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02.08.11 · 09:45 Uhr
Einzelhandels- und Kaufkraftstromanalyse für die Metropolregion Rhein-Neckar
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften · Kommentare: 2
Eine interessante Dokumentation ist seit kurzem auch im Internet zugänglich. Die Einzelhandels- und Kaufkraftstromanalyse für die Metropolregion Rhein-Neckar. Diese kann sehr gut für den Gemeinschaftskunde-/Wirtschafts- oder Geografieunterricht eingesetzt werden.
Mit den Studienergebnissen kann sehr gut die Fähigkeit gestärkt werden, Grafiken und Statistiken auszuwerten bzw. diese methodisch korrekt anzufertigen. Aber ebenso sind andere interessante Informationen sind zu finden:
• So ist für alle Bewohner der Metropolregion Rhein-Neckar das Dreieck Mannheim-Ludwigshafen-Heidelberg mit Frankenthal und Schwetzingen sehr gut erreichbar.
• Außenbereiche wie der Neckar-Odenwald-Kreis oder der Kreis Südliche Weinstraße sind nicht nur schwer erreichbar, sondern verfügen auch über eine niedrige absolute Kaufkraft.
• Die Verkaufsflächen sind über dem Bundesdurchschnitt und fast alle Einzelhandelsbereiche/Konsumgüter können rasch ohne größeren Aufwand gekauft werden. Dies gilt besonders für Nahrungs- und Genussmittel sowie für Körperpflege-Produkte, die kurzfristig beschafft werden können und somit auch die Kaufkraft binden.
• In Mannheim kann man am besten einkaufen (das war auch ohne die Studie klar).
• Probleme wird es für die Wirtschaft aber durch den demographischen Wandel und eine dadurch entstehende Kaufkraftabschwächung geben, die zu einem verschärften Verdrängungswettbewerb führt. Darunter könnten dann vor allem kleine Geschäfte leiden, die kein besonders qualitatives Angebot vorhalten.
Auch der Neubau von Supermärkten, die in den vergangenen Jahren überall wie Pilze aus dem Boden geschossen sind, wird in der bisherigen Form auf neu erschlossenen Flächen nicht mehr nötig sein. Die Kommunen haben sich bisher kaum mit solchen Studien beschäftigt. Doch auch in der Rhein-Neckar-Region, die bisher noch einen Bevölkerungszuwachs hatte, wird es massive Veränderungen in der Städteplanung geben (müssen), da auch hier der demographische Faktor zuschlägt.
Die Studie mit einem aktuellen Datenmaterial von 2009 ist online abrufbar:
http://www.rhein-neckar.ihk24.de/linkableblob/778062/.4./data/Einzelhandels_und_Kaufkraftstromanalyse-data.pdf;jsessionid=A901DCA39908A328AC30B99A382844C7.repl2
Autor: Christian Jung· 2 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (2)
Mannheim?
Gibt es, ausser dass dort ICEs halten und der Leitungsschutzschalter dort erfunden wurde, irgendwas Bemerkenswertes an dieser Stadt ?
Soweit ich weiß, beschäftigen sich Kommunen schon seit Jahren mit diesen Aspekten. Nicht umsonst gibt Einzelhandelskonzepte bzw. werden entsprechende Gutachten in Auftrag gegeben. Die regionale Perspektive erscheint dagegen interssant. Wenn auch die Ergebnisse oder Erkenntnisse der Studie mehr als erwartbar waren.
Grundsätzlich hab ich nach ersten Überblick auf die Studie schon meine Zweifel an der Aussagekraft. Die VKF wurde postalisch bei den Gemeinde erfragt!?
Kritisch sehe ich auch, dass die Sortimentsgruppen mittel und langfristig zusammengefasst werden. Das wäre für eine Bewertung der Situation in den Mittelzentren wichtig.
Und was soll Folie 29 aussagen? Dass die KK-Bindung im kurzfristigen Bedarf hoch sein sollte versteht sich von selbst - alles andere wäre auch mehr als schlecht...
Wichtig wäre vor allem, dass Kommunen nicht aktiv zu ihrer Verödung beitragen würden...