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Georg Hoffmann hat an der Ruhr-Universität Bochum Physik studiert und anschliessend am Max-Planck Institut Hamburg mit einer Arbeit zu Tracern in globalen Zirkulationsmodellen, sogenannten "Klimamodellen", promoviert. Danach arbeitete er 15 Jahre in Paris am LSCE, Laboratoire des Sciences du Climat et de l'Environnement, zu verschiedenen Aspekten der Paleo-Klimatologie. Momentan forscht er im Rahmen eines gemeinsamen Projekt der Universität Utrecht, dem holländischen Weltraumzentrum SRON und dem holländischen Wetterdienst KNMI. Das Bild ist dem Stadionheft April 2004 des VFL Bochum entnommen und zeigt ihn mit der Vereinsfahne, die er einzig zu diesem Zweck quer durch die Antarktis geschleppt hatte. Tss. Unglaublich.
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28. Februar 2010
Herzlich lachen mit Claude Allegre ; Teil II - Dyslexie bei Klimaforschernamen
Kategorie: Naturwissenschaften·Themenwoche · Kommentare: 39
Deutsch ist eine wunderbare Sprache. Beispiel gefällig? Klimaforschernamendyslexiesyndrom. Kurz: KliFoNDyS. Ja aber wer hat so etwas Schlimmes? Das bringt uns zurück zu Claude Allegre, Crafoord Preisträger und ehemaliger Forschungsminister im Kabinett Jospin. Er hat das Buch "L'imposture climatique" ("Der Klimabetrug") gerade hier in Frankreich mit scheinends grossem Verkaufserfolg herausgegeben. Ein kleines Meisterwerk nicht existenter editorialer Arbeit habe ich bereits hier gezeigt, wo aus einer Adresse im Handumdrehen ein Forscher mit dem Namen "Georgia Tech" von Allegre kreiert wurde.
Shit happens? Kann ja mal vorkommen? Nicht wirklich. Ich selbst habe zwei Fälle von Klifondys im "Klimabetrug" gefunden. Auf Seite 119 taucht zweimal der renomierte Ozeanologe "Carl Wunsh" vom MIT auf, den man aber leicht als den genauso renomierten Carl Wunsch erkennen kann. Auf Seite 63 macht Allegre einen Reiter der Apocalypse in dem Deutschen "Ramsdorf" aus, den wir natürlich alle kennen als den hauptsächlich fahrradfahrenden und nicht reitenden Stefan Rahmstorf kennen.

Bild 1: Ich kann die Finger so toll verbiegen, dann kann ich auch Klimaforschung machen. Claude Allegre schreibt jeden zweiten Klimaforscher falsch. Ein schwerer Fall von Klifondys?
Autor: Georg Hoffmann· 28.02.10 · 19:41 Uhr· 39 Kommentare
27. Februar 2010
Herzlich lachen mit Claude Allegre ; Teil I
Kategorie: Kultur·Themenwoche · Kommentare: 14
Ich hatte ja bereits mehrmals das Vergnügen über Claude Allegre zu berichten. In einem Aprilscherz erklärte ich ihn zum zukünftigen Umweltminister Frankreichs, was von der Klimaskeptikerschar gläubig und ohne es weiter zu hinterfragen (ja, sooo skeptisch sind sie) aufgesaugt wurde. Benny Peiser hat es wohl bei mir gelesen und seinem Kumpel Marc Morano gegeben, der dann daraus einen von A bis Z auf Nichts beruhenden Artikel bastelte. Haben die Beiden es für notig gehalten, den Aprilscherz vielleicht mal zu korrigieren? I wo. Da sie ohnehin nur über Aprilscherze berichten, macht einer mehr oder weniger keinen Unterschied.

Bild 1: Claude Allegre schrieb ein Buch mit dem Titel "L'imposture climatique", das uns hier auf Primaklima noch lange begleiten wird.
Autor: Georg Hoffmann· 27.02.10 · 22:56 Uhr· 14 Kommentare
Der Beweis des Treibhauseffekts?
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 31
John Harries vom Impirial College hat ein Supertrick für regelmässige, vergleichsweise "einfache" Veröffentlichungen gefunden. Im April 1970 begann ein nach unten blickender Infrarotspektrometer (Man sagt "nadir viewing" im Gegensatz zu zenith, beides Ausdrücke aus dem Arabischen) namens IRIS seine Messungen. Er war installiert auf einem Satelliten mit dem Namen Nimbus 4 und es war ihm, ach, nur ein ganz kurzes Leben von 10 Monaten, von April 1970 bis Januar 1971, vergönnt. IRIS mass im Infraroten zwischen 400 bis 1600 Wellenzahlen (cm-^1). Damit hatte er im Prinzip die Hauptbanden der CO2 Absorption in seinem Messbereich, der damals allerdings noch ziemlich schlecht aufgelöst war: nur 2.8cm^-1 konnte IRIS auflösen. Zum Vergleich: Eines der letzten Modelle TES, der im Prinzip dasselbe misst, liegt heute bei 0.1cm^-1 mit einer beeindruckenden räumlichen Auflösung von 5km*9km. TES sitzt auf dem AURA Satelliten und ist Teil des Nasa A-Train, nur für die Liebhaber.

Bild 1: Der Nimbus 4 Satellite trug den Infrarot Sensor IRIS, welcher aber schon nach 10 Monaten den Geist aufgab.
Autor: Georg Hoffmann· 27.02.10 · 18:28 Uhr· 31 Kommentare
26. Februar 2010
Kässmann, hier klicken, Kässmann, Huhu
Kategorie: Kultur · Kommentare: 58
In wilder EIfersucht den Kässmann Moral Outrage Wettbewerb verpasst zu haben, schicke ich einfach und viel zu spät ein Posting dem abgefahrenen Zug hinterher. Das kommt davon, wenn man seine Zeit in Dissertations-Kommitees in Montpellier verplempert. Florian stürzt sich mit alttestamentarischen Zorn auf die mittlerweile ehemalige protestantische Ratsvorsitzende. Auge um Auge, Zahn um Zahn, Piccolo um Piccolo schickt er wie einst Charlton Heston in den Zehn Geboten Blitze der Ausnüchterung auf die vor sich hinzwitschernde Kässmann. Keine Gnade! Ist schliesslich auch irgendwie von der Kirche.

Bild 1: Praktizierte Ökumene (tatsächlich ist Beckstein protestant, aber für den Gag tu ich mal so) und Solidarität mit Frau Kässmann oder nur Probleme mit der Prozent-Rechnung? Zwei Liter in einen Männerkörper macht wieviel Promille?
Als atheistischer Katholik freut mich dieser Einbruch bester katholischer Traditionen in die protestantische Kirche natürlich besonders. Das ist mal echte Ökumene. Kässmann wollte einfach ihren Mann stehen und einem solchen, weiss man ja längst seit CSU Ex-Ministerpräsident Beckstein, sind zwei Liter allemal nicht zu viel für die Hannoveraner Innenstadt. Hier eine Reihe von sehr schönen CSU Wahlplakaten, die das Thema Trinken und Steuern nochmal behandeln. Hier, hier und hier.
Nur Schade, dass Kässmann das nicht aussitzt und wir den Ausnüchterungsprozess öffentlich noch ein paar Tage begleiten können. Zu ihrer Verteidigung sei gesagt, dass sie letztes Jahr in der Fastenzeit nichts angerührt hat (im Übrigen der einzige Aspekt, der mich als Gewohnheitskatholiken ein bisschen gestört hat).
Aber auch ästhetische Aspekte sollten nicht vernachlässigt werden. Unser Scienceblogs Hausphilosoph Jörg schlägt die Brücke zwischen dem Schönen an sich und Frau Kässmann, schöngetrunken, sozusagen. Und unser Politologe Christian wollte auch nicht nachstehen.

Bild 2: Frau Kässmann (dritte von links), wir haben schon konsistentere Leistungen gesehen!
Ich schlage daher mal eine Scienceblogs Themenwoche vor, in der jeder aus seinem Fachgebiet heraus das Thema Kässmann beleuchtet.
Hier einige Themenvorschläge:
Ludmila: Warum sieht man eigentlich nach dem achten Glas Lambrusco Sterne und nicht Planeten?
Tobias: Chancen auf Genmanipulationen der Leber: Von 1.5‰ auf 0.79‰ in 20 Minuten.
Ali: Schweiz will Alkoholkonsum in Moscheen verbieten: Hat denn von denen keiner den Koran gelesen?
Thilo: Selbstversuch. Nach wievielen Gläsern Chablis kann ich ein Möbiusband nicht mehr auf einen 15 dimensionalen Oktaeder projezieren?
Und ich? Mir kommt da insbesondere in den Sinn, dass der Alkoholgehalt des Bordeaux aufgrund der Klimaänderung (was sonst?) um 0.5% zugelegt hat. Frau Kässmann, muss ich Sie daran erinnern, dass in der Gironde die Hochburg der französischen Hugenotten liegt. Da gibt's viel zu tun.
Autor: Georg Hoffmann· 26.02.10 · 11:50 Uhr· 58 Kommentare
16. Februar 2010
Akupunktur ist lebensgefährlich
Kategorie: Kultur · Kommentare: 2
Hier auf Scienceblogs tobt gerade wieder die Diskussion um "altbewährte", traditionelle Medizin. Während leider, leider traditionelle europäische Methoden völlig in Misskredit gekommen sind (öffentliches Zähneausrupfen vom Barbier liebevoll auf dem Marktplatz inszeniert), stehen die asiatischen Methoden weiter hoch im Kurs. Doch vorsicht! Auch die so konfuziusmässig sanft daherkommende Akupunktur kann gefährlich sein, brandgefährlich!
Autor: Georg Hoffmann· 16.02.10 · 10:07 Uhr· 2 Kommentare
14. Februar 2010
Have Fun with Viscount Monckton of Brenchley
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 6
Viscount Monckton war irgendwo in der Thatcher Administration beschäftigt und hat sich in der Maggies Regierung folgenden Arbeitslosigkeit arg gelangweilt. Er entdeckte sodann die Klimadebatte um sich beschäftigt zu halten, was sicher gut ist und jung hält.
Höhepunkt seines wissenschaftlichen Schaffens war ein natürlich nicht-peer-reviewtes Opinion Paper in der Postille der Amercica Physical Society, welches den Klimaskeptiker Fehlerrekord pro Seite halten dürfte, denn es wurde widerlegt, widerlegt, widerlegt, widerlegt und mit ein wenig Wut im Bauch zerlegt.
Monckton ist aber nicht einer, der sich einschüchtern lässt, nur weil ihm nachgewiesen wurde, dass er Unsinn erzaehlt. Und so möchte ich auf die teils grossartigen Gefechte rundum und innerhalb einer Podiumsdiskussion, die er mit dem Klimablogger Tim Lambert hatte, verweisen. Wer alles geniessen und lesen möchte, sei auf Tim's letzten 5 Postings verwiesen. Ansonsten meine kleines Best-Of:
Ein Interpretation Moncktons eines in Science erschienen Papers wird von der Autorin als falsch zurückgewiesen. Monckton besteht auf seiner Interpretation und darauf, dass es sich bei der Wissenschaftlerin um einen Wissenschaftler handelt. Moncktons Fehler sind in Tims Präsentation schön alle beisammen.
Und hier die Schlussrunde auf Video. Die gesamte Diskussion ist anscheinend noch nicht als Video im Netz. Ich werde es so schnell es geht nachreichen.
Autor: Georg Hoffmann· 14.02.10 · 11:12 Uhr· 6 Kommentare
12. Februar 2010
Warum Pachauri bleiben muss und doch vor zwei Jahren hätte gehen sollen.
Kategorie: Politik · Kommentare: 28
Der Titel teilt sich in zwei Fragen. Beginnen wir mit Teil II: Warum hätte Pachauri bereits 2007 aufhören sollen? Der Grund ist ganz einfach. 5 Jahre sind genug. Der Präsident des IPCC gibt Pressekonferenzen (wobei er notgedrungen über Sachen spricht, von denen er nur bedingt Ahnung hat), schüttelt Ban-ki Moon die Hand, lässt die Reisegelder der IPCC Wissenschaftler verwalten, und empfängt Nobelpreise, zu deren Empfang er vor allem eines können muss: Mahnen und traurig gucken. Selbst wenn er die Neigung verspürte, sich mit dem Strahlungstransport oder den Problemen der Abschätzung des Meeresspiegelanstiegs mal ernsthaft zu beschäftigen, es wäre für seine Arbeit so wichtig wie, sagen wir, das Verständnis statistischer Wirtschaftsmathematik für Angela Merkel: Schadet nicht, hilft aber auch nicht besonders. Kurz, er hat einen politischen Job.
Und zwar keinen einfachen. Das Thema Klimawissenschaft und mögliche darausfolgende Konsequenzen für unser Handeln geht so richtig ans Eingemachte unseres Lebensstil, unseres Reichtums, everything. Sollte (es sieht nicht so aus) es jemals zu einer globalen Reaktion im Sinne einer fundamentalen Änderung der Art und Weise, wie die Menschheit Energie produziert, kommen, dann ist es natürlich klar, dass es dabei viele Verlierer und wahrscheinlich auch viele Gewinner gäbe. Wer diesen Job also macht, begibt sich in ein weltanschaulich-ökonomisches Minenfeld, aus dem er/sie niemals als Freund aller hervorgehen wird und in dem die Beurteilung seiner Arbeit immer von politischen Grundüberzeugungen der Beurteilenden abhängt. Wer den Job auch annimmt, der sollte das wissen, sein sicher hohes Gehalt einstreichen und sich nicht beschweren, dass in seinem Privatleben herumgestöbert wird, sein Aussehen unter klar rassistischen Tendenzen mit einem Neanderthaler verglichen und genau nachgeschaut wird, womit er denn sonst so sein Geld verdient. Das sollte man am besten gleich in die Stellenausschreibung mit reintun. Wem das nicht gefällt, sollte es eben als Sparkassendirektor oder Eisverkäufer versuchen.

Bild 1: Man soll aufhören, wenn's am Schönsten ist. Dr. Pachauri feiert im Kreise seiner Familie den Freidensnobelpreis fürs IPCC.
Autor: Georg Hoffmann· 12.02.10 · 17:27 Uhr· 28 Kommentare
Global Sushi
Kategorie: Umwelt · Kommentare: 6
Ich hatte hier bereits über die katastrophalen Aussichten einer stabilen Fischerei in den Weltozeanen berichtet. Die Perspektive einer Welt, in der es für unsere Kinder gerade noch Medusen zu essen gibt, ist in der Tat düster. Und nicht nur aus kulinarischen Gründen. Länder wie Peru oder Senegal stehen in der Gefahr ihre traditionellen Proteinquellen vollständig zu verlieren, leergefischt von eigenen und internationalen Fischereiflotten.

Bild 1: Kurzinterview in französischer Sprache mit Jean Pierre Cavet, Macher des Dokumentarfilms "Global Sushi". Einfach aufs Bild klicken.
Ich habe gestern eine hervorragende Dokumentation mit dem Titel "Gobal Sushi" gesehen, die ich hier nur wärmstens empfehlen möchte. Eine Reise um die Welt im Zeichen des Fischs. Wie kam es eigentlich, dass Sushi in den Kanon des global food miteingereiht wurde, gerade wie Coca Cola oder Hamburger? Was passiert eigentlich mit den natürlichen Fischbeständen an den Orten, wo Fischfarmen errichtet wurden? Wieviel kostet eigentlich ein red tuna bei den Tsukiji Auktionen (Die Antwort ist unglaublich)? Was sagen die Wissenschaftler zu den Perspektiven? Und was wird aus Senegals Nationalgericht, der Thieboudienne, wenn es keinen Thiof mehr gibt?
Der Dokumentarfilm ist irgendwo zwischen Mondovino und Darwins Alptraum gelegen und hervorragend und spannend gemacht. Ich bin sicher, dass Canal+ bereits die Rechte an einen deutschen Sender verkauft hat und es bald eine Übersetzung gibt. Hier ein Link zu einer Besprechung mit dem Trailer und hier ein kurzes Interview mit dem Regisseur. Alles auf Französisch, sorry.
Autor: Georg Hoffmann· 12.02.10 · 10:00 Uhr· 6 Kommentare
11. Februar 2010
Wie der stratosphärische Wasserdampf mal die globale Erwärmung stoppte!
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 22
Just in case: Der unten stehende Artikel wurde vom "Godfather des Klimabloggings" Eli ins Englische übersetzt. Zu lesen hier.
In der letzten Januar-Ausgabe von Science kam ein Paper von der ehemaligen IPCC Working Group I Vize-Direktorin Susan Solomon und Mitarbeitern zum Einfluss stratosphärischen Wasserdampfs (SWD) heraus. Es wurde mehrere Male sehr sinnvoll kommentiert (hier und hier ) und ich komme später noch dazu, wann und warum es meist nicht so sinnvoll kommentiert wurde. Wie üblich ist die letztere Art von Kommentaren weit in der Überzahl.
Nun gut: Wasserdampf in der Atmosphäre. Jedem ist klar, bei einem Aufstieg zu höheren Luftschichten kühlt die Luft ab und muss daher trockener werden. Gäbe es kein Wasser auf Erden aber alle anderen Treibhausgase, so wären wir mit einem Temperaturgradienten von ungefähr ~10°C/km konfrontiert (man spricht vom trocken-adiabatischen Gradienten , so aber kondensiert die angehobene Luft und setzt dabei Wärme frei, was den tatsächlich beobachten Gradienten auf ~6.5°C/km herabsetzt (der feucht-adiabatische Gradient). Ich bin mir nicht ganz sicher, was genau die Troposphäre definiert , aber ein entscheidendes Merkmal ist eben die Gültigkeit des feucht-adiabatischen Anstiegs, der in Höhen bis etwa 10-12km gilt.

Bild 1: Radiosonden Profile der Konzentration des Wasserdampfs gemessen von Georges Durry und Mitarbeitern von der Universität Reims mit eine IR Laserabsorptionsspektrometer.
Autor: Georg Hoffmann· 11.02.10 · 12:29 Uhr· 22 Kommentare
01. Februar 2010
Superbowl und 1) No sex before marriage 2) No abortion and 3) No doctors
Kategorie: Kultur · Kommentare: 44
Nächste Woche ist der Super Bowl, das Finale der US amerikanischen Footballsaison. Ausser Golfen ist mir kein Sport so langweilig und ausser Cricket keiner in seinem Regelwerk so opak gestaltet wie der American Football. Aber das soll hier das Thema nicht sein.

Bild 1: Tim Tebow, Quarterback der Florida Gators, hat immer ein Bibelzitat zur Hand.
Rund um dieses Event herum gibt's immer eine Menge lustiger Sachen zu erzählen, ich sag nur Nippelgate. Der Knüller dieses Jahr dürfte ein Anti-Abtreibungs-Video von einer religiös getriebenen Vereinigung namens "Focus on the Family" sein, die (ich habe nur die Hot-Issues angeklickt, nämlich "Sex") z.B. zum Thema Sex das folgende meint:
In the Christian worldview, we have no right to sex. The place where the Church confers that privilege on you is the wedding; weddings are specific acts that grant us permission to have sex with one person.
Da wollen wir mal alle hoffen, dass wir "granted" werden. So weit, so gruselig. Trotzdem kann ich aus meiner Zeit in den USA nicht bestätigen, dass diese Organisation nun gerade das Schmimmste wäre, was es dort in Sachen sexueller Aufklärung oder Abtreibung so gibt. Das geht noch deutlich schlimmer. Ausserdem rufen Sie auf ihrer Seite zu Spenden für Haiti auf und so mag der Herr Ihnen verzeihen.
Also, "Focus on the Family" will einen Spot direkt vorm Anstoss auf CBS schalten, der ungefähr dem Preis einer Villa an der Aussenalster entspricht. Worum soll es gehen? Keiner hat den Spot bislang gesehen, aber im Grossen und Ganzen soll uns wohl Tim Tebow vorgestellt werden. Tim Tebow ist, als die Muskeln vom Herrn verteilt wurden, nicht zu knapp weggekommen. Er wiegt 245 Pfund und ist 1.92 gross und spielt als Quarterback (für alle, die von diesem Sport so wenig Ahnung haben wie ich: dass ist derjenige, der den Ball werfen darf. Fragt mich nicht, warum) bei den Florida Gators. Zur Einstimmung und Motivation lässt er sich vor jedem Spiel Bibelverse ins Gesicht malen. Ich vermute mal eher aus dem alten Testament stammend, denn American Football ist ja nicht gerade ein dann-halte-die-andere-Wange-hin-Sorte von Sport.

Bild 2: Tim Tebow wird wohl in einem Pro-Life Spot direkt vorm Superbowl Finale auftreten. Ohne Helm.
Worum soll es denn in diesem Spot mit Tim gehen? Nun, Tim's Mama, Pam ,war mit ihm schwanger auf den Philippinen, wo Papa Bob als Prediger arbeitete, und erlitt während dieser Zeit eine gefährliche Infektion. Die Ärzte rieten ihr sehr zu einer Abtreibung, da Ihnen schwere und bleibende Schäden am Fötus sehr wahrscheinlich erschienen. Pam entschied sich ihren religiösen Überzeugungen folgend dagegen und so kam der riesige und putzfidele Tim zur Welt. Und da sie aus ihrer Entscheidung nun eine Regel machen möchte, scheint (sobald der Spot raus ist, wird er auf Primaklima natürlich verlinkt und wir können diskutieren, ob diese Spekulationen gerechtfertigt sind) der Spot ungefähr folgendes zu jungen Mädchen und Frauen zu sagen: Hört nicht auf die gottlosen Ärzte und Wissenschaftler, nur der Herr entscheidet, ob eure Babys gesund zur Welt kommen oder eben nicht. Treibt nicht ab, egal was passiert.
Wie sehr das wirklich die Message des Spots ist und ob er denn bei all der Polemik rund um diese Geschichte nun tatsächlich geschaltet wird, werden wir erst in einer Woche wissen. Die gesamte Mischung, die bei mir im Kopf gerade angerührt wird, nämlich aus amerikanischen Hardcore-Religiösen, Mama Pam, die eine Geschichte von ihrer Schwangerschaft erzählt, Pompom-girls und Blasmusik, anti-wissenschaftlicher Propaganda und dem sublimen Haudraufsport American Football, ist doch arg geeignet, in mir Schwindel- und Ekelgefühle zu wecken.

Bild 3: Lucy Pinder ist oder ist nicht Tims Freundin. So oder so, gefummelt wird nicht.
Abschliessend sei auch noch erwähnt, dass es so sicher nicht ist, dass Tim nicht doch ein paar bleibende Schäden davongetragen hat. Warum? Nun Tim hat nicht nur Bibelsprüche im Gesicht, während er anderen sportlich einen auf die Rübe gibt, er wirbt auch aktiv für "No sex before marriage". Wo soll da der Schaden liegen, werdet ihr sagen? Nun, während ich Tim so hinterhergooglete, tauchte auch eine Bild seiner Freundin auf, die den schon fast nicht mehr zu ertragenden Namen Lucy Pinder trägt. Ach, ich lass euch einfach selber entscheiden, ob der Tim denn nun einen Schaden hat oder nicht.
Autor: Georg Hoffmann· 01.02.10 · 14:25 Uhr· 44 Kommentare
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