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Marcus Frenkel hat Informatik an der HTWK Leipzig studiert und versucht sich derzeit an wissenschaftlicher Arbeit und einer Promotion im gleichen Fach. Außerhalb der digitalen Welt musiziert er gern, ist begeisterter Sportler und Leser von Scheibenwelt-Romanen.
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01.07.11 · 09:05 Uhr
E-Books in südkoreanischen Schulen
Kategorie: Kultur · Kommentare: 11
Passend zu den Themen Südkorea und E-Books heute ein gemischtes Thema: E-Books in Südkorea.
Konkret geht es um folgendes: das Wissenschaftsministerium in Südkorea hat beschlossen, bis 2015 sämtliche Schulbücher im Land zu digitalisieren. Damit einher soll eine Digitalisierung des Schulbetriebs gehen, im Speziellen der Aufbau einer "Cloud" (es ist so ein schönes Buzzword, nicht?), um Zugriff auf Schulmaterialien zu erlauben und Schularbeiten auch online erledigen zu können.
Wenn sie es schaffen, dass die Bücher von den Schülern kostenlos genutzt werden können, bin ich ja sehr für diesen Ansatz, denn er entlastet wirklich finanziell, da nicht jedes Jahr neue Bücher gekauft werden müssen (teilweise vollkommen sinnlos und nicht billig, wenn ich an meine Schulzeit zurückdenke). Da würde ich sogar meine Skepsis gegenüber E-Books unterdrücken - auch wenn ich mir noch nicht recht vorstellen kann, wie einige Dinge, etwa Atlanten, vernünftig umgesetzt werden sollen. Ich bin aber auf jeden Fall gespannt, wie sich das weiterentwickeln wird und wann ein entsprechender Vorschlag in Deutschland kommt (Kalifornien hat sich ja bereits daran versucht, auch wenn ich leider nicht weiß, was daraus geworden ist). Die "neuen Medien"* werden meiner Meinung nach ja ohnehin noch viel zu wenig in der Schule genutzt; da ist es schön zu wissen, dass wenigstens in einem Land das ganz anders aussieht.
Erklärtes Ziel der Südkoreaner ist übrigens, bis 2015 im Bereich der Bildung unter die zehn führenden Nationen der Welt zu kommen und bis 2025 sogar unter die besten drei - ein Ziel, was ich von deutschen Politikern gern einmal hören würde! Vor allem angesichts der Tatsache, dass Südkorea bereits jetzt in der oberen Liga mitspielt.
Autor: Marcus Frenkel· 11 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (11)
Wozu denn noch Atlanten?
Sowas wie Google Maps, nur mit der Möglichkeit, verschiedene Daten einzublenden (pol. Grenzen, Sprachgrenzen, Rohstofflager,...)
Also im Prinzip ein ganz einfach zu bedienendes GIS mit Kartendarstellung.
Das ist natürlich ein Argument. Da könnte man auch (endlich) interaktive Schaltbilder und Versuchsaufbauten im Physik-Buch haben.
Gar nicht so schlecht, die Idee.
Ich weis ja nicht wie andere das sehen aber meine Meinung zu Ebooks ist folgende:
1. Zum Romane u.ae. lesen ists 1 A.
2. Fuer Fachbuecher taugts nicht viel. Allein schon aufgrund des Formats. Bei Fachwerken mag ich ab und zu auch schnell durchblaettern und nicht erst Seite eintippen etc...
Prinzipiell ja eine reizvolle Idee - aber würde dann nicht bei einem Ausfall der Cloud das gesamte Schulwesen Südkoreas stillstehen...?
@Christian Reinboth: eine Eigenschaft der Cloud ist es ja, dass Totalausfälle nahezu unmöglich sind. Und wenn die Cloud nur zur Speicherung genutzt wird, die aktuell benötigten Bücher aber immer auf das Gerät heruntergeladen werden, hat sich das Thema eh erledigt.
Zum Thema Atlanten seh ich sogar Vorteile. Bei Vektor-basierten Karten frei zoombar, interaktiv (Frontverläufe bei historischen Karten, Staatsgrenzen) und natürlich erheblich weniger Gewicht. Zumindest theoretisch. Ob die Möglichkeiten auch genutzt werden steht auf einem anderen Blatt
Online Atlanten (Web-GIS) gibt's mittlerweile immer mehr. Zum Beispiel den hier:
http://www.energieatlas.org/karte.html?activateLayers=UnternehmenSolarenergie,AnlagenSolarstrom30
@Pierre:
Wirklich? Ich hab genau die gegenteilige Erfahrung gemacht. Bei Romanen möcht ich mir Zeit lassen und Abends gemütlich lesen. Da ist es schon allen wegen der Augen besser ein einem "analogen" Buch zu schmökern.
Fach- und Sachbücher, mit denen ich mich bei der Arbeit beschäftige, oder nur schnell was nachgucken will, find ich hingegen genial in ihrer digitalen Form. Schon allen wegen der möglichkeit nach Stichworten zu suchen.
Aber zum Thema: Ich bin auf die Resultate gespannt. Ob sich dadurch wirklich Vorteile für Schüler und Lehrer ergeben find ich zum jetzigen Zeitpunkt noch sehr fraglich. Immerhin, da ja der Kostenpunkt schon angesprochen wurde, wird es dadurch zur Pflicht mit einem entsprechend leistungsstarken Computer an die "Cloud" angeschlossen zu sein.
@Henry:
Also ich les gern draussen im Park. Da bin ich froh das ich mit einer Hand den Reader halten kann und auch mit einer Hand umblaettern kann, das ist praktisch wenn man auf Couch oder im Gras liegt. Ausserdem psast soviel drauf, spart man sich das Geschleppe. Mit Fachbuechern gibts vorallem Formatprobleme. Ich hab nur nen Kindle und die meisten Fachbuecher haben Seitengroessen mit A5 und groesser, das stellt sich einfach schlecht auf einem so "kleinen" Display dar.
Bzgl des Lichtarguments: Ich sehe ich kein Unterschied abends ob Buch oder Reader, Licht brauch ich bei beiden.
Fachebooks wuerde ich schon aufgrund der Preise nicht kaufen.
@Henry
Zumindest in Südkorea ist das kein Problem. Dort sind die meisten Haushalte und auch Schulen ziemlich gut ausgerüstet.Ich glaube, die E-Books an Schulen in Korea zielen auch weniger auf E-Book-Reader ab; hier würde ich zugegebenermaßen auch Format-Probleme sehen.
das wäre toll für die Kids, denn die gehen gebeugt wie Opas und Omas von der schweren Last der Tornister.
Wobei es zumindest Studien gibt, die aussagen, dass eine zu schwere Schultasche immerhin nicht dem Rücken schadet - außerdem wird argumentiert, dass der Schulsport und das Ranzenschleppen für viele Kinder heutzutage die einzige sportliche Betätigung seien und eine schwere Tasche wenigstens die Beckenmuskulatur stärke.