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Georg Hoffmann hat an der Ruhr-Universität Bochum Physik studiert und anschliessend am Max-Planck Institut Hamburg mit einer Arbeit zu Tracern in globalen Zirkulationsmodellen, sogenannten "Klimamodellen", promoviert. Danach arbeitete er 15 Jahre in Paris am LSCE, Laboratoire des Sciences du Climat et de l'Environnement, zu verschiedenen Aspekten der Paleo-Klimatologie. Momentan forscht er im Rahmen eines gemeinsamen Projekt der Universität Utrecht, dem holländischen Weltraumzentrum SRON und dem holländischen Wetterdienst KNMI. Das Bild ist dem Stadionheft April 2004 des VFL Bochum entnommen und zeigt ihn mit der Vereinsfahne, die er einzig zu diesem Zweck quer durch die Antarktis geschleppt hatte. Tss. Unglaublich.
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- kai · 04.02.12 · 12:16 Uhr Angesichts des Klimawandels ist die Kernkraft wirklich eine "Energie der Vergangenheit"?
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Neues in der Kategorie Kultur
03. Januar 2012
Mein Chef in der FAZ
Kategorie: Kultur · Kommentare: 205
Schon im Dezember veröffentlichte die FAZ ein Interview mit meinem ehemaligen Chef, Jean Jouzel. Es ist ein sehr nettes Gespräch und Jean ist sehr gut getroffen. Seit einiger Zeit hat er auch Aufgaben in der französischen Energiekomission übernommen und ist zu seinem Bedauern zu oft mit anderen Dingen als der Analyse seiner Eiskerne beschäftigt. Jean ist der meist-zitierte Geo-Wissenschaftler Frankreichs.

Zeichnung von Jean Jouzel angefertigt von Burhard Neie erschienen in der FAZ vom 19.12.2010. Der vollständige Artikel ist hier.
Zitat Jean Jouzel zur anstehenden Errichtung neuer Erdölfelder in der Arktis:
Was nun die Nachricht von einer möglichen Ausbeutung der Ressourcen in der Arktis anbetrifft: Das macht mir als Forscher tatsächlich zu schaffen, ich bin äußerst besorgt. Es geht dabei nicht einmal vordringlich um die technischen Risiken - die sind sicher auch vorhanden. Es geht hauptsächlich um die psychologischen Folgen solcher Aktionen, also die Nachricht, dass so etwas überhaupt passieren könnte. Danach erst um die mögliche Verwirklichung eines solchen Projekts. Sehen Sie, die Arktis hat hohen Symbolwert für die Menschheit. Wir stellen uns die Frage: Dürfen wir im Rahmen der Erforschung des Planeten wirklich an jedem Ort, in jeder Region, wo das technisch möglich ist und von wirtschaftlichem Profit gekrönt werden könnte, die Ausbeutung vorhandener Bodenschätze vorantreiben?
Autor: Georg Hoffmann· 03.01.12 · 20:27 Uhr· 205 Kommentare
30. November 2011
Patrick Illinger von der SZ war bei der EIKE Klimakonferenz
Kategorie: Kultur · Kommentare: 842
Der Artikel ist hier auf der Süddeutsche Homepage und meine Lieblingszitate sind:
Platz 3:
Schwer erträglich wird es am Morgen des zweiten Konferenztages, als der emeritierte Leipziger Geographie-Professor Werner Kirstein seine Redezeit für pseudosoziologisches Geschwurbel missbraucht. Die Klimadiskussion sei ähnlich wie das Christentum von apokalyptischen Vorstellungen erfüllt.
Der doppelte Klimaschmockpreisträger Professor endl.emer. Kirstein fällt anderen anscheinend ebenfalls als bemerkenswert auf.
Platz 2:
Der Slowake Jan Veizer hält den CO2-Haushalt der Erdatmosphäre für unbeeinflussbar. Das vermeintliche Klimagas folge schlicht dem weitaus dominanteren Wasserdampfkreislauf, sagt Veizer.
Immer wenn man denkt, man hat schon jeden Käse einmal irgendwo gelesen...
Platz1:
Auch störte sich kaum jemand an den Widersprüchen, die sich aus den Referaten selbst ergaben. Da wurde einerseits die Erderwärmung bestritten, andere Redner hingegen lieferten Theorien darüber, was die Erwärmung statt des menschengemachten Kohlendioxids antreiben könnte. Und der eingangs genannte Wetterguru Piers Corbyn nannte die Thesen seines Vorredners Nir Shaviv nebenbei "geisteskrank". Unter Skeptikern ist es offenbar egal, welche These man bekämpft. Die von der Erderwärmung generell. Oder die von der CO2-betriebenen Erwärmung. Oder die von der Erwärmung durch menschengemachtes CO2. Egal. Hauptsache dagegen..
Das dürfte irgendwie die Essenz der ganzen Skeptiker-bewegung sein.
Autor: Georg Hoffmann· 30.11.11 · 15:07 Uhr· 842 Kommentare
22. November 2011
Nochmal tausende Mails von Klimaforschern gehackt
Kategorie: Kultur · Kommentare: 275
Damit dieses unvermeidbare Thema nicht in die anderen Posts hineindiffundiert, ein kurzer Hinweis. Anscheinend wurden weitere tausende Mails von IPCC Mitgliedern und anderen Klimaforschern gestohlen und wurden auf die genau gleiche Weise rausgebracht (russischer Server, Benachrichtigung und anschliessende Veröffentlichung bei "The Air Vent"). Nach Gavin Schmidt von Realclimate wurde der Fall bereits der Polizei übergeben, die wahrscheinlich besseres zu tun hat. Angeblich handelt es sich insgesamt um 220000 Mails, was ja praktisch alles wäre, was Klimaforscher an Mails in den letzten 10 Jahren geschrieben haben. Und was sind die bisherigen Höhepunkte? Wissenschaftler machen abfällige Bemerkungen über Klimamodelle! Hui. Statt dieser illegalen Anstrengung, die Mails anderer zu erschnüffeln, hätte vielleicht auch der Besuch einer Konferenz gereicht.
Autor: Georg Hoffmann· 22.11.11 · 21:16 Uhr· 275 Kommentare
17. November 2011
Professor Dronskowski antwortet
Kategorie: Kultur·Naturwissenschaften · Kommentare: 164
Hut ab! Professor Dronskowski hat mir den folgenden Beitrag zugesandt, nachdem ich Ihn in einer Mail auf meinen Klimaschmock-Artikel aufmerksam gemacht habe. So muss es sein. Einige Dinge werden in seiner Replik sicher geradegestellt, insbsondere war sicher der Zusammenhang seiner Worte, nämlich eine Einführungsvorlesung in die Chemie an der RWTH, zu berücksichtigen. Der Vortrag, der jetzt nicht mehr im Internet verfügbar ist, war sicher nicht dazu gedacht, ein klimaskeptisches Gesamtgemälde zu malen, sondern war nur ein 11 Minuten Ausschnitt aus der besagten Vorlesung. Trotzdem meine ich, dass auch in diesem Fall es die Klimaforschung verdient hätte, objektiver dargestellt zu werden und nicht nur als Beispiel für alles, was so im Argen liegt in der Wissenschaft, dienen sollte. Anyhow, hier die Entgegnung Professor Dronskowskis

Bild 1: Das Kommitee zur Vergabe des Klimaschmock des Monats nimmt die Replik zur Kenntnis. Science is a contact sport.
Autor: Georg Hoffmann· 17.11.11 · 17:51 Uhr· 164 Kommentare
16. November 2011
Der ultimative Witz zu den überlichtschnellen Neutrinos
Kategorie: Kultur · Kommentare: 22
Sagt der Barkeeper "Neutrinos werden hier nicht bedient"
Kommt ein Neutrino in eine Bar.
Autor: Georg Hoffmann· 16.11.11 · 19:51 Uhr· 22 Kommentare
13. November 2011
Klimaschmock des Monats November 2011 - Prof. Richard Dronskowski von der RWTH Aachen
Kategorie: Kultur · Kommentare: 201
Das Kommitee zur Vergabe des Klimaschmocks fühlt sich ja oft alleingelassen bei der Bewältigung des zu sichtenden Materials. Präzise gut begründete Nominierungsvorschläge sind eher selten. Daher freut das Kommitee sich natürlich, wenn es mal so eine Spitzennominierung wie die des Monats November frei Haus geliefert bekommt. Vielen Dank an Science Skeptical Blog.
Der verehrten Jury liegt als Bewerbungsunterlage das folgende Video eines Vortrags von Prof. Dronskowski, ordentlicher Professor der RWTH Aachen und Chef des Instituts für Festkörper und Quanten-Chemie, vor, welches bei mir ein starkes Deja Vu Gefühl auslöste. Gerade wie der doppelt ausgezeichnete Klimaschmock Prof. Werner Kirstein hält da ein weiterer deutscher Universitäts-Professor einen ganzen Vortrag zur Klimaforschung, und zwar im Wesentlichen oder ausschliesslich basierend auf zusammengegoogeltem Zeug, ohne eine einzige eigene Analyse von welchem Aspekt der Klimaforschung auch immer, und verneint dabei unter anderem JEDE KLIMAWIRKSAMKEIT des CO2 (wg Sättigung oder so, siehe unten). Das alles, ohne auch nur einmal dargestellt zu haben, warum die nach ihm im Wesentlichen korrupten Klimawissenschaftler (das sagt er mehr oder minder wörtlich) denn eigentlich meinen, dass CO2 eben klimawirksam sei. Treibhauseffekt, schonmal gehört? Das Wort fällt tatsächlich nicht einmal in seinem Vortrag, ein Kunststück, was alleine schon schmockmäszig stark ist.

Endlich geht der Klimaschmock mal wieder an eine westdeutsche Universität, und dann gleich richtig, an die Elite Universität RWTH Aachen und Arbeitgeber von Professor Richard Dronskowski. Die Jury gratuliert.
Autor: Georg Hoffmann· 13.11.11 · 15:46 Uhr· 201 Kommentare
12. November 2011
Wie man ein X für ein U vormacht - Eine Einführung in den praktischen Machiavellismus der Fernsehberichterstattung
Kategorie: Kultur · Kommentare: 16
Obwohl wir alle im Prinzip WISSEN, wie ein Fernsehbericht produziert wird, uberwaltigt unser visueller Cortex dieses trockene theoretische Wissen jedesmal aufs Neue. Das Schlimmste, was mir bislang bei den wenigen Interviews (3), die ich zum Thema Klimawandel gegeben habe, passierte, war, dass ich halbstündig und länger kluge Antworten zu allem Möglichen gegeben habe, welche dann im fertigen Bericht auf 4 Sekunden zusammengeschnitten sich zu dem Satz verdichteten:"Das Klima erwärmt sich". Es mag eine Enttäuschung für die eigene Eitelkeit sein, seine fifteen minutes of fame zu einem kurzen Rülpser kondensiert zu sehen, aber andererseits bin ich ja in der Kleinkindererziehung tätig und da bleiben bei den beiden Jüngsten von einer 5 Minuten Ansprache darüber, dass man sich nicht prügelt, auch nur das Wort "Bonbon" über. Kurz, ein Fernsehinterview ist schlecht fürs Ego, aber gab in meinem Fall am Ende meist doch etwas wieder, was nicht im Widerspruch zu den Hauptaussagen des gesamten Interviews steht.
Peter Sinclair Hadfield ist NICHT bekannt durch seine sehr professionell gemachten Videos zum Thema Klimawandel: Der climate denial crock of the week ist sicher den meisten hier bekannt und der ist eben von Peter Sinclair und nicht von Peter Hadfield. Auf die Verwechslung der beiden wurde ich in den Kommentaren von "Beobachter" aufmerksam gemacht und deshalb liesst sich der korrigierte Beitrag hier jetzt ein wenig eigenartig. Beide (Sinclair und Hadfield) beschäftigen sich unter anderem mit Klimaskeptikern (so ist etwa die grandiose Monckton Reihe von Hadfield), was dann bei mir wohl maszgeblich zur Verwirrung beitrug. In dem hier verlinkten Video zeigt er (Hadfield) beginnend mit einer Episode zu meinem ehemaligen Kollegen Ben Santer, wie man ein Interview mal so richtig vom Fuss auf den Kopf stellen kann, wenn man nur will, und warum unsere Augen immer stärker sind als unser Wissen. "Hey, das hat er wirklich gesagt."
Für die meisten hier sicher keine grosze Überraschung, für einen Familienvater mit reinem Herzen, der heute noch Adventskalender basteln muss, absolut schockierend. Ich verspreche ganz grosses Kino.
Video: Wie Ben Santer einmal A sagte und das Fernsehen B daraus machte und wie man das anstellt. Video von Peter Hadfield.
Autor: Georg Hoffmann· 12.11.11 · 09:36 Uhr· 16 Kommentare
10. November 2011
Die Lemaitre Konstante und Stigler's Law
Kategorie: Kultur · Kommentare: 10
Kurzer Hinweis auf einen diesmal sehr schönen Spiegel Online Artikel geschrieben von Nina Weber. Es handelt sich um das Resumé eines diese Woche erschienenen Nature Artikels des italienischen Physikers Mario Livio. Dieser hat in detektivischer Kleinarbeit herausgefunden, wie es eigentlich dazu kam, dass die Hubble Konstante nicht Lemaitre Konstante heisst. Der belgische Kosmologe und Jesuiten Pfarrer Monsignor Georges Lemaitre selbst hatte darauf verzichtet irgendwelche "Entdeckeransprüche" an dieser kosmologischen Konstante geltend zu machen. Ein echter Wissenschaftskrimi und ein weiterer Fall von Stigler's Law, welches besagt, dass keine wissenschaftliche Entdeckung und Grosstat nach dem benannt ist, der sie zuerst entdeckte und die Grosstat vollbrachte. Die Euler Konstante ist von Bernoulli, Fermis goldene Regel ist von Dirac, die Gauss Verteilung von de Moivre und ja, genau, Stigler's Law ist von Robert K. Merton.
Autor: Georg Hoffmann· 10.11.11 · 10:49 Uhr· 10 Kommentare
14. Oktober 2011
Krieg und Frieden - Teil II
Kategorie: Kultur · Kommentare: 14
Primaklima Leser waren naturlich schneller informiert. Nach dem Erscheinen des Hsiang et al. paper zu dem statistischen Zusammenhaengen zwischen ENSO und bewaffneten Konflikten gab es hier auf Primaklima einen Übersichtsartikel zum Stand der Forschung in Sachen Krieg und Klima. Da wollte Nature natürlich nicht lange nachstehen und liess die freie Wissenschaftjournalistin Nicola Jones auch ein wenig recherchieren. Sie sprach mit Hsiang und einer Reihe anderer Konfliktforscher, wie z.B. dem auch bei mir zitierten Halvard Buhaug. Jones Artkel liegt leider hier hinter dem paywall von Nature.
Sie beschreibt die momentane Situation in der Konfliktforschung als Auseinandersetzung zwischen zwei Schulen, denen, die einen wenn auch manchmal verschlungenen Link zwischen Wetter/Klima und dem Ausbrechen/Dauer von Konflikten sehen, und denen, die diesen Zusammenhang zwar nicht grundsätzlich ausschliessen, aber ihn so tief verbuddelt zwischen all den insbesondere politisch/ethnisch/religiösen Gründen zu wissen meinen, dass man sich (so Buhaug) "für die warme Zukunft keine weitere Sorgen machen solle".
Interessant fand ich insbesondere zwei Dinge: 1) Beide Seiten scheinen darin übereinzustimmen, dass der statistisch hauchzarte Zusammenhang von Klima und Krieg in jüngster Zeit immer schwächer geworden ist. Ein mögliches Resultat von immer besser funtionierender Arbeit der UN? 2) Jones meint, dass in diesem wissenschaftlichen Disput der Hsiang Artikel durchaus einen Unterschied machen könnte, da niemals zuvor statistisch so solide Resultate herauskamen.

Bild 1: Wieviele, wie bedeutende Konflikte mit einem Umweltresourcen-Hintergrund.
Autor: Georg Hoffmann· 14.10.11 · 14:20 Uhr· 14 Kommentare
13. September 2011
Krieg und Frieden und das Klima
Kategorie: Kultur·Naturwissenschaften · Kommentare: 67
Klimawandel und Krieg, das scheint doch der ideale Mix, um unbegründete Ängste und Panik zu schüren. Andererseits, ist es ja vielleicht ein interessantes Thema, oder? Sollte man in vorauseilenden Gehorsam Forschungsthemen aussparen, weil man nicht als Klimapornograph dastehen möchte? Auf keinen Fall. Also fangen wir mal an. Es geht um das bereits bei Jürgen diskutierte Paper von Hsiang+Meng+Cane . Von diesen dreien ist nur Mark Cane Klimawissenschaftler und ein ausgewiesener ENSO Experte vor dem Herrn. Die beiden anderen sind Politikwissenschaftler von der Columbia Universität. Das an sich ist sicher schon bemerkenswert, schliesslich heisst das publizierende Journal "Nature" und nicht "Political Geography" oder so ähnlich.
Wahrscheinlich sind es die Buzz-wörter "Klima" und "Krieg", die unter anderem dafür gesorgt haben, dass das Paper weite Beachtung fand (Spiegel, Nature Views)
Bild 1: Soldatenfriedhof bei Verdun. Bei mehr angenehmen Südwestlagen wäre das nicht passiert?
Autor: Georg Hoffmann· 13.09.11 · 16:40 Uhr· 67 Kommentare
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