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Georg Hoffmann hat an der Ruhr-Universität Bochum Physik studiert und anschliessend am Max-Planck Institut Hamburg mit einer Arbeit zu Tracern in globalen Zirkulationsmodellen, sogenannten "Klimamodellen", promoviert. Danach arbeitete er 15 Jahre in Paris am LSCE, Laboratoire des Sciences du Climat et de l'Environnement, zu verschiedenen Aspekten der Paleo-Klimatologie. Momentan forscht er im Rahmen eines gemeinsamen Projekt der Universität Utrecht, dem holländischen Weltraumzentrum SRON und dem holländischen Wetterdienst KNMI. Das Bild ist dem Stadionheft April 2004 des VFL Bochum entnommen und zeigt ihn mit der Vereinsfahne, die er einzig zu diesem Zweck quer durch die Antarktis geschleppt hatte. Tss. Unglaublich.

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Archiv September 2010

27. September 2010

Unter Linken - Die Links

Kategorie: Politik  ·  Kommentare: 100

Auf einem winzigen Blog auf eine Spiegel TV Produktion aufmerksam zu machen, ist sicher fur die Katz. Egal, ich fand diesen Beitrag von Jan Fleischhauer nach Leitmotiven seines Buchs exzellent und sehr lustig und manchmal auch sehr wahr.

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Autor: Georg Hoffmann· 27.09.10 · 09:17 Uhr· 100 Kommentare

26. September 2010

Stephen Colbert im Senat zu Immigration und Bohnenpflücken

Kategorie: Politik  ·  Kommentare: 18

Der Spiegel berichtete. Die beiden US Night Talker Jon Stewart und Stephen Colbert machen gerade gegen die leicht kreationistische, leicht xenophobe, leicht klimakritische und schwer lustige Tea Party Bewegung Stimmung. Irgendwie ein leichtes Ziel, aber einer muss den Job ja machen. Im Zuge ihrer jüngsten Bewegung raus aus dem TV Studio rein ins echte Leben trat Stephen Colbert (berühmt geworden durch seine legendäre Rede beim Washingtoner Presseball, bei dem George W. Bush dann doch das Lachen verging) nun in einem US Senatsausschuss zum Thema Immigration auf. Und was dem Sarrazin der Türke, ist dem Amerikaner eben der Latino. Während "bei uns" zwar kein Mercedes mehr ohne die ungeliebte Einwanderung vom Band ginge, ist es in den USA ein wenig schlimmer: Drei von vier Farmarbeiter in den USA sind illegal aus dem Süden eingewandert. Kurz, ohne die mexikanischen "Illegalen" würden die USA verhungern. Diese und einige andere Überlegungen können Sie hier in der wahrscheinlich lustigsten Senatsanhörung ever hören. Viel Spass, Hav Fun oder Mucho Gusto.

Stephen Colbert im Sentatsausschuss zu Immigration und Bohnenpflücken.


Autor: Georg Hoffmann· 26.09.10 · 12:14 Uhr· 18 Kommentare

16. September 2010

Climategate reloaded - EIn Käfig voller Narren

Kategorie: Umwelt  ·  Kommentare: 212


In den frühen Jahren von Primaklima, also vor ach so langer Zeit, verfasste ich einen Artikel über das Traumpaar der deutschen Klimaphysik: There-is-no-such-thing-as-a-greenhouse-effect Gerlich and Tscheuschner. Wie es der Teufel so wollte, führte diese kleine Episode dazu, dass ich von einem der Klimaguerilleros auf eine e-mail Liste gesetzt wurde. Auf dieser Liste fanden sich nicht nur die besagten Gerlich und Tscheuschner, sondern auch ein Gutteil der Mitglieder von EIKE (ein deutlich jenseits der Pensionsgrenze operierender Verein von Klimaskeptikern: Freiheit Ja, Klimaschutz Nein, oder so ähnlich) und, was es sonst noch in Deutschland/Österreich/Schweiz an klimaskeptischen Vertretern so gibt.

Ja und?, wird man da fragen. Nun, die e-mail Liste war irrsinnig lang, die Diskussionen noch länger, die Teilnehmer waren fast ausschliesslich Skeptiker unterschiedlichen Grades, viele von EIKE aber auch ein paar Freelancer und die Liste wurde per reply Funktion kopiert und wurde länger und kopiert und noch länger und kopiert. Ich bezweifele, dass am Ende von denen noch einer wusste, wer zu welchem Thema was sagte und wem das ganze Zeug eigentlich noch geschickt wurde. Das folgende ist ein anomisierter Best-of dieser 100erte von e-mails, ein Panoptikum der klimato-skeptischen Psychopathologie, welchem einem sicher das Gruseln lehren würde, wenn es nicht auch unfreiwillig so komisch wäre. Jedes Zitat ist echt und wurde aus offensichtlichen Gründen gegebenenfalls anonymisiert.

Bolshevik-meeting.jpg

Bild 1: Treffen der Klima-Bolschewiken. Wer auch nur einen Zoll dem Treibhauseffekt die Tur öffnet, der lädt gleich Greenpeace zu sich zu Hause ein. Keine Kompromisse mit der Klimaforschung!

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Autor: Georg Hoffmann· 16.09.10 · 17:19 Uhr· 212 Kommentare

13. September 2010

Svensmarks Wolkenhypothese bestätigt ! .... bis aufs Vorzeichen.

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 19


Kurze Anmerkung zu zwei jüngst herausgekommenen Papern zum Thema kosmische Strahlung und Klima. Bekanntlich lautet die unter anderem von Henrik Svensmark beworbene Hypothese, die allerdings deutlich älter als Svensmark ist, dass die Intensität des solaren Magnetfeldes unsere Erde mal mehr und mal weniger vor einem kosmischen Teilchengewitter schützt. Je schwächer das Feld, umso mehr hochenergetische Teilchen, die beim Eindringen in die Erdatmosphäre ein Gewitter von Sekundärpartikeln auslösen. Diese Partikel sollen nun die Atmosphäre hinreichend stark ionisieren und diese Ionisation soll bei der Bildung von Wolkenkondensationskeimen helfen. Eine intensiver strahlende Sonne, wie wir sie etwas zwischen 1900 bis 1950 z.B. über die Sonnenflecken beobachtet haben, schirmt also die Erde besser ab, lässt weniger kosmische Strahlung rein und erlaubt letztlich weniger Wolkenbildung. Na gut. Und dann, so scheint sofort klar, reflektieren weniger Wolken eben weniger Sonnenstrahlung und es wird wärmer.

Large_Stratocumulus.JPG

Bild 1: Tiefliegende Stratocumulus. Umso mehr, umso dunkler, umso kälter.

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Autor: Georg Hoffmann· 13.09.10 · 18:50 Uhr· 19 Kommentare

12. September 2010

Wie ich der kommunistischen Partei mal die Klimasensitivität erklärte

Kategorie: Kultur  ·  Kommentare: 32

Die PCF, die Parti Communiste Francais, hat ihre besten Zeiten sehr sehr lange hinter sich gelassen. Sie lagen noch in den 70ern unter dem mittlerweile legendären Betonkopf Georges Marchais (hier ein Klassiker des frz. Fernsehens, in dem Marchais einen Journalisten zusammenfaltet wie in Deutschland noch nie einer zusammen gefaltet wurde: Taisez-vous Elkkabach ) bei 20% und liegen mittlerweile unter 2%. Ihre härtesten Konkurrenten um die Wählergunst sind agressivere und vor allem jüngere Gruppierungen, die in den klassischen Hochburgen der PCF in den Banlieus der französischen Grossstädte wildern. Trotzdem bekommen sie immerhin noch zwei Dinge wirklich gut hin. Sie geben nachwievor eine grosse und durchaus ausserhalb der "Gemeinde" gelesene Tageszeitung heraus: L'Humanité. Und sie organisieren seit einer gefühlten Ewigkeit jedes Jahr die Fête de l'Humanité. In einem Park im Norden Paris (La Courneuve) wird für kleines Eintrittsgeld ein Zeltfest mit Konzerten, Diskussionen und Grillfleisch gefeiert.

DisussionGrand.JPG

Bild 1
: Monsieur Hoffmann, wann kommt denn endlisch die Katastropheee?


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Autor: Georg Hoffmann· 12.09.10 · 15:30 Uhr· 32 Kommentare

11. September 2010

Zyklen und Trends der solaren Strahlung und des Klimas

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 35

Judith Lean ist eine der führenden Forscher zum Thema Sonne und Klima. Das tut sie, wie ich beim Verfassen dieses Artikels übrigens bemerkte bei der US NAVY (Sie hat eine navy.mil e-mail Adresse), nämlich bei der Space Science Division der Naval Research Laboratory. Man fragt sich, was das Pentagon wohl dazu bewegte in Sun/Earth relations, so Leans Arbeitsbeschreibung, zu investieren. Na, uns soll es recht sein.

Sie hat sich insbesondere damit beschäftigt, wie man aus den direkten Beobachtungen solarer Variabilität (genauer der spektral integrierten solaren Strahlkraft, TSI), die von verschiedenen Satelliten seit dem Ende der 70er gemessen wurde, auf deren Variabilität in der Vergangenheit schliessen könne. Vergangenheit heisst hier insbesondere die ca. letzten tausend Jahre. Diese Rekonstruktion eines Teil des Klimaforcings ist natürlich ein wichtiger Faktor zum Verständnis der millenaren Klimavariabilität.

AtmosphRegrForc.jpg


Bild 1:
Vergleich der linearen Regression von ENSO, solarem, vulkanischen und anthropogenen Forcings auf die Temperaturen in der Atmosphäre. Von links nach rechts steigt man in der Atmosphäre von unten nach oben bis zur Stratosphäre. Von der zweiten bis zur fünften Reihe sieht man den Anteil des jeweilen Forcingfaktors an der multivariaten Regression, die man in der ersten Reihe in gelb sieht.


Hier hatte ich bereits einmal ihre Arbeit zusammen mit David Rind vorgestellt, in dem sie die verschiedenen Forcingfaktoren, also den anthropogenen Anteil, die solare Variabilität (TSI), die von Vulkanen in die Atmosphäre geschleuderten Aerosole und den ENSO (El Niño Southern Oscillation) Index benutzen, um die globalen Temperaturen zu "erklären". "Erklären" heisst für sie, die obigen vier Parameter linear in einer multivariaten Regressionsanalyse mit den globalen Temperaturen zu verbinden. Das Ergebniss sind dann z.B. so aus:
T_Regr=a*Sonne+b*Vulkane+c*Mensch+d*ENSO. In den folgenden zwei Bildern wird also jeweils das Gesamtresultat T, welches gerade so berechnet wurde, um möglichst nah an die beobachtete T_obs zu kommen und die den verschiedenen Forcingtermen zugewiesenen Anteile gezeigt. Eine kritische Anmerkung vorne weg. Die verschiedenen erklärenden Faktoren (a*Sonne, etc.), auch Predictor genannt, sollten voneinander unabhängig sein. Und das ist sicher für Sonne, Vulkane und Treibhausgase der Fall. Hingegen ist der Einfluss eines jeden dieser drei Faktoren auf ENSO überhaupt nicht klar, oder mehr noch: Es scheint eher unwahrscheinlich, dass ENSO von diesen drei Faktoren ganz unbeeinflusst ist.

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Autor: Georg Hoffmann· 11.09.10 · 17:54 Uhr· 35 Kommentare

09. September 2010

Arthur Schopenhauer und die Reform des IPCC

Kategorie: Kultur·Themenwoche  ·  Kommentare: 80

Ein Arbeitskollege und Freund reichte mir am Wochenende ein kleines Büchsen in die Hand: Arthur Schopenhauer "L'Art d'avoir toujours raison" ( "Die Kunst, immer Recht zu behalten"). Da drin, so meinte er mit einem anerkennenden Gemurmel zur deutschen Philosophie, stünde alles, was man zum Umgang mit Klimaskeptikern wissen müsse. Schluck. Der Schopenhauer?

larttoujoursraison.jpg

Bild 1: Die Kunst immer Recht zu haben, die Bibel der Klimaskeptiker.


Zuerst habe ich mich natürlich geärgert, dass ich den Text nicht in der Gesamtausgabe finden konnte. Haben die Franzosen da eine gesamtere Gesamtausgabe? Nach etwas Herumblättern fand ich dann in den Parerga und Paralipomena II in der Diogenes Ausgabe einen Aufsatz mit dem Titel Zur Logik und Dialektik in dem Schopenhauer sich bereits auf diesen Text bezieht.

Die Leute hingegen , wie sie in der Regel sind, nehmen es schon übel, wenn man nicht ihrer Meinung ist: dann sollten sie aber auch ihre Meinung danach einrichten, dass man denselben beitreten könnte. Nun aber gar an einer Kontroverse mit ihnen wird man, selbst wenn sie nicht zur oben erwähnten ultima ratio stultorum [letzten Zuflucht der Dummen (gemeint sind ad hominem Attacken GH)] greifen, meistens nur Verdrusz erleben; indem man dabei es nicht allein mit ihrer intellektuellen Unfähigkeit, sondern gar bald auch mit ihrer moralischen Schlechtigkeit zu thun haben wird. Diese nämlich wird sich kund geben in der häufigen Unredlichkeit ihres Verfahrens beim Disputiren. Die Schliche, Kniffe und Schikanen, zu denen sie, um Recht zu behalten, greifen, sind so zahlreich und mannigfaltig, und dabei doch so regelmäszig wiederkehrend, dasz sie mir, in früheren Jahren, ein eigener Stoff zum Nachdenken wurden, welches sich auf das rein Formale derselben richtete


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Autor: Georg Hoffmann· 09.09.10 · 08:26 Uhr· 80 Kommentare

08. September 2010

Stephen Schneider diskutiert mit Klimaskeptikern

Kategorie: Umwelt  ·  Kommentare: 23

In vielleicht seinem letzten offentlichen Medienauftritt bestreitet hier der jüngst verstorbene Stephen Schneider eine Diskussion mit einem Saal voller Klimaskeptiker. Die Diskussion wurde vom australischen Sender SBS in der Universität Sydney organisiert und aufgenommen. Um den australischen Ackzent zu verstehen, braucht man ein gutes Ohr und viel Vorstellungskraft. So oder so, die Diskussion verlief lebhaft und sehr zivil. Natürlich konnte niemand von Stephens wissenschaftlichen Argumenten überzeugt werden (hey, hat das etwa jemand hier erwartet?), trotzdem bewundere ich Stephen Schneider, der doch schon arg von seiner Krankheit gezeichnet war, für seine Geduld und seinen Willen zur Diskussion.

Schneider.jpg

Um das Video der Diskussion zu sehen, einfach auf das Bild klicken.

h/t to John Cook


Autor: Georg Hoffmann· 08.09.10 · 11:17 Uhr· 23 Kommentare

04. September 2010

Model Ranking - Kann man aus den Fehlern von gestern lernen?

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 51

Während wir alle noch auf das perfekte Modell warten, bleibt die Frage, was wir bis dahin machen? Man kann natürlich mit der grossen Variabilität der Modelle leben und einfach mit den Achseln zucken. Aber vielleicht gibt es ja einen systematischen Weg, um herauszufinden, welches Modell besser ist und welchem man also mehr vertrauen kann? Die Idee besteht schlicht darin, ein objektives Ranking zu erstellen in der Annahme, dass wer gestern viele Fehler gemacht hat, es wahrscheinlich morgen auch machen wird. In diesem Sinne hätte man eben aus den Fehlern von gestern gelernt und würde sich eben auf die "besseren" Modelle stützen.

Leider steht dieser natürlichen Herangehensweise zwei Hindernisse im Wege. Erstens, ein politisches Hinderniss. Schliesslich haben sich alle ganz doll angestrengt die Deadlines des IPCC zu verfolgen und es war ein wichtiges Ziel eben auch ein russisches oder chinesisches Modell im IPCC Prozess dabei zu haben. Zweitens, ein wissenschaftliches. Was sich nämlich so natürlich anhört (Ranking der Modelle) ist nämlich gar nicht so einfach. Was soll ein Modell eigentlich wofür können? Muss es, um den Einfluss des Klimas im Jahre 2050 auf die Krötenwanderungen in der Lüneburger Heide , wirklich die globale Temperatur gut berechnen können? Und wenn denn die globale Temperatur jetzt mal das Target sein soll, sind eigentlich die "guten" Modelle wirklich sinnvoll zu definieren? Reto Knutti überschrieb einen sehr schönen Artikel zu dieser Problematik passend mit der Überschrift: "The end of model democracy?".

RankingAGCM.jpg

Bild 1: Abschneiden der verschiedenen Modelle über 20 Jahresabschnitte. Links wurden die interdekadischen (20 Jahre) globalen Anomalien und rechts die Absoluttemperaturen zur Beurteilung herangezogen.


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Autor: Georg Hoffmann· 04.09.10 · 07:24 Uhr· 51 Kommentare

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