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Dr. Benedikt Köhler (Soziologe) ist Director Digital Strategy & Research bei ethority GmbH & Co. KG und Forscher an der Universität der Bundeswehr München.
Jörg Blumtritt (Diplom-Statistiker) ist European Operations Officer bei Tremor Media Europe GmbH.
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Neues in der Kategorie Kultur
19. Oktober 2008
Göttweig 2008
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften·Kultur · Kommentare: 2
Gestern bin ich von der internationalen Fachtagung der Bildwissenschaft "Blick im 21. Jahrhundert" in Göttweig bei Krems zurückgekehrt. Ich werde in der nächsten Zeit noch ein paar Gedanken zu den Vorträgen an dieser Stelle aufschrieben - es waren einige sehr inspirierende Beiträge dabei. Doch zunächst einmal ein kurzer Blick auf die Tagung - wie es sich für das Thema Bildwissenschaft gehört, mit zahlreichen Bildern.
Tagungsort war das Ende des 11. Jahrhunderts vom Passauer Bischof Altmann gegründete Augustiner-, dann Benediktinerkloster Göttweig (UNESCO Weltkulturerbe), in dem heute 50 Mönche leben. Man sieht das Kloster bereits bei der Anfahrt mit der Bahn:
Die Präsentationen wurden in dem ehemaligen Sommerrefektorium abgehalten, dessen Decke ein Fresko der Wunderbaren Brotvermehrung von Rudolf und Johann Baptist Byß zeigt - ein schöner Hinweis auf die große Bilderkraft der katholischen Kirche, die dann natürlich auch von mehreren Vortragenden zitiert wurde.
Besonders eindrucksvoll war zum einen die Führung durch die von dem Kremser Department für Bildwissenschaft betreute Graphische Sammlung Göttweig in einem der ältesten Teile des Klosters, der "Burg" aus der Babenberger Zeit (Ende 12. Jh.).
Sehr schön die Ausmalungen von 1526:
Dort fand dann auch die Postersession statt, auf der ich unser Poster zu statistischen Infografiken präsentierte. Außerdem das kalte Buffet ...
..., das unter einem äußerst appetitlichen Bild genossen wurde:
Typisch Bildwissenschaftler? Interessant auch der Blick auf die Geräte, mit denen immer mehr Exemplare der u.a. von Abt Bessel gesammelten 32.000 Originalgraphiken digitalisiert werden.
Der Höhepunkt des Rahmenprogramms war der Besuch eines kleinen Heurigen im Kremser Ortsteil Stein, in dem - wir befinden uns schließlich gerade in der Zeit der Weinlese - wir mit einem köstlichen "Sturm" (Federweißer) versorgt wurden:
Aber auch das Essen - diese herrlichen jungen Kartoffeln - war klasse:
Danach ging es in den Weinkeller, in dem die Familie den Wein keltert, den es aber nur vor Ort gibt:
Mehr zur Tagung und der Führung durch die Stiftsbibliothek folgt noch.
Autor: Benedikt Köhler· 19.10.08 · 21:41 Uhr· 2 Kommentare
10. Juli 2008
Musik und Mathematik
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften·Kultur · Kommentare: 11
Spätestens seit Pythagoras war klar, dass Musik nichts anderes als eine akustische Version von beliebig komplizierten Zahlenfolgen, -verhältnissen und Gleichungssystemen darstellt. Zahlen kann man visualisieren und zum Beispiel statistische Infografiken daraus generieren. Man kann sie aber auch hörbar machen. Im frühen 18. Jahrhundert war Johann Sebastian Bach der Meister im Einbetten mathematischer Figuren in seine Partituren, wenn auch sein Ziel nicht die Visualisierung mathematischer Zusammenhänge war, sondern vielmehr die Suche nach den harmonischen Wirkungen bestimmter Rechenregeln.
Der Medienwissenschaftler Friedrich Kittler hat nun vor kurzem den ersten Band seines großen Werks Musik und Mathematik: "Band 1: Hellas. Teil 1: Aphrodite". Die Rezensenten sehen darin schon einen radikalen Versuch, die Geschichte der Entstehung der europäischen Zivilisation neu zu schreiben - und zwar aus dem Geiste der Musik. Ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob ich mich wirklich durch die 409 Seiten durcharbeiten möchte. Vielleicht hilft folgende sich an die Ästhetik der frühen Spielkonsolen anlehnende Visualisierung eines bekannten Bach-Werks weiter (wem das gefallen hat, für den gibt es hier noch viele weitere Visualisierungen dieser Art).
(via Twitter)
Autor: Benedikt Köhler· 10.07.08 · 14:50 Uhr· 11 Kommentare
06. Mai 2008
Ungewöhnliche Nachrichtenvisualisierung mit NewsWare
Autor: Benedikt Köhler· 06.05.08 · 14:59 Uhr· 0 Kommentare
26. Februar 2008
Ebbe und Flut an den Kinokassen
Kategorie: Kultur
In der Blogosphäre macht dieses Diagramm aus der Wochenendausgabe der New York Times seit der BoingBoing-Verlinkung die Runde und hat eine spannende Diskussion über die Visualisierung von Daten angestoßen.

Abgebildet auf dieser wirklich innovativen Grafik (eine ansprechende Form des klassischen gestapelten Flächendiagramms) sind die US-Einspielergebnisse der erfolgreichsten Filme von 1986 bis 2007. Die jeweilige Breite der Formen zeigt an, wieviel ein Film zu einem bestimmten Zeitpunkt eingespielt hat. Über die Zeit hinweg lässt sich also nachvollziehen, wie sich die Einspielergebnisse im Zeitlauf verändert haben - wie schnell der Film beim Publikum angekommen ist und wie lange er das Publikum begeistern konnte. Zugleich sieht man deutlich, dass es im Jahresverlauf zwei heiße Phasen des Kinobesuchs gibt: Sommer und Winter. Darüber hinaus ist die Grafik auch noch interaktiv: berührt man die einzelnen Formen mit dem Mauszeiger, bekommt man einige Basisdaten angezeigt und kann sich in der Regel zu der NYT-Filmkritik durchklicken. Das ist elegant und zeigt, wie man neue Technologien einsetzen kann um den Data-ink-ratio zu verbessern.
Die Blogosphäre zeigt sich begeistert darüber, dass das Zeitungspublikum nun anscheinend derart gereift ist, dass es auch solch vielschichtige Visualisierungsformen begreifen kann. Daneben werden aber auch inhaltliche Fragen diskutiert wie z.B. ob die Grafik nicht durch die Spline-Interpolation der Kurven den falschen Eindruck erweckt, die Filme würden erst in der zweiten Woche den meisten Umsatz erzielen ("Only sampling on weekends and then fitting a smooth spline is a BAD visualization!" stellt Jono fest). Außerdem stellt sich die Frage ob an der Eindruck von im gesamten Zeitverlauf ansteigenden Gesamtumsätzen der Realität entspricht.
Die Kritik ist sicher berechtigt, aber mir stellt sich die Frage: Wann ist eine Visualisierung gelungen - wenn die Splines der Realität entsprechen oder wenn sich eine lebhafte Diskussion über den visualierten Sachverhalt entfaltet?
UPDATE: Dank information aesthetics weiß ich nun auch, wie man diese Darstellungsform nennt: "ThemeRiver". Entwickelt wurde sie von Susan Havre, Beth Hetzler und Lucy Nowell (Pacific Northwest National Laboratory)
Autor: Benedikt Köhler· 26.02.08 · 17:35 Uhr· 0 Kommentare
24. Februar 2008
Schlagertexte im Diagramm
Kategorie: Kultur
Bei so schönem Wetter sollte man nicht so viel bloggen, aber diese schönen Diagramme zur Darstellung populärer Schlagertexte müssen jetzt einfach sein:

(via)
Autor: Benedikt Köhler· 24.02.08 · 09:13 Uhr· 0 Kommentare
08. Februar 2008
Bildwissenschaftler-Tagung fällt leider aus
Kategorie: Kultur
Gerade eben habe ich die Nachricht erhalten, dass die zweite internationale bildwissenschaftliche Konferenz in Goettweig - "BLICK IM 21. JAHRHUNDERT - Wider den „Analpha-BILD-ismus“ (24.-26. April) ausfällt bzw. "auf unbestimmte Zeit verschoben" wird.
Autor: Benedikt Köhler· 08.02.08 · 12:10 Uhr· 0 Kommentare
06. Februar 2008
Dreieckskoordinaten oder Schwerpunktkoordinaten
Kategorie: Kultur
Autor: Jörg Blumtritt· 06.02.08 · 10:44 Uhr· 0 Kommentare
05. Februar 2008
Visualisierung - Illustration oder Kommentar?
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften·Kultur
Bilder sind eine Art Brücke zwischen unserem (notwendigerweise) reduktionistischen Denken und der Realität unserer Umwelt.
Autor: Jörg Blumtritt· 05.02.08 · 17:21 Uhr· 0 Kommentare
Visualisierung der Visualisierung
Kategorie: Kultur·Naturwissenschaften
Was bietet sich besser an für die feierliche Einweihung dieses Weblogs als eine Visualisierung der Visualisierung.
Autor: Benedikt Köhler· 05.02.08 · 15:56 Uhr· 0 Kommentare
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