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Georg Hoffmann hat an der Ruhr-Universität Bochum Physik studiert und anschliessend am Max-Planck Institut Hamburg mit einer Arbeit zu Tracern in globalen Zirkulationsmodellen, sogenannten "Klimamodellen", promoviert. Danach arbeitete er 15 Jahre in Paris am LSCE, Laboratoire des Sciences du Climat et de l'Environnement, zu verschiedenen Aspekten der Paleo-Klimatologie. Momentan forscht er im Rahmen eines gemeinsamen Projekt der Universität Utrecht, dem holländischen Weltraumzentrum SRON und dem holländischen Wetterdienst KNMI. Das Bild ist dem Stadionheft April 2004 des VFL Bochum entnommen und zeigt ihn mit der Vereinsfahne, die er einzig zu diesem Zweck quer durch die Antarktis geschleppt hatte. Tss. Unglaublich.
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- Alexandra · 12.02.12 · 02:15 Uhr Habemus Nature - Teil I : Wie man die eiszeitliche Produktivität abschätzt.
- Jan · 11.02.12 · 21:31 Uhr Abstimmung: Kernkraft, ja, nein, ein bisschen, vielleicht doch irgendwann mal
- SHader · 10.02.12 · 20:46 Uhr Nochmal tausende Mails von Klimaforschern gehackt
- Krishna Gans · 05.02.12 · 15:53 Uhr Matt Ridley zur Klimasensitivität - Scheitern auf sehr niedrigem Niveau
- kai · 04.02.12 · 12:16 Uhr Angesichts des Klimawandels ist die Kernkraft wirklich eine "Energie der Vergangenheit"?
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Neues in der Kategorie Naturwissenschaften
24. Januar 2012
Habemus Nature - Teil I : Wie man die eiszeitliche Produktivität abschätzt.
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 265
Na ehrlich gesagt, haben wir keinen Nature Artikel, sondern einen Nature Geoscience Artikel. Auch nicht schlecht. Ich dachte, das wäre mal eine Gelegenheit, von dem zu sprechen, was ich denn konkret den lieben langen Tag so treibe, obwohl ich selbst, warum auch immer, nie besondere Lust über etwas auf Primaklima zu schreiben, worüber ich ohnehin schon den ganzen Tag gearbeitet habe.
Worum geht es in dem Artikel? Eines der drei groszen Probleme der Paleoklimaforschung ist es wahrscheinlich, den Faktor oder die Faktoren zu finden, die für den glazialen CO2 Wert verantwortlich sind. Bevor der Mensch in den letzten 200 Jahren das Kommando bei den CO2 Flüssen übernahm, variierte der CO2 Wert in der Atmosphäre in den letzten ca 10000 Jahren, dem sogenannten Holozän, sehr wenig zwischen 260ppm und 280ppm. Davor aber lag eine Zeitspanne von 30.000 Jahren glazialer Bedingungen, in der die CO2 Werte zwischen 180ppm und 200 ppm schwankten. In dieser Zeit liegt auch das glaziale Maximum um ca 21.000 Jahren vor Heute mit der gröstzen kontinentalen Eisausdehnung und den niedrigsten CO2 Werten. Doch wie kommt es zu den ca. 100ppm Differenz zwischen dem heutigen Interglazial und der letzten Eiszeit? Das Problem existiert ja nicht nur in den letzten 100.000 Jahren sondern, wie uns Messungen am Dome C EPICA Eiskern zeigen, praktisch die gesamten letzten 1 Millionen Jahre.

Bild 1: Methan, Wasserisotope und CO2 vom europäischen Eiskernprojekt EPICA, Dome Concordia in der Ost-Antarktis. Die Wasserisotope sind im wesentlichen linear von der lokalen Temperatur bestimmt. Es ist einer der fundamentalen Fragen der Geochemie, wieso die eiszeitlichen CO2 Werte um 100ppm niedriger waren, denn der kältere, glaziale Ozean erklärt dies eben gerade nicht.
Autor: Georg Hoffmann· 24.01.12 · 14:28 Uhr· 265 Kommentare
18. Januar 2012
Umfrage: Wer kennt das Hartwell Paper?
Kategorie: Naturwissenschaften·Politik·Umwelt · Kommentare: 54
Auf einem anderen Planeten im WWW kam es zu einer Diskussion zu diesem und jenem (wie das ja so ublich ist in der Galaxie "Internetblogs") und da ich ja immer der Meinung bin, dass man Streitfragen am besten auf den Grund gehen sollte, versuche ich das jetzt mal mit dieser Umfrage.
Wer hat schon mal von dem Hartwell Paper gehört? Das ist die eigentliche Umfrage und es gibt im Wesentlichen nur Ja/Nein. Falls die Antwort ja ist, bitte zwei beliebige Stichworte dazu unten in den Kommentaren nennen. Und, heh, nicht spiecken!
Vielen Dank an alle, die mitgemacht haben. Ich habe einmal hier die Scienceblogs Community "missbraucht", um einen kleinen Streitpunkt zu klären. Mein Gegenüber in einer Diskussion meinte, dass sich in Sachen Klimadebatte einiges seit dem Hartwell Paper geändert hätte, und ich vertrat die Meinung, dass das eher unwahrscheilich ist, schon allein weil es keiner kennt. Das Ergebnis hier (ca. 200Stimmungen, 90% haben noch nie vom Hartwell Paper gehört) scheint mir ja eher recht zu geben. Insbesondere wenn man sich vor Augen führt, dass die Leser hier eher zu den gut bis best Informierten in Sachen Klima gehören. Anyhow, wer doch neugierig geworden ist, findet das Hartwell Paper hier.
Autor: Georg Hoffmann· 18.01.12 · 16:58 Uhr· 54 Kommentare
10. Januar 2012
Der neueste globale Gletscherreport des WGMS ist raus
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 133
Mittlerweile gibt es ja 4 globale Temperaturdatensätze (HadCRU, GISS, NOAA, und seit neuestem auch BEST), die auf meteorologischen Temperaturdatensätzen beruhen, und zwei (RSS, UAH), die auf Satelitenmessungen im Mikrowellenbereich beruhen. Die globalen Trends dieser Datensätze ähneln sich sehr (über die letzten 40 Jahre eine Erwärmung von ca 0.15°C/Dekade). Korrigiert man diese Datensätze um ihren Anteil natürlicher Variablität (ENSO, Vulkane, Sonne), auf den jeder Datensatz ein wenig anders reagiert (die Satellitendatensätze etwa reagieren stärker auf ENSO, da die untere Atmosphäre, die sie eigentlich messen, sich schneller und weitflächiger bei ENSO Ereignissen erwärmt oder abkühlt.), so ist der verbleibende und somit bereinigte Erwärmungstrend der letzten 40 Jahre aller Datensätze praktisch identisch.

Bild 1: Die WGMS Gletscher. 114 regelmäszig beobachtete Gletscher und 22 davon Langzeit-Rekords.
Autor: Georg Hoffmann· 10.01.12 · 22:39 Uhr· 133 Kommentare
02. Januar 2012
Gibt es einen Einfluss des geomagnetischen Feldes auf das Klima?
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 140
Anlässlich eines jüngst erschienenen von Forster und Rahmstorf kamen wiedermal einige schon tausend Mal wiederlegte Argumente zum Thema "Was beeinflusst die globalen Temperaturen" nach oben geblubbert. F&R haben sich damit beschäftigt, was passiert wenn man bekannte/häufig diskutierte externe Forcingfaktoren (ENSO, Vulkanausbrüche und Variationen der Sonnenaktivität) von den existierenden Temperaturdatensätzen abzieht. Sicher ist ENSO nicht im gleichen Sinne "extern" wie es meinethlaben ein Vulkanausbruch ist. Da aber bislang ohnehin keine Änderungen von El Niño/La Niña Variationen bekannt sind, die mit dem ansteigenden Treibhauseffekt zu tun hätten und eine solche Verbindung (ENSO - globale Erwärmung) auch für die Zukunft nicht klar vorausgesagt ist, kann man ENSO jetzt mal als "extern" betrachten. Schliesslich geht es in F&R darum, das anthropogene Signal in den verschiedenen globalen Temperaturdatensätzen "gereinigt" vom störenden Rest der natürlichen Faktoren darzustellen.

Bild 1: Verformung des Erdmagnetfeldes durch den Sonnenwind und Variationen des solaren Magnetfeldes.
Autor: Georg Hoffmann· 02.01.12 · 13:40 Uhr· 140 Kommentare
17. November 2011
Professor Dronskowski antwortet
Kategorie: Kultur·Naturwissenschaften · Kommentare: 164
Hut ab! Professor Dronskowski hat mir den folgenden Beitrag zugesandt, nachdem ich Ihn in einer Mail auf meinen Klimaschmock-Artikel aufmerksam gemacht habe. So muss es sein. Einige Dinge werden in seiner Replik sicher geradegestellt, insbsondere war sicher der Zusammenhang seiner Worte, nämlich eine Einführungsvorlesung in die Chemie an der RWTH, zu berücksichtigen. Der Vortrag, der jetzt nicht mehr im Internet verfügbar ist, war sicher nicht dazu gedacht, ein klimaskeptisches Gesamtgemälde zu malen, sondern war nur ein 11 Minuten Ausschnitt aus der besagten Vorlesung. Trotzdem meine ich, dass auch in diesem Fall es die Klimaforschung verdient hätte, objektiver dargestellt zu werden und nicht nur als Beispiel für alles, was so im Argen liegt in der Wissenschaft, dienen sollte. Anyhow, hier die Entgegnung Professor Dronskowskis

Bild 1: Das Kommitee zur Vergabe des Klimaschmock des Monats nimmt die Replik zur Kenntnis. Science is a contact sport.
Autor: Georg Hoffmann· 17.11.11 · 17:51 Uhr· 164 Kommentare
11. November 2011
Matt Ridley zur Klimasensitivität - Scheitern auf sehr niedrigem Niveau
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 43
Anlass dieses Beitrags zur Klimasensitivität war ein Beitrag Matt Ridleys (hier oder hier) zu den Klimawissenschaften und warum und wie diese seiner Meinung nach durch eine sich zwanghaft immer wieder selbst bestätigende Wissenschaftselite zur Pseudowissenschaft verformt wurde. Das wäre nicht weiter beachtenswert, wenn Anthony-Mathe-ist-nur-ein-Wort-Watts zu diesem Schluss gekommen wäre. Matt Ridley aber hat nicht nur ganz allgemein eine Menge kluger Bücher verfasst, sondern eben auch mit "The Red Queen" wahrscheinlich eines der drei besten allgemeinwissenschaftlichen Bücher zum Thema Evolution. Es ist also besonders traurig zu sehen, dass absolut jede seiner "wissenschaftlichen" Aussagen zu den Klimawissenschaften auf oberflächlich zusammengegoogelten Käse von Klimaskeptikern handelt. Absolut jede ist falsch oder verdreht dargestellt, und nichtmals sonderlich tiefes Graben hätte Ridley darauf bringen können. Sein Schlussstatement "I've spent a lot of time on climate," hat mich jedenfalls fast vom Hocker fallen lassen.
Ein Satz zur Klimasensitivität in Ridleys Aufsatz hat mich nun besonders aufhorchen lassen.
"For instance, earlier this year, a tenacious British mathematician named Nic Lewis started looking into the question of sensitivity and found* that the only wholly empirical estimate of sensitivity cited by the IPCC had been put through an illegitimate statistical procedure which effectively fattened its tail on the upward end"
Nic Lewis, auf den Riley sich hier bezieht, hat seine Schlussfolgerungen in der Tat bei Judith-Madre-Theresa-der-Skeptiker-dieser-Erde-Curry veröffentlicht. Im IPCC AR4 Bericht gibt es ein Kapitel zur Klimasensitivität und die verschiedenen Arten diese abzuschätzen (Chap. 9.6 im AR4). Eine dieser Arbeiten ist Forster und Gregory 2006. Die Autoren haben ERBE Satellitendaten benutzt, um aus der Strahlungsbilanz der Erde (wieviel kurzwellige Strahlung netto rein, wieviel langwellige netto raus) und aus den direkt beobachteten Temperaturschwankungen die Klimasensitivität auszurechnen.

Bild 1: Abschätzungen der Klimasensitivität aus verschiedenen empirischen und semi-empirischen Studien nach IPCC AR4, Chap 9.6.
Autor: Georg Hoffmann· 11.11.11 · 08:28 Uhr· 43 Kommentare
13. Oktober 2011
Der Abschluss der Meereiswette, die Spende, ein Dankeschön und ein inverses Modell
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 267
So, das arktische Meereis tut nun wieder das, was es soll: nämlich wachsen. Ich habe meine Wette nach einem neuen Rekordminimum im September 2011 verloren. Der bisherige Rekordhalter 2007 lag bei ~4.3 Mill.km2, während 2011 etwa 300.000 km2 über diesem Rekord lag (siehe hier). Zum Vergleich: Die 80er lagen noch bei einer September Eisausdehnung von ca. 7-8 Mill.km2. Hier gab es bei Sceptical Science einen Überblick über die Wettverläufe der letzten Jahre. Tamino extrapolierte bei seinen Wettvorschlägen einfach Jahr um Jahr den Trend der letzten Jahre mittels eines quadratischen Trends und ist damit stets ziemlich erfolgreich. Grund dafür ist natürlich letztlich, dass das arktische Eisvolumen stets und stetig zurückgeht und die verbeibende Eismasse ein immer leichterer Spielball für das arktische Wettergeschehen ist. Aber welches Wettergeschehen denn nun genau?
Dazu veröffentlichte Frank Kauker und Kollegen eine sehr interessante Modellanalyse. Die möglichen und in der Literatur vorgeschlagenen Einflussfaktoren fassen die Autoren dieser Studie in einer langen Liste im Einführungsteil ihres Papers an:
"Candidates are atmospheric conditions in 2007 such as winds [Overland et al., 2008] or clear sky conditions [Schweiger et al., 2008] or oceanic conditions causing basal melting [Perovich et al., 2008; Zhang et al., 2008], including increased inflow of warm Pacific water through Bering Strait [Shimada et al., 2006]. Another hypothesis suggests a link to the ice thickness of the preceding winter [Maslanik et al., 2007]."
Autor: Georg Hoffmann· 13.10.11 · 15:00 Uhr· 267 Kommentare
13. September 2011
Krieg und Frieden und das Klima
Kategorie: Kultur·Naturwissenschaften · Kommentare: 67
Klimawandel und Krieg, das scheint doch der ideale Mix, um unbegründete Ängste und Panik zu schüren. Andererseits, ist es ja vielleicht ein interessantes Thema, oder? Sollte man in vorauseilenden Gehorsam Forschungsthemen aussparen, weil man nicht als Klimapornograph dastehen möchte? Auf keinen Fall. Also fangen wir mal an. Es geht um das bereits bei Jürgen diskutierte Paper von Hsiang+Meng+Cane . Von diesen dreien ist nur Mark Cane Klimawissenschaftler und ein ausgewiesener ENSO Experte vor dem Herrn. Die beiden anderen sind Politikwissenschaftler von der Columbia Universität. Das an sich ist sicher schon bemerkenswert, schliesslich heisst das publizierende Journal "Nature" und nicht "Political Geography" oder so ähnlich.
Wahrscheinlich sind es die Buzz-wörter "Klima" und "Krieg", die unter anderem dafür gesorgt haben, dass das Paper weite Beachtung fand (Spiegel, Nature Views)
Bild 1: Soldatenfriedhof bei Verdun. Bei mehr angenehmen Südwestlagen wäre das nicht passiert?
Autor: Georg Hoffmann· 13.09.11 · 16:40 Uhr· 67 Kommentare
26. Juli 2011
Die Meereiswette 2011
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 667
Ich hatte ja in einem Akt visionärer Schätzung auf das Jahr 2010 als das wärmste je direkt gemessene Jahr gewettet und tatsächlich diese Wette auch gewonnen. Zumindest im GISS und im NOAA Datensatz lag 2010 hauchdünn vorne. Mein Wettpartner, ein wie immer hoch neurotischer Klimaskeptiker, hat leider die Wette dann nicht eingehalten und gekniffen, was ich ehrlichgesagt menschlich deutlich unangenehmer finde als das Klimaskeptikersein an sich.

Bild 1: Monatliche Anomalien des arktischen Meereises nach NSIDC. Die monatlichen Anomalien wurden relativ zur gesamten Beobachtungsperiode vom Nov.1978 bis zum Juni 2011 berechnet.
Autor: Georg Hoffmann· 26.07.11 · 13:56 Uhr· 667 Kommentare
01. Juni 2011
Noch nie so trocken, noch nie so heiss
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 72
Zur Entspannung in der Gurkenzeit mal etwas vom Klima. Dieser Frühling war, medial weitestgehend unbemerkt, mal wieder aussergewöhnlich heisz und vor allem sehr sehr trocken. Das Zentrum dieser Trockenheit liegt sicher über Frankreich, die Benelux und Westdeutschland sind aber auch betroffen. Wie diese Note von Meteo France mitteilt, dürfte die momentane Trockenheit aber alle vorhergegangen übertreffen. Einzig 1976 liegt noch im Rennen, da es dort zwar zur gleichen Zeit im Jahr weniger schlimm war als es heuer ("heuer" wollte ich immer mal schreiben) ist, damals aber auch noch ein sehr trockener Juni hinterherkam.

Bild 1: Niederschlagsmenge und Temperaturen des Frühjahrs im Vergleich. 2011 bricht alle Rekorde in Frankreich.
Autor: Georg Hoffmann· 01.06.11 · 16:53 Uhr· 72 Kommentare
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