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Ernst Peter Fischer studierte Mathematik, Physik und Biologie und promovierte 1977 am California Institute of Technology in Pasadena, USA. Im Jahr 1987 habilitierte er in Wissenschaftsgeschichte. Heute ist er Professor für Wissenschaftsgeschichte an der Universität in Konstanz. Als Autor zahlreicher Bücher wie Einstein für die Westentasche (2005) oder Die Andere Bildung (2003) will er Wissenschaft spannend für jederman präsentieren. Als Wissenschaftsautor schreibt er für die Zeitschriften GEO, Bild der Wissenschaft und die Frankfurter Allgemeine Zeitung.
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07.12.09 · 13:34 Uhr
Nicht mehr Zahlen und Figuren
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 2
Nun tagt man also in Kopenhagen und will das Klima beeinflussen. Ich vermute zwar, daß sich das Klima nicht für die Beschlüsse interessiert, aber ich frage mich hier etwas anderes, nämlich warum die Klimaforscher mit ihrem ganzen Zahlenwerk nicht wirklich überzeugend wirken. Was wissen sie nicht alles: Temperaturen steigen um 0.2° pro Dekade, 17 Milliarden Tonnen Kohlenstoff in der Luft - 80% mehr als 1970 -, der Kohlendioxidgehalt bei 385 ppm, Anstieg der Ozeane um 3,4 mm im Jahr, nur noch 5 Millionen Quadratkilometer Eisfläche in der Arktis, und so weiter. Und das wird alles in Modelle gesteckt, die dann damit Figuren erstellen, und so fort. Das heißt, wir beherrschen die Quantitäten perfekt. Doch das nützt nichts, wenn man den Menschen eine Qualität des Klimas vermitteln will. Und hier liegt der Hase im Pfeffer. Wir lernen nirgendwo mit Qualitäten umzugehen. Wir bekommen keine ästhetische Erziehung. Wir lernen nur das Rechnen (und das auch noch schlecht), und damit kommen wir jetzt nicht weiter. Das Zauberwort kann nur gesprochen werden, wenn "nicht mehr Zahlen und Figuren, sind Schlüssel aller Kreaturen." Solange sich dies nicht ändert, bleibt "das ganze verkehrte Wesen", wo es ist. Unabhängig von dem, was Kopenhagen bringt.
Autor: Ernst Peter Fischer· 2 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (2)
Webbaer·
07.12.09 · 21:23 Uhr
Pflichtgemäss merkt der Webbaer gerne an: - terristrisches Klimasystem chaotisch (sehr komplex) - beteiligte Faktoren des Klimas unvollständig erkannt und in den Modellen/ Simulationen falsch gewichtet - Prognosen in chaotischen Systemen immer grundsätzlich unmöglich - es kann nur um Näherungen gehen - die quantitativen Mängel der Modelle zu erkennen sind eine QualitätQualitäten sind Werte, die letztlich von der Umgebung bzw. deren erfolgreicher Handhabung bestimmt werden. Elitistisch ist hier zum Glück nichts zu machen.
MFG, WB
Ich bin leider der festen Überzeugung, dass es schon zu spät ist. Ich habe allerdings nichts dagegen falsch zu liegen...