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Georg Hoffmann hat an der Ruhr-Universität Bochum Physik studiert und anschliessend am Max-Planck Institut Hamburg mit einer Arbeit zu Tracern in globalen Zirkulationsmodellen, sogenannten "Klimamodellen", promoviert. Danach arbeitete er 15 Jahre in Paris am LSCE, Laboratoire des Sciences du Climat et de l'Environnement, zu verschiedenen Aspekten der Paleo-Klimatologie. Momentan forscht er im Rahmen eines gemeinsamen Projekt der Universität Utrecht, dem holländischen Weltraumzentrum SRON und dem holländischen Wetterdienst KNMI. Das Bild ist dem Stadionheft April 2004 des VFL Bochum entnommen und zeigt ihn mit der Vereinsfahne, die er einzig zu diesem Zweck quer durch die Antarktis geschleppt hatte. Tss. Unglaublich.
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25. November 2009
Gelesen: Arktisches Monopoly
Kategorie: Politik·Themenwoche · Kommentare: 29
Der Klimawandel fällt in der Arktis im weltweiten Vergleich am stärksten aus und seine Auswirkungen sind dort am augenfälligsten. Ich habe hier schon mehrmals berichtet wie sich die verschiedenen Arktis-Anrainerstaaten auf diesen Wandel einstellen, strategisch-politische Entscheidungen treffen, Investitionen tätigen und doch manchmal so tun, als gäbe es keinen Grund, vom Klimawandel überzeugt zu sein (etwa hier und hier). Christoph Seidler schreibt beim Spiegel häufig zum Thema Klimawandel, internationale Verhandlungen und zur Arktis im besonderen. Jetzt hat er im "Spiegel Buchverlag" ein Buch zum Wandel in der Arktis veröffentlicht: "Arktisches Monopoly".

Bild 1: Arktisches Monopoly von Christoph Seidler erschienen im Spiegel Buchverlag
Autor: Georg Hoffmann· 25.11.09 · 18:18 Uhr· 29 Kommentare
23. November 2009
Der CRU Hack
Kategorie: Politik · Kommentare: 184
Ich sag's gleich, ich habe keine Lust das gross zu kommentieren. Der Server der University of East Anglia wurde Opfer eines Hackers, der mit den gesammelten Mails unter anderem von Phil Jones davongezogen ist. Mittlerweile kann man sie überall einsehen.
Niemand findet das weiter bedenklich und so wird fröhlich jede Mail so interpretiert, wie's jedem beliebt. Einige dieser Mails sind nicht gerade nett, woraus unter anderem die Erkenntnis erwächst, dass Menschen bisweilen nicht nett sind. Ich setze hier nur mal ein paar Links, die, so unglaublich es scheint, zum Thema was Intelligentes, wenn auch nicht unbedingt Übereinstimmendes zu sagen haben:
Hans von Storch fordert Konsequenzen (auf News Link gehen).
Gavin Schmidt bringt einige Mails in den Zusammenhang, in den sie gehören.
Judy Curry versucht sich in Vermittlung.

Bild: Isaac Newton, fieser Zeitgenosse, fiese Frisur, fiese Briefwechsel, klasse Physiker.
Und vielleicht der ultimative Link zum Thema
Ich hatte auch noch eine lustige Begegnung. Ulli Kulke bei der Welt hat die schlimmen Ereignisse auch noch einmal zusammengefasst. Doch in seiner ersten Version arbeitete Phil Jones am Hadley Centre und es waren Hadley Forscher betroffen. Ich teilte ihm per Leserkommentar mit, dass Exeter (Sitz des MetOffice und des Hadley Centers) nicht in Norwich liegt und es sich um die Universität von East Anglia handele. Der Kommentar erschien nicht, aber der Text wurde geändert. Dann teilte ich ihm genauso mit, dass "Gavin Smith" von Realclimate sich "Gavin Schmidt" schriebe und dass ich mich ernsthaft fragte, wieviel Zeit er sich eigentlich fürs Artikelschreiben nehme. Dito: Text geändert, Kommentar nicht erschienen. Besser er schickt mir in Zukunft seine Artikel direkt zum Gegenlesen, dann aber mit Zeilenhonorar.
Autor: Georg Hoffmann· 23.11.09 · 00:58 Uhr· 184 Kommentare
20. November 2009
What the hell are they talking about? Der Spiegel zum Ende der globalen Erwärmung.
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 31
Der Spiegel (in der Druckausgabe) hat ein Interview mit Mojib Latif (Leibniz Institut Kiel) und Jochem Marotzke (Direktor am MPI für Meteorologie, Hamburg) geführt, um herauszubekommen, was um alles in der Welt klimatisch gerade los ist. Schluss mit global warming? Seit einer Dekade gibt es keine globalen Rekordtemperaturen mehr, das ist doch nicht normal.
Zitat der Spiegel:
Erst vor wenigen Wochen hat das britische Hadley-Zentrum für Klimawandel die Aufregung mit seinen neuesten Berechnungen zur globalen Durchschnittstemperatur angefacht: Von 1999 bis 2008 hat sich die Welt demnach nur um 0,07 Grad Celsius erwärmt - und nicht um jene 0,2 Grad Celsius, von der noch der Uno- Weltklimarat IPCC ausgeht. Rechne man zudem die beiden natürlichen Klimaereignisse El Niño und La Niña heraus, so ergebe sich sogar nur ein Temperaturtrend von 0,0 Grad Celsius, konstatieren die britischen Experten - also Stillstand.
Also der IPCC hätte eine Vorhersage von 0.2°C pro Dekade gemacht und nun ist es null. Das geht doch nicht mit rechten Dingen zu.
Auch Prof. Marotzke ist ratlos:
„Es ist nicht zu leugnen, dass dies in unserer Gemeinde eins der heißesten Themen ist", sagt Jochem Marotzke, Direktor am Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg. Der Klimamodellierer gibt offen zu: „Wir wissen nicht so recht, warum sich diese Stagnation gerade abspielt."
Ich kann jetzt, zugegeben, nicht sagen, dass das für mich und die Leute, mit denen ich spreche, das nun gerade das heisseste Thema ist (eher das hier), aber in jedem Fall sind alle ratlos.

Grafik 1: Das Ende der globalen Erwärmung? Die globalen Temperaturen vom Hadley Center/CRU und der Trend von 1998 an.
In Grafik 1 habe ich die Situation mal abgebildet. Wie ein braver Klimaskeptiker habe ich rein zufällig das Jahr des Super-El Niños 1998 gewählt und schwupp bekomme ich sogar einen leicht negativen Trend. Es ist also wahr! Das haben die Modelle nicht vorhergesehen, berichtet der Spiegel und ich hänge daher mal eine beliebige Simulation im pessimistischsten Szenario A2 des Instituts von Prof Marotzke mit dran (Grafik 2). Denn das müsste ja bestätigen, dass die Modelle, das nicht vorhergesagt haben.
Autor: Georg Hoffmann· 20.11.09 · 15:12 Uhr· 31 Kommentare
16. November 2009
Scafetta und West und ein erstaunlicher Kommentar
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 3
Nicolas Scafetta und Bruce West sind zwei Physiker der Duke University, die vor kurzen erst ihren Eingang in die climate wars fanden. Beide arbeiten hauptsächlich an der Analyse nicht-linearer Dynamik komplexer Systeme, und das in ganz allgemeiner und abstrakter Art und Weise. Hört sich auf jeden Fall spannend an und ich kann dazu uberhaupt nichts sagen.
Seit einiger Zeit veröffentlichen die beiden nun zum Thema Sonne und Klima, wobei Sie meist zu einer deutlich höheren Abschätzung des Einfluss der Sonne auf die Klimaentwicklung im 20ten Jhd. kamen als die grosze Mehrheit der Autoren. Ich will die Diskussion gar nicht hier im Ganzen nacherzählen und jeder mag selber einmal nachschauen was Scafetta und West meinten (hier und hier und hier und hier und hier) und die Klima-Community darauf antwortete (hier und hier und hier und hier und hier und hier und erst jüngst hier). Einige der Links sind ebenfalls in der peer reviewten Wissenschaft erschienene "Comments on"-Erwiderungen auf Scafetta und West. Insbesondere ihre statistische "Beweise", des EInflusses der Sonne aufs Klima sind eindeutig falsch (siehe Benestad/Schmidt ).

Bild 1: Von Satelliten beobachtete Entwicklung der Total Solar Irradiance nach Krivova/Solanki/Wenzler. Details beim Zusammenfügen der beiden Satellitendatensätze, ob ein homoeopathischer Trend erkennbar ist oder nicht.
Autor: Georg Hoffmann· 16.11.09 · 22:07 Uhr· 3 Kommentare
10. November 2009
Der Rekordticker im September - GISS und CRU sind sich im Süden nicht einig
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 22
Wenn man die Unterschiede zwischen den beiden meist genutzten globalen Temperatur-Datensätzen diskutiert, wird häufig erwähnt, dass GISS und HadCRU insbesondere die Arktis unterschiedich behandeln. Während das GISS dort versucht so weit es geht zwischen den relativ wenigen Stationen zu interpolieren, um Datenlücken zu vermeiden, hat das CRU den Mut zur Lücke. Da sich in den letzten Jahren insbesondere die Arktis erwärmte, war die logische Konsequenz ein gewisses Auseinanderlaufen von GISS und CRU Datensatz, nichts was den langfristigen klimatologischen Trend beträfe, aber doch interessant.

Bild 1: HadCRU Temperaturen. Dieser Datensatz hatte seinen Rekord im Jahre 1998 mit einer Anomalie von +0.56°C (das Jahr des berühmten Super-Niños) und ist als blauer Balken im Bild markiert. Wir liegen im Moment bei +0.44°C (gelber Balken) und müssten für die restlichen 3 Monate des Jahres beim roten Balken im Mittel landen.
Autor: Georg Hoffmann· 10.11.09 · 14:58 Uhr· 22 Kommentare
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