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Ernst Peter Fischer studierte Mathematik, Physik und Biologie und promovierte 1977 am California Institute of Technology in Pasadena, USA. Im Jahr 1987 habilitierte er in Wissenschaftsgeschichte. Heute ist er Professor für Wissenschaftsgeschichte an der Universität in Konstanz. Als Autor zahlreicher Bücher wie Einstein für die Westentasche (2005) oder Die Andere Bildung (2003) will er Wissenschaft spannend für jederman präsentieren. Als Wissenschaftsautor schreibt er für die Zeitschriften GEO, Bild der Wissenschaft und die Frankfurter Allgemeine Zeitung.
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08.02.10 · 13:33 Uhr
Mein Rätsel
Kategorie: Kultur · Kommentare: 7
Dieser Eintrag ist eher privat, und ich hoffe, dass nimmt niemand krumm. Ich glaube an die Quantenmechanik und ihre Ausgangsposition, daß eine Beobachtung das beobachtete Phänomen beeinflusst. Was zu der Frage führt, die sich auch im Titel eines Buches niedergeschlagen hat, "Can you help your team winning by watching it on TV?" Ich bin bescheidener und will nur wissen, warum mein Team immer verliert, wenn ich zuschaue. Dies ist leider der Fall. Wenn ich zusehen will, wie mein Team gewinnt - letzte Nacht in der Superbowl waren es die Indianapolis Colts -, verliert es. Wenn ich vergesse, daß mein Team spielt - man hat auch anderes zu tun -, gewinnt es. Das ist beim (deutschen) Fußball so wie beim (amerikanischen) Football, nur daß ich nicht verrate, was mein Team ist. Was nun? Can I only help my team by NOT watching it on TV? Wie denn das? Oder muss ich ins Stadion? Warum gewinnt mein Team nicht, wenn ich zuschaue? Bzw. wie muss ich hinschauen, damit es gewinnt?
Autor: Ernst Peter Fischer· 7 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (7)
Confirmation-Bias. Wenn ich zusehe, wie mein Team (verrate ich auch nicht) gewinnt, freue ich mich über den Sieg - war ja klar, weil stärkere Mannschaft, klügere Taktik, schönere Farben und so weiter. Verlieren sie, geht die Suche nach den Gründen los und letztendlich bleibt es beim ultimativen: Sie verlieren, weil ich zugesehen habe! Weil immer wenn ich nicht zusah, haben sie auch nie verloren. Sieht man schon daran, dass vor meiner Geburt anscheinend überhaupt nie irgendwer irgendein Spiel verloren haben muss, jedenfalls nach den Geschichten der Älteren zu urteilen.
Ich und meine Ehefrau spielen beinache jeden Abend YAM, eine Art Kiffel mal drei und mit sechs Würfel.
Erstmals meine Erfahrung mit dem Zufall: es gibt Abende an denen eine Augenzahl, zum Beispiel fünf, sehr oder sogar sehr oft kommt und andere, z. B. die zwei kaum. An den anderen Abend kommt eine andere Zahl öfters u.s.w. D
Und nun zu der "mentalen Beeinflussung", die hier wenn ich richtig verstanden habe, angedeutet wurde: wenn ich z. B. auf fünf spiele und weiß, dass ich diese auch wenn nur drei davon kommen schreiben kann > also gelassen spielen kann Mal probieren und eventuell mal das Ergebnis uns mitteilen.
Mit dem SC Freiburg habe ich aber diese Regel schon lange aufgeben. Kann sein das Würfel leichter zu beeinflussen sind als Menschen??
Entschldigung aber der richtige Text kommt nicht!
Jepp, ganz klar ein klassischer Fall von Confirmation Bias.
Es beginnt mit einem abstrakten Typ von Pareidolie: Wir glauben Muster und Ordnung zu erkennen, die gar nicht existieren. Wenn der Zufall und ab und zu mal ein paar (scheinbar) erstaunliche Korrelationen beschert, basteln wir uns daraus flott eine Erklärung von Ursache und Wirkung.
Sobald sich die Vorstellung eines kausalen Zusammenhangs einmal festgesetzt hat, kommt der Confirmation Bias ins Spiel: Wie relativieren und vergessen, was uns nicht in den Kram passt und erinnern nur das, was unsere vorgefasste Meinung bestätigt.
Ein rein psychologisches Phänomen also, keine Quantenmagie.
@Philipp.
Naja habe mal wieder etwas gelernt. Vielen Dank, auch dafür, dass Sie ohne den ganzen Beitrag lesen zu können, ihre Meinung dazu geäußert haben. Wahrscheinlich ist es nur frustrierend zu erleben wie das Spiel mittelmäßig ausgeht nur weil z. B. die Fünf gerade heute nicht kommen wollte. Und doch glaube ich fest daran, dass erst wenn man unverkrampft spielt, die Regeln der Wahrscheinlichkeit gelten oder zu Geltung kommen.
Ich habe erfahren, dass an der Uni zu Zagreb einmal ein Versuch durchgeführt wurde, bei dem ein Zufallsgenerator z. B. 100.000-mal auf eins, dann auf zwei usw. gewürfelt hat. Das Ergebnis wurde mit dem von Studenten, die ebenfalls 100.000-mal dasselbe gewürfelt haben, verglichen. Das Ergebnis der Studenten, die gebeten wurden sich mental auf die zu würfelnde Zahl zu konzentrieren, ist in 1/1000 sten Bereich höher ausgefallen als die des Zufallsgenerators. Das war auch der Hintergrund meines Kommentars. Im Sport scheint das aber wirklich nicht zu klappen.
Zwei Buchtipps zum Thema:
a) Martin Lambeck : Irrt die Physik? http://www.gwup.org/lambeck
und
der Klassiker
b)Vyse, Stuart A.:
Die Psychologie des Aberglaubens.Schwarze Kater und Maskottchen. Aus dem Amerikan. von Thomas Gotterbarm.
Webbaer·
18.02.10 · 19:59 Uhr
Ergänzend: 1.) "Glauben" ist gut gewählt. 2.) Der Beobachtende kann das Experiment beeinflusst haben. 3.) Hat er das nicht, dann kann seine Beobachterposition "nur" eine Sicht ein.