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Georg Hoffmann hat an der Ruhr-Universität Bochum Physik studiert und anschliessend am Max-Planck Institut Hamburg mit einer Arbeit zu Tracern in globalen Zirkulationsmodellen, sogenannten "Klimamodellen", promoviert. Danach arbeitete er 15 Jahre in Paris am LSCE, Laboratoire des Sciences du Climat et de l'Environnement, zu verschiedenen Aspekten der Paleo-Klimatologie. Momentan forscht er im Rahmen eines gemeinsamen Projekt der Universität Utrecht, dem holländischen Weltraumzentrum SRON und dem holländischen Wetterdienst KNMI. Das Bild ist dem Stadionheft April 2004 des VFL Bochum entnommen und zeigt ihn mit der Vereinsfahne, die er einzig zu diesem Zweck quer durch die Antarktis geschleppt hatte. Tss. Unglaublich.

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Archiv April 2010

28. April 2010

Allègre again: Beitrag auf Realclimate

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 46

Nichts neues in der Sache, aber wer mag, kann nochmal ein "Best of" in englischer Sprache auf Realclimate lesen. Kommentare kann man auch hier hinterlassen, ich hab aber leider keine Zeit zum Ubersetzen des Originalartikels. Have fun.


Autor: Georg Hoffmann· 28.04.10 · 17:25 Uhr· 46 Kommentare

23. April 2010

Das Mittelalterliche Optimum Teil III: Eine neue Multiproxy-Studie zum Klima in Europa

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 100

Bei den Temperaturrekonstruktionen für die letzten tausend Jahre à la Mann,Jones,Esper,Moberg,Juckes werden immer wieder zwei Kritikpunkte genannt:

1) Statistisch-mathematische Probleme, die mit den meist verwandten Regressionsmethoden zu tun haben. Damit sind also alle Methoden gemeint die einen linearen Zusammenhang zwischen Proxy (Baumring, Eiskern, Seesediment etc.) einerseits und meteorologischen Messungen andererseits erstellen. Ich will nicht in die Details gehen, aber sagen wir mal, es wäre nett, wenn man noch andere Methoden zu Hand hätte, um Proxy-Daten in Temperatur-muster und -serien zu überführen.


ProxyMap.jpg

Bild 1: Lage und Zahl der verwandten Proxies.


2) Diese auch im letzten IPCC diskutierten globalen Rekonstruktionen ("global" ist nicht ganz richtig, tatsächlich beschäftigt sich die überwiegende Mehrheit dieser Arbeiten immer nur mit der Nordhemisphäre) benutzen unter anderem die Annahme, dass Korrelationen zwischen den Proxys und manchmal weit entfernten Temperatur-Variationen über die Zeit konstant bleiben. Als Beispiel nehmen wir mal einen hypothetischen Baum im Noreste Brasiliens, der stark auf Niederschlagsvariationen reagiert. Letztere hängen von ENSO Variationen ab und die haben bekanntlich was mit den Temperaturen im Pazifik zu tun, also mit Temperatur-Variationen die viele tausend Kilometer von dem Baum entfernt stattfanden. Die Konstanz dieser "Tele-connections" über einige hundert Jahre hin, ist natürlich mit Unsicherheiten behaftet, die innerhalb des Ansatz selbst nicht weiter abgeschätzt werden können.


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Autor: Georg Hoffmann· 23.04.10 · 17:12 Uhr· 100 Kommentare

19. April 2010

Like a falling stone: KLM Flight 867 in der Asche des Mt. Redoubt

Kategorie: Umwelt  ·  Kommentare: 15

Als ich vor einigen Jahren in der Antarktis war, traf ich einen jetzt mal anonym verbleibenden Verantwortlichen des CTBTO Netzwerks.Wir sassen ein paar Tage in der russischen Antarktisstation Novolazarevskaya fest und warteten auf unseren Flug. Reichlich Zeit also, sich gegenseitig seine schönsten Powerpointpräsentationen vorzuspielen. So erfuhr ich also, was die CTBTO so treibt und was die alles so können.

Das CTBTO Netzwerk sammelt in Echtzeit verschiedene seismische und andere Informationen, die auf einen möglicherweise nicht deklarierten Atombombentest schliessen lassen. Nun ist es ja in letzter Zeit etwas ruhiger um Waffentests geworden und die Verantwortlichen der CTBTO hatten ein wenig darüber nachgedacht, was man noch mit ihren Informationen so machen könnte. Schliesslich sind solche Messnetze nicht gerade billig. Unter anderem mussten sie zum Beispiel darüber nachdenken, wie man denn andere seismische Ereignisse sauber von einem Atomwaffentest unterscheidet. Sie können daher sozusagen als Dreckeffekt ihrer eigentlichen Arbeit genau so in Echtzeit Vulkanerruptionen in den abgelegensten Gegenden der Welt detektieren und dann umgehend eine Aschewarnung an die Luftfahrtsicherheit abgeben. In seiner Powerpoint-Präsentation tauchte als Motivation dieses Teils der CTBTO Arbeit ein Video auf, an das ich mich jetzt in den letzten Tagen wieder erinnert habe. Der KLM Flight 867 in der Asche des Mt. Redoubt. Keine schlechte Motivation um ein solches Alarmsystem für Vulkanausbruche zu unterhalten. How does it feel, like a falling stone....

Funkverkehr mit KLM 867 während des Eintritts in eine Vulkanaschewolke über Alaska in 10000 Meter Höhe.


Autor: Georg Hoffmann· 19.04.10 · 11:42 Uhr· 15 Kommentare

13. April 2010

Die globale Abkühlung geht unbarmherzig weiter: Rekordticker März

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 250

Die GISS Märztemperaturen sind raus. Der 2009/2010 ENSO ist noch nicht ganz vorbei und hat mit der vielleicht letzen Kelvin Welle dieses El Niños nochmal für relativ warme Bedingungen im Ost Pazifik gesorgt. Sowohl der Südatlantik als auch der Indische Ozean liegen auf All-Time-Rekord Werten (siehe Bild 1). Der sehr "normale" europäische März war somit global der zweitwärmste je gemessene in den GISS Datensätzen (HadCRU ist nicht mehr verfügbar).

GHCN_GISS_HR2SST_1200km_Anom03_2010_2010_1951_1980.gif

Bild 1: März 2010 Temperaturanomalien nach GISS Temperatur-Datenbank.

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Autor: Georg Hoffmann· 13.04.10 · 17:42 Uhr· 250 Kommentare

10. April 2010

Was scheren mich meine dummen Zahlen von gestern

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 216

Nur ein kurzer Link auf eine ohnehin interessante Webseite betrieben von Nils Simon und Martin Stolpe. Die Diskussion dort zum Thema Meeresspiegel ist schlicht atemberaubend. Nachdem so klar, wie es nur geht, gezeigt wurde, dass Klaus-Eckart Puls, "Pressesprecher" (machen die denn ausser zur Presse zur sprechen auch andere Dinge?) bei EIKE, in einem Report zur möglichen Entwicklung des Meeresspiegels im 21ten Jahrhunderts einen ganzen Satz von Zahlen einfach erfunden hatte, meldete sich dort Pressesprecher Puls zu Wort. "Na, gut, die Zahlen sind falsch: So what?".
Ein beeindruckendes Beispiel klimaskeptischer Wissenschaft. Kommentare bitte bei der Klimakrise hinterlassen.


Autor: Georg Hoffmann· 10.04.10 · 15:11 Uhr· 216 Kommentare

09. April 2010

Klimaschmock des Monats März - 2010

Kategorie: Politik·Umwelt  ·  Kommentare: 113

Ohne den Hauch einer Konkurrenz geht der Klimaschmock des Monats März an die Spiegelautoren Marco Evers, Olaf Stamp und Gerald Traufetter, zu gleichen Teilen, und zwar für ihren Artikel "Die Wolkenschieber". Das Preisgeld müssen sie sich teilen und könnte von den dreien dazu verwandt werden, sich ein gedrucktes Exemplar des IPCC AR4 zu beschaffen, in den sie als brave Spiegel-Journalisten nicht einmal reingeguckt, über den sie aber munter geschrieben haben. Ich will hier gar nicht aufs Neue die ellenlange Liste von schlichten Fehlern, die die drei Spezis auf irgendwelchen Skeptikerseiten zusammengegoogelt haben, erneut aufführen. Das haben andere bereits und besser getan, als ich es könnte (Stefan Rahmstorf , Jörg Zimmermann).

hall-of-fame.jpg

Bild: Der Klimaschmock des Monats März geht an die Spiegelredakteure Marco Evers, Olaf Stamp und Gerald Traufetter für ihren Artikel "Die Wolkenschieber". Aus dem Gutachten der noch völlig benommenen Jury: "Die drei verstehen es wie kaum andere drei, Fehler an Fehler zu reihen, Fehler durch Verdrehungen zu kaschieren, Verdrehungen durch Verleumdungen zu verschönern und über etwas mit einer Courage und einem Engagement zu schreiben, die man nur als vorbildlich bezeichnen kann. Besonders, wenn man weiss, dass sie sich nur 5 Minuten mit dem "etwas" beschäftigt haben"

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Autor: Georg Hoffmann· 09.04.10 · 11:09 Uhr· 113 Kommentare

08. April 2010

Paris Match will ein Foto von mir!

Kategorie: Kultur  ·  Kommentare: 32

Ähhh, na nicht nur von mir, sondern von allen Unterzeichner des offenen Briefs in der Sache Allègre/Courtillot. Heute bekam ich per Mail eine Einladung zum Foto-shooting vor der Académie des Sciences, morgen 18:00.

ParisMatch_April10_2008_cover.jpg

Bild: Muss ich vielleicht in Badehose vor der Académie posieren? Hier die Einladung zum Foto: Bonjour, Journalistes à Paris Match, nous aimerions faire une grande photo avec au moins une cinquantaine de signataires de l'appel «Éthique scientifique et sciences du climat» que nous publierons jeudi prochain dans notre magazine. Nous nous permettons de vous contacter pour savoir si vous pourriez être présents ce vendredi 9 avril à 18 heures devant l'Académie des Sciences (23 quai de Conti à Paris).

Solch wichtige Entscheidungen müssen wohlüberlegt sein und daher bemühe ich jetzt mal wieder die Schwarmintelligenz. Soll ich oder soll ich nicht zum Foto-Shootig mit Paris Match? Das Foto würde mit Sicherheit eingerahmt von Fotos von kalbenden Eisbären, dürrenden Schafen, Prinzessin Caroline und der Ehekrise im Hause Bruni-Sarkozy.



Autor: Georg Hoffmann· 08.04.10 · 15:28 Uhr· 32 Kommentare

Die Ewigkeit dauert lange, vor allem zum Ende hin

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 31

Mit Belustigung habe ich heute diesen kleinen Nature Artikel gelesen. Wissenschaftler sollen ihre Daten für immer konservieren. Spontan dachte ich an das obige Woody Allen Zitat, denn für immer ist ja bekanntlich eine verdammt lange Zeit.
Diese Forderung ist zwar sehr allgemein formuliert, zielt aber doch in erster Linie auf die Klimawissenschaften. Phil Jones hat die exakte Position einer handvoll chinesischer Wetterstationen, die er Anfang der 90er veröffentlichte, verloren, ein Verlust der den Skeptikern natürlich herzlich egal ist, der aber wie immer genutzt wird, um noch ein wenig weiter sinnlos herumzugackern.

computer.jpg

Bild: Ein Klimaforscher in den 60ern programmiert unbedarft vor sich hin. Und wo sind die Daten, Herr Bjerknes?


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Autor: Georg Hoffmann· 08.04.10 · 14:30 Uhr· 31 Kommentare

06. April 2010

Und jetzt auch in Science: Die Allègre Story

Kategorie: Politik  ·  Kommentare: 61

Jetzt ist also der Durchbruch auf internationaler Ebene geschafft. Mit dem offenen Brief, der morgen offiziell veröffentlicht wird, wurde dann wohl endgültig das nötige Momentum erreicht. Ca. 600 Unterschriften französischer Wissenschaftler unter einen Text, der Allègre und Courtillot an die Grundlagen wissenschaftlicher Ethik erinnert, haben anscheinend jetzt endgültig die kritische Masse überschritten, um auf die internationale Ebene zu springen. Hier die letzten Links:

Science berichtet.

Interview mit Valerie Masson-Delmotte über das Ziel des offenen Briefs.


Autor: Georg Hoffmann· 06.04.10 · 23:51 Uhr· 61 Kommentare

Ein offener Brief in der Sache Allègre/Courtillot

Kategorie: Politik  ·  Kommentare: 18

Ich hatte bereits mehrfach von den gravierenden Fehlern und Fälschungen (hier, hier, hier und hier) in einem jüngst von dem führenden französischen Klimaskeptiker Claude Allègre veröffentlichten Buch, "der Klimaschwindel" oder im Original "l'imposture climatique", berichtet. In den Kommentaren hier wurde unter anderem mal angemerkt, dass ich mich zu sehr um den Allègre kümmere, "der sei doch von keinerlei Bedeutung". Tatsächlich ist Allègre ausserhalb der Wissenschaft und ausserhalb Frankreichs vielleicht nicht so bekannt. Meine Beiträge zu ihm stehen z.B. im Google Listing der deutschen Webseiten bereits an zweiter Stelle, was neben der überragenden Rolle und Beliebtheit von Primaklima wohl darauf hindeutet, dass Claude in Deutschland nicht besonders bekannt ist. Trotzdem ist er auch im internationalen Vergleich, der bei weitem höchstrangige Wissenschaftler, der je eine Fundamentalopposition zu den Resultaten des IPCC verbreitete.


LiberationAllegre.jpg

Bild 1: Mit unserem Offenen Brief an die frz. Forschungsministerin, an das Präsidium der CNRS und der Académie des Sciences schafften wir es unter anderem auf die Titelseite der Liberation. Ein "Bonnet d'ane" entspricht in etwa einer Narrenkappe.


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Autor: Georg Hoffmann· 06.04.10 · 16:53 Uhr· 18 Kommentare

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