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Ali Arbia hat in Internationalen Beziehungen am Graduate Institute of International and Development Studies in Genf promoviert. Er ist überzeugter Europäer, ein echtes Zoon Politikon und interessiert sich für fast alles ausser Sport (und selbst das manchmal).

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22.08.09 · 19:33 Uhr

Die Unzulänglichkeiten unseres Gehirns - Hack your Brain

Kategorie: Humor·Medizin  ·  Kommentare: 5

Wir vergessen oft, wie viel von den Eindrücken durch die wir unsere Umwelt wahrnehmen eigentlich von unserem Hirn zusammengekleisterte und interpretierte Daten sind. Zum Wochenende möchte ich einen Artikel verlinken, der auf mehrer Experimente verweist die man selber ohne grossen Aufwand durchführen kann. Nicht dass es euch langweilig wird über das Wochenende.

Ein Experiment ist der berühmte Gummihand-Versuch. Man legt eine Gummihand vor sich hin und lässt diese gleichzeitig durch jemanden wie die eigene stimulieren (zum Beispiel mit einem Pinsel, siehe Clip). Mit der Zeit meint man dies sei die eigene Hand (man kann zum Beispiel den Assistenten mit einer Nadel sich der Gummihand nähern lassen). Was ich nicht wusste ist, gemäss dem New Scientist geht das auch mit einem handähnlichen Gegenstand. Einige kann man sogar davon überzeugen, dass der Tisch Teil ihres Körpers ist. Hier der Clip

Ein weiterer Test der mich beeindruckt hat ist der sogennante McGurk-Effekt. Was sagt der Herr für Silben im folgenden Clip? Schaut euch den Clip mehrmals an, bis ihr euch sicher seid (ich habe den Clip so eingebettet, dass er sich automatisch wiederholen sollte):


Nun schliesst die Augen und hört es euch nochmals an. Seid ihr immer noch sicher was die Silben betrifft?

Wir meinen zwar zu hören, aber eigentlich machen wir sehr viel über die Augen. Das funktioniert anscheinend in unterschiedlichen Sprachen, bei Kindern, mit schlechtem Bild, usw. Wir wollen einfach hören was wir sehen (mehr Infos und Referenzen hierzu findet man unter diesem Link).

Möchtet ihr lieber etwas farbiges? Gemäss dem Boston Globe, der auch ein paar solcher Experimente empfiehlt, braucht es dazu kein LSD sondern nur ein Radio und einen halbierten Tischtennisball. Schaltet das Radio auf einen Rauschkanal und klebt die Tischtennisballhälften auf eure beiden Augen. Unser Hirn mag diesen Informationsmangel offensichtlich gar nicht und fängt an, das TV Programm selber zu erfinden (zumindest wird das behauptet, ich habe es nicht getestet). Es gibt Leute die hören angeblich Stimmen oder sehen tanzende Tiere und Wolken. Nur sieht man nicht sehr cool aus mit Ping Pong Bällen auf den Augen.

Unter den beiden Links finden sich noch viele zusätzliche Experimente für alle die ein bisschen mit ihrem Hirn spielen wollen. Viel Spass und vergesst die Testberichte nicht.

 

Autor: ali· 5 Kommentare· Permalink· Trackback-URL

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Kommentare (5)

Kommentar-Direktlink Andreas Kyriacou· 23.08.09 · 16:31 Uhr

Zum McGurk-Effekt: Dieser wird etwas schneller ersichtlich, wenn es nur um zwei Silben geht, eine hörbare und eine, deren Lippenbewegungen zu sehen sind. Dieses «klassische setting» gibt's beispielsweise hier zu sehen und zu hören. Übrigens lohnt es sich, das Video auch einmal ohne Ton laufen zu lassen, es also in allen drei Variationen (mit Bild und Ton, nur mit Bild, nur mit Ton) wirken zu lassen.

Kommentar-Direktlink Webbär· 23.08.09 · 16:46 Uhr

Terry Pratchett bearbeitet, leicht subversiv, regelmässig diesen Sachverhalt. Die Verkürzung ist anthropogener Art und, auch wenn sie doof wirken, nützlich.
Aus diesem Grund übersieht man bspw. eine Katze, wenn man selbst nicht Katzenhalter ist, und hält einen auf dem Boden liegenden Lappen für eine Katze, die es zu respektieren gilt.
Die "Unzulänglichkeiten" (Sind es wirklich welche?) sind natürlich erst recht auf höherer Ebene anzutreffen, also bei wissenschaftlichen Arbeiten und Debatten.
Abhelfen tut hier ein wenig ständige Projektionsprüfungen vorzunehmen, die eigene Doofheit (also Verkürzungen aller Art) als gegeben zu betrachten und als Schicht anzunehmen, ggf. zu umgehen suchen.

Kommentar-Direktlink Matthias· 25.08.09 · 12:37 Uhr

Wow, wir kreieren ja wirklich eine eigene Wirklichkeit.
Ohne Ton "höre" ich gaga, ohne Bild baba und mit Bild und Ton dada.

Allerdings funktioniert es mit dem Link von Andreas Kyriacou deutlich besser
Sehr interessant gewesen. Danke!

Kommentar-Direktlink derari· 17.09.09 · 23:44 Uhr

Zum Thema hören was man sieht: http://www.youtube.com/watch?v=I1P7A6PRdBU

Kommentar-Direktlink Bolsa de Trabajo· 08.12.09 · 06:27 Uhr

s gibt Leute die hören angeblich Stimmen oder sehen tanzende Tiere und Wolken.

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