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Georg Hoffmann hat an der Ruhr-Universität Bochum Physik studiert und anschliessend am Max-Planck Institut Hamburg mit einer Arbeit zu Tracern in globalen Zirkulationsmodellen, sogenannten "Klimamodellen", promoviert. Danach arbeitete er 15 Jahre in Paris am LSCE, Laboratoire des Sciences du Climat et de l'Environnement, zu verschiedenen Aspekten der Paleo-Klimatologie. Momentan forscht er im Rahmen eines gemeinsamen Projekt der Universität Utrecht, dem holländischen Weltraumzentrum SRON und dem holländischen Wetterdienst KNMI. Das Bild ist dem Stadionheft April 2004 des VFL Bochum entnommen und zeigt ihn mit der Vereinsfahne, die er einzig zu diesem Zweck quer durch die Antarktis geschleppt hatte. Tss. Unglaublich.
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07.09.09 · 09:04 Uhr
Die Wahl und der Klimaschutz
Kategorie: Politik · Kommentare: 6
Ich bekomme ja hier in Frankreich nichts von der Wahl in Deutschland mit. Daher frage ich manchmal schon, ob so etwas wie "Klimaschutz" (was immer das jetzt genau ist) im Wahlkampf tatsächlich als Thema auftritt. Planckton, der Wissenschafts Blogg der FAZ, hat dazu eine überraschende Antwort: Das Thema Klima könnte die Wahl entscheiden. Tatsächlich überraschte mich die hohe Prozentzahl von Leuten, die als sagen wir SPD Anhänger Merkel wählen würden, wenn die sich mehr um's Klima kümmern würde (13% siehe Grafik). Ich frage mich, ob das bei irgendeinem anderen "feel good" Thema, sagen wir, "bessere Medizinische Versorgung in der dritten Welt" auch so sein würde. Mehr zu dem Thema bei Planckton.

Eine der Grafiken bei Planckton. Die Zahl der Wähler, denen das Thema Klima so wichtig ist, dass sie zumindest sagen, dass sie ihre Wahlentscheidung ändern würden ist erstaunlich hoch. Und wie ist das bei anderen Themen? Und machen das die Leute dann wirklich?
Autor: Georg Hoffmann· 6 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (6)
Erinnert mich ein wenig an die vielen Umfragen, in denen immer >90% der Befragten sagen, sie würden sicherlich gerne mehr fürs Klima tun und ihren eigenen Beitrag zur globalen Erwärmung reduzieren, dann aber ganz überraschend nichts dergleichen in die Tat umsetzen. Der Unterschied hier ist, dass eine ganz konkrete Handlung abgefragt wurde. Interesant ist vor allem die enorme Bereitschaft bei den noch Unentschlossenen, dann die CDU zu wählen (größter Block). Spannend wäre auch die Gegenfrage: Wie viele von den Betonkopfkonservativen würden ihre CDU denn NICHT mehr wählen, wenn diese sich endlich vehement für den Klimaschutz einsetzen würde?
@Nils Simon
Man haette wohl auch genauso gut fragen koennen: Wenn Kandidat X sich fuer das Gute in der Welt einsetzen wuerde, wuerde sie dann ihre Wahlentscheidung aendern.
Deine negativ gewendete Frage ist zumindest ein wenig spitzer.
Ich bin uebrigens nicht so sicher, ob das Thema Klima bei der CDU/CSU wirklich auf so viel Widerstand stoesst. Bei Merkel scheint das ja zumindest nicht der Fall zu sein. Eher will sich wohl die FDP als Klimaskeptiker-Sammelbecken formieren.
http://www.klimanotizen.de/html/bericht_01-08.html
Mit immerhin einem stellvertretende FDP Fraktionsvorsitzenden.
Glaube nicht, dass die Leute das wirklich machen. Zum Klimaschutz gibt es nicht mal eine einzige Frage beim Wahl-o-maten, das zeigt ja schon, wie wichtig das Thema genommen wird...
Soweit ich das beurteilen kann, spielt der Klimaschutz bestenfalls bei den Grünen eine Rolle. Angela Merkel hat es allerdings, wie auch bei anderen Themen, geschafft, sich als treibende Kraft zu inszenieren und macht seither das, was sie (als einziges) kann, sie wartet ab, bis klar ist, wohin die Richtung geht und tut dann so, als ob das schon immer das gewesen wäre, was sie wollte. Den FDP-Hansel darf man, würde ich sagen, nicht so wichtig nehmen, ich vermute, der hat nur was von Presse usw. gehört und sich über die "Publicity" gefreut. Auf seiner Homepage hören sich seine Ansichten ganz anders an:
Steinkohlekraftwerk
Das derzeit von Vattenfall geplante Steinkohlekraftwerk in Lichtenberg würde erhebliche Belastungen der Umwelt mit sich bringen. Damit könnten für die nächsten 40 Jahre viele umweltpolitische Ziele in Berlin (z.B. CO2- Einsparung) nicht mehr erreicht werden. Statt dessen sollten dezentrale, moderne technische Lösungen gefunden werden, wie z.B. kleine Blockheizkraftwerke, Brennstoffzellen, Biogasanlagen u.ä.
Das hört sich nicht nach Klima-"Skeptiker" an. Allerdings gibt es bei der FDP immer die Tendenz (siehe Koch-Mehrin), sich für das, was der "neoliberale Karrierepolitiker" für "Verteidigung bürgerlicher Freiheiten" hält, einzusetzen, besonders dann, wenn er sich einbildet, es könnte Stimmen bringen.
Liegt vielleicht auch daran, dass die Verknüpfung der Maßnahmen mit den erreichbaren Zielen zu verschwommen ist. Wer hat schon Lust Plazebos wie die Umweltabwrackprämie als Alibi oder Strohmann zu finanzieren. Also bitte bei jeder Maßnahme die vermiedene Temperaturerhöhung gleich mit ausweisen, das sollten die Computermodelle doch locker schaffen.
@adenosine
Das koennte man schon machen (natuerlich mit den Unsicherheiten), aber es waere eine sehr kleine Zahl. Waeren Sie denn dann nicht in Sorge, dass bei so kleinen Zahlen (im im mikro bis nano-temperaturbereich) die Leute sagen wuerden, dass lohnt doch eh nicht? Das liegt ja daran, dass man typischerweise bei solchen Rechnungen sagen wir 1K Temperatur-Reduktion durch eine einzelne Massnahme eines einzelnen Staates dividieren wuerde. Oder gar individuell: 1K/6 Milliarden Menschen. Das koennte leicht und offensichtlich falsch interpretiert werden.
Ich habe eine Idee. Wir druecken jede Massnahme in ersparter Waermemenge des globalen Ozeans aus. Das hat zwei Vorteile
1) Wie schon oft erwaehnt ist die im Ozean gespeicherte Waermemenge der bessere physikalischere Klimawandelindikator.
2) Sagen wir eine global haette man mit einer Massnahme x 1W/m2 gespart, dann entspricht das ungefaehr 40*10^22 Joule. Das hoert sich doch schon besser an? Wer noch was zulegen moechte koennte die Energiemenge in eV angeben.