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Dr. Benedikt Köhler (Soziologe) ist Director Digital Strategy & Research bei ethority GmbH & Co. KG und Forscher an der Universität der Bundeswehr München.
Jörg Blumtritt (Diplom-Statistiker) ist European Operations Officer bei Tremor Media Europe GmbH.
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Archiv März 2008
24. März 2008
Virginia-Tech Infografik gewinnt Malofiej-Preis
Kategorie: Politik · Kommentare: 3
Ich habe noch einige Lehrbücher über die Erstellung von Infografiken im Regal stehen, deren erste Schritte stets darin bestehen, den Bleistift zu spitzen und das Lineal herauszusuchen. Was aber im digitalen Zeitalter hinsichtlich der visuellen Vermittlung von Informationen möglich ist, zeigt diese New York Times-Infografik, die den Ablauf des Virginia-Tech-Massakers vor knapp einem Jahr darstellt.
Vor ein paar Tagen wurde diese Flash-basierte Visualisierung mit dem Peter Sullivan/Best of Show Award der 16th Malofiej International Infographics Awards ausgezeichnet (siehe auch hier den Reisebericht von Michael Stoll). Wie im Vorjahr gewinnt damit eine Onlineinfografik den wohl prestigeträchtigsten Preis für Infografiken. Das demonstriert die Bedeutung dieses neuen Mediums für die visuelle Vermittlung von Wissen.
In dem Zusammenhang interessiert mich folgende Frage: Wie sieht es in den Hochschulen zur Zeit aus? Lehrt man dort mittlerweile so fortgeschrittene Formen der Informationsvermittlung? Oder werden an den Unis immer noch PowerPoint-Standardvorlagen verwendet?
Autor: Benedikt Köhler· 24.03.08 · 16:06 Uhr· 3 Kommentare
16. März 2008
Der Browser als Fenster zum Himmel - Google Sky
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 2
Alle diejenigen, die mal eben nachsehen müssen, wo sich NGC 281 denn gerade noch einmal aufhält, denen sei ein Besuch auf Google Sky empfohlen. Auf Google Earth gibt's schon etwas länger die Möglichkeit, auch einen Blick in den Himmel zu werfen. Nun ist auch die browserbasierte Version veröffentlicht worden.
Unter sky.google.com kann man nicht nur mit einem Suchfeld nach Himmelsobjekten suchen (etwa nach NGC 281), sondern kann sich auch ausgewählte Objektsammlungen ansehen, zum Beispiel unser Sonnensystem, die klassischen Sternzeichen, ein paar Aufnahmen von Hubble, Spitzer, GALEX und Chandra sowie die Earth & Sky-Podcasts. Anders als in der irdischen Version, lässt sich hier nicht zwischen Karten-, Satelliten-, Terrain- und Straßenansicht umschalten, sondern zwischen Infrarot, Mikrowelle und historischen Sternbildern. Hier ein kurzes Ankündigungsfilmchen:
Wie auch für alle anderen Angebote mit Drittanbietermaterial gilt hier: Das Fotomaterial nicht kopieren und ins eigene Blog werfen, da man damit unter Umständen die Rechte anderer verletzt. (via)
Autor: Benedikt Köhler· 16.03.08 · 19:05 Uhr· 2 Kommentare
01. März 2008
Die Sterbetafel oder Wie lange werden wir noch leben?
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften · Kommentare: 3
"Er starb wie einer, der aufs Sterben studierte" schrieb Schiller in seinem Macbeth. Tatsächlich kann man die Statistik durchaus als Sterbewissenschaft bezeichnen. Denn die Berechnung der Sterbetafeln war in ihrer Anfangszeit der wichtigste Anwendungsfall des statistischen Wissens. Diese Zahlenreihen, die anzeigten, wie ein fiktives Kollektiv sich allmählich dezimiert, benötigte man unter anderem zur Berechnung von Leibrenten. Das wohl früheste Beispiel dafür waren die Tafeln von Ulpianus aus dem zweiten nachchristlichen Jahrhundert.
Im 16. Jahrhundert wurden dann kirchliche Sterberegister geführt (sogenannte "Bills of Mortality"), in denen verzeichnet wurde, wer wann an welcher Todesursache gestorben ist. Zudem wurde auch vermerkt, und diese Zahl war für die Statistiker besonders wichtig, welches Alter die oder der Verstorbene erreicht hatte. Diese Daten wertete zum Beispiel der Hobbystatistiker John Graunt aus und errechnete daraus in seinen "Natural and Political Observations Made upon the Bills of Mortality" (hier die digitalisierte Version) die Überlebensordnung verschiedener Städte. Diese Arbeit wurde als so bahnbrechend angesehen, dass der Kurzwarenhändler daraufhin in die Royal Society aufgenommen wurde. Pascal und Halley entwickelten die Sterbetafel weiter. Heute bildet sie unter anderem die Grundlage für die Berechnung von Altersrenten und Lebensversicherungen. Mit dem Aktuar gibt es sogar ein dazugehöriges Berufsbild.
Wie muss man sich so eine Sterbetafel konkret vorstellen? Man kann sich im statistischen Bundesamt die jeweils aktuellen Zahlen besorgen. Ich habe daraus einmal eine Grafik gebastelt, die sich an dieser entsprechenden Darstellung von Nathan orientiert:
Die Grafik ist so zu lesen: Für jedes Alter (vollendetes Lebensalter) auf der X-Achse wird auf der Y-Achse die Wahrscheinlichkeit verzeichnet, das nächste Jahr nicht zu überleben.
Autor: Benedikt Köhler· 01.03.08 · 16:37 Uhr· 3 Kommentare
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