
Geölter Flieger
Die federleichten Kolibris sind zwar die leichtesten unter den Vögeln - als Flieger aber echte Schwerathleten: Damit sie praktisch in der Luft stehen können, müssen sie ihre Flügel bis zu 80 Mal pro Sekunde schlagen, ihr Herz pumpt derweil mit einer Pulsfrequenz von 1000 Schlägen pro Minute. Und dabei sind sie echte Langstreckenflieger: Einige Kolibri-Arten schaffen es, nonstop über den Golf von Mexiko zu fliegen.
Wie sie diese Leistung aus ihren kleinen Körpern und Flügeln holen, war lange ein Rätsel. Doch Forscher wie Bret Tobalske von Flight Lab der University of Montana konnten mit Hilfe der Particle Image Velocimetry (im Wesentlichen beruhend auf fein versprühtem Speiseöl und Lasern) die Luftströmungen um die Kolibri-Flügel sichtbar machen; die gelben Vektorpfeile markieren hier Luftströmung und -Geschwindigkeit. Dabei zeigte sich, dass sie nicht, wie Insekten - denen sie im Flug sehr ähneln - ihren Auftrieb gleichermaßen durch den Auf- wie durch den Abschlag gewinnen, sondern Dreiviertel der Leistung allein beim Abschlag erzeugen.
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Kommentare (2)
"........sondern Dreiviertel der Leistung allein beim Abschlag erzeugen."
Weiß man, woher sie diese Kraft nehmen oder hat Mutter Natur da mit irgendwelchen Tricks nachgehofen, wie z.B. beim Flug von Hummeln?
Ich habe die Frage einfach mal so an Bret Tobalske weiter geleitet und von ihm folgende Antwort erhalten:
Zu deutsch: Nur die Rubinkehlkolibris fliegen über den Golf (alle anderen Arten bevorzugen den Landweg, damit sie unterwegs Rast machen können) - und sie nutzen dabei vermutlich neben den Fettreserven vor allem günstige Winde, um die Strecke zu schaffen. Allerdings gibt es noch sehr viel, was man nicht über die Kolibriphysiologie weiß.