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Profil

Ernst Peter Fischer studierte Mathematik, Physik und Biologie und promovierte 1977 am California Institute of Technology in Pasadena, USA. Im Jahr 1987 habilitierte er in Wissenschaftsgeschichte. Heute ist er Professor für Wissenschaftsgeschichte an der Universität in Konstanz. Als Autor zahlreicher Bücher wie Einstein für die Westentasche (2005) oder Die Andere Bildung (2003) will er Wissenschaft spannend für jederman präsentieren. Als Wissenschaftsautor schreibt er für die Zeitschriften GEO, Bild der Wissenschaft und die Frankfurter Allgemeine Zeitung.

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04.08.10 · 11:27 Uhr

Bescheidenheit, bitte

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 3

Wissenschaftsmagazine teilen ihren Zusehern gerne triumphierend mit, was Forscher gerade wieder Tolles herausgefunden haben. Sie vergessen, was der Philosoph Karl Popper als dringend nötig für unser Zeitalter empfohlen hat, nämlich Bescheidenheit. Wie sehr wir mit Trompetenstößen zurückhaltend sein sollten, zeigt in diesen Tagen der Beitrag "The four hundred years of planetary science since Galileo and Kepler" (Nature 466, S. 575 ff.). Der Autor, Joseph Burns, erinnert daran, wie wenig wir über das Planetensystem wussten, bevor das Zeitalter der Raumfahrt begann. Noch 1966 wurde ernsthaft die Frage erörtert, ob der Mars eine Vegetationsdecke habe. In den 1950er Jahren dachte man noch, die Venus sei von einem Ozean bedeckt, die Mondkrater hielt man für Vulkane, und so weiter. Und die Molekularbiologie hat dieselbe Erfahrung wie die Astronomie gemacht, nur das ihre Raumfahrt als Gentechnik unsere Unkenntnis mehr im Inneren dokumentierte. Je mehr wir herausfinden, desto weniger wollen wir uns daran erinnern lassen, was wir vor kurzem noch nicht einmal geahnt haben. In Zukunft werden wir den heutigen Stand des Wissens vielleicht lächerlich finden. Daher lohnt die Bitte um Bescheidenheit.

 

Autor: Ernst Peter Fischer· 3 Kommentare· Permalink· Trackback-URL

Kommentare (3)

Kommentar-Direktlink Wb· 04.08.10 · 12:54 Uhr

Wb war immer bescheiden.
Davon abgesehen: Gute Anregung, kontrollierte Megalomanie ginge aber vielleicht auch, man weiß nämlich nicht einmal ganz sicher, dass Bescheidenheit produktiver ist.

MFG
Wb

Kommentar-Direktlink Leoman· 04.08.10 · 21:59 Uhr

Oh Herr Fischer, sie vergaßen zu erwähnen, dass es in 1950er Jahren schon Wissenschaftler gab, die überhaupt nicht der Auffassung waren, dass die Venus von einem Ozean bedeckt ist, z.B. einen Herrn Dr. Velikovsky. Der prognostizierte damals, dass auf der Venus eine Temperatur von 500 Grad C herrschen würde. Eine Zahl die dann viel später durch Messungen von Raumsonden bestätigt wurde. Wie sie wissen, ist er deshalb nicht zu Ehren gekommen, sondern von den Mainstream-Wissenschaftlern für bekloppt erklärt worden.

Kommentar-Direktlink Karl Mistelberger· 12.08.10 · 17:24 Uhr

Oh Herr Fischer, sie vergaßen zu erwähnen, dass es in 1950er Jahren schon Wissenschaftler gab, die überhaupt nicht der Auffassung waren, dass die Venus von einem Ozean bedeckt ist, z.B. einen Herrn Dr. Velikovsky. Der prognostizierte damals, dass auf der Venus eine Temperatur von 500 Grad C herrschen würde. Eine Zahl die dann viel später durch Messungen von Raumsonden bestätigt wurde. Wie sie wissen, ist er deshalb nicht zu Ehren gekommen, sondern von den Mainstream-Wissenschaftlern für bekloppt erklärt worden.

Velikovsky hatte eine blühende Phantasie. Wie wir heute wissen sind seine Vorstellungen mit den bekannten Fakten nicht in Einklang zu bringen: http://www.unmuseum.org/velikov.htm

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