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Profil

Ernst Peter Fischer studierte Mathematik, Physik und Biologie und promovierte 1977 am California Institute of Technology in Pasadena, USA. Im Jahr 1987 habilitierte er in Wissenschaftsgeschichte. Heute ist er Professor für Wissenschaftsgeschichte an der Universität in Konstanz. Als Autor zahlreicher Bücher wie Einstein für die Westentasche (2005) oder Die Andere Bildung (2003) will er Wissenschaft spannend für jederman präsentieren. Als Wissenschaftsautor schreibt er für die Zeitschriften GEO, Bild der Wissenschaft und die Frankfurter Allgemeine Zeitung.

Kommentare

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10.10.09 · 14:13 Uhr

Im Ernst

Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften  ·  Kommentare: 5

Aus dem Nachlaß des Philosophen Hans Blumenberg hat der Suhrkamp Verlag ein Buch mit dem Titel "Geistesgeschichte der Technik" zusammengestellt. In ihr kommt zwar kein Techniker vor, aber Ignoranz dieser Art kennt man ja aus der Philosophenecke. Immerhin taucht der Name eines Physikers auf, und zwar der von Werner Heisenberg, den Blumenberg mit der Bemerkung zitiert: Die Sätze der modernen Physik seien "sehr viel ernster als die der griechischen Philosophen". Nach einigem Murren über den für seine Zunft ärgerlichen Satz räumt Blumenberg ein, daß Heisenberg recht habe. In der Physik herrsche eine neue Ernsthaftigkeit - was viele philosophische Bemühungen lächerlich erscheinen lässt. Wer Heisenberg sorgfältig liest (ihn ernst nimmt), kann manche Überraschung erleben - etwa seinen Hinweis, daß man in dem Moment, in dem man die Existenz von Atomen ernst nimmt, erkennt, daß eine vollständige Kausalerklärung der Welt ausgeschlossen ist. Wann nehmen die Hirnforscher mit ihren unsinnigen Debatte um die Freiheit des Menschen diesen Satz ernst? Das Spielerische gehört zur Forschung. Der Ernst aber auch.

 

Autor: Ernst Peter Fischer· 5 Kommentare· Permalink· Trackback-URL

Kommentare (5)

Kommentar-Direktlink Frenk· 10.10.09 · 16:27 Uhr

Na na, Ernst Peter, DIE Hirnforscher sind eine sehr heterogene Gruppe. Aber wahrscheinlich meinst du ja nicht alle Neurowissenschafter, die sich zum Beispiel demnächst in Chicago treffen.
Ich empfehle dir zum Vergleich das Buch von Robert Lanza "Biocentrism". Da gibt's alte Ideen wieder aufgefrischt. Da kommt Heisenberg auch drin vor. Allerdings wird die Physik in eine Sackgasse gedrückt, um den Beobachter mit seinem Bewusstsein wieder ins Zentrum zu stellen. Aber Vorsicht: nicht in die Esoterikfalle tappen...;-)

Kommentar-Direktlink Webbaer· 11.10.09 · 20:14 Uhr

Wer Heisenberg sorgfältig liest (ihn ernst nimmt), kann manche Überraschung erleben - etwa seinen Hinweis, daß man in dem Moment, in dem man die Existenz von Atomen ernst nimmt, erkennt, daß eine vollständige Kausalerklärung der Welt ausgeschlossen ist.
Aber nur, wenn Heisenbergs Hypothesen zutreffen. :--)

Author Profile Page Jörg Friedrich· 12.10.09 · 12:58 Uhr

Wer Heisenberg wirklich sorgfältig liest kommt schnell zu der Einsicht, dass Heisenberg sicher nichts gesagt hat, was für "die Zunft der Philosophen" ärgerlich sein könnte.

Kommentar-Direktlink miesepeter3· 15.10.09 · 09:32 Uhr

Die Vorstellung, dass es kleinste unteilbare Teilchen gibt, kommt nicht von einem altgriechischen Physiker, sondern von einem altgiechischen Philosophen und dass die Welt nur aus Zwischenräumen besteht, auch.

Kommentar-Direktlink Sim· 17.10.09 · 00:34 Uhr

Ach Papperlapapp. Die Vorstellung kommt von mir. Das hab ich mir auch schon als Kind überlegt. Ist doch nichts dabei einfach mal die Umwelt in Frage zu stellen das macht jeder.

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