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Georg Hoffmann hat an der Ruhr-Universität Bochum Physik studiert und anschliessend am Max-Planck Institut Hamburg mit einer Arbeit zu Tracern in globalen Zirkulationsmodellen, sogenannten "Klimamodellen", promoviert. Danach arbeitete er 15 Jahre in Paris am LSCE, Laboratoire des Sciences du Climat et de l'Environnement, zu verschiedenen Aspekten der Paleo-Klimatologie. Momentan forscht er im Rahmen eines gemeinsamen Projekt der Universität Utrecht, dem holländischen Weltraumzentrum SRON und dem holländischen Wetterdienst KNMI. Das Bild ist dem Stadionheft April 2004 des VFL Bochum entnommen und zeigt ihn mit der Vereinsfahne, die er einzig zu diesem Zweck quer durch die Antarktis geschleppt hatte. Tss. Unglaublich.

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Neues in der Kategorie Technik

19. Januar 2012

Angesichts des Klimawandels ist die Kernkraft wirklich eine "Energie der Vergangenheit"?

Kategorie: Technik·Umwelt  ·  Kommentare: 560

Die drei renomierten französischen Physiker, Sébastien Balibar, Yves Bréchet und Edouard Brézin, alle drei Mitglieder der Academie de Sciences, sprechen sich in diesem Aufruf für einen weiteren Einsatz und sogar Ausbau der Kernenergie aus. Sie begründen dies insbesondere mit den Gefahren des durch Treibhausgase verursachten Klimawandel. Im gerade beginnenden Wahlkampf in Frankreich setzen sie sich in diesem Text insbesondere mit der deutschen Entscheidung zum Ausstieg auseinander.

Der Text wurde zuerst von Sylvestre Huet auf science^2 veröffentlicht. Er selbst als auch Edouard Brézin waren mit der Zweitveröffentlichung einverstanden und Primaklima bedankt sich natürlich dafür.

«UNE ÉNERGIE DU PASSÉ ?


Die Zukunft unserer Kernenergie findet sich mitten im Wahlkampf wieder. Es gibt eine Spaltung zwischen rechts/links, aber auch eine Debatte innerhalb der Linken, wie die Erklärungen von Michel Rocard und Jean-Pierre Chévenement bezeugen (Anm. Ricard war sozialistischer Ministerpräsident unter Mitterand und Chevènement Innenminister. Beide gehören zur eher konservativen Linken, etwa wie Schmidt oder Steinmeier). « Archaische Energie » nennen es die Grünen, die Augen ganz auf das deutsche Vorbild gerichtet, wobei sie aber sich jeder Stellungnahme zu den dutzenden Kohlekraftwerken enthalten, die sich gerade bei unseren Nachbarn im Bau befinden, oder zu dem beachtlichen Anstieg der CO2 Emissionen, zu dem die deutsche Entscheidung eines sofortigen Nuklearstops bereits führte : 2 Millionen Tonnen zusätzlich pro Monat. Unter diesen Umständen nichts und niemand kann an der Diskussion teilnehmen ohne verdächtigt zu werden der Sprecher einer Partei oder eines Parteiflügels zu sein. Möge also der Leser bitte uns zugestehen : Nichts von all dem motiviert uns hierzu.

Brechet.jpg

Bild 1: Yves Brechet ist Physiker und Materialforscher am Laboratoire "Science et ingénierie des matériaux et des procédés" de Grenoble (SIMAP). Seit 2010 Mitglied der Academie de Sciences.


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Autor: Georg Hoffmann· 19.01.12 · 22:33 Uhr· 560 Kommentare

15. Januar 2012

Pack das Treibhaus in den Chip: Wie man einen Photovoltaik-Chip behandeln muss, um deutlich effektiver zu werden.

Kategorie: Technik  ·  Kommentare: 226

Sonnenlicht einfangen, in Wärme umwandeln und die Wärmeabstrahlung, soweit es geht, verhindern. Für einen Klimawissenschaftler hört sich das irgendwie bekannt an, stimmts? So könnte man den Treibhauseffekt kurz zusammenfassen. Ein Artikel aus dem Economist hatte diesen ironischen Twist für mich. Aber der Reihe nach.

Die Sonnenenergie ist ja der Umweltbewegung ihr Liebling (Ruhrgebiet-Genitiv). Ich konnte und kann mich eigentlich dafür bislang nicht so recht begeistern. Viele Gründe dafür finden sich in dem hervorragenden Buch "Sustainable Energy - Without the hot air" von David JC MacKay (vollständig online verfügbar). Insbesondere für Photovoltaik gilt: Hoher Flächenverbrauch, hohe Produktionskosten, Umweltprobleme bei der Produktion und der Beschaffung der nötigen seltenen Erden, zu kurze Lebenszeit. Das heisst natürlich nicht, dass es nicht eines Tages alles besser aussieht, als es das bislang tut.

Um aus der Sonnenenergie Strom herzustellen, hat man im Prinzip bislang zwei Möglichkeiten. (1) Man kann die einfallende Strahlung konzentrieren, Wasser erhitzen und dann "klassisch" per Turbinen Strom erzeugen. Hier in der Nähe von Sevilla, genauer in Sanlucar Mayor, gibt es eines der ersten Solarkraftwerke diesen Typs. Die hier in Andalusien ja nun reichlich vorhandene Sonne wird von ein paar hundert Spiegeln gebündelt und auf den oberen Teil eines Turms konzentriert (siehe Bild 1), in dem ein steter Wasserfluss bis zur Verdampfung erhitzt wird. Danach geht es klassisch weiter mit Turbinen und schliesslich Strom für die Einwohner von Sanlucar. Bei meinen Radtouren hier in der Umgebung kann ich das strahlende Licht der beiden Türme immer zur Orientierung benutzen. Bei Gelegenheit werde ich mal zu den beiden Türmen fahren, selber ein paar Fotos machen und, wenn sich etwa an einem Tag der offenen Tür die Gelegenheit bietet, mit den dortigen Ingenieuren sprechen. Positiv an der Konstruktion in Sanlucar ist, dass im Prinzip das gesamte einfallende Sonnenlichtspektrum genutzt wird. Negativ, und zwar so negativ, dass meines Wissens nach die Anlage nicht wirklich oekonomisch funktioniert, sind die permanenten mechanischen Probleme. Hört sich einfach an, wurde aber anscheinend bisher nicht zufriedenstellend gelöst. Sanlucar blieb selbst hier in Andalusien bislang eine Versuchsanlage.
(2) Die andere Möglichkeit, Energie aus der einfallenden Sonnenstrahlung zu produzieren, ist natürlich die Photovoltaik. Die Effizienz liegt bei kommerziell üblichen Modellen um die 25%, vor allem deshalb, weil nur ein beschränkter Teil des Spektrums wirklich zum Herauskicken der Elektronen aus den P-N Bindungen in klassischen Halbleiterelemente genutzt wird. Mal abgesehen davon, dass sich die Produktion von etwas aus Gallium-Arsen Mischungen nicht gerade gesund anhört, gibt es ein Problem mit der Effizienz dieser PN Bindungen, deren theoretisches oberes Limit bei 31% liegt, dem sogenannten Shockley-Queisser Limit. Das Grundproblem besteht darin, dass der stromerzeugende Halbleiter eben gleichzeitig der Absorber ist. Als Absorber nimmt er das gesamte solare Spektrum auf, als Halbleiter kann er aber nur einen Teil des Spektrums benutzen.

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Bild 1: Sonnenkraftwerk in Sanlucar La Mayor, 30 km von Sevilla entfernt.

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Autor: Georg Hoffmann· 15.01.12 · 16:51 Uhr· 226 Kommentare

03. Juni 2010

Cancellara gibt Gas!

Kategorie: Technik  ·  Kommentare: 105

Die Nachricht kam gestern bei den groszen Tageszeitungen an und das Video ist einfach klasse gemacht. Wenn also dieser Beitrag zum technischen Doping beim Fahrradfahren die Reputation von Primaklima auch weiter ruinieren wird, so kann ich doch nicht anders.
Die Story ist einfach zu gut. Davide Cassani, ehemaliger Radprofi, bekam beim Anblick einiger Leistungen vom Klassikerspezialisten Fabian Cancellara Zweifel. Einige Antritte waren ihm einfach zu unglaublich. Die Mauer von Grummont bei der Flandern Rundfahrt ist Cancellara hochgesaust wie wohl noch niemand zuvor. Doping also? Nein, meint Cassani, technisches Doping.
Das Video ist ganz grosses Kino und ich geb zu, einige Antritte Cancellaras kommen mir auch unheimlich vor. Trotzdem, trotz all der Landis, Ulrich, Armstrong, vorerst kann ich noch nicht an die Story glauben.

Schon eine Millionen Klicks hat dieses Video Davide Cassanis zum neuen Doping in der Radszene: dem technischen Doping.


Autor: Georg Hoffmann· 03.06.10 · 14:30 Uhr· 105 Kommentare

11. Mai 2010

Jetzt wird's wirklich ernst: Papstbesuch in Fatima von Vulkanasche bedroht

Kategorie: Technik  ·  Kommentare: 13

Ich schiebe hier Frust, weil mein Flug heute abend nach Sevilla annuliert wurde. Es kann aber noch schlimmer kommen. Die Pilgerflüge zum Papstbesuch in Fatima sind auch gestoppt. Jetzt hilft nur noch ein Wunder, was aber unter diesen Umstanden kein Problem sein sollte.

Auch der Papst ist von der Asche betroffen. Traurig, traurig.


Autor: Georg Hoffmann· 11.05.10 · 11:09 Uhr· 13 Kommentare

09. Mai 2010

Eyjafjellajokull schon wieder - Ein Update

Kategorie: Technik·Umwelt  ·  Kommentare: 16

Der Eyjafjalla gibt keine Ruhe. Möglicherweise hat ein neuer Wassereinbruch zu der erneuten Explosivität geführt. Die Aschewolke wurde bis 6km Höhe hochgeschossen, eine ideale Reisehöhe für die winzigen Aschepartikel. Einige Artikel sprechen aber schon von 10 km, was der Reisehöhe von Flugzeugen entspricht und entsprechend unangenehmer ist. Es sind momentan alle Flughäfen (19) im Norden Spaniens (Galizien, Asturien und Baskenland) gesperrt. Die Asche wird im Lauf des Tages in Frankreich erwartet. Einmal in solcher Höhe angekommen ist der Rest des Staubproblems durch einen schlichten Blick auf die Wetterkarten lösbar. Schon weiss man ungefähr, wann und wo die Asche landet.

  • Bild 1: Da ist er schon wieder, der Eyjafjellajokull. Es werden momentan Flüge von Italien nach Nizza und Paris storniert.


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    Autor: Georg Hoffmann· 09.05.10 · 12:27 Uhr· 16 Kommentare

  • 25. August 2009

    Die deutsche Beluga Reederei nutzt als erste Handelsschifffahrtslinie die Nordost Passage

    Kategorie: Technik·Umwelt  ·  Kommentare: 12

    Die kommerzielle Nutzung der Arktis steht erst an ihrem Anfang und der Klimawandel spielt eine wichtige Rolle dabei. Spiegel Reporter Christoph Seidler schrieb bereits eine Serie von Artikeln zum Thema "Der Run auf die Arktis" und Primaklima berichtete bereits mehrmals darüber (hier und hier). Sein jüngst erschienenes Buch "Arktisches Monopoly" wird ebenfalls hier in Kürze besprochen. Daher jetzt nur ein Aspekt dieses "Monopoly".

    MSBelugaForesight_Reede_Wladiwostok.jpg

    Bild 1: Die Beluga Foresight vor Wladiwostok. MS „Beluga Foresight":48.27N 150.09E (heute, 24.08.2009 @ 08.00 Uhr deutscher Zeit, voraussichtliche Ankunft in Novyy Port / Yamburg: 06.09.2009)

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    Autor: Georg Hoffmann· 25.08.09 · 11:51 Uhr· 12 Kommentare

    17. Juli 2009

    Gravity - son of a bitch

    Kategorie: Technik  ·  Kommentare: 6

    Der Mensch ist böse. Das folgende Video zeigt das tragische Ende eines Traums, des Traums gegen die Gravitation mit einem lächerlichen Kostüm ankämpfen zu können. Das Video endet, empfindliche Gemüter seien gewarnt, mit dem Tod eines Österreich-stämmigen Pariser Damenschneiders, der aus unklaren Gründen der festen Meinung war, viele flatternde Kleider sein sicher genug, um zu fliegen. Ich gebe zu, meine erste Reaktion angesichts dieser Bilder war, mir den zum Lachen bereiten Mund zuzuhalten. Wie kann ein Mensch nur so dämlich sein?

    Franz_Reichelt_1912.jpg

    Bild: Françcois Reichelt mit seinem Fallschirm Kostum. Viele fehlgeschlagene Versuche in seinem heimischen Hof mit Sprüngen aus zehn Metern Höhe in einen Strohhaufen brachten ihn nicht von seinem Versuch, vom Eifelturm zu springen. Ohne Stroh.

    Nach monatelangen Testflügen mit speziellen Puppen, die er in das gleiche Fledermauskostüm gezwängt hat und die allesamt fehlschlugen, fühlte Monsieur François (Franz) Reichelt sich hinreichend gerüstet den Sprung aus der ersten Etage des Eiffelturms zu wagen. Der Film ist in seiner Weise rührend (François' Schwarz-weiss-stummes Posieren), schrecklich (sein Fall mit hochwirbelnden Staub nach dem Aufschlag) und zynisch (die nicht sonderlich erschütterte Masse und die Ausmessung des Aufschlaglochs im Sand des Marsfeldes. Was sind wir doch für eine seltame Spezies?
    Die Obduktion ergab, dass Francois vor dem Aufschlag an Herzstillstand gestorben sei.

    via Liberation.


    Autor: Georg Hoffmann· 17.07.09 · 17:48 Uhr· 6 Kommentare

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