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Die Autoren sind beide begeisterte Wissenschaftler. Felix Bohne ist hauptberuflich in der angewandten Grundlagenforschung im Bereich der Virologie/Immunologie tätig, während Ulrike Brandt-Bohne freie Wissenschaftsjournalistin, Reporterin und Moderatorin ist.
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18.01.12 · 17:04 Uhr
Würgeschlangen messen den Herzschlag ihrer Opfer
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 29
Viele Schlangen besitzen keine Giftdrüsen um ihre Opfer zu töten und verlassen sich dabei auf iheren muskulösen Körper. Mit diesem umschlingen sie ihr Opfer und erdrosseln es so lange bis der Tod eintritt. Doch wie wissen sie wann dies der Fallist?
Forscher um Charles F. Zwemer vom Dickinson College haben sich diese Frage auch gestellt und fanden heraus, daß die Schlangen, in diesem Fall Boa constrictors, sich am Herzschlag ihres Opfers orientieren und die Umklammerung erst lösen, wenn der Herzschlag aussetzt.

Um dies zu untersuchen benutzten die Forscher sowohl wild gefangene Schlangen als auch in Gefangenschaft aufgezogene. Diese beiden Gruppen unterscheiden sich in ihrer Diät: DIe wilden Tiere ernährten sich natürlich von lebender Beute, während die in Gefangenschaft gehaltenen Tiere mit toten Beutetieren versorgt wurde.
Durch die Einpflanzung von hydraulischen Ducksensoren und Herzattrappen in Rattenkadaver konnten die Forscher den Herzschlag eines lebenden Beutetieres simulieren und gleichzeitig den von der Schlange ausgeübten Druck messen.
Die beiden Gruppen wurden nun mit den präparierten Rattenkadavern konfrontiert, entweder mit oder ohne simulierten Herzschlag. In beiden Fällen griffen die Schlangen zu, doch die Dauer und Intensität des Würgens war deutlich vom simulierten Herzschlag abhängig. So war die Würgedauer mit simuliertem Herzschlag mit ca. 20 min fast doppelt so lang wie ohne und die Intensität unterschiedlich beim Vergleich von wilden und in Gefangenschaft aufgewachsenen Tieren. Daraus ergibt sich ein eindeutiger Beweis, daß Würgeschlangen den Herzschlag ihres Opfers wahrnehmen können und diesen als Messung für den Eintritt des Todes verwenden. Ausserdem lässt es den Schluß zu, daß dieses Verhalten angeboren ist, die angewandte Intensität des Würgens aber auf Erfahrungen basiert.
Eine Hypothese für die Entwicklung dieses Verhaltens liefern die Forscher gleich mit. Säugetiere und Vögel sind sehr empfindlich gegen den beim Würgen entstehenden Sauerstoffmangel und sterben relativ schnell. Ein so ausgeklügelter Mechanismus wäre für das erlegen solcher Beute gar nicht erforderlich. Es könnte jedoch sein, daß sich der Mechanismus entwickelte, als Würgeschlangen Jagd auf andere Reptilien machten und diese sind viel resitenter gegen Sauerstoffentzug. So können manche Leguane Stunden unter Wasser verbringen und ihren Herzschlag bis auf einen Schlag pro fünf Minuten reduzieren. In einem solchen Fall wäre es hilfreich den genauen Todeszeitpunkt der Beute durch Wahrnehmung deren Herzscghlag ermitteln zu können.
Boback, S., Hall, A., McCann, K., Hayes, A., Forrester, J., & Zwemer, C. (2012). Snake modulates constriction in response to prey's heartbeat Biology Letters DOI: 10.1098/rsbl.2011.1105
Autor: Felix Bohne· 29 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (29)
Könnte es nicht auch sein, dass sich dieser Mechanismus aus der Empfindlichkeit gegenüber "Tasteindrücken" ableiten lässt, da fehlt mir das korrekte Wort, ich meine den Sinn mit dem sie Bodenvibrationen wahrnehmen. Die Vibrationswahrnehmung ist zum Jagen doch bei einigen Arten gut ausgeprägt, deshalb wäre es sinnvoll gewesen, sie auch zum Erkennen des Todeszeitpunkts einzusetzen.
Welche Schlangen wurden denn untersucht, nur Boas? Die haben die weniger empfindlichen Infrarotorgane, um Beute aufzuspüren, die sich über den ganzen Körper ziehen.
Cool.
Noch'n Tipp: Registriert euch bei research blogging, dann könnt ihr auch das schicke Logo einbinden...
... deshalb halte ich die These mit der früheren Jagd auf Reptilien für sinnvoll, wollte ich eigentlich noch schreiben.
Gehirntod per EEG ist auf jeden Fall politisch korrekter und ethisch ackzeptabler. Scheissschlangen!
Hallo, danke für den Text, aber pardon: Welchen Sinn macht es eigentlich, in einem Blog ohne zusätzliche Information oder Einstufung das wiederzukäuen, was dpa und Konsorten schon längst herumgeschickt haben? Das betrifft nicht nur euch, sondern auch viele andere auf ScienceBlogs. Und es wurmt mich schon lange. Entschuldigung, dass ich das Thema nun bei euch aufs Tapet bringe. :-)
@Jo
Vielleicht Wissenschaftskommunikation ...?
Les ich dpa, die Biology Letters oder so etwas? Nein, aber diesen Blog.
@Georg Hoffmann· 18.01.12 · 19:02 Uhr
Jo, darum wollte meine Boa ja auch ein EEG-Gerät haben. Als ich ihr den Preis nannte meinte sie nur noch: BOA. DAS hat sie gehört!@Theres: Tolle Assoziatinsgabe! Genau den zusammenhang mit der Fortbewegung haben die Autoren auch noch benannt! Gratultion! Braucht sicher ne gute wahrnehmung einen Körper ohne Gliedmaßen so elegant fortzubewegen
@MartinB: wir sind bei Researchblogging, danke für den Tip aber die Technik will noch nicht mitspielen und ich wollte das Icon nich verwenden ohne daß die Posts auch dort erscheinen! Bin dran und hoffe das noch hinzukriegen!
@Jo: wäre etwas lahm wenn ich hier nur von meinen eigenen Ergebnissen berichten würde, das würde wohl niemand hinter dem Ofen vorlocken! Aber von Zeit zu Zeit werd ich's versuchen. Versprohen!
@GeorgHoffmann: absolut! Scheissschlangen! Aber so ein tragbares EEG ist schon praktisch!
@ZetaOri: booaahh hört Die gut!!
@ MartinB schrieb:
"Cool.
Noch'n Tipp: Registriert euch bei research blogging, dann könnt ihr auch das schicke Logo einbinden..."
Einen vergleichbaren Artikel gibt es bei Spiegel-0nline und noch vermutlich anderen Online-Medien ohne das alberne Signe 'research blogging'. Ich habe mich schon oft gefragt, warum sich Blogger, wenn sie englischsprachige wissenschaftliche Artikel zusammenfassend übersetzen, im Unterschied zu normalen Wissenschaftsjournalisten mit der Auszeichnung 'research blogging' adeln? Tatsächlich - und damit meine ich nicht unbedingt diesen Artikel - doch nur die Redundanz im Netz.
@ MartinB schrieb:
"Cool.
Noch'n Tipp: Registriert euch bei research blogging, dann könnt ihr auch das schicke Logo einbinden..."
Einen vergleichbaren Artikel gibt es bei Spiegel-0nline und noch vermutlich anderen Online-Medien ohne das alberne Signe 'research blogging'. Ich habe mich schon oft gefragt, warum sich Blogger, wenn sie englischsprachige wissenschaftliche Artikel zusammenfassend übersetzen, im Unterschied zu normalen Wissenschaftsjournalisten mit der Auszeichnung 'research blogging' adeln? Tatsächlich - und damit meine ich nicht unbedingt diesen Artikel - doch nur die Redundanz im Netz.
Felix Bohne· 18.01.12 · 21:01 Uhr
Hah! Was glaubst Du, wie gut die erst würgt, wenn die so Serpento-Rassisten in die Finger (! soviel zu "Körper ohne Gliedmaßen") kriegt! Das einzige, was Dich evt. rettet ist das "... so elegant fortzubewegen"; elegant hört sie gerne, mhm. Aber der Schorsch Hoffmann ist dran!@Felix Bohne und ZetaOri
:)))))
@ZetaOri: jetzt bin ich gekränkt! Terpentin-Nudist o.k aber Serpento-Rassist? Das geht entschieden zu weit!!
@Theres· 18.01.12 · 21:59 Uhr
WIR haben NIX gemacht. Schorsch hat angefangen!@Felix Bohne· 18.01.12 · 23:02 Uhr
Ach, und die empfindliche Psyche meiner Boa ist Dir wohl egal? Wie wär´s mit `ner Entschuldigung? In-te-res-sant, hast Du eigentlich Dein holdes Weib gefragt, ob Du hier aus den Nähkästchen plaudern darfst?DAS fand meine Boa auch!!! Überleg Dir schon mal, was an ihr sonst noch alles 'elegant' sein könnte.Übrigens: Auch tragbare EKGs sind für das Budget meiner Boa NICHT tragbar, so! Aber vielleicht stiftes Du ihr ja eines, Zwecks der 'ethischen Akzeptanz' . . . und so?
@ZetaOri
Sollte das nicht eher Georg finanzieren?
Hast du wirklich ne Boa? Boah eyh.
Ich war mir nie sicher, ob ich Schlangen mag, anfassen und so, schließlich begegnet man ihnen zu selten, bis ich mal eine zahme kennen lernte. Hergeben wollte ich sie gar nicht mehr, so faszinierend, elegant und weich. Das war ein noch junger, kleiner Phyton, glaube ich wenigstens. War satt :)
@ZetaOri: OK, OK! Entschuldigung! Man kann echt gar nix mehr sagen ohne irgendwem/was auf der Psyche rumzutrampeln! Klingt für mich nach Boarn Out Syndrom! Bei der Überempfindlichkeit!
@Theres: Die dpa liest du in der Regel ganz automatisch, wenn du auf einer von den größeren Nicht-Blog-Seite mit Wissenschaftsmeldungen (Spiegel, Focus usw.) unterwegs bist.
@FelixBohne: Und genau deshalb geht es mir auch weniger um deine eigenen Resultate als vielmehr darum, dass ihr andere Resultate einordnet und Hintergründe erläutert, gerne auch mal gut begründet in der Luft zerreißt oder in höchsten Tönen lobt - mit all eurer Fachkompetenz, die euch mehr als platte Kalauer ermöglichen sollte.
@Theres· 19.01.12 · 00:00 Uhr
Nixda, auch für die Kommentare ist immer noch der Blogbetreiber verantwortlich.Öööh ... , ich vermute mal, dass die Anzahl meiner Boas exakt der Anzahl der EKG-Geräte im Besitz des Klimaforschers Georg Hoffmann entspricht. Die größte Schlange, die ich mal vor etwa `nem halben Jhdt. für kurze Zeit hatte, war `ne kleine Ringelnatter, selbsterbeutet! Aufgrund evidenten Serpento-Rassismusses in der eigenen Familie habe ich sie bald wieder freigelassen.Na ja, lt. Genesis zumindest einmal zu häufig! (obwohl ich ja glaube, dass dahinter eine gezielte Diffamierungskampagne religiöser Fanatiker steckt, siehe ->Serpento-Rassismus)Meine (ähem) Boa nickt zustimmend, ich glaube Du hast bei ihr `nen Stein im Brett. Hat er Dir `nen Apfel angeboten? VORSICHT!!!@Felix Bohne· 19.01.12 · 08:11 Uhr
Na gut, sie verzeiht Dir (zumindest so lange, bis sie wieder Hunger hat). Tja, wo heute jeder auf politisch korrekter Bezeichnung besteht, kann man ja wohl auch wenigstens ein bischen 'serpentical Correctness' verlangen. Nee nee, diese Hochsensibilität ((!) von wegen Überempfindlichkeit) ist selbstverständlich (wie auch oben schon angedeutet) eine evolutionäre Errungenschaft: 'Boarn to creep', ... oder so.@Jo· 19.01.12 · 08:55 Uhr
Is ja schon gut, ab sofort nur noch wohlbeleibte. Hier mal der calauer Bürgermeister (4. v.l.). Dick genug?@ZetaOri
Baum der Erkenntnis, hm? Wäre mal wieder Zeit für eine Auffrischung, meinst du ...
Felix Bohne braucht die anscheinend nicht ;) Klar hat die Schlange mir Äpfel angeboten, war ne liebe, höfliche Schlange, aber mehrere und nebenan war ein Bioladen mit intaktem Inhaber. Außerdem ging das Lernen nicht leichter hinterher, deshalb kann es nichts geheißen haben.
@ZetaOri:
Boooooooah, also, wenn Deine Boa das hier GEHÖRT hat, würde ich gleich mal in der nächsten Uni mit Fach Veterinärmedizin oder Biologie vorbeischauen...das wäre mal eine echte veterinärmedizinische Sensation...
PS:@JO: Das Leben ist zu kurz, um jedes Mal zum Lachen in den Keller zu gehen...
Lachen wirkt signifikant lebensverlängernt uuund...
kleiner Tip: Bei akuter Spassallergie: Einfach nur den wissenschaflichen Beitrag lesen...
die Kommentatoren lassen sich nämlich schlecht kontrollieren-das Leben kann SEHR ungerecht sein
@Theres· 19.01.12 · 13:19 Uhr
Nöö, hat beim ersten Mal nix gebracht, ausser dass irgendwer `ne langweilige Geschichte darüber geschrieben hat, warum sollte es heute mehr bringen?Bestimmt nicht, weil, frei nach Wilhelm Busch: ...Wer Terpentin hat, hat auch ...ööh... Erkenntnis! Verdächtig, verdächtig! Die in diesem urzeitlichen Obstgarten soll ja auch ausgesprochen höflich, ja, gar zuvorkommend gewesen sein. WO? WO? Hmmm, war vielleicht `ne "falsche" Schlange? Die andere war ja angeblich die Verkörperung von so´nem unterirdischen Ofenheizer mit Hörnern und Bocksfuß. Na ja, Glück gehabt.@Muddi & theBlowfish· 19.01.12 · 13:56 Uhr
Ach, Du meinst, wegen der fehlenden Aussenohren? Hah!a) Du kennst MEINE Boa nicht. Die kann nicht nur hören, die kann sogar fliegen, ist nämlich `ne sogenannte F(l)eder-Boa! (Aber vielleicht wäre ja doch `ne Uni interessiert? Warte mal, ... hmm, TU Braunschweig, ... hat sowohl ein 'Zoologisches Institut' als auch eines für Genetik. Was meinst Du, wo fällt so´ne Flederboa eher rein?)
b) Das "gehört" war natürlich im umgangssprachlichen Sinne für "aufgeschnappt" oder "mitbekommen" gemeint, das schließt akustische Information zwar ein, beschränkt sich aber nicht darauf. Natürlich hat sie´s nicht "gehört". Aber nicht wegen der NICHT fehlenden Aussenohren, sondern weil ich einen ausgesprochen leisen Bildschirm besitze. Sie hat´s gerochen (und: JA, nematische Flüssigkristall-Segmente riechen je nach Polarisationswinkel unterschiedlich, zumindest für Fleder-Boas)!Manche wohnen da, das ist dann ganz praktisch.Ich soll ausrichten: Das Leben IST ungerecht, besonders für eine kleine Fleder-Boa!!!
@ZetaOri:
Jede Uni, an der ein Rocky Horror Picture Filmabend oder das Musical aufgeführt wird, wird Deiner Boa gerne Asyl gewähren....vergiss aber bitte das Toastbrot nicht, vielleicht werden die ja Freunde....
wenn Deine F(l)leder Boa hören UND den Puls messen kann.....ist sie eventuell ein verzaubertes Blutdruckmessgerät?
ich hab jetzt zwar nicht alles gelesen …
aber messen tun die viecher nix. ich weiß z.b. auch aus verschiedenen gründen, welche indizien dafür sprechen, dass wasser kocht – ohne zu messen.
@Muddi & theBlowfish· 20.01.12 · 17:44 Uhr
Hmm, ... eigentlich hatte ich ja an etwas 'wissenschaftlicheres' gedacht. Ausserdem: Toastbrot ist fade. Wenn schon, dann schmeißen wir mit roher Leber, das klatscht so schön und macht lustige Flecken.DAS wär´ ja´n Ding! Also, mir hat man sie als Boa verkauft. Aber wart´ mal, ich frag . . . .. . . .
. . . .
Boah, woher hast Du das gewußt? Sie sagt: JA! Allerdings müsse ich sie vorher küssen, damit sie sich zurückverwandelt. Erst war ich ja versucht, aber dann hab´ ich mal nach aktuellen Preisen für solche Geräte gegoogelt und auf die Knutscherei verzichtet.
Ausserdem läge ihr Messbereich zwischen 200 und 500 mmHg (ist an Giraffen kalibriert worden). Was soll ich denn damit, ... soweit bin ich noch lange nicht!