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Alexander Gerber ist Informationswissenschaftler und Geschäftsführer des innokomm Forschungs-zentrums für Wissenschafts- und Innovationskommu-nikation (GmbH). Sieben Jahre war er bei Fraunhofer verantwortlich für die Kommunikation des IuK-Verbunds sowie Chefredakteur von InnoVisions. Von Hause aus Journalist, ist Alexander Gerber Fachbeirat Wissenschaft des DFJV und des HPC, Vize der TELI in Berlin, WPK-Mitglied und Vertreter in der Euroscience Working Group "Science Communication". Er ist Moderator des "Forums Ideen- und Innovationsmanagement" und Initiator der "Trendstudie Wissenschaftskommunikation".

Alexander Gerber

Archiv September 2011

30. September 2011

Tatort Wissenschaft: Hausarzt oder Dr. House?

Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften·ScienceBlogs Kategorien

Konkurrenz bei Förderanträgen, gefälschte Messergebnisse im Labor, militante Gegner der Gentechnik -- der jüngste Tatort (noch zu sehen in der ARD-Mediathek, wegen Jugendschutzes allerdings erst nach 20 Uhr) spielte diesmal im vermeintlichen Forscheralltag. Während wohl besser Genomforscher darüber urteilen sollten, in wie weit diese Darstellung im Detail authentisch war oder überhaupt sein konnte (siehe hierzu auch die extrem spannenden Anmerkungen von Martin Ballaschk, Doktorand am Leibniz-Institut für molekulare Pharmakologie), lässt sich auf jeden Fall festhalten, dass der Tatort grundsätzlich ein im deutschen TV überraschend ausgewogenes Bild des Wissenschaftsbetriebs im Allgemeinen (Erfolgsdruck, Konkurrenzdenke, Förderabhängigkeiten) und der Gentechnik im Besonderen (etwa was den natürlichen Wechsel von Genen zwischen Organismen anbelangt) zeichnete. Natürlich alles fürs Fernsehen ordentlich nachgewürzt: Nachwuchswissenschaftler fahren Porsche, trinken Vodka mit Zitroneneis in ihrer Designer-Wohnung und stanzen im Labor Pflanzenproben zur Musik aus dem iPod. Und doch: Ein Tatort zur besten Sendezeit, in dem es wie selbstverständlich, ja fast schon wie nebensächlich um Berufungskommissionen und Ehrenautoren, Publikationslisten und Juniorprofessuren geht. Ich finde das richtig erfrischend -- Wissenschaft als gesellschaftliche Normalität zur Primetime.

Einfluss-auf-Berufswunsch.jpgVielleicht ist sogar die Frage "Zerrbild oder nicht?" gänzlich zweitrangig. Wäre es nicht vorrangig, zunächst zu fragen, warum überhaupt so wenig Wissenschaft in den Vorabendserien und TV-Produktionen vorkommt oder anders herum: Welchen Einfluss haben die in Film und Fernsehen vermittelten Rollenbilder eines Wissenschaftlers bzw. einer Wissenschaftlerin allgemein auf das öffentliche Image unserer Community, ja, auf die Entstehung medialer Vorbilder? Wie wirkt sich CSI auf die Berufswahl junger Leute aus, und was heißt es, wenn dem amerikanischen Dr. House unser deutscher Hausarzt oder Bergdoktor gegenüber steht? Sind wir da mit unserem Berufsbild wirklich noch aktuell? Läge hier gar eine Lösung für den Fachkräftemangel in den MINT-Fächern, weil man über die etablierten Unterhaltungsformate auch jene jungen Leute erreichen könnte, die bisher kategorisch ausschließen, je Wissenschaftler(in), Ingenieur(in) o.ä. werden zu wollen? (mehr...)

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Autor: Alexander Gerber· 30.09.11 · 11:55 Uhr· 0 Kommentare

Science as a Location Factor

Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften·ScienceBlogs Kategorien  ·  Kommentare: 2

Places-Conf-Paris-2011.jpg"Cities of scientific culture" are the topic of the EU-funded project "Open Places", constisting of no less than 69 partnerships from 27 European countries, every one a joint initiative of science communication institutions and local policymakers.
The project partners mainly want to mutually learn from each other's experiences, which is exactly what happened at the international project conference in Paris, a few days ago, where I had the honour to share a few ideas about new approaches (s. photo, here with Jean-Pierre Alix, president of the European Science Foundation, ESF). On the panel we also discussed ten key issues of the conference which you find summarised below (click "mehr"). Please feel invited to make comments and suggestions, since this is all work-in-progess.

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Autor: Alexander Gerber· 30.09.11 · 08:38 Uhr· 2 Kommentare

27. September 2011

Forscher bieten dem Boulevard die Stirn

Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften·ScienceBlogs Kategorien  ·  Kommentare: 40

Als die britische Boulevard-Presse mitten in den August-Unruhen eine Meldung der Uni Cardiff zu Neurotransmittern für eigene Zwecke missbrauchte, machten sich die drei unverstandenen Forscher Petroc Sumner, Frederic Boy und Chris Chambers bereit zum Gegenschlag. Die Zeitung The Guardian druckte ihre ausführliche Replik, die man als konstruktive Medienschelte bezeichnen könnte:

How can we stop newspapers distorting science?
Recent news stories reported a study that supposedly linked rioting to low levels of a brain chemical. The scientists behind the research put the record straight
[...] Such proliferations of falsehood are dangerous, not only because they misinform the public, but also because they undermine public respect for science and support for the use of taxes to fund it. [...]

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Autor: Alexander Gerber· 27.09.11 · 12:25 Uhr· 40 Kommentare

23. September 2011

Kundenflüsterer: Nutzer-Innovation und CEM

Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften·ScienceBlogs Kategorien

dmexco.jpgKollege Gunnar Klauberg von Adobe war so nett, in seinem Blog ein paar Absätze zu unserem Kölner Roundtable zu posten:

... Mit einem Beispiel aus dem Eislauf näherte sich Alexander Gerber vom innokomm Forschungszentrum Wissenschafts- und Innovationskommunikation dem Thema: "Dort gibt es auch die Pflicht und die Kür". Voraussetzung für ein erfolgreiches Customer Experience Managment seien zunächst funktionierende Basisprozesse, dann könnten noch Extras dazugekommen. Loyale Kunden gewinne man durch das Schaffen von Vertrauen in eine Marke, das immer wieder bestätigt werde. Das Marketing stehe heute vor einem Paradigmenwechsel: "Die Kunden werden Teil der Wertschöpfungskette". Etwa dadurch, dass ihre Anregungen, Kritik oder Wünsche - beispielsweise über soziale Netzwerke dem Unternehmen kundgetan - direkt in die Produktentwicklung einfließen. Angesichts der immer ähnlicher werdenden Produkte, der erhöhten Preistransparenz durch das Internet und der Marktsättigung in vielen Bereichen sei CEM heute eine Notwendigkeit, um im Wettbewerb Unterschiede deutlich zu machen. ...

Autor: Alexander Gerber· 23.09.11 · 18:27 Uhr· 0 Kommentare

03. September 2011

Science Online 2011 (London)

Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften·ScienceBlogs Kategorien  ·  Kommentare: 15

solo11.jpg
science-online.jpg My sobering conclusion after two days of ScienceOnline London: The technologies are ready for take-off, the early-adopter-scientists are eager to kickstart the engine, but the runway to widespread usage of interactive technologies in science is still blocked by the debris of the traditional academic system. This system needs to be adapted to the new media paradigms, before web 2.0 / 3.0 can have a significant impact on both research and outreach.
The three central questions remain for us to answer:


  1. How can we recognise, appreciate, measure and evaluate the impact of outreach and open science in funding and evaluation practice?

  2. Which new forms of citation need to be installed for that?

  3. How can we create a reward system that goes way beyond peer-reviewed citations?

A quote by Lars Fischer (via Twitter @Fischblog), who was here in London as well: "I think the biggest and most consequential incentive for scientists is (informal) recognition by peers."

More info, blog posts and videos at: http://www.scienceonlinelondon.org


Autor: Alexander Gerber· 03.09.11 · 18:33 Uhr· 15 Kommentare

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