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Alexander Gerber ist Informationswissenschaftler und Geschäftsführer des innokomm Forschungs-zentrums für Wissenschafts- und Innovationskommu-nikation (GmbH). Sieben Jahre war er bei Fraunhofer verantwortlich für die Kommunikation des IuK-Verbunds sowie Chefredakteur von InnoVisions. Von Hause aus Journalist, ist Alexander Gerber Fachbeirat Wissenschaft des DFJV und des HPC, Vize der TELI in Berlin, WPK-Mitglied und Vertreter in der Euroscience Working Group "Science Communication". Er ist Moderator des "Forums Ideen- und Innovationsmanagement" und Initiator der "Trendstudie Wissenschaftskommunikation".
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Über das Blog
Kommt ein Forscher zur EU und fragt: "Wie viele Bürger glauben wohl, dass ausschließlich genmanipulierte Tomaten Gene enthalten, herkömmliche Tomaten aber nicht?" Da muss die Brüsseler Behörde nicht lange überlegen und meint: "Noch immer jeder Dritte, aber es werden immer weniger..."
Nur ein Witz, glauben Sie? Leider nicht, wie die seit Jahren durchgeführten europaweiten Umfragen der EU belegen. Allerdings muss das nicht viel heißen. Während nämlich allgemein die Kenntnisse über wissenschaftliche Themen seit Jahrzehnten zunehmen, scheint das gesellschaftliche Interesse an Wissenschaft im gleichen Maß zurückzugehen. Das hat die Wissenschaftskommunikation beherzigt und sich in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder neu erfunden. Vom Versuch der "Aufklärung" der Bevölkerung seit den 50ern über die Überzeugungsarbeit von PUSH [Public Understanding of Science (and Humanities)] in den 80ern, dann die Angst vor Fachkräftemangel und die lauter werdende Forderung nach Transparenz und wirtschaftlicher Verwertbarkeit wissenschaftlicher Erkenntnisse bis zum vermeintlich vertrauensbildenden Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft in den 90ern - ständig haben sich Selbstverständnis und Anforderungen an die Wissenschaftskommunikation gewandelt.
Ähnlich erging es der Innovationskommunikation, die vor langer Zeit mit unverständlichen Bedienungsanleitungen startete, dann aber zusehends lernte, potenziellen Kunden den Nutzwert neuer Technologien zu vermitteln und schließlich sogar den Markt für neue Geschäftsmodelle rechtzeitig „vorzubereiten". Heute allerdings reicht auch das bei weitem nicht mehr aus. Fehlt einer Innovation der Anschluss an die gesellschaftlich relevanten Themen und Bezugsrahmen, ist sie schon vor der Markteinführung zum Scheitern verurteilt. Außerdem vollzieht sich Innovation längst in einer interaktiven Wertschöpfung mit anderen Unternehmen und Forschungseinrichtungen, Kunden und Anwendern, ja sogar Mitbewerbern. Auch hierauf haben Kommunikation und Marketing nur in den wenigsten Fällen Antworten parat.
Ein Paradigmenwechsel sowohl für die Wissenschafts-kommunikation als auch für das Innovationsmarketing vollzieht sich gerade im Zuge von "Social Media", auch wenn die Skepsis groß ist gegenüber einer scheinbar auf 140 Zeichen reduzierten Wissenschaft. Wie könnte man dieser Frage also besser auf den Grund gehen als mit einem Blog? Ähnlich wie in der wissenschaftlichen Literatur steht [sic] hier für Missverständnisse an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Innovation auf der einen Seite und der Öffentlichkeit auf der anderen. Wie beim wissenschaftlichen Zitieren soll [sic] also auch beim strategischen Kommunizieren helfen, Fehler zu vermeiden.
Lassen Sie uns zusammen darüber streiten, wie Vertrauen und Veränderungsbereitschaft der Leute gegenüber neuen Technologien auch im aktuellen Medienwandel bewerkstelligt werden können. Müssen wir vielleicht künftig mehr "verführen" als "informieren"? Oder ist das für die Wissenschaft etwa nicht statthaft? Wie kriegen wir einen breiten gesellschaftlichen Wissenschafts-Dialog zustande, der die Öffentlichkeit schon in frühen Phasen mit einbezieht? Wenn der Schlüssel zum Verständnis von "Wissenschaft" und "Innovation" darin liegt, deren Prozesse zu verstehen und nicht etwa nur deren Ergebnisse, dann haben wir Kommunikatoren noch verdammt viel zu tun! Wo fangen wir an?
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PS: Bei aller Sympathie für schottische Unabhängigkeitsbewegungen, irische Pensionäre oder portugiesisches Privatfernsehen - diese Seite hat weder etwas mit der „Scottish Independence Convention" zu tun noch mit SIC-TV oder mit Ciaran Parker... ;-)
Der Autor:
Über Themen aus Wissenschaft und Technik berichtet Alexander Gerber seit 17 Jahren für eine Vielzahl von Medien. Von Hause aus Informationswissenschaftler, sieht er sich als Mittler zwischen Fachwelt und Anwendern, Wissenschaft und Wirtschaft. Vom Journalismus wechselte Alexander Gerber für sieben Jahre zu Fraunhofer, verantwortlich dort für Marketing und Kommunikation des IuK-Verbunds mit bundesweit 17 Instituten. 2006 initiierte er das Magazin "InnoVisions". Seit 2010 leitet er ein interdisziplinäres Forschungszentrum für Wissenschafts- und Innovationskommunikation (innokomm GmbH mit Sitz in Berlin). Herr Gerber ist Fachbeirat "Wissenschaft" des Deutschen Fachjournalistenverbandes und des Hightech Presseclubs, Moderator des "Forums Ideen- und Innovationsmanagement" (8.500 Mitglieder bei XING), Vize der Technisch-literarischen Gesellschaft in Berlin (TELI) und Mitglied der WPK, überzeugter Slowfooder und passionierter Segler.
Als Initiator und Koordinator der "Trendstudie Wissenschaftskommunikation" berichtet er in [sic] auch exklusiv über die Ergebnisse dieser umfassenden Studie. Auf Twitter zu finden unter http://twitter.com/InnoKomm.
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