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25.05.09 · 09:57 Uhr
Giftige Kräuter, Langlebige Chemikalien, Raben-Gangs
Kategorie: Umwelt · Kommentare: 3
1. Giftiges Jakobskreuzkraut: Die Gefahr wuchert
Das Jakobskreuzkraut sieht nicht so aus, als müsse man sich vor ihm in Acht nehmen. Es blüht leuchtendgelb und ist seit Jahrhunderten auf unseren Wiesen heimisch. In den letzten Jahren wird das Jakobskreuzkraut allerdings zum Problem: es ist besonders widerstandsfähig, kommt gut mit Trockenheit zurecht und wurde oftmals zur Begrünung von Straßenrändern eingesetzt. Doch Jakobskreuzkraut enthält Pyrrolizidinalkaloide, kurz: PAs. Und deren Abbauprodukte sind giftig.
PAs, die ebenso in Heilkräutern wie Huflattich, Beinwell oder Pestwurz enthalten sind, schädigen die Leber. Das kann grasende Rinder ebenso betreffen, wie Menschen, die im vermeintlich gesunden Kräutertee zuviel Pyrrolizidinalkaloide zu sich nehmen. Mit zum Teil tragischen Folgen, wie Hanno Charisius in der Süddeutschen Zeitung schreibt...
"Es sieht schön aus, doch essen sollte man es auf gar keinen Fall: Das giftige Jakobskreuzkraut breitet sich in Deutschland aus - damit wächst auch das Risiko, dass es in Nahrungsmittel gelangt.."
→ Weiterlesen: [Hanno Charisus | Süddeutsche Zeitung]
2. Meeressäuger stecken voller Chemikalien
Das Umweltbewußtsein und das Wissen über ökologische Folgeschäden der Industriegesellschaft war in den 50er und 60er Jahren des letzten Jahrhunderts kaum vorhanden. Erst ab den 70er Jahren begann die Einsicht, daß bspw. der exzessive und bedenkenlose Umgang mit bestimmten Chemikalien zu erheblichen Umweltschäden führt. Wir alle kennen den Fall der FCKWs, deren Einsatz als Kühlmittel schließlich verboten wurde. Ähnlich erging es vielen Pestiziden oder auch den polychlorierten Biphenylen (PCBs), die in der Kunststoffindustrie verwendet wurden.
Doch obwohl diese Substanzen zum Teil seit Jahrzehnten verboten sind, findet man in der Umwelt weiterhin beträchtliche Mengen dieser Stoffe. Eine große Studie an Meeressäugern zeigt nun, daß sich PCBs & Co. in den Gehirnen von Seehunden, Delfinen und Walen in erschreckend hoher Konzentration angereichert haben.
"Zum Teil seit Jahrzehnten verbotene chemische Substanzen haben sich im Hirngewebe untersuchter Tiere angereichert."
→ Weiterlesen: [Der Standard]
3. Halbstarke Raben neuerdings in Gangs unterwegs
Raben sind hochintelligente Tiere. Nun haben norwegische Forscher zudem beobachtet, daß Kolkraben ihr Sozialverhalten sehr variabel anpassen können: denn eigentlich sind Raben eher Einzelgänger, doch die Forscher stellten fest, daß junge Raben sich in einer bestimmten Gegend regelmäßig zu Gruppen - kleinen Raben-Gangs - zusammenschlossen, um ausgewachsenen Raben die Beute abzuluchsen...
"In der Gruppe stärker: Halbstarke Raben sind in Teilen Großbritanniens neuerdings in Gangs unterwegs, obwohl die Tiere als Einzelgänger gelten. Ihr Ziel: erwachsenen Tieren die begehrten Kadaver abluchsen. Die typischen Einzelgänger hätten ihr Verhalten verändert, weil das Vorteile bringe, berichten norwegische Forscher."
→ Weiterlesen: [Die Welt]
Bei 3vor10 gibt es jeden Tag, von montags bis freitags, drei ausgewählte Links zu Artikeln in wissenschaftlichen Blogs und Nachrichtenportalen.
Autor: Marc · 3 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
Heilkräuter· Industriegesellschaft· Jakobskreuzkraut· Ökologie· PCB· Raben· Risiken· Tierverhalten· Umweltgifte
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Tierisch intelligent: Krähen sind erfindungsreiche Werkzeugnutzer · Wissenswerkstatt · 26.05.09 · 13:50 Uhr
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Kommentare (3)
*Meeressäuger stecken voller Chemikalien*
Genau. Chemiker haben festgestellt, dass Wale zu über 80% aus DHMO bestehen.
Head --> Desk
@Fischer:
Ja, da hast ja Recht, so ein Stück weit immerhin. Die Schlagzeile im Standard ist Quatsch und ich habe auch nur sehr vage von "bestimmten Chemikalien" geschrieben, das aber u.a. durch "Pestizide oder auch polychlorierten Biphenyle (PCBs)" etwas präzisiert.
Es geht ja aber (abgesehen von dieser Schlamperei) um die Studie, die eben ausgesprochen hohe Konzentrationen von PCBs gefunden hat. Und PCBs sind nunmal seit mehr als 8 Jahren weltweit verboten. Insofern eine erwähnenswerte Meldung, finde ich.
Die Meldung ist auf jeden Fall wichtig, mit der werde ich mich hoffentlich noch ein bisschen näher befassen können. Aber die Schlagzeile...
Journalisten und Chemie, das wird nix mehr. ;-)