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Georg Hoffmann hat an der Ruhr-Universität Bochum Physik studiert und anschliessend am Max-Planck Institut Hamburg mit einer Arbeit zu Tracern in globalen Zirkulationsmodellen, sogenannten "Klimamodellen", promoviert. Danach arbeitete er 15 Jahre in Paris am LSCE, Laboratoire des Sciences du Climat et de l'Environnement, zu verschiedenen Aspekten der Paleo-Klimatologie. Momentan forscht er im Rahmen eines gemeinsamen Projekt der Universität Utrecht, dem holländischen Weltraumzentrum SRON und dem holländischen Wetterdienst KNMI. Das Bild ist dem Stadionheft April 2004 des VFL Bochum entnommen und zeigt ihn mit der Vereinsfahne, die er einzig zu diesem Zweck quer durch die Antarktis geschleppt hatte. Tss. Unglaublich.
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30. Juni 2010
Warum wir auch den letzten Tropfen Öl aus 5000 Metern Tiefe mitten im Naturpark heraufpumpen und verbrennen werden.
Kategorie: Politik · Kommentare: 23
Ich bin häufig etwas unklar bei dem Punkt, wie weit man Mitigation, also die Vermeidung von CO2 Emissionen, treiben sollte, einfach weil mir die wirtschaftlich-technologischen Konsequenzen und Notwendigkeiten einer solchen "Forderung" (als wenn ich was zu sagen hätte..) ziemlich unverständlich sind. Kurz: Keine Ahnung.
Das soll hier aber gar nicht der Punkt dieses Beitrags sein. Hier soll es darum gehen, dass egal was ich oder meinethalben der IPCC oder gar der Papst in Sachen CO2 Emissionen und Energy Consumption fordern, es wird nicht geschehen. Bis zum letzten Tropfen Öl.
| The Daily Show With Jon Stewart | Mon - Thurs 11p / 10c | |||
| An Energy-Independent Future | ||||
| ||||
Jon Stewart erklärt warum.
Autor: Georg Hoffmann· 30.06.10 · 13:57 Uhr· 23 Kommentare
16. Juni 2010
Rekordticker Mai
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 66
Ich bekomme schon Mahnmails: Wo ist der Ticker? Das Bloggen ist auch nicht mehr der leichte, heitere Spass, der er mal war.
Der ausklingende Niño liess im Mai die Pazifiktemperaturen zurückgehen, Atlantik und Indik sind aber nach wie vor sehr warm. Beides sind übrigens keine guten Vorzeichen für die diesjährige Hurrikansaison. Warme Ozeantemperaturen und sich langsam entwickelnde La Niña Bedingungen (wenn nicht La Niña, so doch zumindest Niño/Niña neutral) gelten als eine gefährliche Mischung für Hurrikane in der Karibik. Die Klimaexperten vom Spiegel berichten übrigens und ohne wirklich zu überraschen das Gegenteil:
Einer Kombination aus warmen Meerestemperaturen und der zyklischen El-Niño-Luftströmung wegen, stehe der geplagten Region am Golf ein "aktiver bis sehr aktiver" Sturmsommer bevor, warnen die Experten.
Aber was ist schon ein Vorzeichen, sag ich auch immer. Niño/Niña weiss man ja meistens bis zur Geburt nicht so genau.
Zurück zum Thema: der Rekordticker. Es hat sich im Mai also nicht grundsätzlich etwas geändert. Bei den HadCRU Temperaturen liegt das Jahr 2010 nach wie vor unter dem CRU Rekordjahr 1998. Es bleibt aber auch nicht hoffnungslos. Die Differenz zwischen dem Soll (roter Balken, im Mittel nötig um 2010 zum neuen Rekordjahr zu machen) und dem Haben (gelber Balken, das bisherige Mittel von Januar bis Mai) beträgt lediglich 0.03°C.
Es gibt keinen besonderen Unterschied zwischen Nord und Südhemisphäre. (Bilder 2 und 3). Der Unterschied muss in beiden Hemisphären aufgeholt werden.
Im GISS Datensatz ist es allerdings eine recht klare Sache (Bild 4). Der Unterschied zwischen Soll (rot) und Haben (Gelb) beträgt satte 0.17°C. Nur ein ziemlich starker und schnell einsetztender La Niña sollte mir noch den Wettgewinn verderben. Aber man hat ja schon Pferde kotzen sehen.
Ich weiss übrigens gar nicht mehr genau, was ich darauf gesetzt habe, dass 2010 das wärmste Jahr wird. So ist das bei den Langzeitwetten. Wollen mal hoffen die potentielle Verliererin wird sich noch daran erinnern.
Nochmal die Erklärung der Balken in den Grafiken.
Blau: Das jeweilige Rekordjahr des jeweilegen Datensatzes
Gelb: Mittel der Monate des laufenden Jahres (2010).
Rot: Wo der Rest des Jahres landen muss, um den Rekord zu brechen.

Bild 1: Global HadCRU
Autor: Georg Hoffmann· 16.06.10 · 15:21 Uhr· 66 Kommentare
14. Juni 2010
Ich geh zur "Heat is on" nach Bonn
Kategorie: Umwelt · Kommentare: 287
Vor kurzem bekam ich eine Einladung zu einem von der Deutschen Welle organisierten Meeting (Grossmeeting) mit dem schönen Titel "The Heat is on - Climate change and the media". Ich tauche bei einer Podiumsdiskussion mit dem Titel "Reaching out for the people - Climate change in social media", das Ganze mit dem Untertitel "Kontaktsuche - Klimawandel in sozialen Netzwerken". Irgendwie hat es was mit Primaklima zu tun, aber fragt mich besser nicht, ich hab keine Ahnung.
Schaut man durch das Veranstaltungsprogramm, stellt man fest, dass die halbe UNO dabei ist, alles was irgendwo auf der Welt irgendwie mit Umweltfragen zu tun hat. Der brazilianische Botschafter, der Chef des Corporate Climate Center (??) der Münchner Re, jemand der für
sustainability and climate change bei der deutschen Telekom (??) verantwortlich ist, und jemand vom Asian Desaster Preparedness Center.
Es gibt so schöne Vorträge wie "Spirituality and climate change: Does religion share responsibility for environmental protection?"
und auf der Titelseite wird folgendes Staement gemacht:
"The vast majority of the scientific world agrees that the environment would collapse with an increase in global temperature beyond 2° Celsius. " (womit ich mich dann schon in der Minderheit befinden würde, wenn es denn wahr wäre, dass das die "vast majority" sagt)
Na, ich fahr einfach mal hin und schau's mir an. Wer in Bonn und Umgebung wohnt und Dienstag nachmittag nichts vor hat, kann ja mal vorbeikommen.
PS. Wer spielt eigentlich am Dienstag? Verpasse ich was wichtiges?
Autor: Georg Hoffmann· 14.06.10 · 21:12 Uhr· 287 Kommentare
12. Juni 2010
Das Mittelalterliche Optimum Teil V: Addendum und mehr Antworten
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 43
Nach all den ernsten Beiträgen wieder mal ein lustiger. Bei der Besprechung des Papers von Joel Guiot und Kollegen waren 4 Fragen offen geblieben. Die erste habe ich hier behandelt und dabei gezeigt, dass die Guiot Studie NICHT in "flagrantem" Widerspruch zu aktuellen Rekonstruktionen in Europa steht und dass ferner die Phasen niedriger Sonnenaktivität keinen besonders klaren Abdruck in den rekonstruierten europäischen Sommertemperaturen hinterlassen.
Als kleiner Nachtrag dazu füge ich nochmal eine Temperaturrekonstruktion aus unserer Arbeitsgruppe hinzu. In ihrer Doktorarbeit hat Nathalie Etien einen kombinierten Proxy für die Sommertemperaturen der Region zwischen der Ile de France und dem Burgund entwickelt. Sie benutzte eine lineare Kobination aus Weinerntedaten und Wasserisotopen in Baumringzellulose, die eine sehr gute Korrelation (r=0.8, siehe Bild 1) über die Kalibrationszeit im 20/19ten Jahrhundert ergaben (Baumringe sind oft deutlich schlechter korreliert).

Bild 1: Kalibrierung des kombinierten Wein/Isotopen Proxies über die letzten 120 Jahre.
Autor: Georg Hoffmann· 12.06.10 · 18:25 Uhr· 43 Kommentare
03. Juni 2010
Cancellara gibt Gas!
Kategorie: Technik · Kommentare: 105
Die Nachricht kam gestern bei den groszen Tageszeitungen an und das Video ist einfach klasse gemacht. Wenn also dieser Beitrag zum technischen Doping beim Fahrradfahren die Reputation von Primaklima auch weiter ruinieren wird, so kann ich doch nicht anders.
Die Story ist einfach zu gut. Davide Cassani, ehemaliger Radprofi, bekam beim Anblick einiger Leistungen vom Klassikerspezialisten Fabian Cancellara Zweifel. Einige Antritte waren ihm einfach zu unglaublich. Die Mauer von Grummont bei der Flandern Rundfahrt ist Cancellara hochgesaust wie wohl noch niemand zuvor. Doping also? Nein, meint Cassani, technisches Doping.
Das Video ist ganz grosses Kino und ich geb zu, einige Antritte Cancellaras kommen mir auch unheimlich vor. Trotzdem, trotz all der Landis, Ulrich, Armstrong, vorerst kann ich noch nicht an die Story glauben.
Schon eine Millionen Klicks hat dieses Video Davide Cassanis zum neuen Doping in der Radszene: dem technischen Doping.
Autor: Georg Hoffmann· 03.06.10 · 14:30 Uhr· 105 Kommentare
01. Juni 2010
Arte tanzt nach der Pfeife der Klimaskeptiker
Kategorie: Kultur · Kommentare: 45
Ein trauriges Beispiel von Gefälligkeitsjournalismus hat Arte und dort insbesondere Artes "Starjournalistin" Isabelle Giordano abgeliefert. Claude Allègre hatte in seinem jüngst erschienen Buch "L'imposture climatique" ("Der Klimaschwindel") ein Lügen-, Fälschungs-, Verdrehungs- und Verleumdungsfestival der Sonderklasse abgebrannt, welches auch dem naivsten Journalisten unmöglich entgangen sein kann. Vielleicht ein Grund dem Allègre ein paar kritische Fragen zu stellen, wenn man schon meint, ihn einladen zu müssen?
I wo! Giordano strickt an Allègres Lebensmantra vom einsamen Wissenschaftshelden, der allein gegen alle recht behält, eifrig mit. In einer Videoeinspielung sollte ursprünglich Michel Broué, ein renomierter Mathematiker an der Jussieu Universität, und, wenn man so will, "Allègre Kenner", ein paar kritische Worte zu Allègres Vita sagen dürfen. Als Allègre dieses Band vor der Sendung vorgespielt wurde (was ja wohl schon ungewöhnlich genug ist), bekam dieser einen Anfall und verlangte, dass Broués Statement auf keinen Fall gesendet werden dürfe, sonst würde er Arte verklagen. Und die Verantwortlichen beim fanzösisch-deutschen Kultursender knickten ein, wie ein gutgeöltes Schweizer Taschenmesser. Solchen Journalismus brauchen wir.
War denn nun Broués Aussagen zu Alllègre wirklich so schlimm? Hier das Original (in frz.). Einige Auszüge aus Broués Philippika:
Du erzählst irgendeinen Blödsinn von Dingen von denen du nichts verstehst.... zur Mathematik, zur Philosophie...Dinge, die eines Marktschreiers würdig sind und die Wissenschaftler einfach nur verblüfft zurücklassen. Danach bist du zum Klima gewechselt und erzählst da auch den grössten Unsinn.
Klar, dass Allègre das nicht so mag. Die Rechtsabteilung von Arte war der Meinung, das sei justiziabel. Grund genug also, dass ein Sender dermaszen einkinckt?
Hier die ganze Sendung mit Allègre. Da Arte, kann man einfach auch im Internet auf die synchronisierte Fassung gehen.
Video der Arte Sendung "Giordano Hebdo" (ein Hebdomadaire ist eine Wochenzeitung). Einfach den "Deutsch" Sprachknopf drücken.
Ach ja, und da auch am Ende der Sendung diese Melodie erklingt: "Le Mal Aimé" ("der ungeliebte") von Claude Francois, dem französischen Chris Roberts in Blond.
h/t an Sylvestre Huet.
Autor: Georg Hoffmann· 01.06.10 · 10:52 Uhr· 45 Kommentare
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