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Alexander Gerber ist Informationswissenschaftler und Geschäftsführer des innokomm Forschungs-zentrums für Wissenschafts- und Innovationskommu-nikation (GmbH). Sieben Jahre war er bei Fraunhofer verantwortlich für die Kommunikation des IuK-Verbunds sowie Chefredakteur von InnoVisions. Von Hause aus Journalist, ist Alexander Gerber Fachbeirat Wissenschaft des DFJV und des HPC, Vize der TELI in Berlin, WPK-Mitglied und Vertreter in der Euroscience Working Group "Science Communication". Er ist Moderator des "Forums Ideen- und Innovationsmanagement" und Initiator der "Trendstudie Wissenschaftskommunikation".

Alexander Gerber

Neues in der Kategorie Geistes- & Sozialwissenschaften

27. Januar 2012

Journalist vs. Wissenschaftler

Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften·ScienceBlogs Kategorien  ·  Kommentare: 2

Scientists-and-journalists.jpgMit verlässlicher Regelmäßigkeit kocht seit Jahren die Debatte hoch, warum sich viele Journalisten und Wissenschaftler angeblich so schlecht verstehen -- jüngt zum Beispiel im Herbst 2011 durch den Appell in UK ("Forscher bieten dem Boulevard die Stirn"). Diese ganze Debatte hat nun der Wissenschaftsjournalist Ed Yong in einem Blog des Discover Magazine versucht in ein einziges Schaubild zu bringen: "Every 'scientists-versus-journalists' debate ever, in one diagram". Offenbar fühlt er sich zu unrecht mit schlechten Journalisten in einen Topf geworfen. Der Qualitätsjournalismus sitze dies ebenso aus wie die Qualitätsforschung. Bei uns würde man wohl sagen: Die wulffen! Ed fordert: "Let's do better."


Autor: Alexander Gerber· 27.01.12 · 16:44 Uhr· 2 Kommentare

25. Januar 2012

Dagmar Röhrlich ist Wissenschaftsjournalistin des Jahres 2012

Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften·ScienceBlogs Kategorien

Die freie Autorin habe nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima -- u.a. beim Deutschlandfunk -- auf herausragende Weise dem Publikum die komplexen Vorgänge und Bedrohungslagen über Wochen und Monate sehr verständlich erklärt. Dabei sei sie weder reißerisch noch verharmlosend vorgegangen, was nicht vielen Kolleginnen und Kollegen angesichts der dramatischen Situation gelungen sei, so die Jury.

Laut Wikipedia (in der ungesichteten Version ist der Lemma bereits aktualisiert) hat Röhrlich Geologie und Geophysik studiert. Demnach hat sie außerdem mehrere Bücher zu wissenschaftlichen Themen veröffentlicht. Sie lebt mit ihrer Familie in Köln.

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Autor: Alexander Gerber· 25.01.12 · 16:26 Uhr· 0 Kommentare

21. Januar 2012

Kulturelle Kernspaltung

Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften·ScienceBlogs Kategorien  ·  Kommentare: 12

Die heutige Samstagskolumne des SZ-Bloggers Peter Glaser in der österreichischen FUTUREZONE lohnt sich:

Die herkömmlichen Kulturmoleküle werden durch die Digitalisierung wieder in ihre Atome aufgespalten. Jeder kann - und muss - sich jetzt seinen individuellen Medienmix selbst zusammenstellen. Was vielen als Zumutung erscheint, sehen andere als große Chance.
[...]
Musiker gehörten zu den ersten, die diese kulturelle Kernspaltung zu spüren bekamen. Ihre klassische Bündelungsform, das Album, hat im Internet praktisch aufgehört zu existieren. Die User sind zu Rosinenpickern geworden und holen sich nur noch einzelne Tracks.


Autor: Alexander Gerber· 21.01.12 · 14:10 Uhr· 12 Kommentare

02. Januar 2012

Innovation als Thema in den Medien

Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften·ScienceBlogs Kategorien

Tagung in der Akademie für Politische Bildung
Tutzing bei München, 2. - 3. Februar 2012
APB-Tutzing_2.jpg

Zwei Tage lang widmen wir uns Anfang Februar der gesellschaftlichen Bedeutung von Innovation und der Rolle der Medien. Woran erkennen etwa Journalisten Innovationen von gesellschaftlicher Bedeutung? Welchen Einfluss hat die Innovationskommunikation von Unternehmen und Forschungseinrichtungen? Welche Ressorts beschäftigen sich mit Innovation in Technik, Politik, Sport und Kultur? Welche Rolle spielen Medien im gesamten Prozess von der Idee bis zur Marktreife? In wie weit beeinflussen sie das Innovationsklima? Hierzu werden Journalisten und Innovationskommunikatoren in Tutzing Stellung beziehen und mit Wissenschaftlern und Praktikern über die aktuelle Situation diskutieren. Diskutieren wollen wir außerdem, in wie weit das US-amerikanische Modell des "Innovation Journalism", 2003 konzipiert von David Nordfors (Stanford University), auf Deutschland übertragbar ist.

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Autor: Alexander Gerber· 02.01.12 · 22:03 Uhr· 0 Kommentare

"Astrodicticum Simplex" Wissenschaftsblog 2011

Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften·ScienceBlogs Kategorien

Reiner Korbmann hat seine Blogleser (rein quantitativ) abstimmen lassen, und Scienceblogs-Kollege Florian Freistetter ("Astrodicticum Simplex") hat das Rennen gewonnen:
Der Wissenschafts-Blog des Jahres 2011

Übrigens läuft bei Florian gerade eine ganz interessante Diskussion über die Äußerungen des Berliner Medientheoretikers Norbert Bolz ("Schadet Wissenschaftskommunikation und Medienpräsenz der akademischen Karriere?").

Auf den Plätzen zwei und drei folgen die Blogs "Meinung&Debatte" des Stifterverbands und der Blog von Lars Fischer ("Fischblog").

Gratulation allen dreien!
Keine wirklichen Überraschungen allerdings, sondern eher die "großen Klassiker". Ein gutes Dutzend Blogs hatte Reiner Korbmann insgesamt nominiert.
Vielleicht sollte ich das nächste Mal auch zum Mitabstimmen aufrufen... ;-)


Autor: Alexander Gerber· 02.01.12 · 19:25 Uhr· 0 Kommentare

26. Dezember 2011

Wie die "Brights" nach Deutschland kamen

Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften·ScienceBlogs Kategorien  ·  Kommentare: 8

Buecher.pngEin Hochinteressantes Interview mit dem deutschen Übersetzer der kontroversen "Brights" aus USA und UK -- Dawkins, Gould und Bryson etc. -- ist soeben im Freitag erschienen u.a. zu der Frage, warum irgendwie nur amerikanische Wissenschaftler den Mut haben, die Bühne der politischen Debatte, Provokation oder gar der kreativen Zerstörung zu betreten:

Die Autoren [...] sind keine Wissensvermittler, die der Öffentlichkeit bloß etwas über die Wunder der Wissenschaft erzählen. Sie sind politisch motiviert, soziologisch interessiert. Und viele von ihnen scheuen die Provokation nicht, sondern suchen sie. „Das hat natürlich auch mit dem gesellschaftlichen Hintergrund zu tun, der vor allem in den USA weit fundamentalistischere Strömungen zeigt". [Zitat des interviewten Übersetzers, Sebastian Vogel] Und auf den groben Klotz [sic] käme dann eben ein grober Keil.

Dass es hierzulande weit weniger Provokation oder gar "kreative Zerstörung" tradierter Denkschulen gibt, dürfte daran liegen, dass Wissenschaft grundsätzlich nicht so politisch ist / sein will / sein soll / sein darf wie etwa in den USA. In punkto "Medialisierung" der Wissenschaft sind wir zwar schon dabei gleichzuziehen mit der amerikanischen Academia (so sehr man beim Vergleich dieser beiden doch so unterschiedlichen Systeme vorsichtig sein sollte); bei der "Politisierung" der Wissenschaft allerdings sind wir fast noch auf der Stufe der "Trennung von Kirche und Staat" (übertragen auf die Forschung).

Insofern ist die Suche nach einem "deutschen Dawkins" meiner Ansicht nach eine systemische Frage des Selbstverständnisses deutscher Wissenschaftler. Wie zum Beispiel der Klimaforscher Stefan Rahmstorf gerade erleben durfte, bewegt man sich durch engagierte öffentliche Wissenschaft schnell auch an der Grenze zur Agitation (zumindest aus Sicht vieler Wissenschaftsjournalisten) -- siehe hierzu die jüngste Aufmachergeschichte in der Verbandszeitschrift der WPK.

Auch hier ein Vergleich: Die "Science Debate" als größte politische Bewegung in der jüngeren Geschichte der USA (für die es übrigens 2012 ein deutsches Pendant geben soll; Hintergrund siehe hier) war getrieben von dem Bedürfnis der Wissenschaft, das "Monopol der Wahrheit" nicht einfach so auf dem Altar politisch-religiöser Dogmen zu opfern. Siehe dazu das gerade eben erschienene Buch "Fool me Twice" des geschätzten Kollegen Shawn Otto. Wäre das nicht, lieber Herr Vogel, prädestiniert für eine Übersetzung durch Sie in der Reihe der "Brights"? ;-)

ZUSATZ:
Prominente Vertreter der o.g. "Brights" sind der Philosoph Daniel Dennett, die US-amerikanische Bürgerrechtlerin Margaret Downey, der Zauberkünstler James Randi, der Psychologe Steven Pinker, der Biologe Richard Dawkins, der Biochemiker Richard John Roberts, der Physiker Sheldon Glashow, der Wissenschaftsjournalist Michael Shermer, der kanadische Arzt Henry Morgentaler, der belgische Physiker Jean Bricmont[16] und der deutsche Philosoph Michael Schmidt-Salomon. [Quelle: Wikipedia]

Anm.: Danke an den anonymen Kommentator, der Richard Dawkins sehr zu Recht vom Amerikaner zum Briten machte!


Autor: Alexander Gerber· 26.12.11 · 13:48 Uhr· 8 Kommentare

16. Dezember 2011

How Different Cultures Relate to Science

Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften·ScienceBlogs Kategorien

Bauer_Culture_2011.jpgOur board member Martin Bauer, Professor of Social Psychology and Research Methodology at the London School of Economics and Political Science (LSE), by many of you known for his role in the Eurobarometer Studies on societal acceptance of research and technology, has published a remarkable book on intercultural aspects, changes and stabilities of public perceptions of science within the US, France, China, Japan, and across Europe over the past few decades. The contributors to the book address the influence of cultural factors; the question of science and religion and its influence on particular developments (e.g. stem cell research); and the demarcation of science from non-science as well as issues including the 'incommensurability' versus 'cognitive polyphasia' and the cognitive (in)tolerance of different systems of knowledge.

Thumb up...recommend! ;-)

Martin W. Bauer, Rajesh Shukla, Nick Allum (eds.):
The Culture of Science: How the Public Relates to Science Across the Globe
Series: Routledge Studies in Science, Technology and Society
Routledge 2011. 472 pages.
http://www.routledge.com/books/details/9780415873697


Autor: Alexander Gerber· 16.12.11 · 11:50 Uhr· 0 Kommentare

15. Dezember 2011

Rettungsaktion "WissensWerte"

Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften·ScienceBlogs Kategorien

Die Wissenschaftsjournalistinnen Nicola Kuhrt, Cornelia Reichert und Cinthia Briseño haben unter http://www.pro-wissenswerte.de eine Petition gestartet, um gegen den Untergang der jährlichen Bremer Branchenveranstaltung "WissensWerte" (Hintergrund siehe hier) zumindest zu protestieren. Gut 100 Kolleginnen und Kollegen haben seit gestern unterchrieben (die Unterzeichnerliste im Web ist offenbar nicht aktuell; meine Unterschrift von gestern zum Beispiel ist noch nicht drauf).
Aufgerufen ist zur Unterstützung der WissensWerte allgemein, unabhängig vom Standort Bremen ("Ja, ich finde es wichtig, dass die WissensWerte erhalten bleibt.").


Autor: Alexander Gerber· 15.12.11 · 12:42 Uhr· 0 Kommentare

12. Dezember 2011

Ernüchterndes Fazit nach WiD-Forum in Köln

Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften·ScienceBlogs Kategorien

Kurz ein Hinweis auf die in mehreren Blogs laufende Debatte zum 4. "Forum Wissenschaftskommunikation" (Köln), ausgerichtet wieder von Wissenschaft im Dialog.

Michael Sonnabend (Stifterverband) ist offenbar mit sehr gemischten Gefühlen nach Hause gefahren und berichtet dabei u.a. auch aus seiner Rolle als Mitglied der Programmkommission heraus.

Christoph Larssen (Kollege hier bei ScienfeBlogs) hat Bedenken, dass zu viel diskutiert und zu wenig getan wird.

Und auch Matthias Fromm (SGM) wundert sich über das "Klassentreffen", bei dem es leider keine Kratzspuren am Prüfstein gegeben habe.

Das positivste Fazit zieht da wohl noch Reiner Korbmann (Agentur Sciencde&Media) in seinem erst kürzlich gestarteten Blog, gleich mit einer ganzen Reihe von Beiträgen, bsiepislweise zu interaktiven Medien.

Kollege Henning Krause (DLR Bonn) hat eine Twitter-Liste erstellt, wobei die Zahl der tweetenden Teilnehmer mit <5% bezeichnenderweise ziemlich gering war.

Außerdem schreibt ein paar Zeilen die Kollegin Bärbel Auffermann vom Neanderthal-Museum.

...to be continued. ;-)


Autor: Alexander Gerber· 12.12.11 · 17:57 Uhr· 0 Kommentare

07. Dezember 2011

Querdenker gesucht für Wissenschaft 2.0

Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften·ScienceBlogs Kategorien  ·  Kommentare: 11

Wo steht die Wissenschaft heute in Sachen Web 2.0?

Was ist (vor allem in den USA) bereits erfolgreiche Praxis und wäre auch auf Deutschland übertragbar?

Und was müssten wir dafür tun?

Dazu meine Präsentation heute auf dem Deutschen Forum für Wissenschaftskommunikation zum Mitklicken, Vertiefen und vor allem Diskutieren (Vollbildmodus über "More" > "Fullscreen"; zum zoomen scrollen):

TO DO 1
Mangels Ressourcen kann sich die Wissenschaft im Gegensatz zur Wirtschaft nicht durch Dienstleister von der Herausforderung freikaufen. Nur die großen Tanker werden aus eigener Kraft die neuen Medien interaktiv nutzen können.
Ergo:
Neue Modelle der Kooperation, Fremdfinanzierung, Ressourcenumschichtung und öfftentlichen Förderung

TO DO 2
Der immense Schulungsbedarf wird nicht allein durch kommerzielle Dienstleister zu befriedigen sein.
Ergo: Qualifizierungen für Praktiker und Berater zum Selbstkostenpreis

TO DO 3
Allein Generationswechsel werden zu keiner breiten Anwendung neuer Medien durch die Wissenschaftler selbst führen, solange die Zahl zitierter Paper das einzige "harte" Qualitätsmerkmal bleibt.
Ergo: Systemische Veränderungen mit dem Ziel formaler, aber auch informeller Anerkennung und Incentivierung

TO DO 4
In vielen Gesprächen entsteht für mich der Eindruck als habe das Wissenschafts-management die Querdenker an die Kette gelegt.
Ergo: Statt Denkverboten sollte sich die Academia für keine Maßnahmen zu schade sein, die junge Zielgruppen endlich wirksam ansprechenden.


Autor: Alexander Gerber· 07.12.11 · 12:30 Uhr· 11 Kommentare

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