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Wissenschaft und ihre Faszination weiter zu geben, ist Beruf(ung) von Christoph Larssen. Er ist Biologe und Wissenschaftsredakteur bei Wiedemeier Kommunikation und bereitet Wissen so auf, dass es verstanden wird.

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30.10.08 · 20:52 Uhr

Dr. House in der Vorlesung

Kategorie: Medizin  ·  Kommentare: 18

Ging auch schon durchs Radio: Die Uni Marburg wird ihren Medizinstudenten mit Hilfe von Dr.House Folgen die Vorlesungen schmackhafter machen. Die Folgen sind extrem gut recherchiert (besonders im Vergleich zu anderen Arztserien) und manch ein (fertiger) Mediziner mußte selbst schon nachschlagen,um den Wahrheitsgehalt der Prognosen zu überprüfen.
Jürgen Schäfer, der akademische Direktor der Uni Marburg über seine Motivation:
„Jede Diagnose muss immer wieder kritisch hinterfragt werden, denn ständig kommen neue Aspekte hinzu, und manchmal sind es gerade die kleinen Hinweise, die zu wichtigen Einsichten führen. Ich möchte den Studenten vermitteln, dass die Medizin so spannend sein kann wie ein Krimi."
Hingegen sollen die Studis sich aber lieber ein anderes Vorbild suchen:
„Natürlich ist Nettigkeit in unserem Beruf nicht alles, wer sich aber menschlich so daneben entwickelt wie House, der gehört hier nicht hin."
Hm, also die Herzlichkeit von Dr.Brinkmann & Co. und den Scharfsinn von Dr.House....

Ich warte immer noch auf einen CSI-Abkömmling, wo die DNA Sequenzierung nicht mit einer Tischtzentrifuge und einem Drucker in 10 min erledigt wird, sondern realistisch dargestellt wird...

 

Autor: Chris· 18 Kommentare· Permalink· Trackback-URL

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Kommentare (18)

Kommentar-Direktlink Frank Quednau· 30.10.08 · 21:45 Uhr

Auch ohne medizinische Kenntnisse schaue ich Dr. Hourse ganz gerne, habe mich dabei aber des öfteren gefragt, wie "wahr" die Dinge sind, die da vorgestellt werden. Manche Dinge klingen allerdings so unwahrscheinlich, dass ein Krankenhaus auf dieser Welt wohl kaum Zeuge all dieser Fälle sein kann...

Kann man irgendwo mehr darüber erfahren?

Kommentar-Direktlink Martin· 30.10.08 · 23:25 Uhr

Frage von einem Laien:

Bei House werden Patienten in jeder Folge so lange mit falschen Therapien behandelt, bis sie fast tot sind. In den letzten 5 Min findet dann zufällig jemand die richtige Diagnose.

Ist das im "wirklichen Leben" auch so? Wird da auch so auf Verdacht behandelt? Ich hoffe nicht.

Author Profile Page Chris· 31.10.08 · 13:29 Uhr

Es ist schon unwahrscheinlich, dass 4 Ärtze sich nur um einen einzigen Patienten kümmern.
Es ist auch unwahrscheinlich, dass man mal nen MRT, dann noch mal dies und jenes ausprobiert, weil das kostet einfach auch alles (sehr viel) Geld.
Und mal so am Rande, das ist ne Serie! Wer will schon 45 min gucken, wie ein Knochenbruch gerichtet und eingegipst wird?
Hier werden ganz bewusst sehr ungewöhnliche Krankheits-Szenarien ausgewählt, das sind die Sachen, die interessieren. Was früher auf dem Jahrmarkt präsentiert wurde, findet heute im Fernsehen statt, nichts neues also.
Es soll aber schon durchaus Patienten geben, die 4 verschiedene Ärzte aufsuchen müssen um letztlich die Ursache ihrer Symptome herauszufinden, was aber hoffentlich seltene Ausnahmen sind.
Aber genau hier setzt ja auch der Prof aus Marburg an: Alle Symptome genau hinterfragen und diese dann auch mit einer Diagnose in Einklang bringen.

Kommentar-Direktlink Argent23· 01.11.08 · 12:36 Uhr

@Frank: Soweit ich das beurteilen kann sind die geschilderten Fälle soweit realistisch, dass erstmal rein naturwissenschaftlich nichts dagegen spricht. Das sagt aber natürlich nichts über deren Wahrscheinlichkeit, tatsächlich so zu passieren, aus. Oder über die Geschwindigkeit, mit der hier Forschung und Medizin betrieben wird...trotzdem schau ich mir die Serie unheimlich gern an!

@Chris:

Ich warte immer noch auf einen CSI-Abkömmling, wo die DNA Sequenzierung nicht mit einer Tischtzentrifuge und einem Drucker in 10 min erledigt wird
Meinst du sowas hier? ;-)

Author Profile Page Chris· 02.11.08 · 20:07 Uhr

@argent23
DANKE! Meine Wünsche wurden erhört! Brüller. Klasse Ding, muss ich haben.....
Wo hast Du das her? Gibt es einen "Biologen, die bei CSI nen Hals kriegen Club"? *tränenwegwisch*

Kommentar-Direktlink Peter Artmann· 05.11.08 · 11:29 Uhr

Also Dr. House ist die beste Medizinserie, die ich bislang gesehen habe.

Wenn auch vieles zu schnell geht und die diagnostischen Möglichkeiten des Krankenhauses jede andere Klinik vor Neid erblassen lassen, zeigt das Team doch sehr deutlich, wie wenig Sicherheit Ärzte bei "jedem" Patienten haben und wie viele Ungewissheiten es geben kann.

Gerade Leute mit einem Hintergrund in der Physik können bei Dr. House lernen, wie wenig Sicherheiten man hat, selbst wenn man das beste Wissen von allen besitzt.

Ich freue mich, dass die Serie hier so gut läuft!!!

Das einzig überraschende ist, dass wieder mal die Privaten die Qualität entdeckt haben. Schande über das öffentlich-rechtliche System!

Author Profile Page Chris· 07.11.08 · 12:43 Uhr

Äh, hä? Was genau haben jetzt Physiker mit Dr. House zu tun?

Kommentar-Direktlink Peter Artmann· 07.11.08 · 13:31 Uhr

Hi Chris,
Naja, Physiker glauben gerne:
1. Das man alles standardisieren kann.
2. Das gleichartige Medikamente gleichartige Wirkungen entfalten.
3. Das man sich nur tief genug in eine bestimmte Materie eingelesen haben muss, um ein Problem lösen zu können.

Kommentar-Direktlink ali· 07.11.08 · 14:02 Uhr

@ Peter

Wäre ich ein Physiker, würde ich wohl widersprechen.

Ist zu behaupten, dass Personen die das gleiche Fach studiert haben, die gleichen Fehlannahmen treffen, nicht eine ähnliche Vereinfachung?

Kommentar-Direktlink Ludmila· 07.11.08 · 14:04 Uhr

@Peter: Dr. House zeigt, dass persönliche Erfahrungen und Aussagen absolut unzuverlässig als Basis einer Behandlung sind. Er sucht nach Fakten: Bakterien, Pilze, chemische Substanzen im Blut etc. Und er zeigt, dass man sich immer selbst hinterfragen sollte. Und dass es eben nicht auf alles einfach Antworten gibt.

Das und die Punkte oben, die Du so abschätzig nennst, nennt sich Wissenschaft.

Und beschränkt sich nicht nur auf die Physik. Medizin ist eine Naturwissenschaft. Was soll man denn stattdessen als Methoden für die Medizin verwenden? Hörensagen? Nette Geschichten? Persönliche fehleranfällige Erfahrungen?

Author Profile Page Chris· 07.11.08 · 14:43 Uhr

@Peter
Ich kenne auch einen Physiker, der meint, alle Zellen müssen strikt nach (seinem) Plan wachsen und zu 100% die selben Ergebnisse liefern, wenn das Experiment wiederholt wird.
Physiker, die in interdisziplinären Projekten arbeiten, lernen es dann doch.
Aber welche Physiker arbeiten mit Medikamenten?

@Ludmilla
Also bei uns war Medizin keine Naturwissenschaften und hatte seine eigene Fakultät. Sogar Mathe war den Naturwissenschaften angegliedert (Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät) ;-)
Dr. House sagt im Grunde genommen, alle lügen, glaube keinem und sammel deine eigenen Beweise. Aber jetzt hör ich auf zu klugsch#####.

Kommentar-Direktlink Ludmila· 07.11.08 · 15:03 Uhr

@Chris: Na ja, das mit den Fakultäten sehe ich eher als organisatorische/historische Sache. Auf jeden Fall sehr eng an die Naturwissenschaft Biologie gekoppelt. Eine Zelle ist eine Zelle ist eine Zelle und interessiert sich einen Scheiß über unsere Weltanschauung.

Das Medizin natürlich nicht exakt ist, weil es sich hier um ein komplexes System handelt, will doch auch keiner absprechen. Und nur mal so als Tipp. Solche komplexen Systeme gibt es in der Physik übrigens auch. Ich sag nur Chaostheorie oder nichtlineare Systeme. Dann gibt es noch das schöne Fachgebiet der Medizinphysik, die sich nicht nur darin erschöpft, neue bildgebende Geräte zu bauen, sondern auch z.B. das Verhalten eines Herzen simuliert. Insofern ist dieser Vorwurf an die Physik völlig daneben, weil er bestenfalls nur einen kleinen Teilbereich abdeckt. Und es hat ein bisschen was von Autoritätsdenken.

Kommentar-Direktlink Peter Artmann· 07.11.08 · 15:19 Uhr

Lieber Ali,
ja ich verallgemeinere. Aber ich schrieb auch "können ... lernen", das heißt also manche müssen das nicht nicht extra lernen, die wissen das bereits. Aber dann gibt es ja auch noch die anderen, die so viel mehr wissen als manche Experten

Liebe Ludmilla,
House geht die Fälle individuell an und inspiziert oft genug das Zuhause der Patienten und befragt Eltern, Freunde - holt also bewußt viele subjektiv gefärbte Meinungen und Beschreibungen ein.
Grundsätzlich hat seine Theorie (also welches Krankheitsbild zugrunde liegt) auch ihren Ursprung in einer nebensächlichen - nicht wissenschaftlichen - Behauptung, Bemerkung oder Beobachtung - die dann jedoch sofort und mithilfe der state-of-the-art-technology überprüft wird.


Aber ich bin wieder viel zu lang. Chris hat das viel besser zusammengefasst.

Allerdings hab ich ähnliche Erfahrungen wie er gemacht, also auch mit Physikern, deren Weltbild zusammengebrochen ist, als sie begriffen haben, dass sie für ihre Experimente auf die Hilfe einer "blöden" TA angewiesen waren.

Dieses Lernen hat ihnen sehr weh getan, denn es hat ihre Eitelkeit arg verletzt.

Kommentar-Direktlink ali· 07.11.08 · 15:54 Uhr

@Peter

Du scheinst schlechte Erfahrungen mit Physikern gemacht zu haben. Ich habe die, die 'soviel mehr wissen als die Experten' nur weil sie Physikerin sind, wohl einfach noch nicht getroffen.

Kommentar-Direktlink Ludmila· 07.11.08 · 16:31 Uhr

@Peter: Willst Du jetzt behaupten, dass Medizin nichts mit Physik und Chemie zu tun hat? Und dass man dummen Aussagen hinter seinem Doktortitel in Medizin verstecken kann? Und das Subjektivität die neue Objektivität ist?

Beispiel: Wenn ein Arzt behauptet, dass es keine Viren, Bakterien und Pilze gibt, dann ist das eine Aussage von so fundamentaler Dummheit, da kann ich auch als Physiker sagen: Dumm. Oder wenn jemand behauptet, dass Wasser ein Gedächtnis hat, dann kann ich als Physiker sagen: Blödsinn.

Da kannst Du noch so sehr auf persönliche Erfahrungen pochen. Persönliche Erfahrungen sind begrenzt. Meiner Ansicht nach zeugt es von großer persönlichen Eitelkeit, wenn man sich einbildet, dass das subjektive Empfinden das Maß aller Dinge ist.

Kommentar-Direktlink Ludmila· 07.11.08 · 17:00 Uhr

@Peter: Und mal ganz grundsätzlich stimme ich Dir da in folgendem überein.

Grundsätzlich hat seine Theorie (also welches Krankheitsbild zugrunde liegt) auch ihren Ursprung in einer nebensächlichen - nicht wissenschaftlichen - Behauptung, Bemerkung oder Beobachtung - die dann jedoch sofort und mithilfe der state-of-the-art-technology überprüft wird.

Ja natürlich, es wäre dumm, die Erfahrungen völlig zu ignorieren und dem Patienten nicht zuzuhören. Aber genauso dumm wäre es denn letzten Schritt, die Überprüfung mit naturwissenschaftlichen Methoden zu überspringen.

Kommentar-Direktlink Peter Artmann· 07.11.08 · 18:07 Uhr

Lieber Ali,

also es gibt auch sehr nette Physiker, ich denke sogar mehr nette Physiker als nette Chemiker (vor allem wenn ich an die Organiker denke ...) aber das sind mal wieder meine von Dir gefürchteten Pauschalisierungen ...

Und liebe Ludmilla,

was bliebe denn von House übrig, wenn er die naturwissenschaftlichen Methoden überspringen würde??? ... der ist doch Diagnostiker ...

ähm, Ali da hast Du Dein Beispiel.

Kommentar-Direktlink Peter Artmann· 19.11.08 · 08:02 Uhr

Ich wollte nur kurz hinzufügen, dass Dr. House zwar eine erstklassige Serie ist, aber Dr. House kein erstklassiger Arzt ist.
Es soll kein falscher Eindruck entstehen. So darf man sich als Arzt nicht verhalten.
Denn House fehlt das wichtigste, was einen Arzt auszeichnen muss: Die Achtung vor dem Patienten.
Allerdings macht das den dramaturgischen Reiz der Serie aus.
Serien über gute Ärzte haben wir häufig genug gesehen und das war immer langweilig.
Dr. House ist dagegen ein genialer Diagnostiker (mit vielen Fehlern und Fehldiagnosen) aber als Arzt ein Totalausfall.

Aber nur weil er so unbelehrbar ist und für jeden verletzende Worte findet, werden in der Serie Dinge angesprochen, die sonst verschwiegen werden. Und genau das macht die Serie so sehenswert!

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