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Profil

Ernst Peter Fischer studierte Mathematik, Physik und Biologie und promovierte 1977 am California Institute of Technology in Pasadena, USA. Im Jahr 1987 habilitierte er in Wissenschaftsgeschichte. Heute ist er Professor für Wissenschaftsgeschichte an der Universität in Konstanz. Als Autor zahlreicher Bücher wie Einstein für die Westentasche (2005) oder Die Andere Bildung (2003) will er Wissenschaft spannend für jederman präsentieren. Als Wissenschaftsautor schreibt er für die Zeitschriften GEO, Bild der Wissenschaft und die Frankfurter Allgemeine Zeitung.

Kommentare

Archiv März 2009

24. März 2009

Wasserschlachten

Kategorie: Kultur  ·  Kommentare: 7

Mir hat folgende Logik stets eingeleuchtet: Die Menschen können (wenn auch nur mit Mühe) ohne Öl auskommen. Sie können aber auf keinen Fall ohne Wasser auskommen. Wenn es schon (viel zu viele) Kriege um das Öl gibt, dann wird es umso mehr Kriege um Wasser (genauer: um Wasserquellen) geben. Das hat mir immer so eingeleuchtet, und das klingt auch jetzt wieder überzeugend, wo ich es hinschreibe. Und doch habe ich eben - ebenso überzeugend - gelesen, daß diese Logik in ein Loch fällt. "Do nations go to war over water?" - so fragt Wendy Barnaby, die Herausgeberin des britischen Magazins "People and Science" in der letzten Ausgabe von "Nature" (19.3.09, S. 282/3), und ihre Antwort ist klar: NEIN. Das sollte jeder Interessent nachlesen, um auch auf eine Nebenbemerkung zu achten. Wendy Barnaby wollte zunächst ein Buch über die Kriege schreiben, die über Wasserquellen ausbrechen werden. Als sie neue Einsichte bekam und ihre Ansichten änderte, lehnte der Verlag ab. Vorhersagen, daß keine Kriege stattfinden, würden sich nicht gut verkaufen. Vielleicht kämpfen wir gar nicht um das Öl oder das Wasser, sondern nur, um zu siegen - gleich wobei oder worin. Dann versteht man auch, warum wir nur verlieren können.


Autor: Ernst Peter Fischer· 24.03.09 · 14:48 Uhr· 7 Kommentare

17. März 2009

Gläserne Gene

Kategorie: Kultur  ·  Kommentare: 1

In der unseligen "edition unseld" ist ein Büchlein mit dem Titel "Die gläsernen Gene" erschienen, in dem die Autoren - eine Forschungsrätin und ein Stammzellgenetiker - sich Gedanken über "Die Erindung des Individuums im molekularen Zeitalter" machen, wie es im Untertitel zu lesen ist. Das Buch scheint Rezensenten (der FAZ zum Beispiel) zu gefallen, aber es ist merkwürdig verwirrend und dümmlich. Was zunächst auffällt - das Buch ist zwar für den berühmten interdisziplinären Diskurs geschrieben, es enthält aber ein Glossar, in dem nur naturwissenschaftliche Begriffe stehen - und einige von ihnen falsch. (Das Genom ist nicht die Gesamtheit der Gene, so schön das auch klingt.) Andere zentrale Begriffe aus dem Text wie "Governance" oder "essentialistisch" werden dort nicht aufgegührt. Wie soll man jetzt den Satz verstehen, daß Technik nicht Essentielles hervorbringen kann? Wissenschaften schaffen Möglichkeiten, und ich halte das für essentiell. Ärgerlich an dem Buch ist vor allem der Titel, der sich an Bestseller wie "egoistische" oder "kooperative" Gene orientiert. Dabei handelt der Text davon, daß die Gene zwar anzuschauen, aber noch lange nicht zu durchschauen sind. Weiter im erweiterten Text.

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Autor: Ernst Peter Fischer· 17.03.09 · 08:50 Uhr· 1 Kommentar

10. März 2009

Einsteins Geburtstag

 ·  Kommentare: 3

Nicht zu fassen - da erinnert sich jemand in einer Redaktion, daß wir auch ein Einstein-Jahr haben. Immerhin ist der Herr 1879 - also von 130 Jahren - geboren worden, und sobald eine Neun hinten steht, jubelt der Redakteur. Also - nichts wie ´ran ans Telefon und einen sprechbereiten Experten gefragt. Das war ich in diesem Fall - und was musste ich hören? Dieselben Fragen wie 2005, dasselbe Unverständnis wie 2005, derselbe Unsinn wie 2005. Immer noch war EInstein ein schlechter Schüler, er hat die Atombombe gebaut und Gott am Würfeln hindern wollen. Eins steht jetzt für mich fest - Journalisten haben im (echten) Einstein-Jahr (2005) NICHTS gelernt, und jetzt soll mich erst einmal jemand daran hindern, daraus den Schluß zu ziehen, die Öffentlichkeit sei auch nicht klüger geworden.
Wir haben ein Problem - die Vermittlung von Wissenschaft - und niemand nimmt es ernst. Vor allem die nicht, die behaupten, es ernst zu nehmen.


Autor: Ernst Peter Fischer· 10.03.09 · 15:44 Uhr· 3 Kommentare

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