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Profil
Ernst Peter Fischer studierte Mathematik, Physik und Biologie und promovierte 1977 am California Institute of Technology in Pasadena, USA. Im Jahr 1987 habilitierte er in Wissenschaftsgeschichte. Heute ist er Professor für Wissenschaftsgeschichte an der Universität in Konstanz. Als Autor zahlreicher Bücher wie Einstein für die Westentasche (2005) oder Die Andere Bildung (2003) will er Wissenschaft spannend für jederman präsentieren. Als Wissenschaftsautor schreibt er für die Zeitschriften GEO, Bild der Wissenschaft und die Frankfurter Allgemeine Zeitung.
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21. Dezember 2009
Geduld
Kategorie: Kultur · Kommentare: 3
Das Leben kann schön sein, man kann aber auch von dem getroffen werden, was man Schläge des Schicksals nennt. Meine Familie hat 2009 zwei solcher Schläge hinnehmen müssen, und einer hat uns vor wenigen Tagen in Gestalt eines behinderten Enkelsohns getroffen. Meine Tochter und der Vater des Kindes gehen großartig und hingebungsvoll mit dem Kerlchen um, das viel Geduld benötigt. Auch die der Großeltern. Wir können und wollen uns liebend um unseren Enkel kümmern, der offenbar unter dem Apert-Syndrom leidet und viel Kraft braucht, um die mögliche medizinische Hilfe zu verkraften. Wir wollen ihm diese Kraft zukommen lassen. Alles andere ist nicht mehr so wichtig.
Unabhängig davon: Meinen Lesern viel Gutes für die festlichen Tage und das Neue Jahr. Das Leben geht weiter. Es kann für alles schön werden. Wir brauchen Geduld.
Autor: Ernst Peter Fischer· 21.12.09 · 14:37 Uhr· 3 Kommentare
Kein Geist in Kopenhagen
Kategorie: Naturwissenschaften·Politik · Kommentare: 7
Es gab einmal einen Geist von Kopenhagen, und zwar in den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts, als dort die moderne Physik der Atome geschaffen wurde. Er muss längst verweht sein, wobei das wahrlich Deprimierende an der Klimakonferenz im Scheitern aller - aller - Teilnehmer besteht. Nicht nur die Politiker. Immer die anderen. Auch die Demonstranten, die nur gerufen haben, daß die Regierungen etwas tun sollen. Und erst recht die Forscher: Es ist erstaunlich, wie viel Blödsinn Klimaforscher absondern, wenn Kameras an sind. Was soll die Beschwörung der 2 Grad? Was ist daran sinnvoll? Wissen Klimaforscher nicht, daß genauer Zahlen besser widerlegbar sind als vage Vermutungen - vor allem, wenn sie willkürlich sind und nur der Wichtigtuerei dienen. Das ist so, seit es Wissenschaft gibt. Wer etwas für den Klimawandel tun will, fährt nicht mehr zu solchen Konferenrenzen. Wie viel Energie ist überflüssigerweise verschwendet worden, um den Klimagipfel durchzuführen. Der Verzicht auf die Konferenz hätte der Erde - dem Erdsystem - mehr geholfen. Nur Müll in Kopenhagen - gedanklich und materiell.
Autor: Ernst Peter Fischer· 21.12.09 · 14:20 Uhr· 7 Kommentare
07. Dezember 2009
Gute Nacht, Bildung
Kategorie: Politik · Kommentare: 3
Wenn ich meinen Augen und Ohren trauen kann und mir das nicht eingebildet habe, dann hat die Bundesministerin für Bildung den Ländern versprochen, ihnen mehr Geld für die Bildung zu geben, wenn das Schlafen in Hotelbetten weniger Steuereinnahmen einbringt. Wenn es jetzt irgend jemanden in der Politik gibt, der entweder sich tatsächlich für Bildung interessiert oder vielleicht sogar etwa von ihr hat, dann müsste der sich jetzt Gedanken machen, wie man dieses Spiel fortsetzen kann, wie man den Bund alle möglichen Wachstumsbeschleuniger unters Volk bringen lässt, um ihm anschließend Bildungsmittel abzupressen. Das Problem - so gehen gebildete Menschen nicht vor. Die Bildung bleibt also den Dummen überlassen. Wir werden sie deswegen beim nächsten Mal erneut wählen. Vielleicht bekommt man dann auch das Frühstück nach der steuergünstigen Nacht billiger. Fazit: Wir hatten schon schlechtere Regierungen, aber keine dümmere.
Autor: Ernst Peter Fischer· 07.12.09 · 13:49 Uhr· 3 Kommentare
Nicht mehr Zahlen und Figuren
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 2
Nun tagt man also in Kopenhagen und will das Klima beeinflussen. Ich vermute zwar, daß sich das Klima nicht für die Beschlüsse interessiert, aber ich frage mich hier etwas anderes, nämlich warum die Klimaforscher mit ihrem ganzen Zahlenwerk nicht wirklich überzeugend wirken. Was wissen sie nicht alles: Temperaturen steigen um 0.2° pro Dekade, 17 Milliarden Tonnen Kohlenstoff in der Luft - 80% mehr als 1970 -, der Kohlendioxidgehalt bei 385 ppm, Anstieg der Ozeane um 3,4 mm im Jahr, nur noch 5 Millionen Quadratkilometer Eisfläche in der Arktis, und so weiter. Und das wird alles in Modelle gesteckt, die dann damit Figuren erstellen, und so fort. Das heißt, wir beherrschen die Quantitäten perfekt. Doch das nützt nichts, wenn man den Menschen eine Qualität des Klimas vermitteln will. Und hier liegt der Hase im Pfeffer. Wir lernen nirgendwo mit Qualitäten umzugehen. Wir bekommen keine ästhetische Erziehung. Wir lernen nur das Rechnen (und das auch noch schlecht), und damit kommen wir jetzt nicht weiter. Das Zauberwort kann nur gesprochen werden, wenn "nicht mehr Zahlen und Figuren, sind Schlüssel aller Kreaturen." Solange sich dies nicht ändert, bleibt "das ganze verkehrte Wesen", wo es ist. Unabhängig von dem, was Kopenhagen bringt.
Autor: Ernst Peter Fischer· 07.12.09 · 13:34 Uhr· 2 Kommentare
04. Dezember 2009
Drei Blamagen an einem Tag
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften·Naturwissenschaften·Politik · Kommentare: 56
Heute ist kein guter Tag - weder für die Wissenschaft - sowohl die der Natur als auch die des Geistes - noch für uns alle. Was die Naturforschung angeht, so haben die Klimaforscher offenbar Daten, die ihnen nicht passten, da sie einen Rückgang der Temperaturen anzeigten, so in ihrer Statistik versteckt, daß man sie nicht finden konnte. Und während die Klimaforscher mit Statistik lügen, schwindelt die Welt des Geistes mit Wortgeklingel. In Köln wurde ein "Internationales Kolleg Morphomata" eröffnet, das Wissen durch "rekurrente Formen, die in der Bezugnahme für Neudiskursivierungen und reflexive Bedeutungsverschiebungen offen sind" erforschen will, wobei man offenbar nicht einmal sich auszudrücken weiß. Früher arbeiteten die Kulturwissenschaftler an Themen, die die Öffentlichkeit nicht interessierte. Jetzt werkeln sie an Dingen herum, die sie selber nicht interessieren können. Noch dümmer bzw. frecher war heute nur die Bundesregierung, die ein Wachstumsbeschleunigungsgesetz durch das Parlament geboxt hat, in dem sie steuerpolitischen Schwachsinn mit Übernachtungskosten in Hotels treibt. Blinder Aktionismus, wohin man schaut. Minimal aktiv zu sein, wäre besser.
Autor: Ernst Peter Fischer· 04.12.09 · 16:40 Uhr· 56 Kommentare
02. Dezember 2009
Seurat und die Quanten
Kategorie: Kultur · Kommentare: 1
Fast hätte ich es vergessen, aber nicht nur Darwin hat dieses Jahr Geburtstag, sondern auch Georges Seurat, der Pointillist. Er wurde am 2.12.1859 geboren, und in Zürich kann in diesen Tagen im Kunsthaus eine große Ausstellung seiner Werke besichtigt werden. Wer will, kann dabei lernen, Quantenphysik zu verstehen. Wer Seurats Farbtupfer aus der Ferne betrachtet, findet die damit gemalte Welt ziemlich bunt. Sie sieht richtig farbig aus. Tatsächlich verwendet der Maler aber nur ein paar Farbnuancen, die er geschickt platziert, wie genaues Hinschaune preisgibt. So macht es auch die Quantenmechanik. Sie beschreibt die Realität mit ein paar Flecken, die wie als Quanten kennen, und herauskommt die ganze Vielfalt des Wirklichen. Wenn wir nur wüssten, wer die Quanten so geeignet angeordnet har. Aber der Gott in Franz Hohlers Schöpfungsgeschichte weiß ja auch nicht, wer ihm den Karren mit Gemüseerbsen hingeschoben hat, aus dem dann alles entsprungen ist. Zum Glück hat es beide gegeben - den Gott und das Gemüse.
Autor: Ernst Peter Fischer· 02.12.09 · 20:39 Uhr· 1 Kommentar
Vom Teufel
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 4
Habe ich das richtig verstanden, was die Klimaforscher jetzt in die Welt setzen - daß es das Ozonloch war, daß die Antarktis in den letzten Jahrzehnten vor einer zu großen Erwärmung geschützt hat? Es war ja auch der Alkohol, der die Trinker des mit einem (sonst tödlichen) Frostschutzmittel gepanschten Weins gerettet hat. Also - hier ist das Rezept zur Rettung der Menschen und der Welt: Treibt den Teufel mit dem Beelzebub aus. Vergrößert das Ozonloch oder macht irgendeinen anderen Blödsinn, nur fasst keine wissenschaftlich sinnvoll scheinenden Beschlüsse zum Klimaschutz. Betreibt offenkundigen Wahnsinn. Das könnte klappen. Wehe, die Beschlüsse von Montreal greifen. Dann schrumpft das Ozonloch und die Erwärmung geht schneller vor sich. Wie Eugen Roth schon vor Jahrzehnten gedichtet hat ("Das Böse"): "Den Teufel wird man nie erwischen, er steckt von Anfang dazwischen." Inzwischen ist er vielleicht ein Klimaforscher. Die stecken tatsächlich überall dazwischen.
Autor: Ernst Peter Fischer· 02.12.09 · 08:51 Uhr· 4 Kommentare
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