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Ali Arbia hat in Internationalen Beziehungen am Graduate Institute of International and Development Studies in Genf promoviert. Er ist überzeugter Europäer, ein echtes Zoon Politikon und interessiert sich für fast alles ausser Sport (und selbst das manchmal).
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01.07.10 · 10:30 Uhr
Ein Genfer Finanzminister in den USA
Kategorie: Geschichte·Kultur·Politik
Wer in Genf lebt wird immer einmal wieder über einen Namen stolpern: Albert Gallatin. Es gibt an meinem Institut zum Beispiel ein Stipendium, welches in dessen Namen vergeben wird oder es gibt nicht unweit von meiner Wohnung eine Strasse Albert Gallatin. Viele wissen jedoch nicht, wer er ist und wie er zu diesen Ehren gekommen ist. Dabei hatte Genf nicht viele US Finanzminister.
Albert Gallatin wurde 1761 in Genf geboren und wanderte mit 19 Jahren in die Neue Welt aus. Erfolglos versuchte er sich in mit einer Farm und gründete eine Siedlung mit dem Namen New Geneva (was denn sonst). 1788 war er schon gewählter Politiker in Pennsylvania und 1793 wurde er in den Senat gewählt. Dort war er aber unerwünscht, weil man ihn als als zu neuen Amerikaner betrachtete. Stattdessen nahm er einen Platz im Repräsentantenhaus ein wo er sich an der Seite von Thomas Jefferson auf Finanzfragen spezialisierte. Als Jefferson 1801 zum dritten Präsidenten der USA gewählt wurde, folgte er dem Ruf des neuen Präsidenten zum Finanzminister. Er behielt diesen Posten auch unter Madison und gilt darum bis heute als der Finanzminister mit den meisten Dienstjahren im Amt.
Er hinterliess einige institutionelle Denkmale in den USA. Er war Mitbegründer der ständigen Finanzkommission (Way and Mean Committee), welche das Gewicht in Finanzfragen weg von der Präsidentschaft in Richtung Kongress verschob. Gewisse von ihm eingeführte Buchhaltungsregeln gelten noch heute in den USA. Er setzte sich wie es sich für einen Sohn der Calvinstadt ziemt unermüdlich dafür ein, die USA von ihren Schulden zu befreien. Tatsächlich gelang ihm eine beträchtliche Reduktion der Staatsschulden, trotz des Ankaufs von Louisiana, welche während seiner Amtszeit stattfand.
Vor dem Finanzministerium in Washington DC steht nun ein Genfer, der auf der Inschrift als "Finanzgenie" und als "standhafter Verteidiger der Demokratie" gelobt wird. Er ist übrigens nicht der einzige Genfer, der im Ausland mit den Finanzen betraut wurden. Der Vater von Madame de Staël die mit Gallatin bekannt war, Jacques Neckar war Finanzminister in Frankreich unter Louis XVI. Genf hat aber etwas nachgelassen seit dem 19. Jahrhundert, kämpft es doch seit Jahren mehr als andere Kantone mit Finanzproblemen. Ausserdem hinterliess Gallatin auch akademisch Spuren. Er ist einer der Mitbegründer der New York University, der American Ethnological Society und forschte selber zu den Indianern.
Dies ist ein vorbereiteter und automatisch veröffentlichter Beitrag. Pro Woche sollte bis im August ein solcher hier erscheinen. Ich übe mich bis August in Internetabstinenz und kann darum nicht auf Kommentare eingehen. Wie immer werden Ich werde mich im August aus Washington DC zurückmelden.
Autor: ali· 0 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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