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11.05.11 · 18:45 Uhr
Sind wir Kirk oder Spock?
Kategorie: Kultur · Kommentare: 32
Wenn Captain James T. Kirk der Mund offen steht, löst das beim seinem emotionslosen ersten Offizier Spock ein kaltes "faszinierend" aus. Was der Captain der USS Enterprise wenn nötig mit einem Faustschlag erledigt, macht der Vulkanier mit einem gezielten klinischen Griff in den Nacken. Schon optisch wird der Kontrast betont: Auf der einen Seite haben wir den asketisch-dürren Spock auf der anderen Seite sein Chef, dem seine Uniform immer eine Spur zu eng erschien und vermuten liess, dass er auch auf intergalaktischen Reisen einigen kulinarischen Genüssen nicht abgetan ist. Sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Kirk oder Spock?
Gestern habe ich mich wieder einmal in eine Diskussion im Netz gestürzt. Es fing an mit Verschwörungstheorien, aber wie das so ist, bewegten wir uns mit nahezu Lichtgeschwindigkeit dann auch gleich zum Thema Homöopathie und machten auch vor freier Energie nicht halt. Es handelte sich nicht um ein wissenschaftliches Blog und ich versuchte einzubringen, was die meisten hier schon unzählige Male in ähnlichen Diskussionen durchgespielt haben. In dieser konzentrierten Form fiel mir aber auf, dass zwei Vorwürfe an die Wissenschaft gerichtet wurden, die im Widerspruch zu einander stehen. Einerseits hiess es, man würde "die Gefühle breiter Bevölkerungskreise einfach ignorieren" und dass diese kalte Sicht niemanden erreiche. Anderseits kam der übliche Vorwurf vom Wisenschaftskrieger und seiner angeblichen Militanz und Verbissenheit. Der erste Offizier Spock und Captain Kirk eben.
Nun will ich keinesfalls verallgemeinern. Es ist mir bewusst, dass man Menschen nicht einfach in ein paar simple Kategorien einteilen kann und dass man auch unter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler alles finden, was das menschliche Spektrum so zu bieten hat. Ich betrachte diese "Kirk-Spock" Dichotomie als eine idealisierte Typisierung. Eine bewusste Vereinfachung, die vielleicht helfen kann, etwas grösseres dahinter zu entdecken.
Was sind Wissenschaftler also? Gefühlsarme Vulkanier1 oder emotionale Haudegen?
Beides behaupte ich und beides wird manchmal in seiner Aussenwirkung geschätzt und manchmal missverstanden.
Der Spock in uns ist über weite Strecken angeeignet.2 Um zu forschen muss man lernen, Distanz zum eigenen Thema zu gewinnen. Man muss immer wieder hinterfragen was man tut: Vergesse ich nicht etwas, mache ich nicht irgendwo einen Denkfehler? Macht man das nicht, übernehmen andere diese Rolle. Es ist dann wesentlich unangenehmer, wenn man in einem vollen Saal diese Lücken um die Ohren gehauen bekommt. Diese Distanz und Skepsis zu behalten ist oft nicht einfach. Schon gar nicht wenn man lieb gewonnene Thesen aufgeben muss, weil es einfach nicht hinhaut (und in den Sozialwissenschaften ist die Versuchung wahrscheinlich noch grösser, das irgendwie hinzubiegen). Die Ausbildung auf Vulkan hilft aber, dass Forschung überhaupt funktioniert. Man versucht sich auf die Sachen zu konzentrieren und nicht die Menschen, das gilt auch beim kritisieren und kritisiert werden.
Wir sind aber auch Kirk. Viele Forschenden sind begeistert und passioniert von ihrer Arbeit. Trotz aller Frustrationen, die diese regelmässig mit sich bringt (ich glaube das kommt auch bei vielen Wissenschaftsblogs gut zum Ausdruck). Der Captain ist auch in der Serie oft voller "Erfurcht und Staunen" (awe and wonder) vor was es noch zu entdecken gibt und was ihn seine Reisen finden lassen. Da steckt ein zutiefst emotionales Element drin. Werden nun wissenschaftliche Grundprinzipien aus mangelndem Fachwissen aber um so mehr Überzeugung vom Tisch gewischt, können die Reaktionen halt entsprechend ausfallen ("Wissenschaftsgläubigkeit" ist zum Beispiel für mich so ein Auslöser-Begriff). Man stelle sich vor ich würde einem Gärtner sagen, er brauche Pflanzen nicht zu giessen, das sei unnötig und wenn er mir widerspricht, dann nenne ich ihn engstirnig und Gärtnergläubig. Kirk ist aber auch ein Kumpel. Er ist der Typ, mit dem man sich gerne hinsetzt um ein Bier zu trinken, weil er immer was zu erzählen hat.
So sind wir manchmal Kirk, manchmal Spock. Die beiden vertragen sich meistens gut und ergänzen sich ausgezeichnet. Aber es kommt auch vor, dass sie aufeinander prallen. In ihrer Aussenwirkung sind sie beide manchmal gern gesehen und manchmal verpönt. Wissenschaftskommunikation ist vielleicht die Kunst, die beiden in der richtigen Moment aus dem Schrank treten zu lassen.
Nachtrag: Es gibt im Moment zwar viel, dass ich in der Blog Pipeline habe, aber leider fehlt mir im Moment die Zeit für substantielleres. Man möge mir daher solche leichtere Nabelschau-Posts verzeihen. Aber wer will sich schon beklagen wenn es eine Star Trek Metapher gibt?
1 Bevor mich hier die Star Trek Nerds teeren und federn: Ich weiss, dass Spocks Mutter ein Mensch war und er streng genommen nur ein halber Vulkanier ist. Aber wir wollen hier nicht auf intergalaktischen Rassenfragen rumhacken, oder?
2Man könnte vielleicht plausibel argumentieren, dass Menschen die gerne mit Zahlen operieren und abstrakt denken, sozial und emotional etwas anders gepolt sind. Aber hier geht es im Grunde um viel oberflächlicheres.
Autor: ali· 32 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (32)
Ich habe ehrlich häufiger das Gefühl, es gibt viele Quarks und Garaks, die nur so tun, als seien sie Kirk oder Spock. Aber das wäre vielleicht etwas für einen anderen Blog-Beitrag.
Kirk entwickelt Altersweisheit, anders als Spock. Die Brustmuskulatur des späten Kirk ist auf die Hüfte gerutscht (die Uniform leider immernoch zu eng), er trägt eine Brille und liest Bücher. Spock bleibt Spock, das ist fast tragisch.
Der altersmilde Kirk in euch Wissenschaftlern ist es, der euch aus dem Web ausklingt - ein gutes Glas Wein, ein gutes Buch - und den Spiegel mit sich selber fechten lässt.
Ich bin übrigens Cpt. Apollo von Battle Star Galactica.
Mir ist alles recht, solange wir sind nicht Wesley Crusher sind.
Ich hab gerade einen interessanten Artikel gefunden, in dem den jungen Spock Autismus unterstellt wird (mit einem Augenzwinkern):
http://www.themorningnews.org/archives/op-ed/autistic_trekdom.php
@A.S.: Bester Kommentar des Tages!
Viele Forscher, die ich im Labor kennengelernt habe, waren ja eher vom Typ Reginald "Broccoli" Barclay...
Aber sobald es mit dem Bloggen los geht, scheinen bei so manchem Wissenschaftler (Anwesende ausgenommen) vor allem die schlechten Eigenschaften von Spock und Kirk in den Vordergrund zu treten: hochnäsig und besserwisserisch, gleichzeitig aber auch reizbar und rauflustig.
Mir ist nicht ganz klar, warum das eine "Kirk-oder-Spock"-Frage sein soll. Ich bitte gleich um Entschuldigung, dass ich auf eine so billige Kategorisierung zurückgreife, aber ich wundere mich immer und immter wieder über die wenigen Beispiele, die zwei Nobelpreise eingeheimst haben. Wir wissen viel über Marie Curie, sofern es ihren Rang als Rollenbeispiel für "Frau in Wissenschaft" geht, und kennen etliche Anekdoten über ihren sorglosen Umgang mit radioaktiven Proben (hingegen nichts darüber, wie ihre männlichen Kollegen damit verfahren sind). Aber niemand, der sich nicht intensiv informiert, weiß ob sie - immerhin hatte sie einen Nobelpreis darin - in der Physik irgendetwas sah, dass unseren Geist erhellen oder die Menschheit im erkenntnistheoretischen Sinne weiterbringen könnte. Anderes Beispiel: Wer kennt überhaupt Frederick Sanger, der zwei Mal den Chemie-Nobelpreis bekommen hat? Bekannt als der bescheidendste Wissenschafter überhaupt, hat er sich bei Erreichen seinen Pensionsantrittsalter still und heimlich in selbige zurückgezogen (er hat sich explizit gegen einen Verbleib in der Forschung ausgesprochen, der ihm sicherlich möglich gewesen wäre), und nie wieder war von ihm etwas zu hören (oder kaum). Was denkt er über die Bedeutung von Wissenschaft? Hat er ihr irgendeinen Nutzen über die direkte Anwendbarkeit hinaus zugeschrieben? Hat er überhaupt irgendetwas "gefühlt" außer eine gewisse Freude an der Arbeit?
Um wieder auf Marie Curie zurückzukommen: Sie war sich zweifelsohne fest in den angewandten Wissenschaften und auch im praktischen Leben verwurzelt - die Isolation von Radiumchlorid muss der Horror gewesen sein, und ihr Bild auf dem Röntgen-Wagen finde ich in jeder Hinsicht hundert Mal relevanter als dieses zum Pop-Unsinn verkommene Zungenbild Einsteins (der freilich nicht dafür kann):
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/3d/Marie_Curie_-_Mobile_X-Ray-Unit.jpg
Wenn wir uns also fragen, inwieweit persönlicher Enthousiasmus eine Rolle spielt, dann behaupte ich einmal lapidar, dass dieser sowieso vorhanden sein muss, um ein Leben lang in der Forschung tätig zu sein. Was das öffentliche Posen betrifft, schlage ich vor, dass wir uns nicht fragen, ob Wissenschafter Kirk oder Spock sind, sondern ob sie Kirk oder Picard sind, wobei ich letzteren ohnehin immer als Synthese von Kirk und Spock gesehen habe (ich bin da aber kein Spezialist). Wissenschafter als Menschen, die sich mit moralischen und persönlichen Problemen heumschlagen, keine Inkarnationen archetypischer Charakter-Ideen.
A propos Curie und Einstein:
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/44/Marie_Curie_and_Albert_Einstein.jpg
Idealisierte Typisierung?
Kirk ~ Schütze-Typus
Spock ~ Steinbock-Typus
@A.S.
Herrlich. Ich glaube mit diesem Schlachtruf ist es kein Problem die Reihen zu schliessen. Endlich etwas wo sich alle einig sein können.
@Alex
Naja, besserwisserisch leugne ich nicht. Aber rauflustig bin ich sicher nicht. Da hat Spock bei mir wohl meist die Oberhand. ;)
@Hannes Bongard
Ich dachte eher an diese hier. Wollte aber nicht zuviel Tiefe vortäuschen für das kleine Gedankenspiel.
Inneres Theater?
Mir ist grade ein Buchtitel eingefallen:
"Vulkanier sind von Vulkan und Klingonen sind von Qo'noS"
bzw. auf dieses Thema bezogen
Vulkanier sind von Vulkan und Menschen sind von der Erde"
Nettes Gedankenspiel.
Nur echt mit dem HB-Männchen...
Bei den WissenschaftlerInnen, die ich kenne, denke ich ab+zu auch an Janeway. Nicht dass sie wie diese imho sehr unverantwortlich ihre riesige Crew in erhebliche Gefahren bringt, aber eben wegen ihrer offensichtlich unstillbaren Neugier, die sie dazu treibt.
Interessante Diskussion auf die du da verlinkt hast, ali.
Ich frag mich was die Leute immer mit Esowatch haben. Das schien mir immer recht seriös zu sein.
jitpleecheep·
12.05.11 · 01:43 Uhr
Hm, das kommt wohl auf den Bezugsrahmen an... http://ehgartner.blogspot.com/2010/10/esowatch-und-placeboeffekt.html http://www.esoterikforum.at/forum/archive/index.php/t-138574.htmlÖhm... Ups.
PS: Sorry, das ich hier Eso-Seiten verlinke! Es war zu Lehrzwecken!
Die beiden Seiten sind typisch für die Verwendung von null Beweis und viel Behauptung dieser Kreise :p
Aber hallo...sollten Wissenschaftsblogger nicht ergebnisorientierter denken und auch den Status der Charaktere am Ende ihrer jeweiligen Serien-Laufbahn im Auge haben? Kirk haucht sein Leben auf einem armseligen Wüstenplaneten aus, Spock muss sich eine Zeitlinie mit seinem jüngeren Ich teilen, Picard hat immer noch eine Glatze, Crusher ist immer noch solo, Data ist ebenfalls tot und Riker ist für den Rest seines Lebens mit einer Frau verheiratet, die jeden seiner Gedanken lesen kann - während Wesley Crusher zu einer gottgleichen und unsterblichen Wesenheit avanciert. Also mir gibt das jedenfalls zu denken...
Danke erstmal für die Links, jitpleecheep.
Hm sehr interessant. Ich hab mal auf EselWatch gestöbert welches von Esowatch-Kritikern als seriös empfunden wird und solche Aussagen hier gefunden:
Es scheint sich hier um Selbstimunisierung gegen Kritik und der Versuch einer kognitiven Dissonanz Auflösung zu handeln. (Natürlich bin ich mir der Ironie bewusst, dass ich meine eigene kognitive Dissonanz, dass es soetwas wie Eselwatch überhaupt gibt, damit aufzulösen versuche indem ich anderen kognitive Dissonanzauflösung ihrerseits unterstelle) Aber es gibt ja mindestens zwei Möglichkeiten kognitive Dissonanz aufzulösen.
Entweder man richtet sich nach den äusseren Kognitionen und lässt eigene liebgewonnene Überzeugungen fallen, was schwierig sein kann wegen ausgeprägtem self-serving Bias. Dieses Vorgehen ist eine Essenz der wissenschaftlichen Methode.
Oder aber, die Umwelt muss sich nach den inneren Kognitionen richten, also die eigenen Erfahrungen, Erinnerungen und Überzeugungen. Weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Das führt dazu, dass Fakten geleugnet, unlautere absichten unterstellt oder Personen sogar diffamiert werden.
Es sollte auf der Hand liegen, welche Dissonanzauflösungsstrategie wir anstreben sollten und zu welcher wir genetisch betrachtet neigen. Man muss also erstmal erkennen, dass der eigene Mustererkennungsapparat Fehlerbehaftet ist. Das kann eine Kränkung darstellen, vor allem, wenn man es von anderen gesagt bekommt während man gerade Fehler macht.
Aber ich nehme mal an, dass die meisten Poster hier nicht gekränkt sind, wenn ich ihnen sage, dass sie eine fehlerhafte Wahrnehmung haben, denn das wissen sie eh schon lange. Man fühlt sich sogar gut das zu wissen. Denn auch für Wissenschaftler, Skeptiker und wer sich noch alles angesprochen fühlt gilt natürlich auch das, was für andere Gruppen auch gilt, dass es anziehend ist, zu einem erlesenen Kreis der Wissenden hinzuzugehören und sei es eben nur das Wissen um das eigene Nichtwissen bzw. die eigene Fehlerhaftigkeit.
Zweifel und Selbstkritik sind die höchsten Tugenden eines Wissenschaftlers. Zweifel an allem und Jeden und bezweifel sogar den Zweifel.
Ich bin jetzt in Star Trek leider nicht so ganz bewandert, aber wenn ich mich auf den letzten Film, dieses Prequel beziehen kann, dann würde ich sagen, dass der alte Spock schon dem Ideal des Wissenschaftlers sehr nahe kommt aber der junge Spock eher realistisch ist. denn wir sind ja auch Menschen und als solche durchaus auch mal emotional kompromittiert.
Aus dem Artikel:
"Wissenschaftskommunikation ist vielleicht die Kunst, die beiden im richtigen Moment aus dem Schrank treten zu lassen."
-> Das timing ist es mal wieder, dass eine Entscheidung herbeiführt... Wie soll eine/r wissen und erkennen (vor allem bei indirekter Kommunikation via Internet und sonst.) wann es für den einen oder den anderen "Zeit" sei....also dem Empfänger von Information entsprechend genehm wäre...?
Diese Frage schimmert auch bei Kant durch, wenn er erklärt, dass man einem Mitmenschen nicht seinen Kreis stört.... (ihm nicht zu nahe tritt mit der eigenen Aktivität oder Aussage...)
timing, timing, timing... das geht nicht regelmässig zu gewährleisten...
Stefan W.·
12.05.11 · 18:21 Uhr
Das ist aber doch befremdlich. Wen soll denn ein Wissenschaftler zu erreichen versuchen? Da erwarten wohl manche die Übernahme der Rolle des Predigers und Führers?@Stefan W.
Ich fand noch vieles befremdlich in der betreffenden Diskussion...
Nur zur Erinnerung:
„Space: the final frontier. These are the voyages of the starship Enterprise. Its five-year mission: to explore strange new worlds, to seek out new life and new civilizations, to boldly go where no man has gone before.“
http://en.wikipedia.org/wiki/Star_Trek:_The_Original_Series
die frage kirk oder spock erinnert an diese typischen (schein-)dualitäten "kopf & bauch", "geist & seele", "yin & yang", "ernie & bert", "marianne & michael" … (*)
ich halte all diese konzepte für untauglich. "wir" sind auf die eine oder andere weise immer beides.
(*) ist es nicht seltsam, dass all diese paare letztlich auf das eine referenzieren: "mann & frau"???
Siehe
http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Yin_yang.svg
@radi:
Spock&Kirk = Mann&Frau = Ernie&Bert?
Wer ist da jetzt Mann und wer Frau?
@BreitSide
ist doch klar... nicht Mann und Frau sondern Mann und Mann ;)
Captain Kirk deals with a strange alien culture
Würde ich auch nur Ansatzweise etwas von Psychologie halten, würde ich nach Freud argumentieren. Kirk das stauenende, impulsive "Kind" und Spock die "Vernunft". Oft wird auf Bones (alo Pille) vergessen. In der ersten Season spielte er kaum eine Rolle, bis die Verantwortlichen einsahen, dass er eine wichtige und (auch vom Publikum) gewünschte Rolle einnahm. Der Vernunft widerspricht er und fordert mehr "Menschlichkeit" von ihr ein und dem all zu impulsiven "Kind" weist er in seine Schranken... Freud wäre ein Trekkie gewesen. ;-)
@nihil jie: Mann oh Mann!
@Sim
Deine Auseinandersetzung mit Eselswatch hat mir tatsächlich gefallen! Auch wenn wir bestimmt einmal ordentlich zusammengerumpelt sind, zeigt es mir, daß du doch irgendwie nach der Wahrheit suchst. Dies ist heutzutage nicht leicht. Man muß schon sehr gefestigte und oftmals überprüfte Ankerpunkte haben, um einigermaßen die Wahrheit aus den vielfältigen sich oftmals widersprechenden "Angeboten" herausfiltern zu können. Überlege dir einmal selbst, wie "bequem" es ist, sich gegen den Mainstream zu stellen. Man hat garantiert nicht die "Mehrheit" hinter sich. Eher steht man gegen den Rest der Welt recht alleine da. Und "nur" das Wissen, die Wahrheit hat man hinter sich!
Dies bedeutet nucht, daß man deshalb alles weiß. Aber "manchmal" weiß man, daß dieses oder jenes offizell verkündete nicht die Wahrheit sein kann, da es diesen oder jenen Erkenntnissen grundsätzlich widerspricht.
Das übliche Vorgehen ist leider, daß man trotz solcher axiomatischen Erkenntnisverletzungen weiter spinnisiert. Man baut daher regelrechte Luftschlösser weiter, obwohl man eigentlich wissen müßte, daß es kein Fundament gibt und geben kann.
Leider zieht sich dies auf sämtlichen wissenschaftlichen Äckern durch. Eine Theorie kann nur dann stimmen, wenn sie den Beobachtungen und der Logik entspricht. Beobachtung alleine reicht nicht aus. Insbesonders dann nicht, wenn die "neue" Theorie im Meßwertrauschen seine Bestätigung findet.
Was ist ein Axiom? Ein Axiom war ursprünglich (!) eine Erkenntnis auf allertiefstem (letztem) logischen Niveau, wo nur noch ein Depp hätte weiter fragen können, "warum". Ein Axiom kennzeichnete daher die Erklärungsgrenze.
Heute dagegen ist das Axiom umdefiniert worden. Angeblich soll die Konstanz der Lichtgeschwindigkeit ein Axiom sein! Selbst bei bester Auslegung wäre dieses "Axiom" vergleichbar mit dem "Axiom", daß Wasser aus dem Wasserhahn immer mit derselben Geschwindigkeit herauskommt. Nur ein Idiot könnte derartiges als echtes Axiom akzeptieren.
Auch dieses "Axiom" aufbauend wird gleich das nächste "selbstverständliche" Axiom nachgeschoben. Nämlich daß der Wasserstrahl aus dem Feuerwehrschlauch einen immer mit derselben Geschwindigkeit trifft. Und als Erklärung wird angeboten, daß dafür der Wasserstrahl manchmal dünner oder dicker ist. Je nachdem, ob man sich auf den Wasserstrahl zu oder wegbewegt. Alleine der Umstand, daß man bei dieser Aussage Nachdenken muß, widerlegt die Behauptung, daß dies ein Axiom ist. Das Denken bewegt sich nämlich keineswegs auf niedrigster Logikstufe.
Newtons Behauptungen bewegten sich auf niedrigster Logikstufe. Er sagte einfach, wenn die Umstände sich nicht ändern, ändert sich nichts. Es bleibt wie es ist. Im Prinzip war Newton dabei bereits auf Zirkelschlußniveau angekommen.
Die Maß Bier bleibt solange auf dem Tisch stehen, bis sie jemand wegtrinkt. Das ist Newtonlogik. Newton hat dies natürlich noch universeller formuliert, sodaß die Maß Bier auch noch bei einem Erdbeben stehen bleibt.
Newtons Axiome sind universell anwendbar. In jedem Bereich. Newtons Idee zu der Differentialgleichung 1. Ordnung ist absolut universell anwendbar. Jedes beliebige Problem kann letztlich auf eine Differentialgleichung 1. Ordnung zurückgeführt werden. Newton hat Grundlagen geschaffen, welche leider von den Meisten weder erkannt, gewürdigt oder angewendet werden.
Natürlich wendet man ihn an. Aber ohne Verstand, automatisch und ohne zu erkennen. Erst dann, wenn man merkt, daß in einem Fall noch nichtideale Verhältnisse eine Rolle spielen, wird man sich über die Grundlagen des automatisch gelernten s=bt^2/2 Gedanken machen. Oder über die Keplerschen Gesetze, welch nur für nirgendwo antreffbare Himmelskörperpaare zutreffen.
Wissenschaft kann nur axiomatisch sein und dies bedeutet, den Gesetzen der Logik folgend.
Mein "alter" Gerthsen war logisch und ich habe ihn "anerkannt". Irgendwann wollte ich einmal ein besseres Physikbuch haben und schaute mir in der Bibliothek auch den berühmter Feynman an. Ich kann nur sagen, dieses Märchenbuch habe ich wieder weggelegt. Obwohl mir Feynman durch die Literatur "Sie plegen zu scherzen..." oder so ähnlich das Gehirn schon sehr weiß gewaschen war. Feynmann war eben eine sympathische Null.
@paule: Du hast offensichtlich schon von dem Gerthsen überhaupt nichts verstanden.
Du hast noch nicht einmal kapiert, was ein Axiom ist. Wahrscheinlich denkst Du, das sei ein Kiemenlurch.
Wegen Spam-Verdacht entfernt.