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Wissenschaft und ihre Faszination weiter zu geben, ist Beruf(ung) von Christoph Larssen. Er ist Biologe und Wissenschaftsredakteur bei Wiedemeier Kommunikation und bereitet Wissen so auf, dass es verstanden wird.
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Neues in der Kategorie Geistes- & Sozialwissenschaften
15. November 2009
Wie genau jetzt?
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften

Ich hatte bei der Rezension versprochen, weitere Experimente etwas genauer auszuführen. Ähm, das möchte ich jetzt endlich nachholen.
Etwa aus dem Jahr 1965. Prof. Harold Garfinkel, Prof. für Soziologie hat sich extrem unbeliebt gemacht, bzw. seine Studenten. Als Hausaufgabe sollten sie bei normalen Unterhaltungen darauf bestehen, dass ihre Gesprächspartner ihre Aussagen präzisieren. (Die Auflösung, dass dies ein Experiment war, musste natürlich erst nachher erfolgen).
Aus einem
"-Hallo, wie gehts Dir?" wurde dann
-"Wie es mir geht in Bezug worauf? Meine Gesundheit, meine Finanzen..."
-"Hör zu, ich versuchte nur höflich zu sein. Wenn ich ehrlich bin, ist es mir völlig egal, wie es Dir geht."
Mit ähnlichen Experimenten zeigte der Prof seinen Studenten, wie sehr die Kommunikation auf schwammigen Ungenauigkeiten beruht - und gerade deswegen funktioniert. Genaueres Nachfragen oder genaues Formulieren wirkt unnatürlich.
Bei einem anderen Versuch etwa sollten die Studenten so tun, als wären sie nur Untermieter. Das absichtliche Brechen von Konventionen, kulturellen Regeln wird in den USA seit dem als "garfinkeln" (garfinkling) bezeichnet.
Irgendwie muss ich die ganze Zeit an Loriot denken....
Autor: Chris· 15.11.09 · 20:25 Uhr· 0 Kommentare
28. Oktober 2009
Reto U Schneider: Das neue Buch der verrückten Experimente
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften·Themenwoche · Kommentare: 3

Ich hatte das erste Buch schon mal vor Ewigkeiten besprochen und vor einiger Zeit habe ich den Nachfolger bekommen. Jetzt möchte ich endlich mal was dazu schreiben.
Das Buch ist eine Art Nebenprodukt. Viele kleine Experimente, nette Anekdoten und Recherche-Beifang sind in dem Buch zusammengefasst worden. Also Material, was übrig geblieben ist und für einen eigenen Zeitungs-Artikel nicht ausreichte. Entsprechend sucht man einen roten Faden, der die einzelnen Stories verbindet, vergeblich. Dennoch oder gerade deswegen wurde das erste Buch seinerzeit auch zum Wissenschaftsbuch des Jahres gekürt (Bild der Wissenschaft).
Es ist die Art Wissenschaft, die auch mal gerne einen Ig-Nobelpreis gewinnt oder dafür nominiert wird. Aber auch historische Experimente, die damals belächelt wurden und letztlich Meilensteine darstellen. Wie auch im ersten Buch sind diese chronologisch geordnet, die ersten Einträge sind auf das Jahr 1600 datiert. Sofern möglich (also erst in den "letzten" Kapiteln), hat der Reto U. Schneider versucht, mit den Personen persönlich zu sprechen. Denn, wie er im Vorwort (dieses zweiten Buches) schreibt
"... dass die wirklich interessanten Details nicht in wissenschaftlichen Publikationen zu finden sind"und weiter:
Man mag das für unwichtige Details halten, schließlich geht es ums Resultat, doch für mich sind sie die Seele der Wissenschaft: die Sackgassen und Umwege, die glücklichen und unglücklichen Zufälle, über die in der Publikation nichts steht. Sie vermitteln mehr über das Wesen wissenschaftlicher Forschung als die Reden der Nobelpreisträger.
Und genau das ist quasi die Kernaussage des Buches. Wissenschaft läßt sich nicht immer planen, manchmal muss etwas schief gehen und bedeutende Erkenntnisse sind durch Unfälle entstanden.
Autor: Chris· 28.10.09 · 18:17 Uhr· 3 Kommentare
28. September 2009
Karl Olsberg: Schwarzer Regen "Endzeit"-Roman
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften·Kultur·Themenwoche·Umwelt · Kommentare: 2

Über sein vorheriges Buch "der Duft" bin ich zufällig gestolpert und habe damals direkt nachgefragt, was denn als nächstes kommt. Mit dem Hinweis, dass "Schwarzer Regen" zwar kein wirklich wissenschaftlicher Roman sei, wurde es mir dennoch geschickt. Entsprechend möchte ich fairerweise hier dann doch ein paar Worte dazu schreiben.
Die grobe Story, ohne allzu große Spoiler: Eine Atombombe geht in Karlsruhe hoch, verschiedene Geschichten (eine Klatschreporterin, ein Privatdetektiv und sein verlorener Sohn und andere) verweben sich zunehmend zum finalen Ende.
Es ist in der Tat kein wissenschaftlicher Roman, aber man kann dennoch in kleinen Details ein wenig Wissenschaft entdecken, vor allem richtige. Und das finde ich schon mal lobenswert. Während in anderen Romanen schon mal die Pest von Fliegen übertragen wurde (meines Erachtens nur ein peinlicher Übersetzungsfehler), schildert Karl Olsberg die wissenschaftlichen Bestandteile in seinem Roman korrekt. Etwa am Anfang die Nebelkammer in einem ansonsten langweiligen Museum (aus das ist leider realistisch). Oder etwa diese Passage:
...offensichtlich ein Wissenschaftler, der seinen ersten Fernsehauftritt hatte. "Die Menschen sollten Fenster und Türen geschlossen halten und auf keinen Fall ins Freie gehen. Der Regen ist hochgradig kontaminiert..."Jaja, Wissenschaftler in der Öffentlichkeit...
"Sie meinen, er ist radioaktiv verseucht", warf der Moderator ein.
Sehr realistisch ist auch eine Fakten-Präsentation bei einem Krisenstabmeeting:
"Also ehrlich gesagt, ich sehe hier nur ein wildes Gewirr von Linien und Namen in einer Schriftgröße, die ich nicht mal lesen könnte, wenn ich direkt vor der Leinwand stünde [...] Also, jetzt mal ganz simpel: Wer war es?"
Auch das erinnert mich an so manchen Vortrag auf verschiedenen Kongressen.
Insgesamt ein recht spannender Roman, der einem die Folgen einer Atombombe wieder vor Augen führt. Auch wenn sich der Autor bewußt bemüht, nicht die üblichen Verdächtigen aus der Klischee-Tüte hervorzuzerren, bleibt es dennoch bei diesem leichten faden Nachgeschmack der Marke Bush (junior).
Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten. Das erste Buch von ihm wird gerade von RTL verfilmt und auch dieser Roman könnte so demnächst in einer RTL-Eigenproduktion münden. Ob das jetzt ein Qualitätsurteil ist, sei jedem selbst überlassen.
Autor: Chris· 28.09.09 · 18:00 Uhr· 2 Kommentare
04. Februar 2009
EdT: PLZ-Redakteur
Kategorie: Erkenntnis des Tages·Geistes- & Sozialwissenschaften · Kommentare: 5
Manche Dinge werden einem erst bewußt, wenn man etwas darüber nachdenkt. Da stehe ich also in der Schlange, warte und lese mir das Schild durch. WTF?
Wer bitte, braucht denn heute noch ein PLZ-Buch? OK, wenn jemand kein Internet hat, dann vielleicht, aber jeder normale Mensch würde eigentlich hier gucken. Und wieso bitte, sollen fast 3.000 neue Postleitzahlen einen Kaufanreiz darstellen? Wenn eine Kamera mehr Pixel hat, bitte, aber mehr Zahlen? Uih, da bin ich aber neugierig, endlich neue Postleitzahlen, da freue ich mich aber.
Und dann die nächste Frage: Gibt es PLZ-Redakteure? Vorraussetzung: Besitz von fünf 10-seitigen Würfeln?
Und noch eine Frage drängt sich auf: Wer hat sich dieses System ausgedacht, wenn jetzt(?) 63.000 Änderungen stattgefunden haben?
Gibt es eigentlich ein auf Postleitzahlen spezialisiertes Lektorat?
Die Erkenntnis des Tages: Scheinbar kann man alles zu Geld machen.
Autor: Chris· 04.02.09 · 10:33 Uhr· 5 Kommentare
22. September 2008
Henner Ertel zum vierten und letzten Mal
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften · Kommentare: 7
Die ganze Vorgeschichte läßt sich hier, deswegen dann hier, hier, hier und auch hier nachlesen. Hier, bei den Scienceblogs haben wir hier, hier und hier darüber berichtet.
Es ist eine etwas größere und komplexe Geschichte geworden, mittlerweile.
Weil gerade scheinbar schon verschiedene Gerichtsverfahren zwischen unterschiedlichen Parteien laufen, werde ich versuchen, mich halbwegs neutral zu den 45 Seiten "Gegendarstellung" äußern, die man bekommt, wenn man das Formular ausgefüllt hat.
Autor: Chris· 22.09.08 · 15:00 Uhr· 7 Kommentare
10. September 2008
Der Fall Henner Ertel, die Dritte
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften · Kommentare: 12
Marcus hatte hier auf einen Bericht aus Zeit Wissen hingewiesen, über ein Institut, das merkwürdige, weil nicht reproduzierbare Methoden zur Psycho-Analyse verwendet hat.
Ich hatte hier dann auf die Versuche des vermeintlichen Profs verwiesen, gegen diesen Artikel anzugehen. Und in den Kommentaren meldete er sich auch zu Wort.
Ich solle doch die Gegendarstellung lesen. Hat er mir bisher nicht zugeschickt, online ist sie nämlich nicht verfügbar. Vermutlich hat er aber gerade auch keine Zeit.
Wie Thilo ebenfalls in den Kommentaren schon verlinkt hat, werden laut SpOn gerade Ermittlungen gegen den angeblichen Prof unternommen.
Autor: Chris· 10.09.08 · 19:59 Uhr· 12 Kommentare
06. August 2008
Verrückte Experimente
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften · Kommentare: 1
Heute mal wieder ein Linktipp. Reto U. Schneider ist bei NZZ und dort u.a. für das NZZ Folio zuständig. Im Laufe der Jahre hat sich bei ihm viel Material angesammelt von Experimenten, die zu ihrer Zeit bahnbrechend (schienen) waren, rückwirkend betrachtet aber doch manchmal (eigentlich oft) seltsam erscheinen. Ich hatte ihn bzw. ein paar "seiner" Experimente hier schon ein paar Mal zitiert.
Jetzt hat er die Homepage neu überarbeitet und mit etlichen You-Tube Links gefüttert. So zum Beispiel auch eine BBC Doku über das Stanford Experiment, die Skinnerbox und vieles andere.
Etwa, warum Katzen immer auf den Pfoten landen:
Autor: Chris· 06.08.08 · 08:50 Uhr· 1 Kommentar
13. Mai 2008
Privatsphäre 2.0
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften · Kommentare: 2
Mal wieder ein Fundstück:
Früher, da saß man alleine an seinem Rechner und konnte unbeobachtet vor sich hinsurfen. Anfangs, im Internet 0.2 saßen manche Studenten vorzugsweise in der letzten Reihe im Rechenzentrum. Sehr begehrt war auch immer der Platz in der Ecke, den Monitor so weit gedreht, daß ja niemand einsehen konnte, welche Schmuddelseiten begutachtet werden.
Aber im mobilen Zeitalter wird auch in der Bahn am Laptop gearbeitet. Ungewünschte Einblicke auf den Monitor vermeidet man mit dieser tollen Eigenkreation.

Hier geht es zu der kompletten Flickr-Sammlung
Über den praktischen Nutzen kann man allerdings diskutieren....
Autor: Chris· 13.05.08 · 08:58 Uhr· 2 Kommentare
29. April 2008
Deppen-Syllogismus
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften · Kommentare: 3
Fundstück und Lesetipp
Eigentlich wollte ich nur auf eine Schöpfung von Lars hinweisen:
"Deppen-Syllogismus: Ich verstehe nichts von der Seele und ich verstehe nichts von Quantenmechanik, also müssen beide was miteinander zu tun haben."
Autor: Chris· 29.04.08 · 14:56 Uhr· 3 Kommentare
12. März 2008
10.000 BC, wissenschaftlich betrachtet
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften·Kultur · Kommentare: 7
Hier geht es zur offiziellen Homepage des Films, damit sich jeder erstmal einen ersten Eindruck verschaffen kann, um was es geht. Aus dem Pressetext:
10.000 BC erzählt die Geschichte eines jungen Jägers (Steven Strait), der seine Armee quer durch eine gewaltige Wüste führt, in erbitterte Kämpfe mit Säbelzahntigern und prähistorischen Raubtieren gerät, auf untergegangene Kulturen stößt und versucht, die Frau, die er liebt (Camilla Belle), aus den Fängen eines feindlichen Kriegsherrn zu befreien.
Die erste, grobe "wissenschaftliche" Analyse dazu gibt es
Autor: Chris· 12.03.08 · 08:07 Uhr· 7 Kommentare
06. Dezember 2007
Der andere Da Vinci Code
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften
Im letzten Abendmahl von Da Vinci ist noch ein andere Code versteckt, angeblich.
Autor: Chris· 06.12.07 · 12:20 Uhr· 0 Kommentare
11. Oktober 2007
Tasten-Kontaminierung
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften·Naturwissenschaften
Ganz ohne Abstrich und ohne Agarplatten kann man hier den theoretischen Belastungsgrad der vor einem liegenden Tastatur errechnen. Auf der selben Seiten gibt es auch das dazu und vor allem dazu passende Drogen-Screening.Autor: Chris· 11.10.07 · 16:07 Uhr· 0 Kommentare
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