Blog durchsuchen
Profil
Ali Arbia hat in Internationalen Beziehungen am Graduate Institute of International and Development Studies in Genf promoviert. Er ist überzeugter Europäer, ein echtes Zoon Politikon und interessiert sich für fast alles ausser Sport (und selbst das manchmal).
Letzte Einträge
- Milgrams missverstandenes Experiment12 Kommentare· 08.02.12
- Terroristen als Verschwörungstheoretiker11 Kommentare· 03.02.12
- Hélé Béji: "Wir alle sind tunesische Juden" 12 Kommentare· 31.01.12
- [Video] (Nerd)-Kultur am Sonntag3 Kommentare· 29.01.12
- Indoktrination statt Ausbildung bei der New Yorker Polizei9 Kommentare· 28.01.12
Kommentare
- BreitSide · 08.02.12 · 18:16 Uhr Milgrams missverstandenes Experiment
- schak · 08.02.12 · 16:42 Uhr Prügelstrafe in Europa
- UMa · 07.02.12 · 13:11 Uhr Terroristen als Verschwörungstheoretiker
- Yeti · 05.02.12 · 22:10 Uhr War die Tötung von Bin Laden legal? Eine Auslegeordnung
- ali · 02.02.12 · 11:44 Uhr Hélé Béji: "Wir alle sind tunesische Juden"
Blogroll
english science english IR/PoliSci- The Monkey Cage
- Crooked Timber
- PolySigh
- Foreign Policy Passport
- Stephen M. Walt
- Daniel W. Drezner
- Marc Lynch
- The Cable
- The Multilateralist
- The Duck of Minerva
- IPE at the University of North Carolina
- The Quantitative Peace
- Informed Comment
- International Economic Law and Policy Blog
- ISN Blog
- Overcoming Bias
- PoliSciZurich
- Democracy in America
- Certain Ideas of Europe
- Glenn Greenwald
- A fistful of Euros
- The Conscience of a Liberal (Paul Krugman)
- Dispatches from the Culture Wars
- Matthew Yglesias
- Science-Based Running
- Rationally Speaking
- Daily Coyote
- zooborns
- Boing Boing
- Stefan Niggemeier
- Law Blog
Kategorien
Archiv
- Februar 2012
- Januar 2012
- Dezember 2011
- November 2011
- Oktober 2011
- September 2011
- August 2011
- Juli 2011
- Juni 2011
- Mai 2011
- April 2011
- März 2011
- Februar 2011
- Januar 2011
- Dezember 2010
- November 2010
- Oktober 2010
- September 2010
- August 2010
- Juli 2010
- Juni 2010
- Mai 2010
- April 2010
- März 2010
- Februar 2010
- Januar 2010
- Dezember 2009
- November 2009
- Oktober 2009
- September 2009
- August 2009
- Juli 2009
- Juni 2009
- Mai 2009
- April 2009
- März 2009
- Februar 2009
- Januar 2009
- Dezember 2008
- November 2008
- Oktober 2008
- September 2008
- August 2008
- Juli 2008
- Juni 2008
- Mai 2008
- April 2008
- März 2008
- Februar 2008
« vorheriger Beitrag · nächster Beitrag »
17.03.10 · 14:09 Uhr
Die 100 Millionen verschwundenen Mädchen
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften · Kommentare: 6
Das britische Nachrichtenmagazin hatte letzte Woche seine Titelseite einem Phänomen gewidmet welches er als Gendercide bezeichnet. Der Artikel ist frei zugänglich. Ich wollte mir die Zahlen dazu anschauen und habe mehr Fragen als Antworten gefunden.
Neugierig wurde ich weil in der Economist ein Tabelle in den Artikel gesetzt hat, die die Länder auflistet mit den verzerrtesten Verhältnissen zwischen Mädchen und Knaben. Der Artikel handelt vor allem von Indien und China. Mir fiel auf, dass die drei Länder des Südkaukasus ebenfalls weit oben vertreten sind.
Wie regelmässige Leserinnen und Leser dieses Blogs wissen, kenne ich Armenien, Aserbaidschan und Georgien von persönlichen Besuchen. Eine Präferenz für männliche Nachfolger in der Familie klingt in meinen Ohren nicht unplausibel. Nur bin ich ratlos was die drei Länder gemeinsam haben, was in anderen Ländern fehlt. Drei verschiedene Religionen und Sprachen trennen die Länder ausserdem spielt Religion eine unterschiedliche Rolle in Politik und Gesellschaft in allen drei Ländern. Gemeinsam ist ihnen, dass sie zur Sowjetunion gehört haben (aber da gibt es noch andere für die das auch zutrifft). Kulturell gibt es durchaus mehr Gemeinsamkeiten als das viele in der Region oft wahrnehmen wollen. Ich frage mich nun ob eine solche Gemeinsamkeit auch die Wurzel des Phänomens ist.
Ich habe mir die Zahlen herausgesucht (übernommen von Wikipedia, welches wiederum das CIA Factbook als Quelle angibt). Wer damit rumspielen möchte kann sich hier die Daten als .xls Dokument herunterladen). Beim Sortieren der Zahlen fielen mir mehrere Dinge auf und ich habe nicht für alle in meinen Augen wirklich befriedigende Antworten gefunden. Vielleicht weiss hier jemand mehr.
Das normale Geburtenverhältnis müsste irgendwo zwischen 103 und 107 liegen (leichte Überproduktion von Männern ist tatsächlich die Norm, ich nehme mal an das liegt an unserer Anfälligkeit auf Defekte, Y sei Dank). Vor allem zwei Dinge sind mir aufgefallen:
Erstens die Gründe für die Verzerrung im Südkaukasus sind mir wie schon erwähnt rätselhaft. Bei Geburt liegt das Verhältnis bei 1.14 in Azerbaidschan und 1.13 für Georgien und Armenien. Dazu kommt, dass das Phänomen ins Gegenteil ändert wenn man die 15-30 Jährigen (0.88, 0.96, 0.93) oder die über 65 Jährigen (0.64, 0.58, 0.67) betrachtet. Ich nehme an, dies hat auch etwas mit Sowietstatistik zu tun (wird auf Wikipedia auch angedeutet). Es scheint auch als ob das Verhältnis auch mit dem Wohlstand (und wohl dem Gesundheitssystem) zusammenhängt. Ich frage mich ob diese zwei Effekte den Unterschied wirklich erklären oder ob nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion eine Praxisänderung stattfand.
Zweitens erstellt man eine Topliste für das Total, sind in der obersten Liga vor allem arabische Staaten zu finden. Eine Theorie ist anscheinend, dass dies mit den Gastarbeitern zusammenhängt, die kein Recht auf Familiennachzug haben. Werte von über 2 im Verhältnis (2.19 für die Vereinigten Arabischen Emirate) scheinen mir trotzdem extrem. Das hiesse ja, dass pro VAE Mann mehr als ein Gastarbeiter kommt (was möglich ist ich habe keine Zahlen dazu). Vielleicht spielt auch noch ein statistisches Artefakt mit rein, dass Frauen in diesen Ländern weniger erfasst werden.
Weitere Auffäligkeiten oder Antworten auf die Gründe für das Missverhältnis im Südkaukasus würden mich interessieren.
Autor: ali· 6 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
Kommentar schreiben
Top5
- Die größte Verschwörung aller Zeiten: In Wahrheit ist die Sonne kalt und dunkel!Astrodicticum Simplex· 26.01.2012
- Franz Hörmann und die Gaskammern: vom Wissen und vom GlaubenKritisch gedacht· 27.01.2012
- "2012 - Keine Panik" - Das Buch zum WeltuntergangAstrodicticum Simplex· 30.01.2012
- Kein Platz für junge Wissenschaftler - Das Problem der fehlenden JuniorpositionenAstrodicticum Simplex· 31.01.2012
- Newton, Hunter, Jenner, Cavendish und Co: Der Einfluss der britischen Naturwissenschaftler des 18. JahrhundertsAstrodicticum Simplex· 27.01.2012
Top5
- Abstimmung: Kernkraft, ja, nein, ein bisschen, vielleicht doch irgendwann malPrimaklima· 26.01.2012
- Die größte Verschwörung aller Zeiten: In Wahrheit ist die Sonne kalt und dunkel!Astrodicticum Simplex· 26.01.2012
- Franz Hörmann und die Gaskammern: vom Wissen und vom GlaubenKritisch gedacht· 27.01.2012
- "2012 - Keine Panik" - Das Buch zum WeltuntergangAstrodicticum Simplex· 30.01.2012
- Sonderrechte für Religiöse?blooDNAcid· 01.02.2012
ScienceBlogs.com
- Festival Featured Author Sean Connolly Shares his Excitement for the Festival!By Sean Connolly Festival Featured Author What a difference a ...USA Science and Engineering Festival: The Blog· 08.02.2012 · 12:30 Uhr
- An animal rights zealot faces her comeuppanceI was going to write about that article about massage ...Respectful Insolence· 08.02.2012 · 03:00 Uhr
- Nine chronic diseases and their varied impactsI wrote last month about the role of chronic diseases ...The Pump Handle· 07.02.2012 · 18:54 Uhr
- Real Science and Health News: From a Truth VigilanteIf people decide they're going to deny the facts of ...Starts With A Bang· 07.02.2012 · 14:22 Uhr
- myMac 01I am a Mac Oh wait no different commercial Let ...Greg Laden's Blog· 06.02.2012 · 23:21 Uhr







Kommentare (6)
Bei den Russen über 65 ist die Zahl auch extrem (0,44). Das liegt vor allem am Alkohol. Russische Männer saufen sich gerne zu Tode. Vielleicht ist das auch in den ehemaligen Sowjetrepubliken ein Punkt. Ein anderer Punkt sind Kriege... Soldaten sind nun mal meist männlich. Armenien hatte doch die eine oder andere Auseinandersetzung um so eine Enklave (Berg Karabach oder so ähnlich).
@Arnd
Guter Punkt. Alle drei Länder waren anfangs 90er in Kriege verwickelt. Armenien und Aserbaidschan um Karabach und Georgien hatte einen Bürgerkrieg.
Alkohol ist tatsächlich nicht nur in Russland ein Problem und war auch ein Gedanke den ich hatte.
"In one hospital in Punjab, in northern India, the only girls born after a round of ultrasound scans had been mistakenly identified as boys, or else had a male twin."
Schluck. Ärzte ohne Grenzen versorgt in Indien regelmäßig entstellte Frauen, welche von ihren (Ex)-Männern einfach angezündet werden, was dort scheinbar an der Tagesordnung ist.
Das zur Wertschätzung des weiblichen Geschlechts. Aber fast 25% mehr männliche Geburten - starker Tobak. Was sich da für menschliche Dramen abspielen...
Aber interessanter Artikel, danke für den Link.
was noch interessant wäre, wären historische daten... falls es solche überhaupt gibt. es wäre in dem zusammenhang wohl auch sinnvoll einen zeitpunkt ausmachen zu können an dem die "werte kippten". gab es andere zeiten in diesen ländern, wenn ja unter welchen politischen, sozialen usw. bedingungen. weleche waren die traditionellen werte in der bevölkerung, welche überwogen und welche nicht... das wären die dinge die man nutzen könnte um vergleiche zu haben und um referenzpunkte bilden zu können.
*grins
Hier in Vietnam ist das auch so, dem Land gehen irgendwann die Frauen aus. Die 2-Kind-Politik bedeutet, dass man Mädchen vermeiden will und schlicht abtreibt. Was im übrigen schon deshalb fatal ist, weil eigentlich die Frauen hier die smarteren sind. Hinzu kommt, dass einige Frauen vor allem von Koreanern weggeheiratet werden und damit das Verhältnis noch schlimmer wird. http://mailman.anu.edu.au/pipermail/health-vn/2009-July/000939.html. Offiziell dürfen Ärzte in Vietnam den Eltern nun nicht mehr das Geschlecht mitteilen. Für 2030 geht man von 3 Millionen männlichen Singles aus und spricht schon von einer Bachelor Society. Was das dann für die Stabilität des Landes bedeutet, kann man sich gut vorstellen.
das ist echt unglaublich