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Der Weltkongress der Medizintechnik ist Treffpunkt von mehr als 3.000 Medizinern und Ingenieuren aus aller Welt. In hunderten Fachvorträgen und Postern werden Innovationen vorgestellt und über die Entwicklung neuer Diagnose- und Therapieverfahren diskutiert.
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16.09.09 · 13:00 Uhr
Preisträger, Innovationen und der Kreislauf der Forschungsförderung
Kategorie: Politik
Der Abschlußabend des Weltkongresses stand ganz im Zeichen der "Innovation@Night". In festlichem Rahmen wurden herausragende Forschungsarbeiten und Projekte ausgezeichnet und Hans-Jörg Bullinger, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, erinnerte in seinem Festvortrag daran, dass Forschungsförderung nie eine Einbahnstraße, sondern immer ein Kreislauf sein müsse.
Ganz egal, ob das von der Kongress-Organisation so geplant war oder nicht: der Vortrag von Fraunhofer-Chef Bullinger ergänzte auf schöne Weise die herausragende Keynote von Roger Y. Tsien. Während Nobelpreisträger Tsien mustergültig vorführte, auf welch spannende Pfade die Grundlagenforschung führen kann, nahm Bullinger eine ganz andere Perspektive ein: nämlich diejenige des Geldgebers für Forschung.
Zum Beginn des abends hatten Wolfgang Dössel und Werner Schlegel in kurzen Grußworten nochmal klargestellt, wie sich Inventions (i.S. von Entdeckungen bzw. Erfindungen) und Innovationen (i.S. der Etablierung marktfähiger Produkte) unterscheiden. Hans-Jörg Bullinger schloß daraufhin direkt an diese Begriffsdefinition an.
Forschungsförderung ist keine Einbahnstrasse
Für den Präsident der Fraunhofer Gesellschaft ist die Förderung von wissenschaftlichen Forschungsprojekten natürlich Alltagsgeschäft. Es sei der Transfer von Geld in Wissen, wofür seine Institution stehe. Allerdings - und wer mochte ihm da widersprechen - sei es eben unbedingt notwendig, dass das Wissen auch wieder in Innovationen umgesetzt werden könne. Denn nur durch Innovationen sei es möglich (gesamtwirtschaftlich betrachtet) Geld einzuspielen, das daraufhin wieder für Forschung und Wissenschaft ausgegeben werden könne.
Sicher keine weltbewegende Einsicht, die Bullinger damit vermittelte, aber schlichtweg eine Tatsache, an die man durchaus erinnern darf. Für den Bereich der Medizintechnik geht die Rechnung bislang jedenfalls auf. Deutschland steht mit etwa 13,5% Marktanteil in dieser Branche ausgesprochen gut da.
Und die Chancen, dass dies auch so bleibt, stehen offenbar recht gut. Denn im Anschluß an Bullingers Rede wurden die vier Preisträger des VDE-Innovation-Awards ausgezeichnet.
Hierzu wurden Dirk Meier („for MR-compatible γ-Camera for Simultaneous SPECT/MR Imaging of Small Animals In-Vivo"), Timo F. Sattel von der Uni Lübeck („for Single-Sided Coil Configuration for Magnetic Particle Imaging"), Stefan Becker, Institute of Medical Engineering, Lübeck („for An adaptive landmark scheme for modeling brain deformation in diffusion-based tumor growth") und Gabriel Dos Reis aus Mailand („for Microfabrication of biomimic hydrogels: bio-inspiration to recreate neural networks or physiological environments onto a novel smart material") auf die Bühne gebeten.
--
Die Preisträger und die Kongresspräsidenten (v.l. Gabriel Reis, Stefan Becker, Dirk meier, Timo Sattel, Werner Schlegel, Olaf Dössel, Hans-Jörg Bullinger)

Autor: Marc Scheloske· 0 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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