Neues in der Kategorie Medizin

17. April 2012

Eisenmangel schützt vor Malaria

Kategorie: Medizin  ·  Kommentare: 14

Der Erreger Plasmodium falciparum, Auslöser der Malaria, zählt zum tödlichsten, was die Evolution hervorgebracht hat (natürlich vom Menschen abgesehen) und der wissenschaftliche Kampf gegen den Parasiten verläuft seit Jahren zu Gunsten von P. falciparum. Nun haben Wissenschaftler herausgefunden, dass der sehr übliche Eisenmangel bei Kindern in Afrika, den man bisher auf eine mangelhafte Ernährung zurückführte, gegen die Infektion und ihre schweren Folgesymptome helfen kann. Vieleicht muss man also die Rolle des Eisenmangels neu überdenken, was vor allem Einfluss auf Programme hat, bei denen afrikanischen Kindern unter anderem Eisen verabreicht wird um diese vermeintlichen Mangelerscheinungen auszugleichen.

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Autor: Felix Bohne· 17.04.12 · 17:06 Uhr· 14 Kommentare

11. April 2012

Die Katertherapie - Hangover Heaven

Kategorie: Medizin  ·  Kommentare: 16

In Las Vegas kann man sich neuerdings per intravenöser Hydratation gegen den obligatorischen Kater in der Party-Metropole behandeln lassen.

Der Kater (med. Veisalgia), das Wort leitet sich vom Katarrh ab, womit er jedoch rein gar nichts zu tun hat, bezeichnet die bekannten Symptome einer leichten bis mittelschweren Alkoholintoxikation. Es handelt sich also um eine Vergiftung durch die Aufnahme von Ethanol und anderen toxischen Substanzen in alkoholischen Getränken.

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Autor: Felix Bohne· 11.04.12 · 16:07 Uhr· 16 Kommentare

23. März 2012

Je dreckiger desto besser - Autoimmunerkrankungen werden durch frühen Kontakt mit Mikroorganismen verhindert.

Kategorie: Medizin  ·  Kommentare: 22

Forschern ist es gelungen, an einem speziellen keimfreien Mausmodell zu zeigen, dass eine frühe Konfrontation mit Darmmikroorganismen, die Anhäufung bestimmter Immunzellen im Darm und in der Lunge verhindern kann, welche konkret mit der Entstehung autoimmunvermittelter Erkrankungen in Verbindung gebracht werden können.

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Autor: Felix Bohne· 23.03.12 · 11:20 Uhr· 22 Kommentare

19. März 2012

Neue Masernimpfempfehlung für Erwachsene in Bayern

Kategorie: Medizin  ·  Kommentare: 35

Letzte Woche hatte ich einen Termin beim Betriebsarzt am Helmholtzzentrum München um den Impftiter meiner HBV-Antikörper zu prüfen. Bei dem Besuch kam ich mit dem Arbeitsmediziner ins Gespräch und wir endeten bei seinem Engagement in der Bayrischen Landesarbeitsgemeinschaft Impfen (LAGI). Diese hat eine neue Masernimpfempfehlung für Personen, die nach 1970 geboren sind herausgegeben.

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Autor: Felix Bohne· 19.03.12 · 15:53 Uhr· 35 Kommentare

12. März 2012

Immuntoleranz nach Nierentransplantation - Nie wieder Immunsuppression?

Kategorie: Medizin  ·  Kommentare: 10

Eine neue Methode in der Nierentransplantation erlaubt es den Empfängern ohne immunsuppressive Medikamente zu leben.

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Autor: Felix Bohne· 12.03.12 · 11:29 Uhr· 10 Kommentare

21. Februar 2012

Autophagie und Krebs - Das" Sich-Selbst-Fressen" scheint essentiell für das Wachstum von Krebszellen

Kategorie: Medizin  ·  Kommentare: 4

Die Autophagie, das Verdauen zelleigener Organellen und Proteine ist ein Recyclingprogramm der Zelle, das bei der Wiederverwertung von beschädigten Proteinen und Zellbausteinen eingesetzt wird. Der Name bedeutet, dass innerhalb der Zelle Material in Hohlräume, die sogenannten Autophagosomen, eingeschlossen und anschließend durch Ansäuerung verdaut wird. Die Zelle sich also tatsächlich zum Teil selbst „frisst". Besonders in Stresssituationen wie bei mangelnder Nährstoffversorgung dient dieser Mechanismus dazu, das Energiegleichgewicht der Zelle aufrechtzuerhalten und sichert ein Überleben.

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Hepatozelluläres Karzinom (Bild: Wikipedia)

Krebszellen sind erwiesenermaßen abhängig von diesen Mechanismen, da es in schnell wachsenden Tumoren typischerweise zu Nährstoffmangel kommt. Das liegt einerseits an dem beschleunigten Wachstum, das zu einer Kompetition um Nährstoffe führt und andererseits an einem zu langsamen Einwachsen neuer Blutgefäße, die die Nährstoffe zu den Krebszellen transportieren. Um die Krebszellen weiterhin mit der nötigen Energie zu versorgen ist die Autophagie in vielen Tumorarten erhöht. Ergebnisse aus Zellkulturexperimenten und diversen klinischen Studien lieferten nun vielversprechende Aussichten für eine potentielle therapeutische Anwendung eines altbekannten Malaria- und Rheumamittels, dem Hydroxychloroquin (HDC). Denn dessen Wirkung ist eben genau die Inhibition der Autophagie und damit eine mögliche therapeutische Wirkung auf das Wachstum von Krebszellen.
In Modellen von therapieresistenten Tumoren, also mit aktueller Therapie unbehandelbar, zeigte der zusätzliche Einsatz von HDC in Kombination mit der Standardtherapie einen positiven anti-Tumoreffekt. Im Moment wird das HDC in mehr als 30 klinischen Studien kombinatorisch mit Chemotherapy, Bestrahlung oder Immuntherapy eingesetzt und erste Auswertungen zeigten vielversprechende Resultate.
Vieles ist noch unbekannt im Spiel der Wechselwirkungen von Krebs und Autophagie, doch da es sich um einen ausgesprochen essentiellen zellulären Mechanismus handelt, ist es sehr unwahrscheinlich, dass es bei einem derartigen Therapieansatz zu einer tolerierenden Anpassung kommen kann. Im Moment werden auch neuartige Wirkstoffe erforscht, die eine Autophagiehemmung vermitteln können und ein neuer Wirkstoff, Lys05, zeigte beispielsweise eine 10-fach potentere Wirkung bei der Hemmung der Autophagie. Möglicherweise ist dies ein ganz neuer Ast der Krebstherapie, der in Zukunft bei der Unterstützung der bekannten Standardtherapien zum Einsatz kommen wird.

Hier die Pressemitteilung.


Autor: Felix Bohne· 21.02.12 · 09:56 Uhr· 4 Kommentare

02. Februar 2012

Das GB-Virus C verringert die Replikation von HI-Viren

Kategorie: Medizin  ·  Kommentare: 8

Ein Enzym des GB-Virus C kann die Vervielfältigung von HI-Viren inhibieren und vermittelt in HIV infizierten Patienten eine Verringerung der Viruslast, geringeren Verlust von T-Helferzellen und ein besseres Ansprechen auf die kombinierte anti-retrovirale Therapie.

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Das GB-Virus C (GBV-C) ist ein relativ neuer Vertreter in der Familie der Flaviviren und ist eng mit dem humanen Hepatitis C Virus verwandt. Genau wie dieses besteht sein Genom aus einem positiv orientierten RNA-Einzelstrang von welchem ein Polyprotein translatiert wird. Dieses Polyprotein wird durch virale und zelluläre Proteasen, also Enzyme, die Proteine zerschneiden können, in seine funktionellen Untereinheiten zerlegt, wodurch die eigentlichen Virusproteine entstehen. Diese umfassen die Oberflächenproteine, die das Viruspartikel umhüllen, und die sogenannten nicht-strukturellen Proteine, zu denen die Proteasen (NS2/NS3) gehören und NS3 noch eine Helikase/ATPase beinhaltet. Außerdem wird der Kofaktor NS4A benötigt, der wahrscheinlich NS3 bindet und eine Anlagerung an spezifische Membranabschnitte vermittelt, die der Virusreplikation dienen. Die meisten dieser Eigenschaften sind jedoch aufgrund der Homogenität zu den Proteinen des HCV abgeleitet worden. Neben ihrer Aufgabe bei der Aufbereitung des viralen Polyproteins, kommt es beispielsweise bei HCV durch die NS3/4A-Protease auch zur proteolytischen Zerstörung von Signalproteinen der Immunantwort, wodurch sich das Virus vor einem immunologischen Angriff schützt.
Schon vor einiger Zeit hat man festgestellt, dass eine Infektion mit dem GBV-C in HIV Infizierten zu einer Verbesserung des Krankheitsverlaufes führen kann. GBV-C/HIV infizierte Patienten haben eine bessere Überlebensrate, geringere Virusmengen im Blut, eine geringere Depletion von CD4 positiven Helferzellen und eine verlangsamte AIDS-Entwicklung. Hypothesen für diesen Einfluss durch das GBV legten eine Verringerung der HIV-Oberflächenrezeptoren nahe, doch nun konnten Forscher um Adnan Chowdhury aus St. Louis zeigen, dass die nicht der Fall ist. In einem Zellkultursystem mit HIV-infizierten T-Zelllinien konnten sie zeigen, dass es nicht zu einem Verlust der Oberflächenrezeptoren CD4 und CXCR4 kommt. Diese Strukturen benötigt das HIV um seine Wirtszellen zu infizieren. Stattdessen scheint die GBV-C Protease NS3/4A zusammen mit den GBV-C Proteinen NS4B entweder ein HIV-Protein oder ein essentielles zelluläres Protein, das für die Vervielfältigung des HIV benötigt wird, zu zerschneiden. Um auszuschließen, dass es sich um eine Kompetition der beiden Viren handelte, brachten die Forscher die GBV-C Protease alleine oder mit den NS4 Proteinen in die Zelle ein, ohne eine tatsächliche Infektion mit GBV-C zu verursachen. Das tatsächliche Zielprotein (Substrat) der NS3-Protease muss erst noch entdeckt werden.
Dass dieser Effekt auf die protelytischen Eigenschaften der NS3-Protease zurückzuführen ist, konnte durch Mutationsexperimente gezeigt werden. Dabei wurde das reaktive Zentrum der Protease so verändert, dass die essentielle Aminosäure Serin durch Alanin ausgetauscht wurde und so sein Zielprotein nicht mehr schneiden konnte. Dies hatte den Verlust der HIV-Inhibition zur Folge.
Die Autoren haben auch die Proteinschnittstellen der HCV und GBV-C Proteasen verglichen und festgestellt, dass trotz Ähnlichkeiten der beiden Enzyme unterschiedliche Zielsequenzen erkannt und geschnitten werden. Die untermauert eine Wirkung der GBV-C Protease, die unabhängig von HCV Proteasen stattfindet, und deshalb ein Vergleichbarer Einfluss bei HCV/HIV infizierten Patienten nicht entdeckt wurde.
Da es sich um eine Inhibition der HIV-Replikation handelt, die unabhängig von den HIV-Oberflächenrezeptoren abläuft, kann geschlussfolgert werden, dass es sich um einen neuen bisher unbekannten Mechanismus handelt, der durch die proteolytische Eigenschaft der GBV-C NS3 Protease vermittelt wird. Dies hat natürlich ein therapeutisches Potential als neuer Wirkstoff, doch ob es ein solcher durch alle Hürden der pharmakologischen Zulassung schafft, bleibt abzuwarten.

ResearchBlogging.orgGeorge, S., Varmaz, D., Tavis, J., & Chowdhury, A. (2012). The GB Virus C (GBV-C) NS3 Serine Protease Inhibits HIV-1 Replication in a CD4+ T Lymphocyte Cell Line without Decreasing HIV Receptor Expression PLoS ONE, 7 (1) DOI: 10.1371/journal.pone.0030653


Autor: Felix Bohne· 02.02.12 · 14:45 Uhr· 8 Kommentare

25. Januar 2012

Perfluorierte Kohlenstoffverbindungen schädigen Impfschutz von Kindern

Kategorie: Medizin  ·  Kommentare: 46

Eine Dänische Forschergruppe hat bei der Untersuchung von Neugeborenen und deren Verlaufsuntersuchung über sieben Jahre festgestellt, dass die Produktion impfinduzierter Antikörper mit der Belastung durch der perfluorierten Kohlenstoffverbindungen abnahm. Das ist alarmierend, da die beobachteten Verringerungen bis zu einem nicht mehr gegebenen Impfschutz gegen Tetanus und Diphterie führten.

Perfluoroctansulfonat (Bild: Wikipedia)
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Die Stoffgruppe der perfluorierten Kohlenstoffverbindungen setzt sich aus Molekülen zusammen, die Kohlenwasserstoffverbindungen ähneln, jedoch sämtliche Wasserstoffatome durch Fluoratome ersetzt wurde. Die bekanntesten Vertreter und auch die am besten untersuchten sind Perfluoroctansulfonat (PFOS) und Perfluoroctansäure (PFOA). Diese Stoffe sind ausgesprochen stabil und können durch keinen bekannten biologischen Prozess abgebaut werden. Die Halbertszeitim Menschen beträgt etwa vier Jahre, um aufgenommene Substanzen wieder auszuscheiden. In Tierversuchen führte eine erhöhte Aufnahme dieser Stoffe ein gesteigertes Risiko für Leber-, Schilddrüsen- und Brustkrebsraten, wobei die verabreichten Konzentrationen in diesen Versuchen zu Blutwerten führten, die weit über den im Menschen ermittelten Werten lagen. Außerdem handelt es sich um eine rein anthropogen erzeugte Substanz, die so in der Natur nicht vorkommt.

Da es sich bei diesen Chemikalien um wichtige Bestandteile industrieller Fertigungsprozesse handelt, die wichtigste Eigenschaft ist wohl die Verringerung der Haftung an Oberflächen, kam es in den letzten Jahrzehnten zu einer zunehmenden Anreicherung dieser Stoffe in der Natur und auch im Menschen.

Die dänischen Forscher rekrutierten eine Gesamtzahl von 656 Neugeborenen auf den Färöer Inseln, die sich verstärkt von Meerestieren ernähren, was aufgrund der starken Belastung dieser Nahrungsmittel zu einer gesteigerten Aufnahme von PFOS und PFOA führt. Auf den Färöer Inseln wird standardmäßig mit 3, 5 und 12 Monaten gegen Diphterie und Tetanus geimpft und im 5 Lebensjahr noch eine Booster-Impfung vorgenommen. Von diesen 656 Studienteilnehmern vervollständigten letztendlich 464 die Studie, wobei Blutuntersuchungen zu Beginn der Studie, vier Wochen nach der Booster-Impfung und im 7 Lebensjahr stattfanden.
Die Belastung mit perfluorierten Kohlenstoffverbindungen wurde in den Müttern in der 32. Schwangerschaftswoche und in den Kindern zu den Blutuntersuchungen ermittelt. Außerdem wurde die Antikörperproduktion der Kinder gegen die Geimpften Antigene untersucht.

Dabei zeigte sich, dass die Antikörperproduktion umgekehrt proportional zur Belastung mit PFOS und PFOA war. Es also mit steigender Belastung zu einer signifikanten Abnahme der Antikörperproduktion kam. Am klarsten stellt e sich dies für die PFOS-Verbindungen und die Diphterie-Impfung vor dem Booster dar, wobei eine zweifache Steigerung von PFOS im Serum der Patienten in einem fast 40%igen Verlust der Diphterie spezifischen Antikörper resultierte. Die negative Korrelation zwischen Belastung und Antikörperverlust waren aber auch im siebten Lebensjahr und für die Tetanusimpfung signifikant. Insgesamt verursachten eine prä- und postnatale Belastung mit PFOS sowie eine postnatale Belastung mit PFOA zu den benannten immunotoxischen Befunden und gesteigerten Wahrscheinlichkeiten eine protektive impfinduzierte Antikörperkonzentration zu verfehlen.

Es könnte sich hierbei um ein tatsächlich globales Problem handeln, da eine derartige Umweltbelastung möglicherweise zu einem Unwirksam Werden der heute üblichen protektiven Impfungen führen könnte. Die Auswirkungen einer solchen Entwicklung wären in vieler Hinsicht fatal. Außerdem könnten diese Ergebnisse auf einen viel weiter reichenden immuntoxischen Effekt hinweisen, dessen Tragweite wir bis heute noch nicht abschätzen können.
Das Europäische Parlament hat bereits im Oktober 2006 einem weitgehenden Verbot der perfluorierten Kohlenstoffverbindungen zugestimmt, doch die Langlebigkeit dieser Substanzen in der Umwelt wird eine Entsorgung und die Entfernung aus den Nahrungsketten sehr schwierig machen.

ResearchBlogging.orgGrandjean, P., Andersen, E., Budtz-Jorgensen, E., Nielsen, F., Molbak, K., Weihe, P., & Heilmann, C. (2012). Serum Vaccine Antibody Concentrations in Children Exposed to Perfluorinated Compounds JAMA: The Journal of the American Medical Association, 307 (4), 391-397 DOI: 10.1001/jama.2011.2034

Info zu perfluorierten Kohlenstoffverbindungen des Helmholtz Zentrum MÜnchen/GSF


Autor: Felix Bohne· 25.01.12 · 13:08 Uhr· 46 Kommentare

24. Januar 2012

Dies und das zu Vitaminen

Kategorie: Medizin  ·  Kommentare: 35

Es ist die kalte Jahreszeit, viele sind `erkältet´ und daher soll man brav Vitamine nehmen um das Immunsystem zu stärken. Da ich in letzter Zeit immer wieder etwas zum Thema Vitamine gehört, gelesen oder gesehen habe, möchte ich hier ein paar Beispiele nennen.

Neulich erzählte mir ein Taxifahrer er sei noch nie erkältet gewesen. Er wolle es gern mal sein um zu wissen wie sich das anfühle. Er glaube nicht, dass er so einen gesunden Körper habe der nicht krank werden kann, er esse nur immer ganz viele Zitrusfrüchte - aber nur im Winter. Sein Körper verlange förmlich danach und würde sich, seiner Meinung nach, das holen was er braucht. Der Mann hat gar nicht so unrecht. Denn seiner Meinung nach ist es besser Medikamente weg zu lassen wenn man auf natürlichem Wege dem Körper etwas Gutes tun kann und das ist eine sehr gute und richtige Ansicht. Dennoch wird der Mann ein sehr gut funktionierendes Abwehrsystem haben, da er ja täglich einer Vielzahl von Erregern ausgesetzt ist in seinem Beruf aber dennoch nicht erkrankt. Es gibt ja auch Studien die den positiven Effekt von Vitamin C auf das Immunsystem hervorheben. Dies heißt aber leider nicht dass die Einnahme von Vitaminen in konzentrierter Form per se gut ist.
Viel Frisches essen scheint eine gute Idee zu sein. Da erinnere ich mich an eine Sendung die versuchte das Schock gefrohrene Gemüse mit dem Frischen auf ihren Vitamingehalt hin zu vergleichen. Auch hier galt Frisch als gute Wahl. Wenn das Gemüse allerdings mehrere Tage unterwegs war zwischen Ernte und dem Teller, so sank der Vitamingehalt so drastisch, dass teilweise fast nichts mehr enthalten war. Fazit: Es sollte alles so schnell und schonend wie möglich verarbeitet werden, um einen hohen Vitamingehalt zu garantieren.

Die Zubereitung der Speisen ist ein wichtiger Schritt bei dem viele Vitamine zerstört werden. So ist die` böse´ Mikrowelle ja schon verpönt als Nahrungszubereitungsgerät. Wenn man sich jedoch den Beitrag von Vince Ebert anschaut (Wissen vor Acht ), so erfährt man, dass die Mikrowellen den Vitaminen gar nichts Böses tut. Es ist vielmehr die Hitze, welche den Schaden anrichtet. Da Mikrowellen die Eigenschaft besitzen Wassermoleküle in Schwingung zu versetzen und dadurch Hitze zu erzeugen, schaffen sie viel schneller und effektiver hohe Temperaturen. Somit schont die Mikrowelle die Vitamine im Vergleich zu Kochen oder Dämpfen sogar.

VIEL hilft VIEL?
Aber zurück zu den Vitaminen die munter eingenommen ein gesünderes Leben versprechen. Die guten bösen Vitamine - haben sie ihre Rolle als natürliche Heilmittel verloren? Nein, haben sie nicht. Nur die Einnahme von künstlichen Vitaminpräparaten wird immer kritischer angesehen.250px-All-trans-Retinol2.svg.png
In einem Artikel der WissensWerkstatt wird das Thema Vitamine behandelt. Der Autor zitiert neue Studien, welche `neue Zweifel an Vitaminpräparaten´ aufzeigen. Hier werden eine ganze Reihe von Studien aufgeführt, bei denen die zusätzliche Gabe von Vitamin A und oder E die gemessenen Patientenwerte eher verschlechterten, zu höheren Sterberaten, mehr Schlaganfällen oder sonstige negative Auswirkungen führten. Sehr viele Menschen glauben sich durch die Supplementierung mit Vitaminen und Mineralstoffe aus der Apotheke oder dem Supermarkt etwas Gutes zu tun. Doch hier wird zusammengefasst wie Vitamine hochdosiert Schaden anrichten können. 250px-Thiamin.svg.png
Auch bei Spiegel online (http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,809517,00.html) wurde das Thema aufgegriffen und kritisch kommentiert.

Leider funktioniert und floriert das Geschäft mit den Nahrungsergänzungsmitteln und Co ganz wunderbar. Da ist es wichtig dass weiter geforscht und Aufklärung betrieben wird.

Ich habe auch bei einem Beitrag mitwirken können (Quarks &Co, WDR, 24.01.2011, 21:00), der das Thema künstlicher Vitaminpräparate aus der Apotheke behandelt und hinterfragt. Dabei geht es vor allem um die vielen Versprechungen die auf der Verpackung stehen, die genauen Aussagen für was das Produkt alles gut sein soll. Es ist faszinierend wie genau die Definitionen sind und wie sie einen beeinflussen. Obwohl ich nicht an die Notwendigkeit derartiger Präparate glaube, so wollte ich doch am liebsten mit vielen bunten Päckchen aus der Apotheke laufen. Da gibt es was für Kinder bestimmter Altersgruppen, für Männer, für Frauen, für Jung und Alt, burn out, Stress, allerlei Beschwerden. Und alle versprechen sie einen Tag voller Vitalität, Sonnenschein und Wohlbefinden oder gar Heilung. Der genauere Blick auf die Beipackzettel weist meist schon allgemeinere Aussagen auf, die etwas schwammiger sind. In dem besagten Beitrag ging es darum, anhand eines Beispiels, herauszufinden wie fundiert die Aussagen sind. Es wurden Details erfragt und mit Experten gesprochen. Summa Summarum: Keine eindeutigen Beweise liegen vor. UND: die Natur kann es meist besser. Sprich, wenn keine Erkrankung vorliegt, kein akuter Mangel der von einem Arzt diagnostiziert werden sollte, so ist eine ausgewogene Ernährung immer noch die beste Wahl. Dieser Meinung war ich schon vorher, dennoch ist es interessant dies bestätigt zu bekommen. Dabei geht es mir nicht nur darum, dass nicht genug Beweise in Form von entsprechenden Studien vorliegen. Es geht auch um die Erklärung, welche die Ernährungswissenschaftlerin Brigitte Bäuerlein mir auf meine Frage hin gab. Sie sagte es reiche im Allgemeinen aus, wenn man sich einfach nur ausgewogen ernähre. Ich wollte von ihr wissen ob man auch zu viel Vitamine zu sich nehmen kann. Schließlich kann das in der Tablettenform ja schädlich sein. Was ist also wenn ich vor lauter gesundem Leben täglich zu viel Saft trinke, Karotten, Spinat und Co esse? Sie grinste und meinte nur, dass der Körper dies regulieren könne. Er nehme sich was er braucht, der Rest geht einfach wieder auf natürlichem Wege raus. Außerdem würde der Körper die Aufnahme schon alleine dadurch regulieren, dass er eine gewisse Zeit brauche bis die Stoffe aus der Nahrung aufgenommen werden um ins Blut zu gelangen. Dies sei bei der Einnahme von Vitamincocktails oft nicht der Fall. Sie sind oft so aufbereitet, dass der Körper große Mengen eines Stoffes oder einer Kombination mehrerer Stoffe plötzlich im Blut habe. Ein weiterer Aspekt ist der, dass die Zusatzstoffe, wie die Sekundären Pflanzenstoffe, die meist auch im Mix enthalten sind, gar nicht nachweislich zur Aufnahme der Vitamine dienlich sind. In der Natur helfen solche Sekundären Pflanzenstoffe als Transportvehikel. In künstlich hergestellten Präparaten die nicht genau aufeinander abgestimmt sind, ist ihre Funktionalität als Shuttle nicht unbedingt gegeben.

200px-L-Ascorbic_acid.svg.pngVitamine sind und bleiben sicher ein Thema. Sie haben durch ihre Vielfältige und essentielle Funktion einen hohen Stellenwert. Es gilt ja auch noch herauszufinden ob sich die Ergebnisse vieler Studien auf den Menschen übertragen lassen und Vermutungen bald zu Beweisen werden. Viele Krankheiten, so auch die Makulare Degeneration werden mit Vitaminpräparaten behandelt. Ob es etwas bringt ist noch nicht belegt. Einzelne wissenschaftliche Arbeiten hypothetisieren, dass zusätzliche Vitamine für einer bessere Durchblutung des Auges sorgen könnten. Somit würde das Voranschreiten der Erkrankung verlangsamt und die zwangsläufige Sehstörung bis hin zur Blindheit heraus gezögert.

Wiegesagt, Vitamine bleiben spannend.

Links:

Wissen vor Acht, Thema Mikrowelle

Wissenswerkstatt:

Quarks und Co, WDR Medikamentensendung 24.01.2012, 21:00 h:


Autor: Ulrike Brandt-Bohne· 24.01.12 · 21:45 Uhr· 35 Kommentare

20. Januar 2012

Sollten die USA Forschungsergebnisse zur H5N1-Influenza kontrollieren?

Kategorie: Medizin  ·  Kommentare: 7

Im letzten Monat wurden zwei Manuskripte zur Publikation bei Science und Nature eingereicht, die beschrieben, wie man das hoch gefährliche H5N1-Vogelgrippe in Kleinsäugern so modifizieren kann, dass eine Tröpfchenübertragung ermöglicht wird. Danach brach eine Debatte aus, ob solche Daten publiziert werden dürften, die auch hier bei Weitergen geführt wurde.

Influenzavirionen (Bild: Wikipedia)
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Die detaillierten Informationen dieser Manuskripte könnten im Falle einer natürlichen Anpassung des Vogelgrippevirus an die Tröpfcheninfektion von essentieller Bedeutung sein um schnell genug Gegenmaßnahmen wie Impfstoffe oder antivirale Medikamente zu entwickeln. Das US National Science Advisory Board for Biosecurity (NSABB), also ein US-amerikanisches Beratergremium, das für die Einstufung von biologischer Sicherheit zuständig ist, schlug den Journalen Nature und Science letztlich vor, detaillierte Abschnitte aus dem Material & Methoden-Teil der Publikationen zu entfernen, da diese als Bauanleitung für Biowaffen eingesetzt werden könnten. So etwas gab es noch nie in der Geschichte naturwissenschaftlicher Publikationen. Man wolle den Zugang zu den Daten zwar für ausgewählte Wissenschaftler dieses Fachgebietes freigeben, doch wie diese auszuwählen seien, wurde noch nicht benannt. Das alles schlug natürlich mächtige Wellen und nun gab das Journal Nature in der Kategorie Comment einer Reihe von Spezialisten die Chance sich zur Sachlage zu äußern (hier der Orginalartikel: Preventing Pandemics: The fight over Flu).

1. Ron Fouchier & AB Osterhaus: Globalisiere die Diskussion
Die Kommentatoren, eines der beiden Manuskripte stammt aus ihrem Labor an der Erasmus Universität in Rotterdam, Holland, stellen nicht grundsätzlich die Einschränkungen durch die amerikanische Biosicherheitsbehörde in Frage stellen aber fest, dass eine solche Diskussion im globalen Rahmen stattzufinden hat. Da die meisten Gesundheitsrisiken mit dem Vogelgrippevirus in Asien auftreten, sollten Vertreter dieser Länder an der Entscheidungsfindung beteiligt sein. Eine Risikoeinschätzung solcher Tragweite sollte von einem internationalen Gremium getroffen werden!

2. John Steinbruner: Ein System für redigierte Publikationen
J. Steinbruner ist Direktor des Center for International and Security Studies in Maryland und seiner Meinung nach sollte die Kontrolle solcher Interventionen einer bereits bestehenden internationalen Gesundheitsorganisation wie der WHO überlassen werden. Für den Autor ist es ein Unding, dass eine nationale Behörde, die maßgeblich der inländischen Terrorismusabwehr verschrieben ist als Organ für die Einschätzung eines internationalen Risikos dienen soll, sei es gesundheitlicher oder terroristischer Natur.

3. Kwok-Yung Yuen: Die Hong Kong Perspektive
Als Lehrstuhlinhaber für Infektionskrankheiten an der Universität in Hong Kong benennt der Autor die Wichtigkeit dieser Informationen um eine künftige verheerende Pandemie mit ähnlichen Viren zu verhindern, oder sich zumindest angemessen darauf vorzubereiten. Doch er akzeptiert auch die Einschränkungen der NSABB, mit Verweis auf die Pesterreger (Yersinia pestis), die im Sino-Japanischen Krieg bewusst durch infizierte Flöhe freigesetzt wurden und zu Pestausbrüchen führten. Letztendlich ist er der Meinung, dass eine Zensur dem Mißbrauch von Schurkenstaaten keinen Einhalt gebieten kann, durchaus aber der Forschung, die das wichtigste Gegenmittel darstellen könnte. Er schlägt eine kontrollierte Veröffentlichung an ausgewählte Personen vor, zum Beispiel den Direktoren der Labore des WHO-Grippeüberwachungsnetzwerkes.

4. D. A. Henderson: Die ultimative biologische Bedrohung
Als Direktor des Center for Biosecurity an der Universität Pittsburgh ist D. A. Henderson der Meinung, dass die Blaupause für die Entwicklung eines dermassen gefährlichen Virus nicht veröffentlicht werden sollte. Mit der Kapazität fast die Hälfte der Infizierten zu töten (H5N1) und der neu generierten Übertragungsrate eines pandemischen Grippevirusstammes, stellt dies seiner Meinung nach eine zu große Bedrohung in den Händen von Terroristen dar.

5. Lynn Klotz & Ed Sylvester: Angst vor Laborinfektionen
Die Autoren, vom Center for Arms Control and Non-Proliferation (Waffenkontrollbehörde) in Washington DC und der Walter Cronkite School für Journalismus an der Arizona State Universität, machen sich mehr Sorgen um eine zufällige Freisetzung eines gefährlichen Pathogens aus einem der Forschungslabore, die weltweit mit potentiell gefährlichen Krankheitserregern arbeiten. Sie haben eine Studie angestellt, die die Wahrscheinlichkeit eines ungewollten Entweichens aus Laboratorien berechnet und kamen auf einen Risikofaktor von 80% in vier Jahren, bei der Einbeziehung von 42 Laboratorien, die weltweit an potentiell tödlichen, pandemischen Erregern wie SARS oder dem wiederbelebten Grippevirusstamm der Pandemie von 1918 arbeiten. Im Vergleich zu den ca. 30 jährigen Abständen der natürlich auftetenden Grippepandemien sei dies ein vielfaches Risiko. Deshalb schlagen sie strengere Sicherheitmaßnahmen wie Quarantänevorschriften für Mitarbeiter solcher Labore vor, die Umgang mit den Erregern haben.

6. Jeffery K. Taubenberger: Erforscht wie das Virus den Wirt wechselt
Der Lehrstuhlinhaber für Virale Pathogenese und Evolution am US-amerikanischen Nationalen Institut für Allergie und Infektionskrankheiten forscht selbst am Grippevirus. Seine Gruppe hat das Genom des Pandemievirus der Spanischen Grippe von 1918 entschlüsselt und damit neue Forschungsergebnisse zum Wirtswechsel erbracht. Dabei zeigte sich, daß die Anpassungen, die eine Wirtswechsel von Tier zu Mensch ermöglichen multifaktoriell sind und sich beispielsweise zwischen den beiden pandemischen H1N1 Viren von 1918 und 2009 unterschieden. Seiner Meinung nach braucht es die freie Forschung und das damit verbundene freie Einbringen von Ideen vieler talentierter Wissenschaftler. Aber auch eine Kontrolle, um einen Missbrauch bestmöglichst zu kontrollieren hält der Autor für notwendig.

7. Richard H. Ebright: Begrenzung der Risiken einer Freisetzung
R.H. Ebright von der Abteilung für Chemie und chemische Bilogie der Rutgers Universität, ist für eine starke Kontrolle der forschenden Laboratorien, um eine ungewollte Freistzung eines potentiell verheerenden Erregers zu unterbinden. Er sieht ein hohes Risiko in der ungewollten Infektion eines Mitarbeiters und der unkontrollierten Verbreitung oder sogar der gewollten Freisetzung durch einen verwirrten oder verärgerten Mitarbeiter, wie im Falle des Anthraxerregers in den USA. Er schlägt harsche Kontrollmaßnahmen und die Hochstufung der besagten Erreger in die höchste Sicherheitsstufe S4 vor, um die Kontrolle so strikt wie möglich zu implementieren. Seiner Meinung nach sollte es ein Organ geben, dass solche Forschungsvorhaben vor Beginn der selben kontrolliert und im Zweifelsfall direkt unterbindet.

8. David L. Heymann: Wir werden immer Vakzine brauchen
D.L. Heyman, Direktor des Zentrum für Globale Gesundheit am Chatham House, London, weist darauf hin, dass die molekularbiologischen Technikneuerungen der letzten Jahre es ermöglicht haben, potentiell ausgerottete Erreger wie zum Beispiel das Poliovirus, de novo zu synthetisieren, ohne die Notwendigkeit eines eingelagerten Vorrats. Eine Studie ergab, dass eine Neusynthese des ausgerotteten Pockenvirus unter Verwendung öffentlich zugänglicher Sequenzdaten ca. 200 000 Dollar kosten würde. Auch die benötigten Methoden sind mehr oder weniger frei zugänglich. Darum argumentiert der Autor, dass wir auch in Zukunft Forschung benötigen werden um Gegenmaßnahmen wir Impfstoffe gegen potentielle neue Erreger zur Verfügung zu haben.

Ich finde es überaus interessant zu sehen wie unterschiedlich die Meinungen all dieser Spezialisten ausfallen. Von vollständiger Forschungsfreiheit bis zu totaler Kontrolle mit maximaler Sicherheit. Ich schliesse mich eher den gemässigten Meinungen an, da ich mir sicher bin, dass eine Redigierung das Durchsickern solcher Informationen nicht dauerhaft verhindern kann. Außerdem glaube ich nicht, dass es mit der nötigen Infrastruktur und dem Fachwissen so kompliziert ist, alleine durch trial-and-error ähnliche Ergebnisse zu erzielen. Und auch der Zugang zu beispielsweise H5N1-Vogelgrippeviren ist wahrscheinlich nicht zu kompliziert, wenn man sich eine Zeit in Asien frei bewegen würde und die nötigen Mittel zur Verfügung hätte. Deshalb würde ich mich für eine freie Forschung entscheiden, um potentiellen Gefahren vorzubeugen und nicht der Tabuisierung derselben unter dem Vorwand der Sicherheitsschaffung. Die Überwachung der ntürlich auftetenden Erreger sollte dabei, wie es die WHO Überwachungsnetzwerke bereits tun, von einem internationalen Gremium übernommen werden, dessen Vertreter im Falle eines potentiellen Ausbruchs, gemeinsam mit nationalen Organisationen schnell Sicherheitsmaßnahmen ergreifen können.

Wie seht ihr das?


Autor: Felix Bohne· 20.01.12 · 11:17 Uhr· 7 Kommentare

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