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Georg Hoffmann hat an der Ruhr-Universität Bochum Physik studiert und anschliessend am Max-Planck Institut Hamburg mit einer Arbeit zu Tracern in globalen Zirkulationsmodellen, sogenannten "Klimamodellen", promoviert. Danach arbeitete er 15 Jahre in Paris am LSCE, Laboratoire des Sciences du Climat et de l'Environnement, zu verschiedenen Aspekten der Paleo-Klimatologie. Momentan forscht er im Rahmen eines gemeinsamen Projekt der Universität Utrecht, dem holländischen Weltraumzentrum SRON und dem holländischen Wetterdienst KNMI. Das Bild ist dem Stadionheft April 2004 des VFL Bochum entnommen und zeigt ihn mit der Vereinsfahne, die er einzig zu diesem Zweck quer durch die Antarktis geschleppt hatte. Tss. Unglaublich.

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Archiv April 2011

09. April 2011

Nationale Traumata, die Kernkraft und die globale Erwärmung

Kategorie: Politik·Umwelt  ·  Kommentare: 477

Es ist ja nicht so, als stünde in den Zeitungen nur Käse zum Thema Fukushima und zum Thema Kernkraft. Ich wollte mal auf zwei Artikel aufmerksam machen, die mich entweder überraschten oder aber (Spiegel, listen!) mir sehr gut recherchiert erschienen.

Der erste ist von Pierre Radanne, einem Umwelt- und Energieexperten mit grünem Hintergrund, der einen Meinungsartikel in der Liberation veroffentlichte. Der zweite ist aus der post-Fukushima Ausgabe des Economist und wie immer im Economist ohne Autorennennung. Radanne geht zwei interessanten Punkten nach. Warum gibt es eigentlich so unterschiedliche nationale Kernkraftlandschaften und was hat Kernkraft grundsätzlich mit Demokratie zu tun? Japan deckt mit seinen 55 (14 im Bau/Planung) Kernkraftwerken rund 30% des nationalen Strombedarfs und Frankreich mit seinen 58 (2) sogar an die 80%. Warum eigentlich? Warum gibt es keines in Holland (falsch, es gibt eins. Siehe unten) oder Italien? Warum scheint (ohne dass ich das jetzt nachprüfen könnte) selbst jetzt in Japan nicht grundsätzlich an der Kernkraft gezweifelt zu werden und warum demonstrieren in Deutschland 100 Mal mehr Menschen gegen Kernkraft als in der Ukraine, in den USA oder in Japan, wo es doch in Deutschland nie einen Kernkraftunfall gegeben hat, der einer Erwähnung wert gewesen wäre, während in diesen drei Ländern, na ja, ihr wisst schon.


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Bild 1: Mein Kanji ist ein wenig eingerostet, aber diese vielleicht 100 Protestierer in Tokyo wenden sich gegen die Nutzung der Kernenergie.

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Autor: Georg Hoffmann· 09.04.11 · 09:47 Uhr· 477 Kommentare

08. April 2011

Ende eines Klimaskeptikers - A farewell to Glenn Beck

Kategorie: Kultur  ·  Kommentare: 51

Das so löbliche "Das glaub ich erstmal nicht" ist eine ganz gefährliche Sache. Skeptiker zu diesem und jenem werden leicht zu Verschwörungstheoretikern und die sind bekanntlich nur noch einen Spatenstich von der Psychopathologie entfernt. Das Klimaskeptiker-Sein ist zwar keine hinreichende Bedingung um auf diese schiefe Ebene zunehmender Verwirrung zu geraten, aber sagen wir mal so: Es hilft.

Von einem, der kritische Fragen zum Thema Evolution hat, dann die Welt in 6 Tagen erschaffen sehen will und schliesslich extraterrestrische Juden für Kennedys Ermordung verantwortlich macht, sind es da manchmal nur Monate oder gar Wochen.
Ich hatte von Glenn Beck zum ersten Mal vor langer Zeit im Zusammenhang mit irgendeiner klimaskeptischen Sondersendung gehört (und er blieb wahrlich am Thema dran) und Ich hatte damals wirklich keine Idee, wie vollständig verrückt dieser Typ ist. Ich meine jetzt nicht "verrückt" im Sinne von "zu Sylvester in die Nordsee springen" (Ich war jung und es war Alkohol im Spiel), ich meine "verrückt" im Sinne von Hannibal Lecter oder des späten Nietzsche oder Jack Nicholson ganz am Ende von Shining. Gestern wurde Beck wohl von Fox gefeuert, weil er Ihnen zu verrückt wurde (ich meine: zu verrückt für Fox, come on!) und ich habe diese Abschiedssendung doch mal gegoogelt und angeschaut. UNGLAUBLICH, anders kann man es nicht mehr nennen. Wer nicht alles sehen will, springt mal ins zweite Drittel, wo Beck an einer Schultafel erklärt, was die drängenden Probleme des Planeten sind.

Und alle, alle dürfen wählen, Beck darf wählen und ,die ihm zuhören und das für eine interessante Analyse halten, sie dürfen auch wählen. Also Menschheit, hier ist meine Frage an dich: Sind wir fit fürs 21te Jahrhundert?


Glenn Beck und wie alles mit allem zusammenhängt oder wie letztlich der Klimaskeptizismus nur eine Einstiegsdroge ist.


Autor: Georg Hoffmann· 08.04.11 · 12:55 Uhr· 51 Kommentare

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