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Georg Hoffmann hat an der Ruhr-Universität Bochum Physik studiert und anschliessend am Max-Planck Institut Hamburg mit einer Arbeit zu Tracern in globalen Zirkulationsmodellen, sogenannten "Klimamodellen", promoviert. Danach arbeitete er 15 Jahre in Paris am LSCE, Laboratoire des Sciences du Climat et de l'Environnement, zu verschiedenen Aspekten der Paleo-Klimatologie. Momentan forscht er im Rahmen eines gemeinsamen Projekt der Universität Utrecht, dem holländischen Weltraumzentrum SRON und dem holländischen Wetterdienst KNMI. Das Bild ist dem Stadionheft April 2004 des VFL Bochum entnommen und zeigt ihn mit der Vereinsfahne, die er einzig zu diesem Zweck quer durch die Antarktis geschleppt hatte. Tss. Unglaublich.
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19. Juni 2011
Dr. Helen Caldicott vs George Monbiot: Wer hat die Argumente?
Kategorie: Umwelt · Kommentare: 389
Jedes Wort ein Aufruf, jede Geste drückt Betroffenheit aus, praktisch jede Zahl ist falsch: Dr Helen Caldicott, Autor einer ganzen Reihe von Büchern zum Thema Tschernobyl und Kernenergie. Wenn Sie in einer Diskussion meint die Stärke ihrer Argumente zum Thema Strahlung und Krebs belegen zu müssen, dann fragt Sie schon mal: "Und haben Sie schon mal ein Kind mit Leukämie in den Armen gehalten?" Ist die Antwort Nein (was ja eher wahrscheinlich ist), dann hat man eben mit seiner statistischen Analyse von radiologischen Daten auch nicht recht. Fertig.
Ist das jetzt wirklich das Beste, was die Anti-Atom Bewegung an Wissenschaftliche, hervorzubringen hat? Kommt, sagt mir, dass ich mich täusche.
Video 1: Dr Helen Caldicott zu Fukushima und dem ganzen Rest. 1) Eine Millionen Tote
auf Grund von Tschernobyl. 2) WHO/IAEA/UNSCEAR produzierten den grôszten Datenbetrug in der Geschichte der Medizin. 3) Fukushima ist mehrere Gröszenordnungen schlimmer als Tschernobyl 4) Ihr werdet sterben blutüberströmt, ohne Haare, genau wie AIDS Patienten. 5) We are dealing with diabolical energy 6) Kinder werden ohne Arme und ohne Gehirn mit einem Auge geboren werden, ein Genozid. Sie spricht vom Irak apropos von DEPLETED URANIUM (wie man's macht, man macht's verkehrt) 7) Strontium 90 bleibt für 600 Jahre (Kommentar: Bei einer Habwertzeit von 30 Jahren, wäre Strontium nach 600 Jahren auf das 10^-7 fache seiner Aktivität abgefallen. Tatsächlich fällt die Strontium Aktivität bereits nach 300 Jahren unter der von Americium und ist bereits jetzt in allen Lebensmitteln unter jeder Sicherheitsgrenze gesunken.)
Hier die Diskussion mit George Monbiot.
Video 2: Diskussion zwischen George Monbiot und Helen Caldicott. Have you ever helped a child dying of Leukaemia, George.
Und hier einige Sätze von George Monbiot denen ich zustimme.
"You will not be surprised to hear that the events in Japan have changed my view of nuclear power. You will be surprised to hear how they have changed it. As a result of the disaster at Fukushima, I am no longer nuclear-neutral. I now support the technology."
"Some greens have wildly exaggerated the dangers of radioactive pollution. For a clearer view, look at the graphic published by xkcd.com. It shows that the average total dose from the Three Mile Island disaster for someone living within 10 miles of the plant was one 625th of the maximum yearly amount permitted for US radiation workers. This, in turn, is half of the lowest one-year dose clearly linked to an increased cancer risk, which, in its turn, is one 80th of an invariably fatal exposure. I'm not proposing complacency here. I am proposing perspective.
If other forms of energy production caused no damage, these impacts would weigh more heavily. But energy is like medicine: if there are no side-effects, the chances are that it doesn't work."
"Yes, I still loathe the liars who run the nuclear industry. Yes, I would prefer to see the entire sector shut down, if there were harmless alternatives. But there are no ideal solutions. Every energy technology carries a cost; so does the absence of energy technologies. Atomic energy has just been subjected to one of the harshest of possible tests, and the impact on people and the planet has been small. The crisis at Fukushima has converted me to the cause of nuclear power."
Der ganze Artikel ist hier zu finden.
Und hier weiter Beiträge aus George Monbiots eigenem Blog.
Why this matters? Warum es wichtig ist, dass die Anti-Atomkraft Bewegung sich an die wissenschaftlichen Regeln hält.
Zu den fehlenden Belegen der Folgen von Tschernobyl
Korrespondenz mit Helen im verzweifelten Versuch von ihr einmal normale wissenschaftliche Belege zu bekommen.
Autor: Georg Hoffmann· 19.06.11 · 09:27 Uhr· 389 Kommentare
18. Juni 2011
The radioactive boyscout
Kategorie: Kultur · Kommentare: 18
Für meinen letzten Artikel zum Thema Tschernobyl habe ich schon das Eine oder Andere nach-gegoogelt und stolperte dabei über den Wiki Artikel zum Thema Americium 241, ein radioaktives Trans-Uran mit einer Halbwertzeit von 430 Jahren. Und irgendwo stand da, dass dieser alpha-Strahler auch vom radioactive boyscout benutzt worden wäre. Hä? Bitte wer?
Na, David Hahn, der radioactive boy scout. Ich bin sicher, die bei naturwissenschaftlichen und sonstigen Anekdoten kaum zu übertreffende Leserschaft von Scienceblogs und Primaklima insbesondere kennt die Story schon. Aber für die paar, die sie noch nicht kennen und für mich, der ich jetzt schon 48 Stunden darüber lachen muss, hier noch mal in Kürze.

Bild 1: Das Objekt der Begierde - der Atomic Energy Merit Badge der amerikanischen Boy Scouts. Ich bin anscheindend auf der short list.
Autor: Georg Hoffmann· 18.06.11 · 11:15 Uhr· 18 Kommentare
17. Juni 2011
25 Jahre Tschernobyl - die Strahlungsbilanz
Kategorie: Umwelt · Kommentare: 110
25 Jahre nach Tschernobyl sollte man denken, dass es genügend Informationen und Arbeiten geben, um eine vollständige radiologische und radiomedizinische Bilanz zu ziehen. Doch vieles scheint auch heute noch umstritten. Hier will ich mich mal mit der in Tschernobyl und in Fukushima freigesetzten Radioaktivität beschäftigen. Meine Hauptquellen zu diesem Thema war der letzte grosze UNSCEAR Bericht (Sources and Effects of Ionizing Radiation, Annex D Health Effects due to Radiation from the Chernobyl Accident) und verschiedene Berichten und Graphiken, die ich auf der IRSN (Institut de Radioprotection et de Sûreté Nucléaire, welches auch diese sehr informative Broschüre herausgegeben hat) Webseite zu Fukushima gefunden habe. Insbesondere die UNSCEAR Berichte halte ich für absolut seriös gemachte Zusammenfassungen der wissenschaftlichen Literatur zu Tschernobyl. Ich bin völlig mit George Montbiot (und mit Eduardo) einverstanden, dass das UNSCEAR Project zum Thema Tschernobyl und die Folgen vergleichbar ist mit dem IPCC Bericht zum Klimawandel und ich habe keinerlei Grund gefunden, an der Seriosität dieser UN Arbeitsgruppe zu zweifeln.

Bild 1: Der Reaktorblock 4 in Tschernobyl am 26. April um 1:23. Das Einwerfen der Stäbe mit ihren Graphitblöcken an der Spitze beim Notaus führte zu einer winzigen und schliesslich fatalen Leistungsspitze. Der letzte in einer Reihe fataler Fehlentscheidungen. Wikipedia beschreibt die Stunden vor der Explosion sehr detailliert.
Autor: Georg Hoffmann· 17.06.11 · 09:13 Uhr· 110 Kommentare
16. Juni 2011
Ist Atomkraft die Energie totalitärer Staaten?
Kategorie: Kultur · Kommentare: 432
Das behauptet zumindest Karl Heinz Büschemann, Redakteur bei der Süddeutschen Zeitung. Ich dachte mal, ich stelle eine Liste der totalitären Staaten auf und die der nicht-totalitären, um diese Behauptung empirisch zu belegen.

Bild 1: Fanatisiert und aller demokratischen Rechte enthoben, werden junge Franzosen zum Zwangsmusizieren vor den Invalidendom vor die academie francaise geschleppt. Die Wahl der Instrumente ist natürlich nicht frei.
15 totalitäre Staaten, da mit Atomstrom verseucht.
Schweden
Frankreich
Holland
England
Spanien
Belgien
USA
Indien
Japan
Brasilien
Argentinien
Kanada
Tschechien
Schweiz
South Korea

Bild 2: In freiheitlichen Staaten ist das hingegen anders, stellte der Karl Heinz Büschemann fest.
Ist der Atomstrom erstmal weg,
werden wer einfach alle jeck.
Jeder kann sich die Uniform anziehen, die ihm beliebt und auch sonst: Bunga-Bunga all night long.
9 nicht totalitäre Staaten, da nicht mit Atomstrom verseucht.
North Korea
Saudi Arabien
Ägypten
Syrien
Venezuela
Lybien
Weissrussland
Iran
Irak
Wenn sich der Karl-Heinz Büschemann denn noch als Redakteur und nicht gleich als Sprecher einer Bewegung oder einer Partei versteht, könnte er natürlich seine Behauptungen auch mal mit der Realität konfrontieren. Aber, Schmarrn. Das bringt's eh nicht.
Fazit:
Büschemanns Artikel ist eine schon arg dämliche Variante zum Thema von Godwin's Law.
Passt mir eine Meinung nicht: Sind halt Faschisten.
Autor: Georg Hoffmann· 16.06.11 · 10:44 Uhr· 432 Kommentare
04. Juni 2011
Keinohrhase beim Grand Prix in Fukushima
Kategorie: Kultur · Kommentare: 112
Wer, ausser den Angestellten von Biblis natürlich, muss zu den Strahlungsopfern der ersten Stunde des Reaktorunfalls in Fukushima gezählt werden? Nun, zum einen handelt es sich um einen Keinohrhasen (hier und hier), der bei Fukushima geboren wurde und der wie absolut alle Geburtsfehler in Fauna und Flora, die sich jetzt und in Zukunft irgendwo in der Nähe von Kernkraftwerken zutragen oder zutragen werden, zweifelsfrei der radioaktiven Belastung zugeschrieben werden können. Radioaktiven Belastung? Das war jetzt ein wenig zu prosaisch. Ich meinte: dem Atomgras. Na, ich wünsch ihm jedenfalls alles Gute. Halt die Ohren steif.
Video 1: Keinohrhase in Fukushima geboren. 1.5 Millionen Klicks. Seien Sie dabei.
Das nächste Opfer ist der Motorrad Grand Prix von Japan in Motegi, der auf Grund der erhöhten Strahlenbelastung leider nicht durchgeführt warden kann. Die Gefahr war den Fahrern und den Zuschauern nicht zuzumuten.
Autor: Georg Hoffmann· 04.06.11 · 09:18 Uhr· 112 Kommentare
01. Juni 2011
Noch nie so trocken, noch nie so heiss
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 72
Zur Entspannung in der Gurkenzeit mal etwas vom Klima. Dieser Frühling war, medial weitestgehend unbemerkt, mal wieder aussergewöhnlich heisz und vor allem sehr sehr trocken. Das Zentrum dieser Trockenheit liegt sicher über Frankreich, die Benelux und Westdeutschland sind aber auch betroffen. Wie diese Note von Meteo France mitteilt, dürfte die momentane Trockenheit aber alle vorhergegangen übertreffen. Einzig 1976 liegt noch im Rennen, da es dort zwar zur gleichen Zeit im Jahr weniger schlimm war als es heuer ("heuer" wollte ich immer mal schreiben) ist, damals aber auch noch ein sehr trockener Juni hinterherkam.

Bild 1: Niederschlagsmenge und Temperaturen des Frühjahrs im Vergleich. 2011 bricht alle Rekorde in Frankreich.
Autor: Georg Hoffmann· 01.06.11 · 16:53 Uhr· 72 Kommentare
Die Gurke, der Feiertag und das Atom
Kategorie: Politik · Kommentare: 57
Zurecht werden viele fragen, wie ich bei diesem Titel von Greenawayschen Ausmaszen da wohl die Kurve kriegen werde. Keine Sorge.

Bild 1: Europäische Abhängigkeiten Teil I. "Wir kaufen nicht beim Spanier" und 70.000 Arbeitslose in Almeria.
Fangen wir also mal bei der Gurke an. Hier in Spanien tobt gerade die Presse zum Thema Alemania und der Crisis de Pepino, der Gurkenkrise. Vor ca. einer Woche hatte ein Lebensmittellabor in Hamburg den vermeintlichen Erreger E. coli auf ein paar spanischen Gurken ausgemacht und die Hamburger Gesundheitssenatorin mit dem für Lebensmittelkontrollen geradezu geschaffenen Namen Cornelia Prüfer-Storcks spurtete direkt vom Labor zur Pressekonferenz und wiess mit gestrecktem Finger gen Süden: Tua culpa, spanische Gurke. Und weil man gerade schon mal beim Schuldzuweisen war, lies man in Hamburg auch noch die Namen der produzierenden Betriebe durchsickern: Fructicola aus Almeria und Frunet aus Malaga. Der Deutsche hat ja bekanntlich grosze Freude und auch, kann man leicht boshaft sagen, 1000 jährige Übung mit Kaufboykotts gegen ausländische Produkte und so wurde dann mit der Gurke gleich der gesamte spanische Lebensmittelimport in Kollektivhaft genommen. "Wir kaufen nicht beim Spanier". El Mundo spricht von Verlusten im 100 Millionen Euronen Bereich und ca 70.000 bedrohten Arbeitsplätzen. Heute stellte ein ausführlicher Bericht dann auch den Lebenslauf der Hamburger Gesundheitssenatorin vor: La politica novata que acuso sin pruebas. Die Politanfängerin, die ohne Beweise beschuldigt.
Autor: Georg Hoffmann· 01.06.11 · 13:20 Uhr· 57 Kommentare
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