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Frank Abel ist Wettermann im Radio und Fernsehen. Er arbeitet als Medien Meteorologe bei der MeteoGroup Deutschland GmbH in Berlin.
Frank Abel is weatherman on the radio and television. He works as "media meteorologist" at MeteoGroup Deutschland GmbH in Berlin, part of the biggest private European weather company.
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04.06.09 · 15:09 Uhr
Streit ums Wetter
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 5
Ein sturer Meteorologe hätte doch fast dafür gesorgt, dass ein russischer Kampfjet unkontrolliert über Belgien abgestürzt wäre...
...denn diese MiG-23 donnerte 900 km führerlos über Westeuropa. Der Pilot hatte sich bereits über Polen mit dem Schleudersitz gerettet, da es Triebwerkprobleme gab.
Der russische Kampfjet flog aber weiter. Der NATO war der Flug über Europa natürlich nicht entgangen, und so stürzten amerikanische Kampfpiloten in den Niederlanden in ihre F-15 Jets.
Nur vier Minuten hatte es gedauert, bis die Abfangjäger startklar waren. Dann hieß es vom Tower allerdings "Stopp". Der zuständige Meteorologe gab kein grünes Licht, da das Wetter für solch eine Aktion in Friedenszeiten zu schlecht sei.
Die Diskussion ging hin und her zwischen Piloten, Wetterfachmann und Tower, während die MiG weiter nach Westen donnerte. Nach endlos langen 13 Minuten durften die Jets dann endlich abheben und verfolgten die MiG dann auch bis zu ihrem Absturz über Belgien.
Wahrscheinlich hat es jeder längst bemerkt: Dies ist eine Geschichte aus dem Kalten Krieg, gefunden bei Spiegel Wissen. Trotzdem zeigt sie gut, in welche Klemmen ein Meteorologe kommen kann, wenn Dinge maßgeblich vom Wetter abhängen. Das gilt nicht nur für das Militär, sondern auch für Dinge wie Planungen für Energiereserven bei der Gas- und Elektroversorgung, für Wasser- und Windkraftwerke, etc.
Autor: Frank Abel· 5 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (5)
Ich habe selbst ganz am Ende des "Kalten Krieges" für ein paar Monate auf einem Militärflugplatz als Meteorologe gearbeitet und kann bestätigen, dass man da einen ziemlich schweren Stand hatte wenn das Wetter zum Fliegen zu schlecht war. Das hatte aber nicht nur politische, sondern vor allem auch sportliche Gründe.
Letztendlich hat mich das wahrscheinlich gut auf das dasein als Wissenshcftsphilosoph auf einem Wissenschaftsblog vorbereitet ;-)
@Jörg Friedrich: Psychologisch hochinteressant, wie man das "Wetter im kalten Krieg" zu einem Kommentar über die Vorbereitung zum Wissenschaftsphilosophen auf einem Militärflugplatz nutzen kann. Ist Ihnen eigentlich gar nichts peinlich?
@Frank Abel: Beeindruckender Artikel, der unsere Wetterabhängigkeit auch in Europa verdeutlicht.
Ich möchte mal die ganze Geschichte ins Reich der Fabel verweisen.
Wenn ich mich als Pilot mit einem Meteorologen über das Wetter unterhalte,
will ich wissen, wie das Wetter ist - ob ich fliege oder nicht, entscheide ich
als Pilot. Ich diskutiere auch nicht mit Meteorologen, denn davon wird das
Wetter nicht anders. Allenfalls gibt es Rückfragen, wenn er sich mißverständlich
ausgedrückt hat.
Auch ein Fluglotse wird mir die Startfreigabe nicht verweigern, bloß weil der Wettermann dagegen ist. Eher macht er den Platz zu, weil die Hagelkörner den Asphalt aufgerissen haben.
Ich glaube eher, dass sich die Amis bei ihren Leuten noch mal vergwissert haben, dass die MIG nix gefährliches geladen hatte und von der Flugbahn her auf was weiches und billiges fallen würde. Dann sind sie halt doch mal hinterhergezockelt, damit keiner sagen kann, sie hätten nichts mitgekriegt.
Jedenfalls machen die Amis - zumindest wochentags - ihr eigenes Wetter und lassen sich von einem zivilen Controller sowieso nicht reinreden.
Wäre ja noch schöner, dass ein Towerheini und ein Wetterfritze den 3. Weltkrieg absagen.
Das ist ja wohl keine MiG-23. Sieht wohl eher nach MiG-19 aus. Am besten etwas besser und genauer recherchieren, bevor man den "Fachmann gibt".
@erdbeernase
Diese Kritik wäre an einen Luftwaffenexperten gerichtet sicherlich berechtigt