Blog durchsuchen
Profil
Ali Arbia hat in Internationalen Beziehungen am Graduate Institute of International and Development Studies in Genf promoviert. Er ist überzeugter Europäer, ein echtes Zoon Politikon und interessiert sich für fast alles ausser Sport (und selbst das manchmal).
Letzte Einträge
- Bürgermonolog? Eine offene Diskussion zum Islam (unter falschen Prämissen)13 Kommentare· 10.02.12
- Milgrams missverstandenes Experiment18 Kommentare· 08.02.12
- Terroristen als Verschwörungstheoretiker11 Kommentare· 03.02.12
- Hélé Béji: "Wir alle sind tunesische Juden" 12 Kommentare· 31.01.12
- [Video] (Nerd)-Kultur am Sonntag3 Kommentare· 29.01.12
Kommentare
- Sarah · 11.02.12 · 13:29 Uhr Bürgermonolog? Eine offene Diskussion zum Islam (unter falschen Prämissen)
- clatam · 11.02.12 · 11:54 Uhr Arabischer Frühling und westliche Wahrnehmung
- ... · 10.02.12 · 20:27 Uhr Eine interne Umfrage: Internationale Beziehungen und seine Schubladen
- Bullet · 09.02.12 · 13:57 Uhr Milgrams missverstandenes Experiment
- schak · 08.02.12 · 16:42 Uhr Prügelstrafe in Europa
Blogroll
english science english IR/PoliSci- The Monkey Cage
- Crooked Timber
- PolySigh
- Foreign Policy Passport
- Stephen M. Walt
- Daniel W. Drezner
- Marc Lynch
- The Cable
- The Multilateralist
- The Duck of Minerva
- IPE at the University of North Carolina
- The Quantitative Peace
- Informed Comment
- International Economic Law and Policy Blog
- ISN Blog
- Overcoming Bias
- PoliSciZurich
- Democracy in America
- Certain Ideas of Europe
- Glenn Greenwald
- A fistful of Euros
- The Conscience of a Liberal (Paul Krugman)
- Dispatches from the Culture Wars
- Matthew Yglesias
- Science-Based Running
- Rationally Speaking
- Daily Coyote
- zooborns
- Boing Boing
- Stefan Niggemeier
- Law Blog
Kategorien
Archiv
- Februar 2012
- Januar 2012
- Dezember 2011
- November 2011
- Oktober 2011
- September 2011
- August 2011
- Juli 2011
- Juni 2011
- Mai 2011
- April 2011
- März 2011
- Februar 2011
- Januar 2011
- Dezember 2010
- November 2010
- Oktober 2010
- September 2010
- August 2010
- Juli 2010
- Juni 2010
- Mai 2010
- April 2010
- März 2010
- Februar 2010
- Januar 2010
- Dezember 2009
- November 2009
- Oktober 2009
- September 2009
- August 2009
- Juli 2009
- Juni 2009
- Mai 2009
- April 2009
- März 2009
- Februar 2009
- Januar 2009
- Dezember 2008
- November 2008
- Oktober 2008
- September 2008
- August 2008
- Juli 2008
- Juni 2008
- Mai 2008
- April 2008
- März 2008
- Februar 2008
« vorheriger Beitrag · nächster Beitrag »
19.11.08 · 13:10 Uhr
G20 und der Grössenwahn eines Kleinstaates
Kategorie: Internationale Politik·Politik · Kommentare: 6
Im Vorfeld des Finanzgipfels der G20 letztes Wochende, hörte man hier in der Schweiz viel Wehklagen in Nachrichtensendungen, dass die Schweiz nicht dabei sei. Eine gute Illustration zur verzerrten politischen Selbstwahrnehmung, die in der Schweiz gepflegt wird.
Schweizerinnnen und Schweizer haben einerseits eine isolationistische Tendenz, anderseits einen Hang zur Überschätzung der eigenen politischen Bedeutung auf dem internationalen Parkett. So traten wir erst im Jahre 2002 der UNO bei, aber ausgerechnet die langjährigen Gegner dieses Beitritts fordern schon auch mal Retorsionsmassnahmen gegen die EU. Man möchte mit den Grossen mitspielen, schmollt dann aber, wenn man was abkriegt. Ausserdem möchte man nur nach den eigenen Regeln spielen.
Vor dem Gipfel der G20 letztes Wochenende wurde in der Schweiz gejammert, dass man auch dabei sein sollte.
Speziell an diesem G20 Gipfel war, dass es einen G20 Gipfel gab zum Thema und nicht wie üblich ein (G7 oder G8) treffen. Man zollte den immer bedeutenderen Schwellenländer damit Tribut, ohne die es nicht mehr geht. Die Zeiten in denen ein Klub der Reichen (also die G7) alleine Probleme lösen kann (oder dies zumindest versucht) scheinen vorbei.
Die ad hoc Organisation definiert die Kriterien für die Mitgliedschaft wie folgt:
In einem Forum wie die G20, ist es ausserordentlich wichtig, dass die Mitgliederzahl beschränkt und fix bleibt um die Effektivität und Kontinuität zu sichern. Es gibt kein formales Kriterium für eine Mitgliedschaft (...) Im Hinblick auf die Ziele der G20 wurde es als wichtig betrachtet, dass Länder und Regionen mit Bedeutung für das internationale Finanzsystem miteinbezogen werden. Aspekte wie geographische Vertretung und Repräsentation von Bevölkerung wurden ebenfalls miteinbezogen
Die Schweiz könnte also durchaus Teil davon sein (Stichwort Finanzplatz), ist es aber nicht. Die Organisation ist informell und daher sollte man wohl gute Argumente für eine Mitgliedschaft haben. Ein Gefühl aussen vor gelassen zu werden reicht nicht. Die Schweizer Selbstüberschätzung wird deutlich wenn man sich anschaut, wo die Schweiz sich gemäss ihrem Bruttosozialprodukt im Vergleich zu den G20 Mitgliedern situiert.
Vielleicht sollten sich die Schweizer auf die Suche nach Erdöl machen. Aber es sollte genug sein um ein Toplieferant zu werden. Vielleicht können wir uns auch nach Afrika verlegen. Oder vielleicht sollten wir Argentinien mit Wirtschaftssanktionen drohen, tritt es nicht aus der G20 zurück.
Autor: ali· 6 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
Kommentar schreiben
Top5
- "2012 - Keine Panik" - Das Buch zum WeltuntergangAstrodicticum Simplex· 30.01.2012
- Die Praxis der "Alternativmedizin": Ein Insider berichtetKritisch gedacht· 08.02.2012
- Kein Platz für junge Wissenschaftler - Das Problem der fehlenden JuniorpositionenAstrodicticum Simplex· 31.01.2012
- Vahrenholts kalte Sonne, Svensmarks kosmische Strahlen und der KlimawandelAstrodicticum Simplex· 10.02.2012
- Wie ich Wissenschaftler wurde und warum ich heute keiner mehr binAstrodicticum Simplex· 01.02.2012
Top5
- "2012 - Keine Panik" - Das Buch zum WeltuntergangAstrodicticum Simplex· 30.01.2012
- Sonderrechte für Religiöse?blooDNAcid· 01.02.2012
- Vahrenholts kalte Sonne, Svensmarks kosmische Strahlen und der KlimawandelAstrodicticum Simplex· 10.02.2012
- World Skeptics Congress 2012 in BerlinKritisch gedacht· 06.02.2012
- Die dunkle Materie ist keine ErfindungAstrodicticum Simplex· 07.02.2012
ScienceBlogs.com
- Great Plains Emerging Diseases ConferenceI ...Aetiology· 10.02.2012 · 14:25 Uhr
- Awful House transportation bill forgets that transit benefits drivers, tooThe House of Representatives Natural Resources Committee has approved what ...The Pump Handle· 10.02.2012 · 11:16 Uhr
- Independence Days Challenge Update #1I won't usually publish ID updates here but I did ...Casaubon's Book· 10.02.2012 · 11:02 Uhr
- Just in Time for Valentine's Day: The Science Behind the KissBy Larry Bock Founder and organizer USA Science Engineering Festival ...USA Science and Engineering Festival: The Blog· 10.02.2012 · 10:00 Uhr
- An uncomfortable questionWork called last night It happens Basically I had two ...Respectful Insolence· 10.02.2012 · 08:00 Uhr







Kommentare (6)
Die Schweiz rechnet zu ihrem Bruttosozialprodukt wahrscheinlich das dort gebunkerte Schwarzgeld hinzu. ;-)
Sehr geehrter Herr Ali Arbia
Viele Gute Arbeitgeber/innen aus der EU arbeiten und studieren in der Schweiz, besonders in grenznahen Kantonen wie Basel, Zürich oder Genf. Besonders in der Metrocity Basel, welche durch die trinationale Umgebung ein weltweit führender Life-Sciences Sektor geworden ist.
Sie dürfen den berechtigten Stolz der Schweiz nicht als Selbstüberschätzung abtun. Warum und in welchem Land wurde die Finanzkrise ausgelöst? Wo übernahm die Gier und Selbstübersätzung und somit Überschuldung und falsches Risikobewusstsein das Denken und Handeln von Staat und Bevölkerung? Was durch die UBS in den USA geschehen ist, ist peinlich, aber nicht einzigartig. Ein Sündenbock ist wohl nötig, vor allem wenn wirklich Mist gebaut wurde. Doch dieser Mist basiert auf die den Neoliberalismus predigenden Professoren, Politiker und Journalisten.
Ohne Bankgeheimnis, was auch Staaten wie Grossbritanien dank Ihren Common-Wealth-Kolonien aufrechterhalten, oder Singapur, welches das strengste Bankgeheimnis besitzt, wäre die Schweiz als Wirtschaftsstandort gefärdet. Und somit auch der Forschungstandort Schweiz und somit auch Ihr Studienplatz.
Es ist schade, dass intelligente Menschen wie auch Sie die Finanzlage benutzen, sich zu profilieren.
Ich habe in meinem Leben mit vielen Europäischen Staatsbürger zusammengearbeitet und freue mich auf jede Unterhaltung, welche meine ihrer Meinung nach kleinbürgerliche Weltanschauung über die CH-Grenzen hinaus bereichert.
Ich erlebe mit Genugtuung, dass viele EU-Bürger uns für unsere direkte Demokratie, unseren hohen Lebensstandard, unsere guten Sozialversicherungsnetze und unsere offene Weltanschauung beneiden. Denn ohne diese würde der Vielvölkerstaat (Religion, Nationalität, Sprache) Schweiz nicht existieren. Die SVP ist nicht die Meinung des Volkes, nur weil sie am lautesten schreit. Das sollte Sie eigentlich wissen.
Sie bezeichnen die Schweiz zu unrecht als nicht G20-Staat. Als Akademiker hätte ich von Ihnen erwartet, dass Sie alle Statistiken einbeziehen... Schon mal and das Pro-Kopf-BNP/BIP gedacht? Da liegt die CH sehr weit vorne.
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Dissertation und dass Sie als Europäer auch die Sicht der Schweiz nicht ganz vergessen. Schliesslich profitieren auch Sie von der hervorragenden Hochschulinfrastruktur.
Grüsse aus dem trinationalen Raum Basel
@Schweizer
Sie lesen da wohl zuviel in diesen nicht mehr ganz frischen Post. Es ging mir nicht um Kleinbürgerlichkeit, ich habe nichts vom Bankgeheimnis geschrieben und auch nicht behaupten, dass es nichts geben würde worauf die Schweiz 'stolz' sein könnte (wobei ich ein Problem habe damit, auf Dinge Stolz zu sein ohne selber etwas dafür getan zu haben).
Es geht hier alleine um die Diskrepanz zwischen der Selbstwahrnehmung und der effektiven Rolle eines Kleinstaates auf dem internationalen Parkett. Ich habe durchaus an das Pro-Kopf Einkommen gedacht. Pro-Kopf BSP mögen hoch sein, aber sagen wenig über die Marktmacht aus und darum ging es. Das ist kein Schönheitswettbewerb, sondern eine Frage von Einfluss und Macht.
Warum ich hier die Finanzlage benutzen soll um mich zu profilieren ist mir ein Rätsel und scheint mir ein etwas seltsamer Vorwurf für ein Blog wie dieses. Auch was mein 'profitieren von der Hochschulinfrastruktur' hier soll ist mir nicht ganz einsichtig. Darf ich nun weil ich in der Schweiz an einem akademischen Institut tätig bin, die Schweiz und ihre Aussenpolitik nicht kritisieren?
Ich stamme übrigens aus dem Raum Basel und lebe jetzt in der Grenzstadt Genf. Ich erwähne Basel auch immer als Beispiel für Europäische Integration aus Pragmatismus. Ganz so einseitig bin ich gar nicht, wie sie zu meinen scheinen.
Guter Blog, wobei ich jetzt immer noch nicht weiss, warum die Schweiz nicht eingeladen wurde. Das wir ein kleines Land sind ist natürlich wahr, jedoch sind die Probleme dieser Erde ausnahmslos von den 'grossen' Nationen verursacht worden, insofern könnte man vielleicht schon mal schauen, warum die kleinen Nationen vielfach, wenn auch nicht immer, den Bürgern bessere Bedingungen bieten können als dies in grösseren Nationen überwiegend der Fall ist. Der UNO Beitritt bringt ausser ein paar Beamten, der Schweizer Bevölkerung auch nichts Messbares. Allerdings kann man dort auch nicht viel kaputt machen, so what? Allerdings haben sie recht: Ohne 'Schwellennationen' - welch im Grunde genommen arroganter und despektierlicher Ausdruck- gehts heute wirklich nicht mehr.
Allerdings muss man auch festhalten, dass 'klein' überlebensfähiger ist, als 'gross' (die Natur liefert täglich den Beweis dafür.
In diesem Sinne. Danke für die Aussenansicht.
Witzige kommunikation unseres lieben Nachbars Deutschland, ein Land dass bald zu den Schwellenländern zählt so arm und überschuldet es ist. Ein Land gelähmt von Bürokratie und Betriebsräten, ein Land dass nicht mal mehr merkt wie nutzlos und ineffizient die ganze EU ist weil es bereits selber in diesen Wassern badet.
Leider sehe ich bei den G20 nur solche Länder die total versozialisert werden, in denen keine rechstaatlichen Prinzipien herrschen oder gar ganz abstrube politische Regelwerke vorherrschen. Erfolgreich sind Kleinstaaten (wozu nicht nur die Schweiz zählt) weshalb es einigen Ländern nützen könnte bei den G20 einen Kleinstaat an Board zu haben der viele Dinge aus einer komplett anderen Perspektive sieht.
Gejammert wird übrigens kaum in der Schweiz dass man nicht zu den G20 gehört. Wir haben die G20 gar nicht nötig da wir auch so international hervorragen agieren. Dies hat natürlich nur bedingt mit der Taxation in der Schweiz zu tun als mehr mit der überragenden Arbeitsqualität und Leistung in diesem Land.
Wenn also über die Schweiz gewertet wird soll dies gerne getan werden aber bitte von Ländern die ebenbürtig sind und was erreicht haben wozu Deutschland sicherlich nicht gehört!
Freundliche Grüße
Ich denke die Schweiz hat durchaus eine Berechtigung, sich für einen Beitritt zumindest einzusetzen.
Als fünft wichtigster Finanzplatz und als Nr. 20 der BIP stärksten Nationen sind die Vorraussetzungen gegeben. Vorallem sollte man nicht vergessen dass die G-20 als Hauptziel haben, die "Regulierung" der Finanzmärkte zu verbessern. Da ist es nur logisch dass ein Land wie die Schweiz mitbestimmen will.
Alles andere wäre ja auch dumm und objektiv gesehen auch ungerechtfertigt.
Man sollte die eigene Abneigung gegenüber der Schweiz doch ablegen können und Objektive Kommentare abgeben.