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Ali Arbia hat in Internationalen Beziehungen am Graduate Institute of International and Development Studies in Genf promoviert. Er ist überzeugter Europäer, ein echtes Zoon Politikon und interessiert sich für fast alles ausser Sport (und selbst das manchmal).
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26.03.09 · 10:33 Uhr
Vorsicht bei Umfragen: Obama und die Zustimmung zur Amtsführung
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften·Politik · Kommentare: 7
Die Zustimmung zu Obamas Amtsführung sei nun unter 50% konnte man vor kurzem lesen. Häufig wird das vermeintlich Popularitätstief herangezogen um zu belegen, dass die Leute nun ernüchtert seien oder dass Obama Mühe hat, die Situation in den Griff zu bekommen. Doch Vorsicht!
Diese Meldung geistert rum, weil vor kurzem eine Umfrage von Zogby rauskam, die eine Zustimmungsrate von unter 50% zeigt. Dies muss aber in einem grösseren Zusammenhang gesehen werden.
Erstens ist die Zogby Umfrage viel tiefer als die meisten anderen (siehe Grafik). Zweitens gibt es bei solchen Umfragen immer natürliche Fluktuationen, die unter anderem mit der Auswahl der Befragten und den Messmethoden zu tun hat und nicht wirklich die Stimmung in der Bevölkerung wiedergibt. Dies sieht man gut bei den Messungen der anderen Umfrageinstitute in der Grafik. Dann sieht man, dass die Zogby Umfrage einen sogenannten Outlier (Ausreisser) darstellt, das heisst einen Wert, der von den meisten anderen Werten abfällt und wohl eher verzerrt als repräsentativ ist. Ein Ausreisser sollte erklärt werden und nicht einfach zum Richtwert gemacht werden. Wie bei Pollster.com dargelegt, heisst das nicht zwangsläufig, dass solche Zahlen 'falsch' sind. Es heisst nur, dass diese in einem grösseren Zusammenhang angeschaut werden müssen und somit stark relativiert werden sollten.
Grafik: Pollster.com
Wenn nun in den Medien beiläufig erwähnt wird, dass der Honigmond für Obama vorüber sei, um ein populäres Klischee zu bemühen, dann ist das schlampig recherchiert und interpretiert. Die Versuchung ist wohl einfach zu gross zu bestätigen, was der Berichtende für intuitiv hält. Man darf Umfragen jedoch nicht nach Nützlichkeit beiziehen. Ein solcher selektiver Umgang mit Umfragen kreiert Mythen. Dies ist bestenfalls unseriös und schlimmstenfalls manipulativ (via The Monkey Cage)
Autor: ali· 7 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (7)
Vielleicht hat Zogby eine Umfrage unter weißen Südstaatlern gemacht?
Aber mir fällt auch das die Schwankungsbreite Anfangs zwischen 70 und 60% lag und jetzt bei 55 bis 65%. In Zwei Monaten einen Abfall um 5% Punkte, vielleicht ist der Hype ja vorbei.
In Deutschland ist die CDU mit 33% ja auch schon im "Umfragetief"
"Change! When?"
Tja,.. Obama hat einen Wandel versprochen, doch zu sehen ist der nicht. Scheint wohl wiedereinmal eines dieser typischen Wahlversprechen gewesen zu sein.
Die Welt immernoch nicht in 2 Monaten gerettet?
Wie soll er auch? Sein Vorgänger hatte 4 Jahre Zeit sie ins Unheil zu stürzen.
Pardon, 8 Jahre...
@Stirnrunzler
Ich denke schon, dass sich einiges geändert hat. Wahrscheinlich nicht soviel wie Obama im Wahlkampf suggerierte, aber vielleicht bin ich einfach schon etwas zynisch, wenn ich Wahlkampfversprechen nicht ganz ernst nehme.
Fairerweise muss man auch sagen, dass er gerade davon absorbiert wird, einen ökonomischen Zusammenbruch abzuwenden.
@ali
Die Veränderung, die Obama bis jetzt gebracht finde ich persöhnlich gar nicht mal so schlecht. Natürlich hätte er schon dies und das mehr machen können, aber für 2 Monate Präsident sein hat er ganz gute Richtungen eingeschlagen, die aber noch gegangen werden müssen. Politik brauch seine Zeit. Man kann im Irak nicht von heute auf morgen Frieden schaffen oder die Wirtschaftskrise bewältigen.
Obama hat sich nur, soweit ich das verfolgen konnte, viel zugeprochen und naja, manche haben ihn sicherlich für eine Art Messiahs gehalten ( Im Übertragenen Sinne). Dass er der Rolle des Mannes gerecht wird, der alle politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Unruhen in Griff kriegt, ist eine utopische Vorstellung, die sich die, die sich jetzt ärgern, vielleicht gemacht haben.
Zogby macht keine Umfragen, sondern schlechte Witze. Das kennt man ja. Ich vermute allerdings, dass es sich um ein kalkuliertes Geschäftsmodell handelt, schließlich berichten wir Journalisten viel lieber über ungewöhnliche Ausreißer als über das, was den Normalzustand darstellt. In der Hinsicht ist die Presse leider oft sehr leicht zu manipulieren.
Was hatten und haben alle "Spitzenpolitiker" dieser Welt gemeinsam? Sie haben keine blasse Ahnung von der Basis allen menschlichen Zusammenlebens und von der elementarsten zwischenmenschlichen Beziehung: Makroökonomie und Geld.
"Es gibt in der Volkswirtschaft keinen Grund, was eine allgemeine Krise und damit Arbeitslose zur Notwendigkeit macht. Es gibt nie eine allgemeine Überproduktion, solange das Geld der Verbraucher nicht bis zum Wochen- oder Monatsende reicht für noch notwendige Käufe. Jeder Verbraucher ist doch, seit eh und je, Teil des Absatzmarktes in seiner Volkswirtschaft, ist doch "Arbeitsplatz" in der gleichen Größe wie sein Verbrauch, sein "Absatzmarkt". Aber zwischen "Arbeitsplatz" (Hände die arbeiten) und den Verbrauch – "Absatzmarkt" (Hände die kaufen) – hat sich in unsere tausendfältige Arbeitsteilung etwas geschoben, das nur allzu selbstverständlich hingenommen wird – Geld. Studieren wir doch diese uralte Erfindung genauer, zumal in unserem heutigen System. Viele unserer heute so rätselhaften Faktoren werden sich aufhellen, werden immer klarer vor uns liegen."
Silvio Gesell, aus "Die Ausbeutung, ihre Ursachen und ihre Bekämpfung"
Der "Jahrhundertökonom" John Maynard Keynes wusste, dass Silvio Gesell in allen Punkten Recht hatte und dass die Weltwirtschaft letztlich auf die globale Liquiditätsfalle zusteuern würde, die heute (2009) kurz bevor steht. Anderenfalls hätte er nicht 1944 auf der Konferenz von Bretton-Woods eine internationale umlaufgesicherte Währung (Bancor) vorgeschlagen.
Keynes war mit Sicherheit nicht so dumm, selbst daran zu glauben, dass konstruktiv umlaufgesichertes Geld (Freigeld) wieder durch irgendwelche "Ersatzzahlungsmittel" aus dem Umlauf gedrängt werden könnte. Er gebrauchte diese Ausrede nur, um seine "Allgemeine Theorie der Beschäftigung, des Zinses und des Geldes" an die "hohe Politik" verkaufen zu können, von der er wusste, dass sie diese mit Begeisterung annehmen würde; denn nichts freut einen Politiker mehr, als auch noch mit "wissenschaftlicher Legitimation" in der freien Marktwirtschaft herumpfuschen zu dürfen.
Keynes wusste auch, dass letztlich an der Natürlichen Wirtschaftsordnung (Freiwirtschaft) kein Weg vorbei führt, aber die "hohe Politik" wäre dann obsolet. Die Frage ist also nicht, was jetzt unternommen werden muss, um die gegenwärtige "Finanzkrise" zu überwinden, und warum insbesondere so genannte "Wirtschaftsexperten" und auch die "hohe Politik" sie gar nicht überwinden können und wollen!
Die Frage ist: Welcher kollektive Wahnsinn hielt die halbwegs zivilisierte Menschheit sogar noch bis ins 21. Jahrhundert hinein davon ab, die Natürliche Wirtschaftsordnung (Marktwirtschaft ohne Kapitalismus = echte Soziale Marktwirtschaft) zu verwirklichen? Warum sind angeblich "erwachsene" Menschen nicht dazu in der Lage, etwas im Grunde so Einfaches wie Geld zu verstehen, und warum musste es soweit kommen, dass wir erst im Angesicht der maximalen Katastrophe dazu bereit sind, endlich unseren Verstand zu gebrauchen? Lassen wir dazu den wohl bedeutendsten Futurologen des 20. Jahrhunderts, Sir Arthur Charles Clarke (1917 - 2008), zu Wort kommen:
"Ich glaube – und hoffe – auch, dass Politik und Wirtschaft in der Zukunft nicht mehr so wichtig sein werden wie in der Vergangenheit. Die Zeit wird kommen, wo die Mehrzahl unserer gegenwärtigen Kontroversen auf diesen Gebieten uns ebenso trivial oder bedeutungslos vorkommen werden wie die theologischen Debatten, an welche die besten Köpfe des Mittelalters ihre Kräfte verschwendeten. Politik und Wirtschaft befassen sich mit Macht und Wohlstand, und weder dem einen noch dem anderen sollte das Hauptinteresse oder gar das ausschließliche Interesse erwachsener, reifer Menschen gelten."
Machtausübung ist reine Dummheit und allgemeiner Wohlstand ist selbstverständlich – sobald die Religion überwunden ist, die schon immer die Aufgabe hatte, die Fehler der Makroökonomie aus dem Bewusstsein des arbeitenden Volkes auszublenden. Die Religion (Rückbindung auf einen künstlichen Archetyp) war solange notwendig und sinnvoll, wie niemand diese Fehler zu beheben wusste, die zwangsläufig zu systemischer Ungerechtigkeit und damit zu Massenarmut und Krieg führen. Ohne die selektive geistige Blindheit, die uns "wahnsinnig genug" für die Benutzung von Zinsgeld machte, und die noch heute die Menschheit in Herrscher (Zinsprofiteure) und Beherrschte (Zinsverlierer) unterteilt, wäre unsere Zivilisation nie entstanden.
Erst der Prophet Jesus von Nazareth erkannte, wie die Makroökonomie zu gestalten ist, damit niemand einen unverdienten Gewinn auf Kosten der Mehrarbeit anderer (Frucht vom Baum der Erkenntnis) erzielen kann. Doch mit dem Cargo-Kult des Katholizismus mutierte die seit Jesus eigentlich überflüssige Religion vom Wahnsinn mit Methode zum Wahnsinn ohne Methode: weitere 1600 Jahre Massenarmut und Krieg, seit der Vernichtung der Gnosis (Kenntnis) im vierten Jahrhundert.
Die "heilige katholische Kirche" degradierte das Genie zum moralisierenden Wanderprediger und projizierte das von Jesus vorhergesagte "Königreich des Vaters" (Freiwirtschaft, Vater der Kultur = Kreditangebot), in dem die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen beendet ist, auf ein hypothetisches "Himmelreich" der Toten, nur um selbst eine "Moral" verkaufen zu können, die in der idealen Makroökonomie so sinnlos ist wie eine Taschenlampe bei Sonnenschein.
Der religiöse Wahnsinn beließ die Menschheit in der systemischen Ungerechtigkeit des Privatkapitalismus (Erbsünde) und ließ so dem ersten Weltkrieg noch einen zweiten folgen, obwohl der Sozialphilosoph Silvio Gesell bereits 1916, unabhängig von der Heiligen Schrift und erstmals auf wissenschaftlicher Grundlage, genau das wieder beschrieb, was der geniale Prophet Jesus von Nazareth als erster Denker in der bekannten Geschichte als Wahrheit erkannt hatte: absolute Gerechtigkeit durch absolute Marktgerechtigkeit.
Heute sind wir an genau dem Punkt angekommen, den die israelitische Priesterschaft schon vor 2600 Jahren vorhergesehen hatte: Wir stehen unmittelbar vor der globalen Liquiditätsfalle (Armageddon), der totalen Selbstvernichtung, denn der Krieg (umfassende Sachkapitalzerstörung) konnte nur solange der Vater aller Dinge sein, wie es noch keine Atomwaffen gab!
Doch ein Atomkrieg ist gar nicht erforderlich, um unsere ganze "moderne Zivilisation" auszulöschen; es reicht aus, wenn wir weiterhin an den "lieben Gott" (künstlicher Archetyp: Jahwe = Investor) glauben und ein allgemeines Zwischentauschmittel mit parasitärer Wertaufbewahrungsfunktion (Zinsgeld) verwenden.
Ich wünsche der "hohen Politik" im einstigen Land der Dichter und Denker Viel Erfolg bei der Auferstehung noch vor dem jüngsten Tag (1. Januar 2010).