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Wissenschaft und ihre Faszination weiter zu geben, ist Beruf(ung) von Christoph Larssen. Er ist Biologe und Wissenschaftsredakteur bei Wiedemeier Kommunikation und bereitet Wissen so auf, dass es verstanden wird.

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27.03.09 · 10:25 Uhr

Mick O´Hare: Wie man mit einem Schokoriegel die Lichtgeschwindigkeit misst

Kategorie: Kultur·Naturwissenschaften·Themenwoche  ·  Kommentare: 14

In meinem Lieblingspodcast wurde das Buch erwähnt, Grund genug, das mal näher unter die Lupe zu nehmen.
Alltagsexperimente, oder besser gesagt, Experimente ohne Labor. DNA in der Küche extrahieren und ähnliches. Florian hat mir ja leider schon das Titelexperiment weggeschnappt, so dass ich mal über die anderen Versuche berichte.

Im Grunde ist das Buch eine Zweitverwertung einer Kolumne des NewScientist bei der alltägliche Begebenheiten auf ihre wissenschaftliche Erklärung hin untersucht wurden. Einen roten Faden durch die Experimente sucht man daher vergebens.
Im Vorwort heißt es:
Natürlich spielen bei vielen unserer Versuche alkoholische Getränke eine Rolle - schließlich ist auch die Redaktion des NewScientist mit Journalisten besetzt.
Bin mir immer noch nicht sicher, was mir das sagen soll, aber gut, die ersten Experimente fangen entsprechend an: Konvektionsströmungen von Sahne auf Tia Maria, Schaumbildung von Sekt und Bier in frischen Gläsern, trüber Ouzo, geschüttelter Martini...

Es sind wirklich viele triviale, alltägliche Dinge, und das ist gut so. Schließlich geht es wirklich um das selbst nachmachen (können). Vieles, und auch das finde ich gut, sind so kleine Details: Spaghetti brechen in mehr als zwei Teile, wenn man sie biegt. Unlogisch, sollte doch eigentlich nur eine Bruchstelle durch das Biegen entstehen.

So manche Versuche kennt man bereits von anderen Büchern, TV oder Shows. Etwa das implodierende Ölfass, habe ich bei den Physikanten live gesehen, sehr cool.
Die lustige Mais-Stärke hatte ich hier auch bereits mehrfach verlinkt. Und auch die allseits bekannten Mentos-Cola-Versuche dürfen in einem solchen Experimentierbuch nicht fehlen.

Es bleibt ein gemischtes Gefühl nach der letzten Seite. Einerseits kannte ich schon viele der Versuche, anderes war neu, manches kommt auch bei Frau Lück in ihren Büchern vor (Neue leichte Experimente für Eltern und Kinder). Eine schöne Mischung also eigentlich. Die Schokoladengeschichte mit den Mikrowellen bildet aber leider eine Ausnahme, die anderen Versuche kommen mit Abstand nicht ran, zumindest meiner Meinung nach.

Dennoch empfehlenswert, bei dem derzeit sehr reichhaltigen Angebot an Experimentierbüchern kann sich ja jeder selbst aussuchen, was ihm besser gefällt.

Vielleicht reiche ich ja nochmal das eine oder andere Experiment mit Erfahrungsbericht nach ;-)





Hier gibt es noch mehr Rezensionen.

 

Autor: Chris· 14 Kommentare· Permalink· Trackback-URL

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Trackbacks (1)


Kommentare (14)

Kommentar-Direktlink GeMa· 27.03.09 · 10:57 Uhr

Klingt jetzt nicht nach Kauf"befehl" ;-D
Ölfässer hab ich leider nicht in der Küche, aber gut abgedichtete Coladosen tun es da auch ;-)

Author Profile Page Chris· 27.03.09 · 11:03 Uhr

Die Physikanten haben es mit einem Ölfass gemacht, im Buch werden jegliche Art von Blech-Dosen empfohlen, Speiseöl-Blechbüchsen o.ä.
Die Dose müßte aber enorm gut abgedichtet sein. Ob Du das bei eine Coladose schaffst?

Kommentar-Direktlink GeMa· 27.03.09 · 11:39 Uhr

Ja geht, die Metallzunge wieder zurechtbiegen, festhalten und satt Heißklebepistole - vorher Dose oben mit Alkohol abreiben, sonst hält das nicht.

Author Profile Page Chris· 27.03.09 · 11:49 Uhr

Hm, dann wirst Du vermutlich nur ein unspektakuläres Plöpp hören, wenn Deine Klebedichtung nachgibt. Farbeimer würden sich auch gut eignen, aber die müssten sehr gut gereinigt werden...

Kommentar-Direktlink GeMa· 27.03.09 · 12:51 Uhr

Jetzt nörgel hier nicht so an meinen Hausfrauentechniken herum! ;-)

Author Profile Page Chris· 27.03.09 · 12:55 Uhr

Das ist eine der wirklich lobenswerten Eigenarten des Buches:
So läuft Wissenschaft: Versuchen, Parameter ändern, Versuch wiederholen, und wiederholen und wiederholen (das wird auf Dauer echt schwierig bei den Bierversuchen!)

Kommentar-Direktlink Alexander· 28.03.09 · 18:08 Uhr

Mich freut ja enorm, dass es überhaupt nen Markt für die Experimentierbücher gibt. Nachdem in den letzten Jahren die ganzen Chemiekästen für Kinder etc. entschärft, oder besser kastriert, wurden.

Author Profile Page Chris· 30.03.09 · 11:30 Uhr

Der Markt ist ziemlich breit gefächert, wobei es leider auch qualitativ eine sehr breite Streuung gibt. Dieses Buch ist def. nicht auf Kinder als solches ausgerichtet, manche Versuche kann man mit Kindern machen, aber ohne Illustrationen etc. ist es für Kinder (alleine) ungeeignet.

Author Profile Page Chris· 30.03.09 · 11:33 Uhr

@GeMa
Und noch eine Nörgelei an Deiner Hausfrauentechnik:
Du musst erst das Wasser in der Dose fast vollkommen verdampfen lassen -> es muss eine fast ausschliessliche Wasserdampfatmosphäre in der Dose sein. Dann muss es schnell verschlossen werden, bevor es zu sehr abkühlt und normale Luft einsaugt. Das wirst Du mit deiner Heißklebepistole nicht schaffen, weil Du Dir entweder die Finger verbrennst, oder die Hitze der Dose den Kleber wieder verflüssigt...

Kommentar-Direktlink GeMa· 31.03.09 · 12:46 Uhr

Pfff, irgendwas ist doch immer noch ;-(
Aber gut, dann beherzige ich Deinen Hinweis und besorge eben doch eine Salatöldose.

Author Profile Page Chris· 31.03.09 · 12:55 Uhr

*letztesWorthab*
Und paß auf, dass sich die Ölreste/dämpfe nicht entzünden! ;-)

Kommentar-Direktlink GeMa· 31.03.09 · 12:57 Uhr

@Chris
Mein Kurzer spricht eben auch von einer Coladose und zwar unverschlossen. Er ist sich ziemlich sicher, dass es ausreicht, um die laut und eindrucksvoll zu falten.
Wir probieren beides - wenn er schon zum Lichtgeschwindigkeitsexperiment meinte, er versteht kein Wort der Erklärung, amüsieren wir uns eben 2x am Spülbecken.

Author Profile Page Chris· 31.03.09 · 13:14 Uhr

Leere Dosen kann man falten, dass ist nicht das Ding. Vielleicht kommt das im Video oben nicht gut rüber:
Das Wasser im Faß wird schön gekocht, sodass in dem Faß eine gesättigte Wasserdampfatmosphäre herrscht. Dann wird das Faß sehr dicht verschlossen, gleichzeitig von der Flamme genommen und dann mit viel kaltem Wasser abgekühlt. Der Wasserdampf im Inneren kondensiert wieder. Durch den Volumenverlust und den umgebenden, normalen Luftdruck wird das Ölfaß (sehr imposant) zusammengedrückt.
Mit einem offenen System wird das nicht gehen.

Kommentar-Direktlink GeMa· 31.03.09 · 13:39 Uhr

*pling* jetzt verstehe ich endlich. Danke! Nein, war auf dem Video nicht zu erkennen, trotz Propanflasche. Ich dachte die ganze Zeit, wir machen in Klein nur mal eben heiße Luft und zurück ;-)

Ölreste ist auch klar - Hausfrau nimmt etwas 20 grädige Lauge und macht vorher eine Schnellverseifung. Das wird nicht nur sauber, sondern rein ;-)

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