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Wissenschaft und ihre Faszination weiter zu geben, ist Beruf(ung) von Christoph Larssen. Er ist Biologe und Wissenschaftsredakteur bei Wiedemeier Kommunikation und bereitet Wissen so auf, dass es verstanden wird.

Kommentare

Archiv November 2009

23. November 2009

Warum die Werbung falsch war

Kategorie: Ads & Science - Wissenschaft in der Werbung·Naturwissenschaften

nivea.jpg
Per Mail wurde ich gefragt, was denn jetzt daran falsch war. Gut, eigentlich sind genau dafür die Kommentare gemacht worden, aber vielleicht war es der Person peinlich, egal. In dem Werbespot sollen Hautzellen schematisch dargestellt werden, die durch die Creme wieder beginnen, sich zu teilen und dadurch die Besitzerin mit strafferer Haut beglücken.

Nun ist das so eine Sache mit schematischen Darstellungen. Man reduziert die hochkomplexen Sachverhalte auf das Wesentliche, so soll es sein und so ist es üblich.(Marcus hat dazu auch gerade einen Eintrag geschrieben) Die Kunst besteht darin, es so zu reduzieren, dass es nicht falsch wird. Unnötiges wird weg gelassen, das Hauptaugenmerk soll auf das Wichtige gelenkt werden, alles muss aber noch immer korrekt sein.

In diesem Fall wurde aber sehr großzügig alles mögliche unterschlagen, das Endergebnis ist ein Kreis (=Zelle) mit einer ringförmigen, geschlossenen Doppelhelix (=DNA). Und das ist so ziemlich exakt die gängige, richtige Darstellung einer Bakterienzelle.

Die menschliche(tierische/eukaryonten) Zelle hat zum einen den Zellkern, der zum anderen 22 (beim Mensch) Chromosomenpaare und in diesem Fall noch zwei x-Chormosomen beherbergt. Und die sind auch nicht ringförmig. Das wäre bzw ist sehr schwierig darzustellen, keine Frage. Aber aus einer tierischen Zelle eine Bakterie zu machen, das zeugt nicht gerade von Qualität.


Autor: Chris· 23.11.09 · 17:30 Uhr· 0 Kommentare

20. November 2009

Faszination Wassertropfen

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 1

Einfach nur coole Aufnahmen eines gewöhnlichen Wassertropfens, der ins Wasser tropft, dabei wieder einen kleinen Tropfen bildet, der kurz auf dem Wasser liegen bleibt, dann verschmilzt, wieder einen kleinen Tropfen bildet, der ...
Sehr schön gemacht.



Autor: Chris· 20.11.09 · 21:31 Uhr· 1 Kommentar

18. November 2009

Volker Arzt: Kluge Pflanzen - Buch/DVD

Kategorie: Naturwissenschaften·Themenwoche  ·  Kommentare: 3


Wie sie locken und lügen, sich warnen und wehren... klingt nach der neuen Staffel von Sex and the city - ist es aber nicht, sondern der Untertitel des Buches.
Wie bei dem Titel nicht anders zu erwarten geht es um die unterschätzten Fähigkeiten von Pflanzen.


Nach dem Prolog auf den ersten Seiten hätte ich das Buch aber fast wieder weggelegt. Die armen Pflanzen, die immer untergebuttert werden, selbst Kinder lernen mit der bösen, gefrässigen Rauper Nimmersatt schon, das Pflanzen nur dumme Nahrung sind. "Die kleine Pflanze Immersatt" fehle, um Kindern die Voreingenommenheit zu nehmen.
Himmel, ein Anti-Vegetarier, der die Pflanzen retten möchte?
Nur so am Rande, vom selben Autor der voreinnehmenden Raupe gibt es Nur ein kleines Samenkorn
Ich habe dennoch weiter gelesen und wurde belohnt.

Genau genommen ist der Titel der eines ausgezeichneten zweiteiligen Film. Dieses Buch ist eine Art "Making-Of des Films" und das "Buch zum Film" in einem.
Neben dem eigentlichen Filminhalt wird auch die eine oder andere Anekdote vom Dreh geschildert. Während der Film etwa nur die gefrässigste Pflanze der Welt (Eine Kannenpflanze, die 6.000 Termiten ein einer Stunde vertilgt) zeigt, erfährt der Leser auch von der beschwerlichen Suche nach der richtigen Pflanze am richtigen Ort zum richtigen Zeitpunkt.

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Autor: Chris· 18.11.09 · 12:26 Uhr· 3 Kommentare

15. November 2009

Frauen ab 40... und die Bakterien

Kategorie: Ads & Science - Wissenschaft in der Werbung·Medizin  ·  Kommentare: 3

Langsam sollte ich da eine Rubrik draus machen. Wissenschaft in der Werbung...
Marcus hatte hier schon den Anfang gemacht mit einer "tollen" Creme. Von der gleichen Firma kommt das hier.
Auch dieses Mal habe ich beim Vorspulen der Werbepause (diesmal war es CSI) gestockt. Moment, kann das wirklich? Nein, das lernt man doch in der Schule schon...
nivea.jpg

Doch, tatsächlich.Was man hier sieht, sollen Zellen sein, mit DNA. Ganz viele, die sind nämlich in der Haut. Und durch die tolle Folsäure werden die zur Zellteilung angeregt und die Haut bleibt jung, die Frau ab 40 sieht wieder jünger aus. Tja, leider sieht man aber hier keine Hautzellen, sondern am ehesten Bakterien (oder evtl. auch Viren, für die ganz genauen).

Was soll uns das sagen?
-Frauen ab 40 bestehen aus Bakterien.
-Frauen ab 40 haben so viele Bakterien auf der Haut, dass deren vermehrter Wachstum die Falten ausbügelt.
-Die "künstlerische" Freiheit der Grafiker kennt keine Grenzen.
-Nivea hat keine Naturwissenschaftler in der gesamten PR-Marketing-Prozesskette.
-Es merkt eh keiner.

Ich stell mir gerade die armen Lehrer vor, die gegen die Argumentation "Das habe ich aber im Fernsehen so gesehen" kämpfen müssen. Leute, wenn ihr zeigen wollt, dass Eure Salben und Wässerchen toll sind, dann symbolisiert die DNA doch anders! Es ist klar, dass 22 Chromosomen und XX zu viel sind für ein Schema in einem 30sec Spot. Aber das muss doch nun wirklich nicht sein, oder?


Autor: Chris· 15.11.09 · 21:25 Uhr· 3 Kommentare

Wie genau jetzt?

Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften


Ich hatte bei der Rezension versprochen, weitere Experimente etwas genauer auszuführen. Ähm, das möchte ich jetzt endlich nachholen.

Etwa aus dem Jahr 1965. Prof. Harold Garfinkel, Prof. für Soziologie hat sich extrem unbeliebt gemacht, bzw. seine Studenten. Als Hausaufgabe sollten sie bei normalen Unterhaltungen darauf bestehen, dass ihre Gesprächspartner ihre Aussagen präzisieren. (Die Auflösung, dass dies ein Experiment war, musste natürlich erst nachher erfolgen).
Aus einem

"-Hallo, wie gehts Dir?" wurde dann
-"Wie es mir geht in Bezug worauf? Meine Gesundheit, meine Finanzen..."
-"Hör zu, ich versuchte nur höflich zu sein. Wenn ich ehrlich bin, ist es mir völlig egal, wie es Dir geht."

Mit ähnlichen Experimenten zeigte der Prof seinen Studenten, wie sehr die Kommunikation auf schwammigen Ungenauigkeiten beruht - und gerade deswegen funktioniert. Genaueres Nachfragen oder genaues Formulieren wirkt unnatürlich.

Bei einem anderen Versuch etwa sollten die Studenten so tun, als wären sie nur Untermieter. Das absichtliche Brechen von Konventionen, kulturellen Regeln wird in den USA seit dem als "garfinkeln" (garfinkling) bezeichnet.

Irgendwie muss ich die ganze Zeit an Loriot denken....


Autor: Chris· 15.11.09 · 20:25 Uhr· 0 Kommentare

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