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Dr. Benedikt Köhler (Soziologe) ist Director Digital Strategy & Research bei ethority GmbH & Co. KG und Forscher an der Universität der Bundeswehr München.
Jörg Blumtritt (Diplom-Statistiker) ist European Operations Officer bei Tremor Media Europe GmbH.
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Archiv Februar 2008
29. Februar 2008
Wie blau ist der Blaue Planet?
Kategorie: Naturwissenschaften·Umwelt · Kommentare: 1
Die Erde als Blauer Planet? Wenn man die Oberfläche ansieht, dann ist da natürlich etwas dran: 71% davon ist mit Wasser bedeckt. Und das ist auch die Perspektive die man kennt, sei es vom Globus aus der Schulzeit oder seinem modernen Nachfolger GoogleEarth. 1,386 Milliarden Kubikkilometer H2O gibt es auf der Erde. Das ist ein Menge, oder?
Man kann das aber auch aus einer anderen Perspektive betrachten. Eine andere Form der Visualisierung führt zu einem abweichenden Ergebnis.
Wenn man nämlich alles Wasser der Erde in einem Ball zusammenrollen würde und auf Γαῖα legen würde, wäre das ein ziemlich kleiner Ball, sogar kleiner als ein Ball aus der gesamten Atmosphäre. Verglichen mit der Erdmasse von 5,974 · 1024 kg ist das Wasser also doch gar nicht so viel.
Natürlich basiert diese Visualisierung wie immer auf zahlreichen Vorannahmen, die man teilen kann oder auch nicht (z.B. was die Dichte der Atmosphärenkugel betrifft oder was genau als Wasser gemessen wurde). Dennoch wird deutlich dass die Form der Darstellung einen erheblichen Einfluss auf die Vorstellung von unserem Planeten hat: Blauer Planet oder trockene Kugel mit einem Tropfen Wasser. (via)
Autor: Benedikt Köhler· 29.02.08 · 10:52 Uhr· 1 Kommentar
26. Februar 2008
Ebbe und Flut an den Kinokassen
Kategorie: Kultur
In der Blogosphäre macht dieses Diagramm aus der Wochenendausgabe der New York Times seit der BoingBoing-Verlinkung die Runde und hat eine spannende Diskussion über die Visualisierung von Daten angestoßen.

Abgebildet auf dieser wirklich innovativen Grafik (eine ansprechende Form des klassischen gestapelten Flächendiagramms) sind die US-Einspielergebnisse der erfolgreichsten Filme von 1986 bis 2007. Die jeweilige Breite der Formen zeigt an, wieviel ein Film zu einem bestimmten Zeitpunkt eingespielt hat. Über die Zeit hinweg lässt sich also nachvollziehen, wie sich die Einspielergebnisse im Zeitlauf verändert haben - wie schnell der Film beim Publikum angekommen ist und wie lange er das Publikum begeistern konnte. Zugleich sieht man deutlich, dass es im Jahresverlauf zwei heiße Phasen des Kinobesuchs gibt: Sommer und Winter. Darüber hinaus ist die Grafik auch noch interaktiv: berührt man die einzelnen Formen mit dem Mauszeiger, bekommt man einige Basisdaten angezeigt und kann sich in der Regel zu der NYT-Filmkritik durchklicken. Das ist elegant und zeigt, wie man neue Technologien einsetzen kann um den Data-ink-ratio zu verbessern.
Die Blogosphäre zeigt sich begeistert darüber, dass das Zeitungspublikum nun anscheinend derart gereift ist, dass es auch solch vielschichtige Visualisierungsformen begreifen kann. Daneben werden aber auch inhaltliche Fragen diskutiert wie z.B. ob die Grafik nicht durch die Spline-Interpolation der Kurven den falschen Eindruck erweckt, die Filme würden erst in der zweiten Woche den meisten Umsatz erzielen ("Only sampling on weekends and then fitting a smooth spline is a BAD visualization!" stellt Jono fest). Außerdem stellt sich die Frage ob an der Eindruck von im gesamten Zeitverlauf ansteigenden Gesamtumsätzen der Realität entspricht.
Die Kritik ist sicher berechtigt, aber mir stellt sich die Frage: Wann ist eine Visualisierung gelungen - wenn die Splines der Realität entsprechen oder wenn sich eine lebhafte Diskussion über den visualierten Sachverhalt entfaltet?
UPDATE: Dank information aesthetics weiß ich nun auch, wie man diese Darstellungsform nennt: "ThemeRiver". Entwickelt wurde sie von Susan Havre, Beth Hetzler und Lucy Nowell (Pacific Northwest National Laboratory)
Autor: Benedikt Köhler· 26.02.08 · 17:35 Uhr· 0 Kommentare
25. Februar 2008
Landkarten der Weltrisikogesellschaft
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften·Politik
Als eine Art Fortsetzung von Booth's Projekt der Kartographie von Armut lässt sich das umfangreiche Kartenmaterial von Maplecroft sehen.

Doch hier geht es nicht mehr um das mühevolle kulturgeschichtliche Erlernen objektiver Maßstäbe und Verallgemeinerungen, sondern um die Entstehung einer "Weltrisikogesellschaft". Primäres Ziel ist es, das Bewusstsein der einen Welt durch anschauliche Visualisierungen zu fördern, so dass sich die dargestellten Themenbereiche von "Aid" bis "Water" eng an die UN-Millenniumsziele anlehnen:
This innovative tool is designed to raise awareness amongst corporations, government and non-governmental organisations, academics, students and the general public of how an organisation's operations interact with wider society, and how the risks and opportunities generated can be responsibly managed through stakeholder engagement and partnership.
Autor: Benedikt Köhler· 25.02.08 · 18:01 Uhr· 0 Kommentare
"Unterste Klasse: lasterhaft, halbkriminell" - Booths Poverty Maps
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften·Politik · Kommentare: 2
Großen Anteil an der Erforschung und zum Teil auch Abmilderung von Elend und Verarmung hatte der Sozialreformer Charles Booth. Weniger bekannt ist, dass er gegen Ende des 19. Jahrhunderts durch seine Visualisierung der Armut in den Städten dafür sorgte, dass Armut nicht nur mit einem kurzen Blick durch das Droschkenfenster erfahrbar war, sondern als statistische Massentatsache im Denken der Leute verankert wurde.

Die London School of Economy hat Booths „Poverty Maps“ von 1886 bis 1903 digitalisiert und der Öffentlichkeit zum Browsen, Zoomen und Staunen zur Verfügung gestellt. So sahen die pen and paper-Vorläufer der heutigen GIS aus, wie sie von Verwaltungen aller größerer Städte genutzt werden. (via)
Autor: Benedikt Köhler· 25.02.08 · 09:50 Uhr· 2 Kommentare
24. Februar 2008
Schlagertexte im Diagramm
Kategorie: Kultur
Bei so schönem Wetter sollte man nicht so viel bloggen, aber diese schönen Diagramme zur Darstellung populärer Schlagertexte müssen jetzt einfach sein:

(via)
Autor: Benedikt Köhler· 24.02.08 · 09:13 Uhr· 0 Kommentare
23. Februar 2008
Ärztedichtekarte
Kategorie: Medizin · Kommentare: 1
Auf dem ersten Blick eine interessante Visualisierung, die zeigt wie groß die Ärztedichte weltweit ist. Dargestellt werden die Zahlen recht einfach indem das Verhältnis Patienten zu Ärzten desto größer und röter abgebildet wird, je größer es ist:
Das Problem liegt darin, dass diese Darstellungsform nicht symmetrisch ist: große Werte (also niedrige Ärztedichten) werden sehr viel größer abgebildet als niedrige Werte (also hohe Ärztedichten). Doch diese Karte der Doctors of the World hängt, so der Erklärungstext, in niederländischen Arztpraxen aus um zu zeigen, wie gut es doch die Niederländer im globalen Vergleich haben. Während man die - schlechten - afrikanischen Verhältnisse klar ablesen kann, ist dies sehr schwierig für die - sehr guten - niederländischen. Der beste Wert geht in dieser Darstellungsform unter: Kuba mit 170 Patienten auf pro Arzt entdeckt man nur dann, wenn man danach sucht.
Autor: Benedikt Köhler· 23.02.08 · 22:42 Uhr· 1 Kommentar
20. Februar 2008
Datenkino - animierte Übergänge zwischen statistischen Visualisierungsformen
Kategorie: Naturwissenschaften
Scatterplot? Barplot? Piechart? Am besten alles gleichzeitig. Bislang stand am Anfang einer gelungenen Visualisierung immer eine Entscheidung: Welche Form der Visualisierung ist für meine Daten und die Aussage, die ich treffen will, die beste Wahl? Kann ich die Zusammenhänge am besten mit einem Balkendiagramm, einem Scatterplot oder einem Kreisdiagramm darstellen?

Zu dieser Frage gibt es eine Reihe von Untersuchungen, die jeweils für bestimmte Fragestellungen bestimmte Visualisierungsformen nahelegen. Aber immer musste man sich entscheiden. Entweder - oder. Diese Einschränkung wollten die Forscher Jeffrey Heer (University of California, Berkeley) und George Robertson (Microsoft) nicht akzeptieren und haben sich auf die Suche nach dem Sowohl-als-Auch der Visualisierung gemacht.
In ihrem Paper "Animated Transitions in Statistical Data Graphics" (hier als pdf, hier als QuickTime-Film) stellen sie eine Möglichkeit vor, dieselben Daten in mehreren Visualisierungsformen gleichzeitig (bzw. nacheinander) zu präsentieren, wobei jedoch die Identität der einzelnen Datenpunkte - also ihr Bildpunktcharakter - in der animierten Darstellung gewahrt bleibt.

Die Evaluierung ihres Vorgehens zeigt eindrucksvoll, dass die mit ihrem Programm DynaVis animierten Datenvisualisierungen eine deutlich niedrigere Fehlerrate bei der Zuordnung von Datenpunkten durch die Betrachter aufweist. (via FlowingData)
Autor: Benedikt Köhler· 20.02.08 · 16:35 Uhr· 0 Kommentare
18. Februar 2008
Parallelkoordinaten
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 1
x-y-z-Achse und vielleicht noch Farbe der Punkte; bei vier Dimensionen ist üblicher Weise Schluss mit der Visualisierung. Es fällt uns schwer, mehr als vier Informationen auf einem Punkt gleichzeitig wahrzunehmen.
Es gibt dabei eine sehr einfache Lösung:
Autor: Jörg Blumtritt· 18.02.08 · 11:49 Uhr· 1 Kommentar
08. Februar 2008
Bildwissenschaftler-Tagung fällt leider aus
Kategorie: Kultur
Gerade eben habe ich die Nachricht erhalten, dass die zweite internationale bildwissenschaftliche Konferenz in Goettweig - "BLICK IM 21. JAHRHUNDERT - Wider den „Analpha-BILD-ismus“ (24.-26. April) ausfällt bzw. "auf unbestimmte Zeit verschoben" wird.
Autor: Benedikt Köhler· 08.02.08 · 12:10 Uhr· 0 Kommentare
06. Februar 2008
Dreieckskoordinaten oder Schwerpunktkoordinaten
Kategorie: Kultur
Autor: Jörg Blumtritt· 06.02.08 · 10:44 Uhr· 0 Kommentare
05. Februar 2008
Visualisierung - Illustration oder Kommentar?
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften·Kultur
Bilder sind eine Art Brücke zwischen unserem (notwendigerweise) reduktionistischen Denken und der Realität unserer Umwelt.
Autor: Jörg Blumtritt· 05.02.08 · 17:21 Uhr· 0 Kommentare
Visualisierung der Visualisierung
Kategorie: Kultur·Naturwissenschaften
Was bietet sich besser an für die feierliche Einweihung dieses Weblogs als eine Visualisierung der Visualisierung.
Autor: Benedikt Köhler· 05.02.08 · 15:56 Uhr· 0 Kommentare
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