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Georg Hoffmann hat an der Ruhr-Universität Bochum Physik studiert und anschliessend am Max-Planck Institut Hamburg mit einer Arbeit zu Tracern in globalen Zirkulationsmodellen, sogenannten "Klimamodellen", promoviert. Danach arbeitete er 15 Jahre in Paris am LSCE, Laboratoire des Sciences du Climat et de l'Environnement, zu verschiedenen Aspekten der Paleo-Klimatologie. Momentan forscht er im Rahmen eines gemeinsamen Projekt der Universität Utrecht, dem holländischen Weltraumzentrum SRON und dem holländischen Wetterdienst KNMI. Das Bild ist dem Stadionheft April 2004 des VFL Bochum entnommen und zeigt ihn mit der Vereinsfahne, die er einzig zu diesem Zweck quer durch die Antarktis geschleppt hatte. Tss. Unglaublich.

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Archiv März 2010

31. März 2010

Phil Jones vom Vorwurf der Datenmanipulation und Unehrlichkeit entlastet

Kategorie: Politik  ·  Kommentare: 79

Der Zwischenbericht des englischen "Science and Technology Committee zur Climategate Affäre" ist heute herausgekommen. Es hat Phil Jones weitestgehend entlastet und insbesondere seine wissenschaftlichen Resultate nicht in Frage gestellt. Die Vorwürfe, Daten-Anfragen nicht korrekt gehandhabt zu haben, bleiben aber bestehen und wurden aus eher formalen Gründen nicht weiter verfolgt.
Hier findet man den Report und hier das Protokoll der Komission.

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Autor: Georg Hoffmann· 31.03.10 · 17:36 Uhr· 79 Kommentare

Gibt es eine Verschwörung gegen die Klimawissenschaften?

Kategorie: Politik·Umwelt  ·  Kommentare: 65

Es klang bereits hier einmal bei Jörg auf Diaxs-Rake an. Gibt es dort draussen eine gross angelegte Verschwörung gegen die Klimawissenschaften? Sind das Stehlen von 1000nden von Mails vom Server eines englischen Klimainstituts, deren Veröffentlichung kurz vor der Kopenhagener Klimakonferenz, all die Artikel gegen Pachauri und den IPCC Teil eines Masterplans gegen die Klimaforschung? Diese These wurde jetzt noch einmal explizit in einem Artikel in der Süddeutschen Zeitung formuliert.
Nun gibt es ja gerade in der Wissenschaft ein allgemeines Misstrauen gegen Konspirationstheorien, man kann fast von einer Verschwörung gegen Konspirationisten sprechen.

Guise.jpg

Bild: Die Verschwörung der katholischen Mehrheit gegen die aufbegehrende protestantische Minderheit endet in der Ermordung des Duc de Guise im Schloss von Blois. Das waren noch Verschwörungen! Im Angesicht der Leiche seufzte Henri III: «Mon Dieu, qu'il est grand ! Il paraît même plus grand mort que vivant !»

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Autor: Georg Hoffmann· 31.03.10 · 13:13 Uhr· 65 Kommentare

27. März 2010

Wieviel CO2 emittieren Unterbuxen?

Kategorie: Umwelt  ·  Kommentare: 62

Die bereits anlässlich der heutigen Earth Hour empfohlene Initiative greenkiss.fr ist eine wahre Schatzgrube, was "urbaner, grüner Mttelklasse-Lifestyle" angeht. Zumindest stellt sich die Produktion von Unterwäsche als einiziges klimaruinierendes, pestizidgetränktes, moralisches Desaster dar. 18 kg CO2 für eine Buxe, die bestenfalls Grösze 38 haben kann (sag ich jetzt mal so). Dieser Spot der Ökofirma Eco-Boudoir macht visuell sehr deutlich, wie es dazu kommen konnte.

Video: 18kg CO2 pro Buxe, eine niederschmetternde Bilanz.


Autor: Georg Hoffmann· 27.03.10 · 15:54 Uhr· 62 Kommentare

Earth hour - Au weia

Kategorie: Umwelt  ·  Kommentare: 7

Heute ist also wieder mal Earth Hour und man soll symbolisch eine Stunde das Licht fürs Klima ausmachen. Die Frage ist nun, darf man sich daruber lustig machen? Soviele gute Absichten mussen doch einfach belohnt werden. Und es sei ja symbolisch und soll wachrutteln und weiss der Kuckuck. Der WWF Panda ist dabei und die Fondation Nicolas Hulot und einfach alle.
Ich meine aber, trotz aller guten Absichten, dass das ganze nur peinlichen Kitsch und ein paar Menschen mehr erzeugt, die meinen, dass CO2 Emissionsreduktion identisch ist mit Spassverzicht. Wie jedes Jahr wird zwischen 21:30 und 22:30 an einigen Stellen in Paris das Licht ausgestellt, insbesondere am Eifelturm. Der feuert normalerweise zu jeder vollen Stunde ein Beleuchtungsfeuerwerk der Sonderklasse ab und die Touristen versammeln sich da immer pünktlich auf dem Trocadero, um Fotos zu machen. Jetzt müssen sie also eine Stunde länger bis zum 11 Uhr Geblinker warten. Alle anderen sind aufgerufen, bei sich zu Hause ebenfalls alles ausser den Kühlschrank auszustellen.


Bild: Eiffelturm heute Nacht ohne amerikanische Weihnachtsbaumbeleuchtung.

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Autor: Georg Hoffmann· 27.03.10 · 11:29 Uhr· 7 Kommentare

26. März 2010

Last exit: Stalinismus!

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 45

Die Allegre Story ist bereits ellenlang. Fehler auf jedem nur denklichen Niveau, Konspirations-Wahnvorstellungen und Beleidigungen wie aus der Uzi gefeuert, all das hätte vielleicht mal eine Reaktion der Académie des Sciences verdient. Hier meine kleine list of horrors (Allegre I, Allegre II, Allegre III).

Eine weitere Episode ist vorgestern hinzugekommen, die vielleicht eine Art Krönung darstellt. In Allegres Buch "L'imposture climatique" ("Der Klimaschwindel") taucht eine Grafik eines schwedischen Paleo-dendrologen namens Hakan Grudd (auf eines der a's kommt eines dieser kleinen skandinavischen Donuts) auf, dessen Arbeit sowohl von Allegre, als auch von seinem Kollegen und ebenfalls Academiciens, Vincent Courtillot, als Durchbruch gefeiert wird. Der Durchbruch besteht aus zwei Erkenntnissen, die beide Geophysiker, Allegre und Courtillot, gleichermassen erstmals aus der Arbeit Grudds entnommen haben.

1) Es gibt einen Alterseffekts bei den Baumringen. Junge Bäume wachsen überproportional schneller (Menschen übrigens auch, habe ich gerade beim Weg zum Kindergarten mal wieder festgestellt) und je nach Baumart sollte man diesen Alterseffekt rausrechnen, wenn man vom Klima sprechen will. Tatsächlich ist dieses Rausrechnen das erste, was die Dendrologen so machen. Es gibt verschiedene statistische Ansätze um möglichst sauber den physiologischen vom klimatischen Signal in den Baumringdicken zu trennen. Kurz, das ist deren Täglich Brot. Allegre präsentiert nun Grudds Arbeit, als wäre es das erste Mal, das dieser Alterseffekt gezeigt wurde (tatsächlich geht diese Entdeckung wohl auf das Jahr 1936 zurück) und dass somit die Arbeiten Manns, Hegerls, Jones, Espers etc. alle vom Tisch gefegt würden. Eine groteske Unkenntniss der Literatur. All diese Arbeiten benutzen natürlich Baumringchronologien, die um den Alterseffekt korrigiert sind. Es ist schon ein Witz, dass beide, Allegre und Courtillot, alle Arbeiten zum Klima der letzten 1000 Jahre summarisch diskutieren und allesamt verwerfen, und davon noch nicht gehört haben.

HakanGruddAllegre.png

Grafik 1: Claude Allegre benutzt in seinem Buch "L'imposture climatique" Daten des schwedischen Dendrologen Hakan Grudd ganz nach seiner eigenen Manier. In Rot die Original-Rekonstruktion Grudds, in Schwarz die Darstellung in Allegres Buch. Hide the rise! Dieser Scan wurde von Hakan Grudd selbst angefertigt. Sein Urteil: Fälschung.

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Autor: Georg Hoffmann· 26.03.10 · 15:55 Uhr· 45 Kommentare

25. März 2010

Lüge, Verrat und anderer Schnickschnack

Kategorie: Politik  ·  Kommentare: 43

Die französische Regierung hat ja, wie ich gestern berichtete, die Taxe Carbone gekippt. Nicolas Sarkozy persönlich hatte noch vor 6 Monaten in einer an Rhetorik schwer zu überbietende Rede versichert, dass diese Ökosteuer (das Wort Steuern für das Ganze ist recht verwirrend, aber ich habe im Moment keinen anderen Ausdruck) eingeführt würde und dass dies ein zentrales Versprechen seiner Präsidentschaft darstellt. Nun ist die Sache also gekippt und dem grossen "Was-soll-ich-gesagt-haben?" übergeben worden. Da dachte ich mir, Zeit für einen kleinen historischen Überblick zum Thema Lüge, Verrat, Wahlversprechen und all das.

Fall 1: Walter Ulbricht und die Mauer.

Was wurde gesagt?

Wie lange von Aussage bis vollzogener Lüge 2 Monate.
Was passierte? Die Aussage stammt von einer Pressekonferenz am 15 Juni 1961. Am 11. August gingen die Arbeiten los.
Wie sieht man die Geschichte aus der Distanz? Die Mauer wird sicher von der Mehrheit der Betroffenen wie auch der Historiker als Verbrechen betrachtet. Ich bin mir nicht sicher (ich hoffe, niemand versteht das jetzt falsch), ob es eine Diskussion gibt oder gab, ob die DDR als Staat hätte weiter existieren können, ohne die Mauer zu errichten.
Konsequenz fuer den Lügner? Keine und schon gar keine negative. Ulbricht war einer der unbeliebtesten Politiker dieser Zeit überhaupt (in Ost und West) und das hat sich auch nach seinem Tod unter anderem dank der Mauer nicht gebessert.


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Autor: Georg Hoffmann· 25.03.10 · 10:48 Uhr· 43 Kommentare

23. März 2010

Die Taxe Carbone ist in Frankreich geplatzt

Kategorie: Politik·Umwelt  ·  Kommentare: 39

Als einziges Land der globalen ökonomischen Top 10 wollte Frankreich im Alleingang die "Taxe Carbone" einführen. Sie sollte in etwa einem Preis von 17 Euro pro Tonne emittiertem CO2 entsprechen. Die damit beauftragte Komission Rocard kam auf eine Empfehlung von etwa dem doppelten Preis, aber allerlei Verhandlungen und auch ein bisschen Cabale hatte den Preis schliesslich auf 17 Euro gesenkt. Soweit eigentlich beschlossen im September letzten Jahres. Einige Sozialisten bezeichneten die Steuer von vornherein als unsozial. Zur genauen Funktionsweise der Taxe Carbone siehe hier.

Mittlerweile hat Sarkozys konservative UMP bei den Regionalwahlen einen massiven Einbruch erlitten. Ausser dem Elsass ist ganz Frankreich in sozialistisch/grüner Hand. Gestern hat Sarkozy dann reagiert und ein wenig die Reihen geschlossen. Es wurden mehrere Staatssekretärsposten an Vertreter der bislang eher Sarko-kritischen Gaullisten vergeben und Kommentatoren erwarten eine Hinwendung zu klassischen konservativen Themen und Personal. Schluss also damit, wichtige Posten an ehemalige Linke zu vergeben und Schluss mit dem Versuch bei Ökothemen zu punkten.


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Bild: Der französische Premierminister, Francois Fillon, beerdigte heute die Taxe Carbone. Une question d'honnêteté.


So gab dann Premierminister Francois Fillon heute morgen bekannt, dass die Taxe Carbone gestrichen wird:

«Nous n'imposerons pas à nos industriels des contraintes si, dans le même temps, on autorise les importations venant de pays qui ne respectent aucune des règles environnementales à inonder nos marchés»

also in etwa:

Wir werden unserer Industrie keinerlei Zwänge auferlegen, wenn wir doch gleichzeitig den Import aus Ländern authorisieren, die keinerlei Umweltregeln beachten, um unsere Märkte zu überschwemmen.

So sei's denn. Werden wir also nicht rausbekommen, ob's was gebracht hätte. Hier auch nochmal die Worte Sarkozys, als vor nur 6 Monaten die Steuer beschlossen wurde.

je l'ai signé, je le fais, c'est une question d'honnêteté»
(einfach Anklicken um die zum Zitat passende Musik zu hören).

Übersetzt:

Ich habe es unterzeichnet, ich mache es also, das ist eine Frage der Ehrlichkeit.

6 Monate sind eine lange Zeit.

PS Hier hat die Liberation noch das Video mit Sarkozys Versprechen hingelegt. Auch wer kein Französisch versteht, wird verstehen, dass er die Sache sehr sehr sehr klar macht und dass er darauf besteht, insistiert und beharrt: Die Taxe Carbone wird durchgesetzt.
Ein beachtliches Zeitdokument. Kennt jemand noch klarere Fälle vom Widerspruch zwischen "was Politiker sagen" und "was Politiker machen"?

http://www.liberation.fr/brut-de-net/06011792-la-taxe-carbone-si-on-le-fait-pas-on-n-est-pas-honnete


Autor: Georg Hoffmann· 23.03.10 · 13:14 Uhr· 39 Kommentare

22. März 2010

If atheists ruled the world

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 22

Sicher schon ein bisschen älter und sicher nur im US amerikanschen Zusammenhang zu verstehen, trotzdem teilweise gruselig, teilweise lustig. Einige Argumentationsschlaufen erinnern doch auch sehr an meine Klimadebatte, in der von einigen fast kein einziger Punkt ausgeführt werden kann, ohne politische, weltanschauliche und vermeintlich wissenschaftliche Anschauungen zu verknüpfen. Oder auch der Vorwurf, dass Wissenschaftler all diese Fachwörter nur erfinden, um den Laien zu verwirren, kommt mir irgendie bekannt vor. Gefunden bei Science Blogs Kollegen Eric Michael Johnson (primatediaries).



Autor: Georg Hoffmann· 22.03.10 · 09:26 Uhr· 22 Kommentare

18. März 2010

Geschichte des Treibhauseffekts - Samuel Pierpont Langley

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 32

Ich hatte in zwei ersten Teilen zur Geschichte des Treibhauseffekts auf zwei französische Beiträge aufmerksam gemacht, nämlich den Beitrag Jean-Baptiste Joseph Fourriers und den Beitrag Claude Pouillets. Der erstere formulierte als erster das Konzept des "Treibhaus Erde" (das Wort "effet de serre", also Treibhauseffekt, fiel allerdings nicht), indem er eine Analogie zwischen der "boite chaude" (einem Kästchen mit Glasabdeckung) und der Atmosphäre aufstellte. Er verstand die Umsetzung von solarer Einstrahlung in langwellige Wärmestrahlung ohne das Konzept eines elektromagnetischen Kontinuums gekannt zu haben. Diese Wärmestrahlung oder, wie wir heute auch sagen, Infrarot-Strahlung nannte sich dann auch etwas mystisch "la chaleur obscure". Eine Analogie zwischen einem Kästchen mit Glasabdeckung und der Atmosphäre ist schön und gut, aber das musste natürlich in vieler Hinsicht quantifiziert werden.

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Bild 1: Samuel Pierpont Langley [1834-1906]

Claude Pouillet machte einen ersten wichtigen Schritt. Er masz mit einem unglaublich einfachen Instrument, dem Pyrhéliometer, die Solarkonstante, dass heisst die Strahlungsstärke der Sonne angegeben in Watt/m2. Mit diesen Messungen, die er im Hinterhof seines Instituts, dem "art et metiers", durchführte, näherte er sich mit 1228W/m2 bis auf nur 10% dem heutigen Wert von 1367W/m2 an. Eine phantastische Leistung bei der auch damals schon arg verschmutzten Pariser Luft. Doch lange Zeit wurde dieser Wert nicht anerkannt und das lag an einem anderen Pionier des Treibhauseffekts, Samuel Pierpont Langley, um den es heute gehen wird.


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Bild 2: Das NASA Langley Centre bei Hampton in Virginia

Zur Erinnerung, wir befinden uns nach wie vor im 19ten Jahrhundert. Die Anfänge der Quantenphysik liegen immer noch verborgen in den heranwachsenden Hirnwindungen eines kleinen Jungen namens Max Planck. Und doch beschäftigten sich schon sehr viele Physiker mit den verschiedenen Typen von Strahlungen und ihren Brech- und Beugungsverhalten. Einer der gröszten Autoritäten auf diesem Gebiet wurde der 1834 in Massachusetts geborene Samuel Pierpont Langley. Er ist einer Väter der modernen Astrophysik und ein Luftfahrtpionier ganz im Stile der wackeligen Schwarz/Weiss Filmchen, bei denen sich immer irgendwelche Wagemutigen in Seifenkisten einen Abhang hinunterstürzen. Heute ist nach ihm das älteste NASA Labor, dem Langley Centre in Virginia, benannt.


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Autor: Georg Hoffmann· 18.03.10 · 13:45 Uhr· 32 Kommentare

17. März 2010

Der Winter 2009/2010. Jetzt mit Rekordticker!

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 111

Ein kurzer Beitrag zum Winter 09/10. Dieser geniale Scoop anlässlich der Bekanntgabe der globalen Februartemperaturen beim GISS wurde mir klar von Stefan auf der Klimalounge versaut. Egal. Ich zieh das jetzt trotzdem duch.


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Grafik 1: Globale Temperatur Anomalien des Winters 2009/2010 (DJF) relativ zum klimatologischen Mittel 1951-1980 nach GISS Temperaturdaten. PS Die urspüngliche Grafik wurde durch diese ersetzt.


Dieser Winter war ja subjektiv (ich reden nur für mich) ein sehr kalter. Zu Weihnachten war ich wie immer in Sevilla und bin dort im Schneegestöber (!) gejoggt. Schneefall in Sevilla gab es seit ca. 50 Jahren wohl nicht mehr, weswegen unsere Nachbarn auch aus ihren Häusern kamen und jede Schneeflocke knipsten, als sei sie ein kleines Wunder, und den "loco aleman" , der mitten in diesem "Blizzard" herumlief, gleich dazu. Insgesamt war die winterliche Niederschlagsmenge in Spanien dieses Jahr höchst bemerkenswert und hatte teils schwere Überschwemmungen im Süden Spaniens zur Folge (siehe Foto). Das Ensemble der beobachteten Phänome (starke Niederschläge im Mittelmeerraum, kalte Winter in Zentral und Nordeuropa) lässt sich, wie viele hier sicher bereits wissen, sehr schön mit der stark negativen Anomalie der Arktischen Oszillation erklären.

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Bild: Überschwemmungen des Guadalquivir in der Nähe von Sevilla.

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Autor: Georg Hoffmann· 17.03.10 · 14:08 Uhr· 111 Kommentare

12. März 2010

Climate McCarthysm

Kategorie: Politik  ·  Kommentare: 128

Der Republikanische Senator James Inhofe hat ja die Möglichkeit in Betracht gezogen, Anklage gegen 17 Klimawissenschaftler zu erheben, hauptsächlich wegen angeblicher Verstösse gegen den Freedom of Information Act (FOI) oder wegen angeblicher Datenmanipulationen. Unter den potentiellen Angeklagten befinden sich natürlich Michael Mann und Phil Jones, aber auch Susan Solomon, Kevin Trenberth und Jonathan Overpeck. Die volle Liste findet sich hier (ein cfm File (?), was mit Acrobat geöffnet werden muss) zusammen mit Inhofes Argumentation, die sich im Wesentlichen auf die CRU Mails stützt.

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Bild 1: Senator James Inhofe mag keine Klimaforscher.

Die meisten FOI Anfragen, berichtet Gavin Schmidt hier, sind natürlich nicht dazu da, wissenschaftliche Fragen zu klären, sondern dienen dazu, irgendwie in der Hoffnung herumzustochern, auf eine schlimme Mail zu stossen oder ein Programmfragment mit der Programmzeile Temp=Temp+2 zu finden.

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Bild 2: Senator Joseph McCarthy mochte keine Kommunisten.

Vorerst gehe ich mal davon aus, dass Inhofe damit nicht sehr weit kommt. Nature hatte in der letzten Ausgabe ein paar interessante Kommentare, die die momentane Stimmung in den USA ganz gut beschreiben. Steven Schneider vergleicht dort ebenfalls Imhofe mit McCarthy.

Climate McCarthysm also? Na, vorerst noch nicht, aber man erkennt einen gewissen Willen.


Ein paar McCarthysms auf unterschiedlichen Seiten der Klimadebatte:

Roger Pielke Junior beantwortet Fragen von Brad Johnson und fühlt sich an McCarthy erinnert.


Michael Shellenberger und Ted Nordhaus schreiben eine vierteilige (!) Serie, warum sie sich bei Joe Romm (ein Blogger, kein Senator) wie bei McCarthy zu Hause fühlen.


Eli Rabett schreibt, warum er den Beiden das nicht so abnimmt.


Damit jeder sich selber ein Bild machen kann, verlinke ich mal das Video einer McCarthy Anhörung, das auch Eli bei sich liegen hatte. So wissen wir wenigstens alle, wovon wir reden. Mein Eindruck ist, dass zum McCarthysm nicht nur monotone und etwas bescheuerte Fragen gehören, sondern eine konkrete Drohung, den Job zu verlieren.

Senator McCarthy in Action.


Autor: Georg Hoffmann· 12.03.10 · 11:09 Uhr· 128 Kommentare

10. März 2010

Klimaschmock des Monats Februar - 2010

Kategorie: Umwelt  ·  Kommentare: 98

Im Januar gab es keinen Klimaschmock und die Enttäuschung war gross. Besorgte Anfragen zuhauf (eine): Was ist los? Wo bleibt unser Schmock? Wie ich an anderer Stelle bereits sagte, liegt das in erster Linie daran, dass absolut niemand dummes Zeug im Januar geschrieben hat. Wie, was? Ihr glaubt mir nicht? Na ja gut, ehrlichgesagt habe ich den Januar verpennt.

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Bild: Klimaschmock des Monats Februar an Michael Miersch für eine gute Nachricht.


Jetzt aber der Klimaschmock des Monats Februar 2010. Mit Michael Miersch bekommt im Februar ein Journalist diese Auszeichnung, der auch in der Kategorie "Lebenswerk-Schmock" sicher mitantreten dürfte. Er bekommt den Februar Schmock für einen vor zwei Tagen (tsss, auch nicht richtig Februar) erschienenen Artikel verliehen, der den schönen Titel trägt, "Der Klimawandel ist Tier und Pflanze schnuppe". Die Zeile betrachte man mal in aller Ruhe. Nehmen wir mal ein Middle-of-the-road Klima-Szenario bis zum Ende des 21ten Jhd. Mit einer globalen Erwärmung von 3°-4°C, also Bedingungen, die in etwa dem warmen Ende des Oligozän/Miozän geherrscht haben. Und das soll also den Tieren und den Pflanzen egal sein. Ja, dann ist das also alles ein Mist mit der Anpassung nach Darwin? 3°C Global bedeutet für, sagen wir, Skandinavien mindestens 6°C Erwärmung und all den Bäumen und Schmetterlingen ist das also schnuppe? Was eine gute Nachricht!
Was war der Anlass für diese frohe Nachricht? Ein bislang dem Klimawandel angerechnete Extinktion einer Froschart namens Bufo periglenes, der Monteverde Golden Toad, ist in Wirklichkeit einem Pilz, dem Batrachochytrium dendrobatidis, und einer besonders harten Trockenzeit nach dem 86/87 El Niño geschuldet. Kevin J Anchukaitis, der die entsprechende Studie durchführte, konnte aber zeigen, dass diese Trockenzeit nicht unbedingt aussergewöhnlich ist, ein Schluss, der ja auch nicht so überraschend ist, da es bislang keine Hinweise gibt, dass ENSO irgendwelchen signifikanten anthropogenen Trends zeigt. Und kann man von einem Frosch auf den Rest der Froschheit oder zumindest Tierheit schliessen?

Anchukaitis schreibt dazu:

Does this mean anthropogenic climate change doesn't cause extinctions or won't cause them in the future? Absolutely not. Both the rate and magnitude of ongoing and future climate change are very likely to put additional stresses on ecosystems. In combination with land use change, introduced pathogens, pollution, and other related ecological changes, anthropogenic climate change will undoubtably play a role in future extinctions.

Ok, das hat der Michael Miersch wahrscheinlich übersehen. Aber warum ist denn nun endlich Entwarnung zu melden und die frohe Botschaft zu verbreiten, dass der Klimawandel all dem Geflecht und Gekrötz auf diesem Planeten schnuppe sein kann. Nun, Miersch sagt es selbst:

Jean-Christophe Vié, stellvertretender Vorsitzender des IUCN-Artenprogramms, der für die Zusammenstellung der Roten Listen verantwortlich ist, unterstützt die Kritik der beiden Wissenschaftler: „Es gibt so viele unmittelbare Bedrohungen, dass, wenn der Klimawandel wirklich kommt, viele Arten bereits nicht mehr existieren werden."

Ahh, darum also gibt es keinen Einfluss des Klimawandels. Die Tierarten sind schon ausgestorben, bevor der Klimawandel die Axt anlegen kann. Das ist mal eine gute Nachricht. Das CO2 war's zumindest mal nicht und das ist auch gut so.
Ich meine, diese durch und durch positive Sicht der Dinge verdient einen Klimafolgenschmock.


Autor: Georg Hoffmann· 10.03.10 · 20:35 Uhr· 98 Kommentare

03. März 2010

Alternative Energien haben keine Zukunft

Kategorie: Umwelt  ·  Kommentare: 88

Wie? Was? Wer sagt das? Belege, du Knecht der fossilen Drogenhändler!
Hey, das ist nur das was ich gelernt habe, als ich Energyville gespielt habe. Und da ist das nunmal so. Energyville ist ein Lernspiel ganz ähnlich wie Climcity, was ich mal hier vorgestellt habe. Mittlerweile ist Climcity umgezogen, wird immer noch von grossen französischen Firmen bezahlt (GDF/Suez/ Caisse d'Epargne), ist jetzt aber auch in einer englischen Version zu bespielen. In jedem Fall, ich habe Energyville mehrmals gespielt und es war nichts zu machen. Mit Wind und Sonne war einfach meine kleine Computer-Stadt namens Bochum nicht zu retten.

Capture d'écran.jpg

Einfach auf das Bild klicken und Energyville spielen.

Einzig mit ordentlich Kohle und Gas war die Stadt zu retten. Das sollen sich die Öko-Spinner mal hinter die Ohren schreiben. Energyville ist schön gemacht, mit Geräuschen und allem. Ich bin davon voll überzeugt.

Übrigens wird Energyville von Chevron betrieben.


Autor: Georg Hoffmann· 03.03.10 · 19:54 Uhr· 88 Kommentare

Herzlich lachen mit Claude Allegre ; Teil III - Zitate und Grafiken

Kategorie: Naturwissenschaften·Themenwoche  ·  Kommentare: 39

Ich mach mal mit meiner Serie zu Claude Allegres "L'imposture climatique" (Der Klimabetrug) weiter, wenn es auch schwer fällt. Es ist nicht eigentlich schwer, gravierende Fehler zu finden, es ist schwer diese Fehler didaktisch zu ordnen und aus ihnen eine halbwegs interessante Information zu formen. Das Buch selbst ist fast völlig unstrukturiert und eine Korrektion Seite für Seite übersteigt klar mein Zeitbudget. Kurz, ich weiss nicht so recht, wie ich es anpacken soll.

Photo 49.jpg

Bild 1: ZETTEL'S TRAUM, und jeder Zettel markiert einen grotesken Fehler und Verdreher. Wie Soll das nur enden mit Claude Allegres "L'imposture climatique" (der Klimabetrug)?

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Autor: Georg Hoffmann· 03.03.10 · 02:08 Uhr· 39 Kommentare

02. März 2010

Video der Anhörung Phil Jones vor der "ClimateGate Commission"

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 23

Ok, die Videos wurden von Skeptikern ins Netz gestellt. Sie sind trotzdem recht interessant. Im Allgemeinen finden ich die Fragen der Parlamentarier sehr gut informiert und vernünftig. Phil Jones Antworten variieren sehr in der Qualität. Einige sind wirr, sehr technisch und unglaublich defensiv. Keine Ahnung, ob ihm das sein Anwalt gesagt hat. Zu keinem Zeitpunkt sagt er schlicht: "Nach 200 Mails mit teils völlig substanzlosen Anfragen und Drohungen und nach einer gefühlten Megatonne von Beschimpfungen, habe ich eben keine Lust mehr gehabt und habe Sch... gebaut."
Zuerst hörte sich das Ganze für mich sehr nach McCarthy an und ich habe das z.B. im Zusammenhang mit der von Senator Inhofe vorbereiteten Klage gegen 11 Klimawissenschaftler gesehen. Alles in allem fand ich diese Komission fair und die Anhörung interessant.
Anyway: hier sind die von jemanden namens Simon ins Netzt gestellten Videos:



Autor: Georg Hoffmann· 02.03.10 · 18:32 Uhr· 23 Kommentare

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