Blog durchsuchen
Profil

Georg Hoffmann hat an der Ruhr-Universität Bochum Physik studiert und anschliessend am Max-Planck Institut Hamburg mit einer Arbeit zu Tracern in globalen Zirkulationsmodellen, sogenannten "Klimamodellen", promoviert. Danach arbeitete er 15 Jahre in Paris am LSCE, Laboratoire des Sciences du Climat et de l'Environnement, zu verschiedenen Aspekten der Paleo-Klimatologie. Momentan forscht er im Rahmen eines gemeinsamen Projekt der Universität Utrecht, dem holländischen Weltraumzentrum SRON und dem holländischen Wetterdienst KNMI. Das Bild ist dem Stadionheft April 2004 des VFL Bochum entnommen und zeigt ihn mit der Vereinsfahne, die er einzig zu diesem Zweck quer durch die Antarktis geschleppt hatte. Tss. Unglaublich.

Blogroll

komplette Blogroll » 

Archiv Dezember 2010

13. Dezember 2010

Cancun endet mit einem Riesenerfolg: November 2010 wärmster November ever

Kategorie: Politik  ·  Kommentare: 609

Cancun ist mit einem fantastischen Erfolg zu Ende gegangen. Man hat sich unter anderem auf drei entscheidende Punkte einigen können, die von der Weltpresse auch schon gebührend gefeiert wurden. 1) Die UN Konferenzen werden in Zukunft über absolut jedes Thema reden, vom Schutz der Mangroven im Brahmaputra Delta bis zur Rolle der Frau beim Land Use Change. Nur ein einziges Thema wird jetzt und in Zukunft nicht mehr behandelt: Wer reduziert wie und wieviel seine CO2 Emissionen? Ein Detail. Aber man muss auch mal Kompromisse machen können.

Triumph2010.jpg

Es sieht so aus, als hätte Primaklima seine 2010 Wette gewonnen. Zu früh gejubelt und zu früh den Boden geküsst, der im Jahre 2010 so warm war wie noch nie zuvor seit Beginn der Temperaturmessungen?


...mehr


Autor: Georg Hoffmann· 13.12.10 · 15:19 Uhr· 609 Kommentare

09. Dezember 2010

France24, Ningunguya und german Frenglish

Kategorie: Politik  ·  Kommentare: 98

Vorgestern abend rief mich also jemand von France24, dem französischen CNN, an und fragte mich, ob ich zu einer Diskussion mit einem Klimaskeptker nach Paris kommen möge. Klar, doch. Nichts leichter als das.

Um 9:00 holte mich natürlich ein vom Sender geschicktes Taxi zu Hause ab. Mein verstohlener Blick auf den Ticker zeigte mir, dass die 20 km nach Paris doch tatsächlich 80 Euro kosten. Klasse. Das S-Bahn Ticket liegt bei 3,40 €.

Der Skeptiker war Serge Galam, der vor zwei Jahren mal einen unklaren Le Monde Artikel und danach gleich ein ganzes Buch zum gleichen Thema geschrieben hat ("Consensus bedeutet nicht Wahrheit", "Wie haben nur einen Planeten und können daher die Klimamodelle nicht verifizieren" etc. etc. schnarch), sollte der SParringspartner werden. Er ist ein sehr netter Kerl und so sind wir dann auch entsprechend prima miteinander ausgekommen. Ich habe ohnehin die meisten seiner Argumente nicht verstanden. Kleine Nachfragen, ob er denn etwas Konkretes am IPCC auszusetzen hätte, erwiderte er mit allgemeinen soziologischen Betrachtungen und dem Hinweis, dass er ja nunmal kein Klimaforscher sei. Nu ja.

Video: Talking Points auf France24. Georg Hoffmann beschreibt dabei bislang unbekannte tropische Krankheiten und spricht flüssiges Frenglish.

In der Autokritik muss ich mich insbesondere dafür schelten, mir nicht eine paar englische Sätze fix und fertig parat gelegt zu haben. Es ist in 5 Sätzen doch sehr schwer Analogien einigermaszen verständlich an den Mann zu bringen. Ansonsten nenne ich die in Frankreich recht bekannte Tropenkrankheit Chikunguya irgendetwas wie Murmel-Nungel-Nuschelgnuya, wovor ich von meiner Frau und Bioprofessorin schlimm und zurecht zur Sau gemacht wurde. Das Montreal Protokoll lege ich auf das Jahr 1982, es war aber 1987, und vertausche das eine oder andere Mal REforestation mit DEforestation. Kurz, der massive Eindruck ist der: Das müssen wer nochmal üben!

Gerettet hat mich aber Gott sei Dank, dass mein Gegenüber, Serge, nochmal deutlich schlechter drauf war als ich und, wie gesagt, so manches, was er erzählte, völlig unverständlich blieb.

Anyhow, have a good laugh.

PS. Meine Frau monierte ausser des Chikunguya-Gates nur, wie ich darauf gekommen wäre nun gerade diese Jacke anzuziehen.

PPS. Meine jüngste Tochter (4) verehrt mich seit gestern als Magier, der die Macht hat, sogar im Fernsehen zu erscheinen. Sie ist seitdem sogar deutlich folgsamer.


Autor: Georg Hoffmann· 09.12.10 · 14:33 Uhr· 98 Kommentare

Saufen? Aber richtig!

Kategorie: Kultur  ·  Kommentare: 15

Der griechische Philosoph Kostis Papajorgis hat mit seinem sehr schönen Essay "Der Rausch" eine Kulturgeschichte der unter anderem alkohol-gestützten Flucht aus dem Jammertal unserer endlichen Existenz abgeliefert: Letzter Ausweg aus einem verfallenden Körper in einer unsere tierischen Instinkte regelnden und kontrollierenden Gesellschaft, verzweifelter Ausbruch aus dem "stählernen Gehäuse" (Weber) unserer Arbeitsgesellschaft?

Schön und gut. Aber wie sieht es dabei mit der CO2 Bilanz aus? Ausbrechen kann jeder, aber der Planet zahlt die Zeche. Was hilft der schönste Rausch, wenn dereinst das arktische Meereis deswegen verschwindet. Hier also der ultimative guide de routard zwischen Bier und Cognac, Rotwein und Tequilla, kurz alles was knallt.

Die Zeitschrift "Mother Jones" bewertete für das US Publikum die Möglichkeiten des ökologisch ackzeptablen Betrinkens und erörtete so wichtige Fragen wie die, ob man sich besser in Bacchus oder Gambrinus Armen begeben soll, wenn man seinen CO2 Fussabdruck im Auge behalten möchte. Primaklima hat wie immer recherchiert und die Sache selbst ins Auge genommen.

winemap.gif

Bild 1: Östlich dieser Linie wird Bordeaux getrunken, westlich davon Nappa Valley. Dem CO2 zu Liebe, wie Mother Jones detailliert nachweist.

...mehr


Autor: Georg Hoffmann· 09.12.10 · 13:38 Uhr· 15 Kommentare

07. Dezember 2010

Nie wieder Schnee in Deutschland?

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 44

Während also gerade die jetzige "grosze Kältewelle" zu Ende geht (aechz, es fängt gerade wieder hier an zu schneien), wollte ich noch einmal ein paar Punkte im Zusammenhang mit den letzten angeblich oder scheinends so kalten europäischen Wintern und ihren genauso scheinbaren Widerspruch zur globalen Erwärmung aufgreifen. Die jetzt ausklingende Kältewelle gehört (per Auge) zu einem Wetterregime, das man "Scandinavian Blocking" nennt, wobei ein Hochdruckgebiet über dem Nord-Atlantik/Skandinavien die ansonsten in West-Europa vorherrschenden Westwinde abblockt und stattdessen nordöstliche Luftmassen hereinpumpt. Wie wir unten sehen werden, ist das ein durchaus häufiger vorkommendes winterliches Wettermuster in Europa und das einzig Ungewöhnliche daran scheint mir, dass dieses Muster normalerweise nicht besonders viel Schnee bringt, was aber offensichtlich diesmal nicht der Fall war.

aolresid_Page_3.jpg

Bild 1: Wintertemperatur in De Bilt (Holland) während der letzten 40 Jahre. Die rote Gerade gibt den Trend an, die rote Kurve eine lineare Kombination aus Trend+NAO.


...mehr


Autor: Georg Hoffmann· 07.12.10 · 16:09 Uhr· 44 Kommentare

Kann der Dschihad auch komisch sein?

Kategorie: Kultur  ·  Kommentare: 17

Ich weiss nicht, wieviele Menschen, einige sicher "Schuldige" und die grosze Mehrheit Unschuldige, ihr Leben im "Krieg gegen den Terror" gelassen haben und wieviele Milliarden Dollar seit jenem 11. September 2001 in diesen Krieg geflossen sind. Wir kennen dank Hollywood all die Stories der Selbstmordattentäter, die in der Hoffnung auf die berühmten 40 Jungfrauen sich und viele andere ins Verderben gerissen haben. All das ist in das gesamtgesellschaftliche Unterbewusste des Ockzidents eingegangen. Wir kennen es so gut, dass wir geneigt sind beim Geruch von Rosenwasser bereits in Panik zu verfallen. Meistens aber bedeutet für uns der Krieg gegen den Terror, mal wieder stumm leidend festzustellen, dass wir für den Sicherheitscheck am Flughafen besser Strümpfe OHNE Löcher angezogen hätten. So ist also scheinends die ganze Welt getaucht in ein Kuddelmuddel aus sinnlosen Militäraktionen, sinnlosen Sicherheitskontrollen und sinnlosen cross-cultural Misztrauensbekundungen. Als wenn nicht so schon alles schlimm genug wäre.


Video 1: Official Trailer der "Four Lions"

...mehr


Autor: Georg Hoffmann· 07.12.10 · 16:08 Uhr· 17 Kommentare

01. Dezember 2010

Highlights (1) der IgNobel Preisverleihung, (2) des Englischen Puritanismus und (3) des Dance-your-PhD 2010

Kategorie: Kultur  ·  Kommentare: 14

(1) Eine kleine Auswahl der besten IgNobel Preis Gewinner 2010 und Arbeiten - zitiert aus La Recherche : Der Preis für Medizin ging an eine dänische Arbeitsgruppe, die herausfand, dass zumindest bei Frauen, die an Asthma leiden, eine Behandlung durch häufiges Achterbahnfahren Erfolg verspricht. Wollen hoffen, dass die Krankenkassen da schnell reagieren und man per Rezept nach der Achterbahn noch eine Runde auf der Geisterbahn abchillen kann.

achterbahn.9.jpg

Bild 1: Die AOK organisiert nun regelmäszig Therapiesitzungen für an Asthma leidende Frauen. Was ist die effektivere Therapie? Vorne oder hinten sitzen?


...mehr


Autor: Georg Hoffmann· 01.12.10 · 16:41 Uhr· 14 Kommentare

Klimaerwärmung führt zu globaler Verblödung

Kategorie: Medizin  ·  Kommentare: 63

Meistens denkt man ja, es wäre umgekehrt. Bei all den Rush Limbaughs, Senator Inhofes und Oliver Janichs in der Welt könnte man vielleicht zuerst denken, die allgemeine Verblödung führe zur Unmöglichkeit irgendwelche Masznahmen zum Thema Klimawandel zu ergreifen und würde also alles viel schlimmer machen. Das ergäbe in der Tat eine Korrelation zwischen Verblödung und Erwärmung.
Joseph Ryan und Kollegen haben jetzt aber in den Psychological Reports herausgefunden, dass es auch umgekehrt kommen könnte: Je wärmer, je blöder.

IQ.gif

Bild 1: IQ der US Staaten vielleicht von Temperatur kontrolliert? Aber wie erklärt man dann Sarah Palin aus dem klugen kalten Alaska?

...mehr


Autor: Georg Hoffmann· 01.12.10 · 15:15 Uhr· 63 Kommentare

ScienceBlogs.com

mehr auf www.scienceblogs.com »