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Dr. Benedikt Köhler (Soziologe) ist Director Digital Strategy & Research bei ethority GmbH & Co. KG und Forscher an der Universität der Bundeswehr München.
Jörg Blumtritt (Diplom-Statistiker) ist European Operations Officer bei Tremor Media Europe GmbH.
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- Webbaer · 26.11.09 · 19:42 Uhr Twitter-Netzwerkvisualisierung mit Open Source Software
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Neues in der Kategorie Geistes- & Sozialwissenschaften
06. Januar 2009
Twitter-Netzwerkvisualisierung mit Open Source Software
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften·Technik · Kommentare: 1
Der Microbloggingdienst Twitter ist im Grunde genommen ein Social Network. Man folgt unterschiedlichen Personen (d.h. man bekommt ihre Kurzmitteilungen in den eigenen Feed) und verschiedene Personen folgen dem eigenen Feed. Kurz: es geht hier um Knoten und Verbindungen zwischen ihnen.
Wie man die daraus entstehenden Netzwerke mit Open Source-Software bzw. offen zugänglichen APIs visualisieren kann, zeigt Nathan Harrington in einer sehr verständlich geschriebenen Anleitung auf IBM Developer Works.
Dabei lernt man zugleich auch noch einiges darüber, wie man Twitter API, Graphviz, Google Chart API und CAIDAs plot-latlong bedient und vor allem sinnvoll miteinander verknüpfen kann.
Nicht eingegangen wird jedoch auf das, was die Netzwerkvisualisierung eigentlich spannend macht: Die Verknüpfung der Knoten untereinander. Außerdem lassen sich Nutzer mit sehr vielen Kontakten auf diese Weise nicht sinnvoll darstellen.
Autor: Benedikt Köhler· 06.01.09 · 16:22 Uhr· 1 Kommentar
19. Oktober 2008
Göttweig 2008
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften·Kultur · Kommentare: 2
Gestern bin ich von der internationalen Fachtagung der Bildwissenschaft "Blick im 21. Jahrhundert" in Göttweig bei Krems zurückgekehrt. Ich werde in der nächsten Zeit noch ein paar Gedanken zu den Vorträgen an dieser Stelle aufschrieben - es waren einige sehr inspirierende Beiträge dabei. Doch zunächst einmal ein kurzer Blick auf die Tagung - wie es sich für das Thema Bildwissenschaft gehört, mit zahlreichen Bildern.
Tagungsort war das Ende des 11. Jahrhunderts vom Passauer Bischof Altmann gegründete Augustiner-, dann Benediktinerkloster Göttweig (UNESCO Weltkulturerbe), in dem heute 50 Mönche leben. Man sieht das Kloster bereits bei der Anfahrt mit der Bahn:
Die Präsentationen wurden in dem ehemaligen Sommerrefektorium abgehalten, dessen Decke ein Fresko der Wunderbaren Brotvermehrung von Rudolf und Johann Baptist Byß zeigt - ein schöner Hinweis auf die große Bilderkraft der katholischen Kirche, die dann natürlich auch von mehreren Vortragenden zitiert wurde.
Besonders eindrucksvoll war zum einen die Führung durch die von dem Kremser Department für Bildwissenschaft betreute Graphische Sammlung Göttweig in einem der ältesten Teile des Klosters, der "Burg" aus der Babenberger Zeit (Ende 12. Jh.).
Sehr schön die Ausmalungen von 1526:
Dort fand dann auch die Postersession statt, auf der ich unser Poster zu statistischen Infografiken präsentierte. Außerdem das kalte Buffet ...
..., das unter einem äußerst appetitlichen Bild genossen wurde:
Typisch Bildwissenschaftler? Interessant auch der Blick auf die Geräte, mit denen immer mehr Exemplare der u.a. von Abt Bessel gesammelten 32.000 Originalgraphiken digitalisiert werden.
Der Höhepunkt des Rahmenprogramms war der Besuch eines kleinen Heurigen im Kremser Ortsteil Stein, in dem - wir befinden uns schließlich gerade in der Zeit der Weinlese - wir mit einem köstlichen "Sturm" (Federweißer) versorgt wurden:
Aber auch das Essen - diese herrlichen jungen Kartoffeln - war klasse:
Danach ging es in den Weinkeller, in dem die Familie den Wein keltert, den es aber nur vor Ort gibt:
Mehr zur Tagung und der Führung durch die Stiftsbibliothek folgt noch.
Autor: Benedikt Köhler· 19.10.08 · 21:41 Uhr· 2 Kommentare
11. Juli 2008
Ab in die Wikipedia!
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften·Naturwissenschaften · Kommentare: 3
Social Media heißt für mich: bevor man zu lange darüber diskutiert, ob und wie es funktionieren kann und welche Gefahren oder Grenzen Projekte wie Wikipedia haben, lieber das ganze einmal selbst ausprobieren. Deshalb haben wir vorgestern ein Wikipedia-Portal für einen bislang unterbelichteten Bereich der Wikipedia ins Leben gerufen - für die Statistik.
Da Social Media von der Partizipation leben, seid ihr jetzt dran. Zum freuen wir uns über Hinweise, was an dem Portal noch alles zu verbessern ist - entweder hier in die Kommentare oder direkt in die Portalbaustellen-Diskussionsseite. Oder am besten gleich selbst das Portal an Ort und Stelle verändern. Nicht nur virtueller Peer Review, sondern virtuelle Kollaboration. Außerdem benötigt das Portal noch sechs Befürworter und einen weiteren Betreuer, um in die echte Wikipedia aufgenommen zu werden. Momentan liegt es noch auf meiner Benutzerseite.
Außerdem ist uns bei dem Sammeln der Artikel aufgefallen, wie viel es noch in diesem Bereich zu tun gibt. Zwar sind zahlreiche Beiträge, gerade zu den unterschiedlichen Testverfahren und Verteilungen, technisch präzise formuliert. Aber von dem Anspruch der Allgemeinverständlichkeit sind diese noch meilenweit entfernt. So versteht nur jemand den Inhalt der Beiträge, der sowieso schon weiß, worum es geht. Das ist dann doch etwas zu selbstbezüglich. Mit dem Portal haben wir dann auch ein Werkzeug um gezielt Artikel gemeinsam zu verbessern - vorausgesetzt die Statistik-Community folgt uns ein paar Schritte in die Wikipedia.
Autor: Benedikt Köhler· 11.07.08 · 08:20 Uhr· 3 Kommentare
10. Juli 2008
Musik und Mathematik
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften·Kultur · Kommentare: 11
Spätestens seit Pythagoras war klar, dass Musik nichts anderes als eine akustische Version von beliebig komplizierten Zahlenfolgen, -verhältnissen und Gleichungssystemen darstellt. Zahlen kann man visualisieren und zum Beispiel statistische Infografiken daraus generieren. Man kann sie aber auch hörbar machen. Im frühen 18. Jahrhundert war Johann Sebastian Bach der Meister im Einbetten mathematischer Figuren in seine Partituren, wenn auch sein Ziel nicht die Visualisierung mathematischer Zusammenhänge war, sondern vielmehr die Suche nach den harmonischen Wirkungen bestimmter Rechenregeln.
Der Medienwissenschaftler Friedrich Kittler hat nun vor kurzem den ersten Band seines großen Werks Musik und Mathematik: "Band 1: Hellas. Teil 1: Aphrodite". Die Rezensenten sehen darin schon einen radikalen Versuch, die Geschichte der Entstehung der europäischen Zivilisation neu zu schreiben - und zwar aus dem Geiste der Musik. Ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob ich mich wirklich durch die 409 Seiten durcharbeiten möchte. Vielleicht hilft folgende sich an die Ästhetik der frühen Spielkonsolen anlehnende Visualisierung eines bekannten Bach-Werks weiter (wem das gefallen hat, für den gibt es hier noch viele weitere Visualisierungen dieser Art).
(via Twitter)
Autor: Benedikt Köhler· 10.07.08 · 14:50 Uhr· 11 Kommentare
01. März 2008
Die Sterbetafel oder Wie lange werden wir noch leben?
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften · Kommentare: 3
"Er starb wie einer, der aufs Sterben studierte" schrieb Schiller in seinem Macbeth. Tatsächlich kann man die Statistik durchaus als Sterbewissenschaft bezeichnen. Denn die Berechnung der Sterbetafeln war in ihrer Anfangszeit der wichtigste Anwendungsfall des statistischen Wissens. Diese Zahlenreihen, die anzeigten, wie ein fiktives Kollektiv sich allmählich dezimiert, benötigte man unter anderem zur Berechnung von Leibrenten. Das wohl früheste Beispiel dafür waren die Tafeln von Ulpianus aus dem zweiten nachchristlichen Jahrhundert.
Im 16. Jahrhundert wurden dann kirchliche Sterberegister geführt (sogenannte "Bills of Mortality"), in denen verzeichnet wurde, wer wann an welcher Todesursache gestorben ist. Zudem wurde auch vermerkt, und diese Zahl war für die Statistiker besonders wichtig, welches Alter die oder der Verstorbene erreicht hatte. Diese Daten wertete zum Beispiel der Hobbystatistiker John Graunt aus und errechnete daraus in seinen "Natural and Political Observations Made upon the Bills of Mortality" (hier die digitalisierte Version) die Überlebensordnung verschiedener Städte. Diese Arbeit wurde als so bahnbrechend angesehen, dass der Kurzwarenhändler daraufhin in die Royal Society aufgenommen wurde. Pascal und Halley entwickelten die Sterbetafel weiter. Heute bildet sie unter anderem die Grundlage für die Berechnung von Altersrenten und Lebensversicherungen. Mit dem Aktuar gibt es sogar ein dazugehöriges Berufsbild.
Wie muss man sich so eine Sterbetafel konkret vorstellen? Man kann sich im statistischen Bundesamt die jeweils aktuellen Zahlen besorgen. Ich habe daraus einmal eine Grafik gebastelt, die sich an dieser entsprechenden Darstellung von Nathan orientiert:
Die Grafik ist so zu lesen: Für jedes Alter (vollendetes Lebensalter) auf der X-Achse wird auf der Y-Achse die Wahrscheinlichkeit verzeichnet, das nächste Jahr nicht zu überleben.
Autor: Benedikt Köhler· 01.03.08 · 16:37 Uhr· 3 Kommentare
25. Februar 2008
Landkarten der Weltrisikogesellschaft
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften·Politik
Als eine Art Fortsetzung von Booth's Projekt der Kartographie von Armut lässt sich das umfangreiche Kartenmaterial von Maplecroft sehen.

Doch hier geht es nicht mehr um das mühevolle kulturgeschichtliche Erlernen objektiver Maßstäbe und Verallgemeinerungen, sondern um die Entstehung einer "Weltrisikogesellschaft". Primäres Ziel ist es, das Bewusstsein der einen Welt durch anschauliche Visualisierungen zu fördern, so dass sich die dargestellten Themenbereiche von "Aid" bis "Water" eng an die UN-Millenniumsziele anlehnen:
This innovative tool is designed to raise awareness amongst corporations, government and non-governmental organisations, academics, students and the general public of how an organisation's operations interact with wider society, and how the risks and opportunities generated can be responsibly managed through stakeholder engagement and partnership.
Autor: Benedikt Köhler· 25.02.08 · 18:01 Uhr· 0 Kommentare
"Unterste Klasse: lasterhaft, halbkriminell" - Booths Poverty Maps
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften·Politik · Kommentare: 2
Großen Anteil an der Erforschung und zum Teil auch Abmilderung von Elend und Verarmung hatte der Sozialreformer Charles Booth. Weniger bekannt ist, dass er gegen Ende des 19. Jahrhunderts durch seine Visualisierung der Armut in den Städten dafür sorgte, dass Armut nicht nur mit einem kurzen Blick durch das Droschkenfenster erfahrbar war, sondern als statistische Massentatsache im Denken der Leute verankert wurde.

Die London School of Economy hat Booths „Poverty Maps“ von 1886 bis 1903 digitalisiert und der Öffentlichkeit zum Browsen, Zoomen und Staunen zur Verfügung gestellt. So sahen die pen and paper-Vorläufer der heutigen GIS aus, wie sie von Verwaltungen aller größerer Städte genutzt werden. (via)
Autor: Benedikt Köhler· 25.02.08 · 09:50 Uhr· 2 Kommentare
05. Februar 2008
Visualisierung - Illustration oder Kommentar?
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften·Kultur
Bilder sind eine Art Brücke zwischen unserem (notwendigerweise) reduktionistischen Denken und der Realität unserer Umwelt.
Autor: Jörg Blumtritt· 05.02.08 · 17:21 Uhr· 0 Kommentare
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