zu sein habe. Ich meine vor allem den Hinweis, "recent Creation" zu erforschen. Was soll das denn sein? Kreiert Gott die ganze Zeit weiter? Ist der HErr wirklich seit ewigen Zeiten 24 Stunden am Tag so sehr mit dem Schöpfen beschäftigt, daß ihm die Zeit fehlt, und einen Hinweis darauf zu geben? Was für ein armseliges Existieren, das wir dem HErrn zubilligen. Außerdem klingt das Ganze wie die billige Ausrede von Politikern, daß sie zwar alles richtig machen, nur keine Zeit hätten, es dem Volk zu erklären. Und wie will man denn die "jüngste Schöpfung" erforschen? Vermutlich gibt es sie nur einmal, weshalb sie ja gerade nicht zur wissenschaftlichen Prüfung taugt.

So unkreativ habe ich mir die Kreationisten nicht vorgestellt. Dabei hat der Stuss seine gute Seite. Wir können uns ruhig von dem Tun der Kreationisten abwenden. Wir wissen jetzt, daß sie nichts zu sagen haben. Das haben sie uns gerade höchst wissenschaftlich klar gemacht.

 

Autor: Ernst Peter Fischer· 4 Kommentare· Permalink· Trackback-URL

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Kommentare (4)

Kommentar-Direktlink Happy· 28.01.08 · 21:52 Uhr

Wahrscheinlich ein Akronym zur Verschleierung: recent[ly faked up] creation [myths] ;-)

Kommentar-Direktlink Fischer· 07.02.08 · 00:02 Uhr

Hab grad die Homepage von denen gefunden. Bwahahahahahaaa... Lest mal den Mikroben-Text! Ist ja nicht zu fassen...

Kommentar-Direktlink Benedikt· 08.02.08 · 09:37 Uhr

@Fischer: In der Tat lesenswert. Besonders dieser unglaubliche Anthrozentrismus. pathogene Mikroben, sind nur deshalb entstanden, weil Eva damals von dem Apfel abgebissen hat.

Kommentar-Direktlink · 24.02.08 · 04:07 Uhr

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