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Georg Hoffmann hat an der Ruhr-Universität Bochum Physik studiert und anschliessend am Max-Planck Institut Hamburg mit einer Arbeit zu Tracern in globalen Zirkulationsmodellen, sogenannten "Klimamodellen", promoviert. Danach arbeitete er 15 Jahre in Paris am LSCE, Laboratoire des Sciences du Climat et de l'Environnement, zu verschiedenen Aspekten der Paleo-Klimatologie. Momentan forscht er im Rahmen eines gemeinsamen Projekt der Universität Utrecht, dem holländischen Weltraumzentrum SRON und dem holländischen Wetterdienst KNMI. Das Bild ist dem Stadionheft April 2004 des VFL Bochum entnommen und zeigt ihn mit der Vereinsfahne, die er einzig zu diesem Zweck quer durch die Antarktis geschleppt hatte. Tss. Unglaublich.

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Archiv März 2011

25. März 2011

Die Nacht, als in Japan die Lichter ausginge

Kategorie: Umwelt  ·  Kommentare: 4

Hier ein wirklich beeindruckendes Foto (eher zwei) eines NOAA Satelliten, welches Japan bei Nacht einmal vor und einmal nach dem Tsunami vom 11.3. zeigt.
Fast schon ein wenig gruselig.

JapanVorherNacher.jpg

PS Kurze Nachricht. Die frz. Behörde zur Reaktorsicherheit (IRSN, Institut de Radioprotection et de Sureté Nucleaire) geht wohl davon aus, dass der Reaktorblock 3 nicht mehr dicht ist und nicht mehr unter Kontrolle zu bekommen ist. Es werden aktuell Szenarien durchgerechnet, was es genau bedeutet, wenn die defekten Stäbe sich mit den umgebenden Beton mischen. Keine guten Nachrichten.


Autor: Georg Hoffmann· 25.03.11 · 12:20 Uhr· 4 Kommentare

24. März 2011

Empirische Demonstration in der Pop-Musik

Kategorie: Kultur  ·  Kommentare: 28

Kann man auch in der Pop-Musik überzeugende empirische Belege vorlegen, sozusagen Schulexperimente, die natürlich belehrend und allgemeinverständlich sind? Man kann! Die australische Band Axe of Awesome stellte diese nun wirklich überzeugende Demonstration am Red-Nose Day 2011 in der BBC vor. Was macht einen erfolgreichen Pop Song aus? Einfachheit. 4 Akkorde sind vollauf genug für Beautiful von James Blunt, Forever Young von Alphaville, Paparazzi von Lady Gaga, Love the way you Lie von Eminem, With or Without You von U2 (U-dos wie der Spanier sagt). Sehr lehrreiches Video und als Waffe gegen die heranwachsenden Töchter zu empfehlen, die bei Papas Jazz immer nur die Nase rümpfen.

Video: Axe of Awesome führt ein Schulexperiment zu vier Akkorden durch.

PS Die frz./deutsche Falschschreibung von Ackord, wurde durch das korrekte Akkord ersetzt. h/t cornelius courts.


Autor: Georg Hoffmann· 24.03.11 · 12:04 Uhr· 28 Kommentare

23. März 2011

Der Spiegel recherchiert. Heute: Wie der Japaner sinnlos Menschenleben in völliger Dunkelheit der Strahlung opfert!

Kategorie: Umwelt  ·  Kommentare: 349

Wie ist der Japaner eigentlich so drauf? Man kennt ja diese kleinen Kofferradios und den Toyota. Aber sonst? Richtig, Kamikaze, das machen die auch noch. Leben auf einen groszen Haufen, schaffen den ganzen Tag, hängen nicht sehr am Leben, weder am eigenen, noch an dem ihrer Mitmenschen. Rohen Fisch essen die wohl auch.

Würde jetzt meine bald 96 jährige Tante mit diesem Wissensstand zum Thema Japan fürderhin durchs Leben stapfen, dann wäre das wahrscheinlich ok. Für jemanden, der einen Spiegelartikel zum Thema "Wie sind die Arbeitsbedingungen der in Fukushima Dienst tuenden Techniker, Arbeiter, Feuerwerksleute" verfasst, ist das doch vielleicht ein bisschen wenig. Sollte er nicht mal mit jemanden sprechen, der dort arbeitet? Vielleicht den Pressesprecher der Feuerwehr kontaktieren? Mir kommt gerade ein irrer Gedanke: Wäre es nicht sogar toll, wenn er selbst ein wenig vor Ort recherchieren würde? Ja direkt mal rauskriegen, wie hoch die Strahlenbelastung dort ist, was die Dosimeter so anzeigen, kurz, sich ein bisschen journalistisch betätigen?


kamikaze2.jpg

Bild 1: Dieses Foto wurde von Spiegel-Autor Hendrik Ternieden heimlich gemacht und zeigt einen japanischen Kerntechniker, der sich gerade die Schutzkleidung anzieht.


I wo, das geht auch ohne lanweiliges Recherchieren, dachte sich der Hendrik Ternieden. "Ich war doch schon mal japanisch essen und ausserdem habe ich "Pearl Habour" gesehen", dachte er sich. Und zupps, war der Artikel fertig. Hier also das Beste, was der Spiegel in der Person von Hendrik, zu den Arbeitsbedingungen in Fukushima ermitteln konnte.


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Autor: Georg Hoffmann· 23.03.11 · 15:01 Uhr· 349 Kommentare

17. März 2011

Die Redaktionsschmelze im deutschen Presse-Fall-Out

Kategorie: Umwelt  ·  Kommentare: 337

Ich kann als Auswanderer nicht sagen, wie die Diskussion zum Thema "Beben und Tsunami in Japan" insgesamt so in Deutschland verläuft. Seit Jahren habe ich es mir zur Angewohnheit gemacht auf den Webseiten von FAZ, Sueddeutsche und Spiegel ab und an nachzulesen, was gerade so in Deutschland los ist. Ich glaube nicht, dass es irgendwie unfair ist, zu behaupten, dass für die Deutschen scheinends in Japan eigentlich kein Erdbeben stattgefunden hat, sondern ein Reaktorunfall. Nach neuesten Zählungen kamen am 11.3 in Japan über 5000 Menschen ums Leben, es werden noch Tausende vermisst und über 100.000 Menschen leben in Notunterkünften. Und so sieht das im Pressespiegel aus:

Hier sind die Headlines der verschiedenen Artikel zum Thema zum Beispiel aus der Süddeutschen in der Reihenfolge ihres Auftretens, - 6 Tage nach dem Beben:

1) Mindestens 20 TEPCO Mitarbeiter verstrahlt

2) Japan: Atomkatastrophe Kühlungsversuch aus der Luft

3) Atomkatastrophe in Japan: Fragen und Antworten Kommt es zur nuklearen Explosion

4) Gefährliche Reaktoren Wikileaks belastet japanische Regierung

5) Atomkatastrophe in Japan: Einen Menschen opfern um Millionen zu retten?

6) Atomkatastrophe in Japan: Die Kälte nach dem Beben

7) Atomkatastrophe in Japan: Atomdebatte in Bonn - Merkels märchenhaftes Moratorium

8) Tschernobyl: Das Leiden der Helfer "Wir wollten Helden sein"

9) Tagebuch aus Japan: Ich bring meine Familie weg

10) Japan: Künstlerin aus Tokyo im Skype Interview

11) Jenseits von Japan: Die gefährlichsten AKW Standorte der Welt

12) Atomkatastrophe in Deutschland: Der GAU erreicht das Wohnzimmer

13) Atomkatastrophe: Wann sind Strahlen gefährlich?

14) Tschernobyl: Der erste Super-GAU

15) Japan: Verzweifelte Suche nach den letzten Überlebenden


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Autor: Georg Hoffmann· 17.03.11 · 16:31 Uhr· 337 Kommentare

08. März 2011

In eigener Sache

Kategorie: Kultur  ·  Kommentare: 16

Es ist ja in letzter Zeit recht still hier. Grund ist in erster Linie unser Umzug nach Sevilla und mein neuer Job, der sich aufteilt zwischen der Universität Utrecht und der Estacion Biologica de Doñana. Es wäre eine lange Geschichte, genau zu erklären, wie das Projekt so zustande gekommen ist, aber um es kurz zu machen: Ich werde in den nächsten drei Jahre mit dem EC-EARTH Klimamodell arbeiten. Das Modell wird unter anderem vom niederländischen Wetterdienst (KNMI) fortentwickelt und das Projekt, an dem ich arbeite, wird vom Institute for Marine and Atmospheric Research Utrecht (IMAU) getragen.

Physisch bin ich aber die meiste Zeit in Sevilla, neben Granada und Cordoba kulturelles Zentrum Andalusiens. Na, und im schönen Sevilla sitze ich dann ganz genau in der Estacion Biologica de Doñana (EBD), einem biologischen Forschungsinstitut , welches einen der gröszten spanischen Nationalparks, eben dem Doñana Park im Mündungsgebiet des Guadalquivir, wissenschaftlich begleitet. Die Forschungsschwerpunkte sind etwa Biodiversität und Ökologie.


uu.jpg

Bild 1: Einer der Top-Universitäten in Holland, die Universität von Utrecht, an der unter anderem Gerard t'Hooft seine Nobelpreis-würdigen Arbeiten zu Eichtheorien in der Teilchenphysik durchführte.

Wie das alles unter einen Hut geht? Keine Ahnung. Das werden wir ja jetzt bald sehen. Wenn es auch heute nicht sehr schön hier in Sevilla war, hatten wir in der letzten Woche bereits deutsche Frühlingstemperaturen deutlich über 15°C. Und die wollen jetzt erstmal genossen werden, bevor es hier wieder weitergeht mit Klimaschmocks und Klimawandel.
Bis dahin!


Sevilla.jpg

Bild 2: Bild von der Giralda auf die Kathedrale von Sevilla und auf den ehemaligen arabischen Herrscherpalast, dem Alcazar, in dessen Gärten man im Sommer ganz hinreissende Konzerte um Mitternacht besuchen kann.


PS Es stimmt übrigens nicht, dass, wenn das WM Finale von den Holländern gewonnen worden wäre, ich dann von den Spaniern bezahlt in Holland arbeiten würde. So wie es jetzt ist, war es bereits vor dem Finale vorgesehen.


Autor: Georg Hoffmann· 08.03.11 · 23:39 Uhr· 16 Kommentare

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