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Ernst Peter Fischer studierte Mathematik, Physik und Biologie und promovierte 1977 am California Institute of Technology in Pasadena, USA. Im Jahr 1987 habilitierte er in Wissenschaftsgeschichte. Heute ist er Professor für Wissenschaftsgeschichte an der Universität in Konstanz. Als Autor zahlreicher Bücher wie Einstein für die Westentasche (2005) oder Die Andere Bildung (2003) will er Wissenschaft spannend für jederman präsentieren. Als Wissenschaftsautor schreibt er für die Zeitschriften GEO, Bild der Wissenschaft und die Frankfurter Allgemeine Zeitung.
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21.12.09 · 14:20 Uhr
Kein Geist in Kopenhagen
Kategorie: Naturwissenschaften·Politik · Kommentare: 7
Es gab einmal einen Geist von Kopenhagen, und zwar in den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts, als dort die moderne Physik der Atome geschaffen wurde. Er muss längst verweht sein, wobei das wahrlich Deprimierende an der Klimakonferenz im Scheitern aller - aller - Teilnehmer besteht. Nicht nur die Politiker. Immer die anderen. Auch die Demonstranten, die nur gerufen haben, daß die Regierungen etwas tun sollen. Und erst recht die Forscher: Es ist erstaunlich, wie viel Blödsinn Klimaforscher absondern, wenn Kameras an sind. Was soll die Beschwörung der 2 Grad? Was ist daran sinnvoll? Wissen Klimaforscher nicht, daß genauer Zahlen besser widerlegbar sind als vage Vermutungen - vor allem, wenn sie willkürlich sind und nur der Wichtigtuerei dienen. Das ist so, seit es Wissenschaft gibt. Wer etwas für den Klimawandel tun will, fährt nicht mehr zu solchen Konferenrenzen. Wie viel Energie ist überflüssigerweise verschwendet worden, um den Klimagipfel durchzuführen. Der Verzicht auf die Konferenz hätte der Erde - dem Erdsystem - mehr geholfen. Nur Müll in Kopenhagen - gedanklich und materiell.
Autor: Ernst Peter Fischer· 7 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (7)
Es ist praktisch unmöglich, vor Fernsehkameras -- zumal jenen der Nachrichtenteams -- Dinge richtig und vollständig darzustellen. Deshalb würde ich nicht den absoluten Blödsinn bewerten, sondern den relativen: wessen Blödsinn ist am wenigsten blödsinnig?
Die "2 Grad" sind keine Prognose (die sich widerlegen ließe), sondern das Ziel der Konferenz. Man will erreichen, daß die Erwärmung in den nächaten Jahrzehnten nicht mehr als 2 Grad betragen soll.
(Die Prognose ist, daß es, wenn alles so weiterläuft, eben mehr als 2 Grad werden werden.)
(Und es wurde übrigens schon oft gesagt, daß natürlich alles viel komplexer ist, man aber eben ein griffiges und leicht-formulierbares Ziel formulieren will, damit das Publikum weiß, wovon die Rede ist.)
Ohne zentralistische Regelungen ist der Klimawandel wohl nicht zu beeinflussen, ein "jeder packe sich selbst an die Nase" greift nicht.
Die Situation ist auf Grund unterschiedlicher Interessenlagen und der natürlichen Kompetivität der Völker (Hegel lässt grüssen) ohnehin paradox.
BTW, "2 Grad Celsius" sind offensichtlich Prognose und Ziel (gewesen).
Man fragt sich, was sich die Evolution bei der Klimathematik denkt...
*shrug*
Thilo hat es schon gesagt. Noch genauer ist ein Ziel von 2 Grad nur mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit zu erreichen, da die Modelle eine Streuung besitzen. Wieviele Treibhausgase darf man noch ausstossen um auf "nur" zwei Grad zu kommen? Diese Menge wurde so berechnet, dass diese Menge X (in Giga Tonnen C) in der Haelfte alle Simulationen aller Modelle zu mehr und in der anderen Haelfte zu weniger Erwaermung als die berühmten 2°C führt.
Wer eine andere Möglichkeit sieht, um über die Ziele solcher Verhandlungen in einer Weise zu sprechen, dass es noch einigermaszen verständlich bleibt, der möge mir das sagen.
Klimagipfel in Kopenhagen - wieviel bleibt - wieviel ändert sich? Wer hat eigentlich was gesagt? Gibt es darüber ein Protkoll?
Kanzlerin Angela Merkel in der Rgeriungserklärung im Bundestag: "Der Schaden, der durch Nichthandlung und Verschleppung entsteht, ist mehrfach so hoch, als die Kosten den Klimawandel zu beeinflussen. Das ist grundsätzlich zu bestätigen, denn die Trends an Stürmen und Überschemmungen weltweit, zeigt, ja deutlich die Tendenz.
Wenn China und Indien noch mehr herkömmliche (überholte) Technik (Benzin- und Dieselautos) nuzt, dann kommt die Klmakatastrophe noch dramtisch schneller.
Wenn das Geld für die Kriege in Umweltaktionen umgesetzt würde und weltweit Wüsten in kultiviert würden, dann wäre wohl der größte Effekt zu erzielen.
Deutsche Umwelt-Technik in der Welt gezeigt und etabliert, wäre doch ein großer Seegen.
So gesehen wäre es ein Wirtschaftsproramm erster Klasse, wenn es umgesetzt würde.
Doch hat Merkel das in Kpenhagen nicht so erwähnt. Und was hat eigentlich Obama gesagt. Ist Geenpeace und WWF zu dem Thema gehört worden. Die Nachlese in einem Jahr wird erst zeigen, was davon umgesetzt wird. Hoffentlich heißt es dann nicht: Chance vertan !
"Es gab einmal einen Geist von Kopenhagen, und zwar in den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts, als dort die moderne Physik der Atome geschaffen wurde."
Dazu gibt es ein Buch geschrieben von Werner Heisenberg: "Der Teil und das Ganze: Gespräche im Umfeld der Atomphysik" (u.a.) ISBEN 3-492-03080-7. Schön zu lesen und für Wissenschaftler oder solche die es werden möchte, EIN MUSS!