Neues in der Kategorie Politik

16. September 2009

Preisträger, Innovationen und der Kreislauf der Forschungsförderung

Kategorie: Politik

Der Abschlußabend des Weltkongresses stand ganz im Zeichen der "Innovation@Night". In festlichem Rahmen wurden herausragende Forschungsarbeiten und Projekte ausgezeichnet und Hans-Jörg Bullinger, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, erinnerte in seinem Festvortrag daran, dass Forschungsförderung nie eine Einbahnstraße, sondern immer ein Kreislauf sein müsse.

Bullinger.jpgGanz egal, ob das von der Kongress-Organisation so geplant war oder nicht: der Vortrag von Fraunhofer-Chef Bullinger ergänzte auf schöne Weise die herausragende Keynote von Roger Y. Tsien. Während Nobelpreisträger Tsien mustergültig vorführte, auf welch spannende Pfade die Grundlagenforschung führen kann, nahm Bullinger eine ganz andere Perspektive ein: nämlich diejenige des Geldgebers für Forschung.

Zum Beginn des abends hatten Wolfgang Dössel und Werner Schlegel in kurzen Grußworten nochmal klargestellt, wie sich Inventions (i.S. von Entdeckungen bzw. Erfindungen) und Innovationen (i.S. der Etablierung marktfähiger Produkte) unterscheiden. Hans-Jörg Bullinger schloß daraufhin direkt an diese Begriffsdefinition an.

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Autor: Marc Scheloske· 16.09.09 · 13:00 Uhr· 0 Kommentare

11. September 2009

Früherkennung ist oft nicht "früh" genug: Weshalb wir eine prädiktive Diagnostik brauchen

Kategorie: Politik

Je früher eine Krankheit diagnostiziert wird, desto besser sind die Heilungschancen. Das ist nun wirklich eine Binsenweisheit. Dennoch ist die Frage, ob Vorsorgeuntersuchungen in jedem Fall sinnvoll sind, gar nicht so leicht zu beantworten. Man nehme nur die Debatten über das Brustkrebs-Screening. Wieviele Frauen profitieren wirklich davon? Wie hoch ist die Erkennungsquote, wieviele (kleine) Tumoren werden übersehen, wieviele Frauen fälschlicherweise operiert?

Olga_Golubnitschaja.jpgOlga Golubnitschaja ist Professorin am Universitätsklinikum Bonn, Leiterin der Forschungseinheit "Molekulare/Experimentelle Radiologie" und ausgewiesene Expertin in Sachen Vorsorgeuntersuchungen und "Prädiktive Medizin". Sie hat uns einige Fragen beantwortet...

ScienceBlogs: Frau Golubnitschaja, inzwischen gibt es eine ganze Reihe an Vorsorgeuntersuchungen. Diese reichen vom Glaukom-Screening bis zu den bekannten Krebsfrüherkennungen. Für den Patienten ist es oft schwierig, die Möglichkeiten und den Nutzen abzuschätzen. Welche Tipps kann man hier geben?

Olga Golubnitschaja: Es gibt leider keine pauschalen oder allgemeine Tipps, die für jeden Mensch optimal sind - das ist das schwierige an der Sache. Daher werbe ich - wie auch viele weitere Wissenschaftler - für die individualisierte Behandlung und personalisierte Medizin. Denn leider ist auch die so genannte Früherkennung oft nicht „früh" genug, um dem Patienten effektiv zu helfen. Ein Beispiel ist die Früherkennung eines Brustkrebses durch die allgemein verwendete Mammographie: Detektionsgrenze = 6 mm der Tumorgröße. Dabei stirbt man nicht am primären Brustkrebs, sondern an der Auswirkung der Metastasen, die bereits im Frühstadium der Erkrankung aktiv sind, d.h. längst bevor die Tumorgröße erreicht wird, die durch Mammographie überhaupt detektierbar ist.

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Autor: Marc Scheloske· 11.09.09 · 07:45 Uhr· 0 Kommentare

09. September 2009

Auf Augenhöhe mit dem Arzt

Kategorie: Medizin·Politik  ·  Kommentare: 4

Der mündige Patient, der Einblick nimmt in seine Krankenakte: In Deutschland gibt es das noch nicht, aber in Großbritannien. Dort hat Brian Fisher das System PAERS (Patient Access Electronic Record System) vor sechs Jahren eingeführt. 50 Praxen bieten ihren Patienten den Zugang an. Fisher hat untersucht, wie die Patienten ihre passwortgeschützte Krankenakte online nutzen.

Fisher.jpgIn der Datenbank sind alle Krankheiten des Patienten samt Verlauf, Untersuchungsresultaten und Behandlungen verzeichnet. Alles ist mit Hintergrundinformationen angereichert, sodass auch medizinische Laien die Zusammenhänge verstehen. „Das stärkt den Patienten", sagte Fisher bei seinem Vortrag beim Weltkongress der Medizintechnik in München.

Die Patienten haben großes Interesse an ihren medizinischen Aufzeichnungen: „Ich weiß, was bei meiner Behandlung passiert, ich verstehe mehr," fasst ein Studienteilnehmer zusammen. Fisher hat herausgefunden, dass sich besonders ältere Patienten mit PAERS informieren.

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Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 09.09.09 · 13:30 Uhr· 4 Kommentare

07. September 2009

Wohin die Reise geht: Medizintechnik des Jahres 2020

Kategorie: Politik

Zum Start des "World Congress on Medical Physics and Biomedical Engineering" wurde am heutigen Montag die Studie "MedTech 2020" vorgestellt, die anhand einer Expertenbefragung den Versuch unternimmt, zentrale Trends in diesem Bereich darzustellen. In einem Punkt sind sich die Experten jedenfalls einig: schon in 10 Jahren wird die USA die Führungsrolle innerhalb dieses Technologiefeldes verlieren. Die Innovationen des Jahres 2020 erwarten die Insider aus Asien...

Insgesamt 631 Experten wurden für die Studie vom VDE befragt und die Auswertung hält einige interessante Einsichten bereit. Etwa wenn es um den Stellenwert einzelner Schlüsseltechnologien geht, die die Medizintechnik (die ja auf Interdisziplinarität basiert) vorantreiben.

Expertenmeinung: Computerwissenschaften sind Schrittmacher der Medizintechnik

Ein Drittel der Experten gab jedenfalls zur Auskunft, dass den Computerwissenschaften im Konzert der einzelnen Disziplinen die Führungsrolle zukommt. Dahinter rangieren die Zell- und Biotechnologien, die ebenfalls als sehr wichtig eingestuft werden.

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Autor: Marc Scheloske· 07.09.09 · 23:00 Uhr· 0 Kommentare

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