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Georg Hoffmann hat an der Ruhr-Universität Bochum Physik studiert und anschliessend am Max-Planck Institut Hamburg mit einer Arbeit zu Tracern in globalen Zirkulationsmodellen, sogenannten "Klimamodellen", promoviert. Danach arbeitete er 15 Jahre in Paris am LSCE, Laboratoire des Sciences du Climat et de l'Environnement, zu verschiedenen Aspekten der Paleo-Klimatologie. Momentan forscht er im Rahmen eines gemeinsamen Projekt der Universität Utrecht, dem holländischen Weltraumzentrum SRON und dem holländischen Wetterdienst KNMI. Das Bild ist dem Stadionheft April 2004 des VFL Bochum entnommen und zeigt ihn mit der Vereinsfahne, die er einzig zu diesem Zweck quer durch die Antarktis geschleppt hatte. Tss. Unglaublich.

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Archiv September 2009

27. September 2009

Der Rekordticker - Wo sind GISS und CRU gerade?

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 85

Hier hatte ich kurz mal diskutiert, ob 2009 das neue Rekordjahr, d.h. das Jahr mit der höchsten bislang gemessenen globalen Temperatur, werden würde. Tatsächlich sieht es nicht so aus, denn der recht stark begonnene El Niño verlor doch einiges an Fahrt und wird wohl eher ein leichter bis normaler Niño werden. Ich bin ja gerade in Peru und der schädliche Einfluss des warmen Niño Wassers vor der weltweit produktivsten und fischreichsten Küste der Welt ist hier natürlich immer Thema. Das warme Wasser selbst ist übrigens nicht das Problem für die Fische (zumindest nicht das ich wüsste), sondern dass mit dem Niñophänomen verbundene Absinken der Thermokline vor der Küste und dem damit unterdrückten Upwelling von Nährstoffen. So oder so, der Niño wird mit ziemlicher Sicherheit kein Rekord-Niño und das Jahr 2009 wohl auch nicht. In dem ersten Artikel dazu hatte ich ja die kleine Rechnung gezeigt, welche Temperaturen es für den Rest des Jahres bräuchte um den Rekord zu brechen. Ich dachte, ich stelle das auch mal grafisch dar und werde dann diese Grafik regelmässig updaten, so dass man immer ganz gut erkennen kann, wo das aktuelle Jahr so auf der "Rekordjagd" liegt.


rekord_Page_1.jpg

Bild 1: HadCRU Temperaturen. Dieser Datensatz hatte seinen Rekord im Jahre 1998 mit einer Anomalie von +0.56°C (das Jahr des berühmten Super-Niños) und ist als blauer Balken im Bild markiert. Wir liegen im Moment bei +0.43°C (gelber Balken) und müssten für die restlichen 4 Monate des Jahres beim roten Balken im Mittel landen. Das kann man wohl so gut wie ausschliessen.

rekord_Page_4.jpg

Bild 2:
GISS Temperaturen. Das Rekordjahr war 2005 (+0.76°C, blau). Bislang liegen wir 2009 bei +0.68°C (gelb). Das ist in der Tat ein bisschen knapper und der Sprung bis zum roten Balken ist zwar nicht unbedingt wahrscheinlich, aber nicht ganz unmöglich.

PS: Ich habe noch das Gleiche für die Nord und die Südhemisphäre (leider nur HadCRU) hinten dran gehangen.

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Autor: Georg Hoffmann· 27.09.09 · 02:08 Uhr· 85 Kommentare

25. September 2009

Wenn sie doch nur mal sitzen bleiben würden - Eindrücke von einer Klimakonferenz in Lima

Kategorie: Politik  ·  Kommentare: 4

Ich bin gerade in Lima bei einer Konferenz zum Thema: Klimawandel und die Anden. Eingeladen hatte die Communidad Andina, eine Art Mini-Mini Uno für die Anden Länder (Equador, Peru, Bolivien). Hauptaufgabe ist wohl, das Geld der Weltbank in der Region zu koordinieren.
Ich hatte bereits meine 15 Minuten Ruhm und Aufmerksamkeit und langweile mich gerade. So gibt's jetzt ein paar online Berichte. Wifi Verschlüsselung gibt's schonmal nicht in Peru, absolut alle Netze sind offen wie das Wattenmeer. Sehr gut. Ich finde diese ganze Sicherheitsbesessenheit sowieso nervend. Von Peru lernen, heisst siegen lernen.


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Bild 1: In Peru weiss man zu schmausen. Das ist keine Ratte, sondern ein Meerschweinchen. Cross und lecker.


Auftritt der Direktor des CAN. Er begrüsst alle überschwenglich ungefähr 10 Minuten lang. Dann hat er sein Coming Out als Dichter. Er spricht von einem Kolibri, der irgendwie immer hin und her fliegt und mit einem Tröpfchen Wasser im Schnäbelchen einen Waldbrand löschen wollte. Ausserdem, dass die Menschheit die Erde schlecht behandele. Erde, Mutter Erde, Mama...es folgt eine Liste von mindestens 10 weiteren Ausdrücken für Mutter Erde, die ich nicht mehr verstanden habe. Einige waren wohl in Quetchua. Ich war aber kurz davor mich umzubringen.

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Autor: Georg Hoffmann· 25.09.09 · 00:21 Uhr· 4 Kommentare

22. September 2009

James Balogs "Extreme Ice Survey" Projekt

Kategorie: Umwelt  ·  Kommentare: 1

James Balog ist ein professioneller Fotograf, der sich seit einigen Jahre mit der Illustrierung der gewaltigen Änderungen, die momentan im vereisten Teil unserer Erde stattfinden, beschäftigt. Er hat ein Projekt gestartet, welches zurecht "Extreme Ice Survey" heisst und Kameras rund um die Welt installiert, um Gletscher und Meereis in ihrem jährlichen Gang zu beobachten. Die Kameras machen typischerweise alle Stunde eine Aufnahme und liefern so phantstische Aufnahmen von dem, was sonst unbeobachtbar ist, selbst wenn man vor Ort wäre: das Fliessen des Eises, das Schmelzen riesiger Gletscherzungen. Sein Vortrag unten lohnt sich wirklich. Sein Projekt "Extreme Ice Survey" findet man hier und hier mit einer Vielzahl von weiteren Photos und Dokumentationen rund um die Glaziosphäre.

GlacierCalving.jpg

James Balogs Aufnahme eine kalbenden Gletschers. Das Bild einfach anklicken, um zu seinem TED Vortrag zu kommen.

H/T Günther Venneke


Autor: Georg Hoffmann· 22.09.09 · 09:24 Uhr· 1 Kommentar

19. September 2009

Zen oder die Kunst, Informationen zum Verschwinden zu bringen: Das Arktische Meereis

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 75

Es scheint so, als hätten wir soeben das Arktische Meereisminimum dieses Jahres durchschritten und die Denial-O-sphere brummt nur so. In der deutschen Internetzeitschrift Readersedition, die sich ein wenig die Huffington Post zum Vorbild genommen hat, schreibt jemand, der sich Rudolf Kipp nennt, einen Artikel zum Meereis und kommt zu ganz erstaunlichen Ergebnissen:

Wenn man sich den Verlauf der Eisentwicklung in der Arktis der letzten Jahre anschaut, dann kann von einer Abnahme der Eisbedeckung oder gar von einem beschleunigten Abschmelzen momentan keine Rede sein. Ganz im Gegenteil. Das Eis in der Arktis wächst seit 2007.

IARCNSICS_Page_3.jpg

Bild 1: Tägliche Arktische Meereis Daten von IARC-JAXA ab 2002.


Man könne also von einer Abnahme des Meereises nicht reden angesicht der dargestellten Daten und auch und schon gar nicht von einer Beschleunigung der Schmelze. Wie kann das sein? Da reden die Klimaforscher wie ich sich den Mund fuzzelig von wegen Arktischer Schmelze und jetzt das. Da schaut einer mal richtig hin, und schon bricht das ganze Kartenhaus zusammen. Toll. Aber vielleicht schaun wir doch auch noch einmal richtig hin, wie Herr Kipp wohl zu diesen Schlussfolgerungen gekommen ist. Nur um ganz sicher zu gehen.

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Autor: Georg Hoffmann· 19.09.09 · 20:20 Uhr· 75 Kommentare

14. September 2009

Into the Wild - Das Fernsehen begleitet unser Eisbohrteam nach NEEM, der aktuellen Bohrstelle in Grönland.

Kategorie: Naturwissenschaften

Das Fernsehen hat uns auf dem Grönländischen Eisschild besucht und gestern die Reportage in der frz. Tagesschau ausgestrahlt. Die aktuelle Bohrung in Grönland findet in NEEM statt, eine Stelle gelegen im Nordosten des Eisschildes. Warum dort und warum schon wieder eine Tiefenbohrung? Mit NEEM unternimmt die Eiskern-Community den dritten Versuch ungestörtes Eis von der letzten Zwischeneiszeit, der sogenannten Eem Warmzeit, zu erhalten. Das Eem dauerte von 126.000 bis 115.000 Jahre an und war ca. 1°C wärmer als "unsere" jetzige Zwischeneiszeit, dem Holozän. Ausserdem war der globale Meeresspiegel um ca. 5 Meter höher und Grönland hat sicherlich teilweise dazu beigetragen. Und warum ist das also so wichtig? Na, ein paar Grad wärmer und ein schmelzender Eisschild, das sagt uns doch was? Was war da noch gleich in 50 bis 100 Jahren?
Insbesondere möchten wir herausbekommen, ob die Eem Warmzeit, stabil oder ebenfalls, wie ein Groszteil des Glazials, von wilden Klimasprüngen unterbrochen war. NEEM erschien nach eingehendem Studium des Eisflusses und der Bodenorographie Grönlands als der ultimate und beste Ort, diese Zeitspanne auch in Grönland finden zu können.
In dieser Reportage des frz. Fernsehens führt Emilie Capron, eine Doktorandin in unserer Arbeitsgruppe, die sich mit Gasmessungen im Eis beschäftigt, das Kamerateam durchs Eiscamp.

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Bild: Emilie Capron, LSCE, erklärt das Bohrgerät in NEEM. Einfach anklicken. Das Video ist in französischer Sprache.

Für diejenigen, die Französisch sprechen, hier eine Pressekonferenz meiner Kollegin Valerie Masson-Delmotte zum Neem Projekt und zu schnellen Klimaschwankungen, wie sie im Eis archiviert sind.


Autor: Georg Hoffmann· 14.09.09 · 14:35 Uhr· 0 Kommentare

12. September 2009

Frankreich führt die CO2 Besteuerung ein: Wie, Wer, Warum?

Kategorie: Politik  ·  Kommentare: 6

Frankreich hat gestern als erstes Land der G20 und als fünftgrößte Industrienation der Welt eine "Carbon Tax", eine individuelle Steuer auf CO2 Emissionen, beschlossen. Wie kam es dazu? Was ist genau die "Tax Carbone" und wie sieht sie in Frankreich aus? Wie haben sich die verschiedenen politischen Akteure im Entscheidungsprozess verhalten und was sind die allgemeinen Kommentare dazu?

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Bild 1: Nicolas Hulot, Evel Knievel in Ushuaya und Heiliger Franzikus der Umweltbewegung.


Kehren wir zu den Anfängen dieser Entscheidung zurück. Nicolas Hulot ist in Frankreich so etwas wie der Captain America der Umweltwbewegung. Eine Ewigkeit hatte er wohl eine Natur/Reisen/Abenteuer Sendung im Fernsehen namens Ushuaya geleitet, die ihn wohl auf immer in den Augen der Franzosen verantwortlich für unberührte Natur machte. Typischerweise fährt das Fernseh-Team und Nicolas zu irgendeinem Vulkan in Südamerika und er springt dann nur so aus Scheiss mit einem lustig kleinen Fallschirm in den Vulkan rein. Hier zwei typische Beispiele seine Stunts (hier und hier). Diese eigentümliche Mischung aus Evel Knievel und heiliger Franziskus der Umweltbewegung hat ihm sehr viel Sympathie in der französischen Öffentlichkeit und einiges an Einfluss eingebracht.

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Autor: Georg Hoffmann· 12.09.09 · 17:00 Uhr· 6 Kommentare

08. September 2009

Warum eigentlich Klimamodelle, wenn's ne lineare Regression auch tut?

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 30

Aus der Reihe: "Klimaskeptiker lesen eine wissenschaftliche Arbeit und sind begeistert", gab es ja bereits am letzten Sonntag ein lustiges Beispiel. Aus unverständlichen Gründen waren die Klimaskeptiker hoch erfreut über Gerald Meehls Science Veröffentichung, die sich mit dem 11 Jahreszyklus der Sonne und ihren Konsequenzen beschäftigte. Immerhin ging es irgendwie um die Sonne und so war die Freude der Skeptiker immerhin psychologisch verständlich. Das jüngste Paper, was nun der Skeptiker Freude erregte, ist ein völliges Rätsel für mich. Wer mir erklären kann, warum die Klimaskeptiker diesmal von einem GRL Artikel begeistert sind, wird auf Primaklima namentlich und lobend erwähnt.

leanrind.jpg
Bild 1: Mit nur 4 Forcingtermen ( siehe b), nämlich ENSO, Vulkane, Sonnenaktivität und Anthropogenes Forcing (CO2,CH4, etc) bekommt man mittels einer einfachen linearen Regression einen sehr ordentlichen Fit an die globale Temperaturen (ca 80% erklärte Varianz) hin (siehe a).

Der Artikel ist von Judith Lean und David Rind und sie greifen darin eine ganz einfache Idee auf, die sie schon vorher in zwei anderen Arbeiten (hier und hier) diskutiert hatten. Man kann nämlich die globale Temperaturentwicklung aufteilen in einen Anteil externes Forcing (sie benutzen Sonnenaktivität, Vulkane und Treibhausgase) und einen Anteil interner Variabilität. Für letztere könnte man einen ganzen Haufen an klimatischen Oszillationen und unechten Schwingungen (pacific decadal oscillation, arctic oscillation, southern hemisphere annual mode, ENSO, etc etc) nehmen, sie nehmen aber nur die wichtigste, nämlich ENSO. Mit den obigen vier Parametern führen sie eine lineare Regression durch und erschlagen so beachtliche 80% der beobachteten Variabilität (siehe Bild 1). Wie nicht anders zu erwarten ist, stimmt der beobachtete Erwärmungstrend, der in der einfachen multivariaten Regression berechnete Trend und die Analysen des IPCC sehr nah beieinander und so ergibt sich bei Lean&Rind 0.17K pro Dekade, während der IPCC etwa 0.2±0.03K pro Dekade berechnet.
Bei den Treibhausgasemissionen/Konzentrationen und der solaren Aktivität (i.e. der 11 Jahreszyklus der Sonne) weiss man ungefähr wie es weitergeht und so haben die Autoren auch gleich für die nächsten Dekaden eine Abschätzung gegeben (Bild 1, oben). Soweit, so gut. Ich finde das jetzt ehrlichgesagt nicht sooo spannend. Die Beiden haben das Ganze noch ein wenig erweitert und die Korrelationen dann noch lokal durchgeführt (also z.B. die globale Erwärmung hat ein Land/See und ein tiefe Breiten/hohe Breiten Muster, ein Vulkanausbruch führt zu charakteristischen Änderungen der Nord-atlantischen Oszillation, etc etc). Aber davon bin ich nun nicht gerade wirklich überzeugt, da für solche regionalen Aussagen natürlich interne Variabilität eine grosse Rolle spielt (ein Punkt der in einem Spiegel Bericht auch von Jochen Marotzke kritisiert wurde).
Ausserdem (falls man weiter rumnörgeln will) zeigen ja bekanntlich die Klimamodelle ebenfalls eine beachtliche dekadische Variabilität und das in der groszen Mehrheit ganz ohne Sonnenaktivität. Das spricht dafür, dass ein Teil dessen, was in Leans und Rinds Regression an Variabilität auf Sonnenaktivität und vielleicht noch ENSO oder Vulkane verteilt wird, in Wirklichkeit dekadische interne Variabilität ist. Hier findet man eine detaillierte Analyse zu dem Thema.

Das war's. Wirklich. Ich wüsste nicht, was es sonst noch zu berichten gäbe, aber jeder möge hier selber nachlesen.
Und das sind die Reaktionen von Klimaskeptikern, die durch dieses Paper anscheinend eine Epiphanie Erfahrung hatten. Hier ein paar Zitate:
Karel Vogel auf Primaklima fragt mich mit Grollem im Herzen:

Wie groß ist denn die Chance, das Sie Judith Lean (NRL) und David Rind (NASA/GISS) verstanden haben ? Sind das jetzt böse Klimakeptiker ??? Nee, oder ? Keine Erwärmung, "flat temeratures" seit 2002 ? Haben Sie und Co uns nicht alle vor solch bösen Leuten gewarnt, die do einen Blödsinn von sich geben ? Das klingt ja richtig nach Klimaskeptiker !?! Bei der NASA, bei GIS !?! Kann das sein ?!? Herr Hoffmann, bitte helfen Sie mir aus diesem meinen Dilemma !!! So schlimme Sachen findet man auf spaceweather.com - unter dem 6. September !!
Zahl der Ausrufezeichen aus dem Originalbeitrag belassen.

Oder ebenfalls Primaklima Leser Krishna Gans meint auf einer anderen Webseite:

wo doch immer so auf "Kapazitäten" stehst: Judith Lean (NRL) und David Rind (NASA/GISS), weißt Du, was die gerade in den Geophysical Research Letters veröffentlicht haben ? Na, dann ließ das mal hier nach : http://www.spaceweather.com/ für das Datum 5.September, denn zum 6. steht sicher wieder ein andeer Text da. Stell dir vor, die schreiben von der bösen, bösen Sonne, die die ganze Klima"erwärmung" ad absurdum führt ;.)

Erwärmung in Anführungszeichen und ad absurdum im Original. Und das nach der angeblichen Lektüre des Artikels von Lean und Rind.

Wie gesagt, wenn mir jemand verraten kann, worum es denen da geht, vielleicht könnte ich was dazu schreiben. Der Preis sei demjenigen gewiss. Ich habe einfach keine Ahnung.

PS Was könnte man sonst noch kritisches anmerken? Der Spiegel Artikel gibt ein bisschen den Eindruck, als bräuchte man jetzt keine Klimamodelle mehr. Klimamodelle braucht man in erster Linie nicht, um die globale Temperatur besonders gut zu berechnen. Sie stellen testbare Verbindungen in einem physikalisch geschlossenen System zwischen Klimagröszen (Wassertemperatur und Wolken, Winde und Eistransport etc etc) her. Die globale Mitteltemperatur ist sicher nicht das einzige und wahrscheinlich nicht das wichtigste Target der Klimamodelle.

PPS Ein amusantes Detail sei noch erwähnt. Das gleiche Modell von Lean&Rind, der anscheinend tödliche Beweis gegen den Einfluss des Menschen, benutzte Judith Lean in einer Antwort auf die beiden Sonnenfreunde Scafetta&West. Sie kommt in dieser Entgegnung auf eine obere Abschätzung von 7% Beitrag der Sonne zur globalen Erwärmung der letzten Dekaden. Es könne aber auch , führt Lean aus, innerhalb der Unsicherheiten der Satellitenbeobachtungen Null% sein. Wie gesagt, genau das gleiche lineare Modell, was hier vorgestellt wurde.


Autor: Georg Hoffmann· 08.09.09 · 00:13 Uhr· 30 Kommentare

07. September 2009

Die Wahl und der Klimaschutz

Kategorie: Politik  ·  Kommentare: 6

Ich bekomme ja hier in Frankreich nichts von der Wahl in Deutschland mit. Daher frage ich manchmal schon, ob so etwas wie "Klimaschutz" (was immer das jetzt genau ist) im Wahlkampf tatsächlich als Thema auftritt. Planckton, der Wissenschafts Blogg der FAZ, hat dazu eine überraschende Antwort: Das Thema Klima könnte die Wahl entscheiden. Tatsächlich überraschte mich die hohe Prozentzahl von Leuten, die als sagen wir SPD Anhänger Merkel wählen würden, wenn die sich mehr um's Klima kümmern würde (13% siehe Grafik). Ich frage mich, ob das bei irgendeinem anderen "feel good" Thema, sagen wir, "bessere Medizinische Versorgung in der dritten Welt" auch so sein würde. Mehr zu dem Thema bei Planckton.

Infratest_2D00_5.jpg

Eine der Grafiken bei Planckton. Die Zahl der Wähler, denen das Thema Klima so wichtig ist, dass sie zumindest sagen, dass sie ihre Wahlentscheidung ändern würden ist erstaunlich hoch. Und wie ist das bei anderen Themen? Und machen das die Leute dann wirklich?


Autor: Georg Hoffmann· 07.09.09 · 09:04 Uhr· 6 Kommentare

06. September 2009

Volkswagen und CO2 Vermeidung

Kategorie: Kultur

Der Spot ist hier gerade in Frankreich angelaufen. Ich glaube er ist noch nicht in Deutschland gezeigt worden, oder?
Na, ich fand ihn lustig und aus Wettbewerbsbedingungen sei natürlich gesagt, dass ich alle anderen Automarken genau so toll finde.

Mais en parlant vous rejetez de CO2 pourtant?
Pas du tout!


Autor: Georg Hoffmann· 06.09.09 · 17:24 Uhr· 0 Kommentare

Ist der Einfluss der Sonne auf das Klima endlich demonstriert?

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 4

Lesen "Klimaskeptiker" ein wissenschaftliches Paper und loben es danach, so gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder das Paper ist von eher fragwürdiger Qualität (kommt vor, selbst bei peer reviewten Arbeiten) oder sie haben es nicht verstanden und loben, weil eines ihrer Pawlowschen Schlüsselwörter gefallen ist. Und des Skeptikers Lieblingswort ist natürlich die Sonne. Wann immer vom Einfluss der Sonne aufs Klima zu hören ist, läuft den üblichen Verdächtigen also die Spucke zusammen und jetzt war es mal wieder soweit (hier bei Watts lohnt es sich übrigens immer mal einen Blick in die Kommentare zu werfen, um eine Vorstellung von den Möglichkeiten gedanklicher Trägheit zu bekommen! oder hier). Was ist also geschehen?


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Bild1: Monatliche Sonnenflecken und HadCRU globale Temperaturen.

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Autor: Georg Hoffmann· 06.09.09 · 14:36 Uhr· 4 Kommentare

01. September 2009

Der Birnenkrieg

Kategorie: Politik·Umwelt  ·  Kommentare: 69

Ich berichtete bereits von den von der Zeitung "Die Welt" aufgelisteten möglichen, ja wahrscheinlichen Konsequenzen für Leib und Leben durch den jetzt praktisch erzwungenen Einsatz von Sparbirnen (=CFLs= compact fluorescent lamps). Der Birnenkrieg wütet wie nie zuvor. Wer Populismus mag, der darf sich jetzt als Politiker und Journalist ins Zeug legen. Die Spitzenkadidatin der FDP bei den Wahlen zum Europaparlament, Frau Koch-Mehrin, meinte in zärtlicher Umarmung an die Traditionsbirne:
"Ich habe ein Herz für die Glühbirne". In einem Interview mit dem Reutlinger General Anzeiger (was es alles gibt) berichtete sie, wie es zu dieser Herzensangelegenheit eigentlich kam:

Bis vor Kurzem habe ich keine besonderen Gefühle für irgendein Leuchtmittel empfunden. Das hat sich aber schlagartig geändert, seit die EU-Kommission die Glühbirne mit Einverständnis der Bundesregierung verbieten möchte. Ich will mich nicht bevormunden lassen, deswegen habe ich mein Herz für die Glühbirne entdeckt.

koch-mehrin3.jpg

Bild: Silvana Koch Mehrin, Spitzenkandidatin der FDP zum Europaparlament hat die Glühbirne in ihr Herz geschlossen. Sie vermutet hinter der Sparbirne EU Drangsalierungswut, Knechtung des freien Bürgers und letzltlich den Untergang des Abendlandes, so wie wir es vor der Sparbirne noch gekannt haben.


Und so hatte es die Glühbirne in Windeseile von "ist mir völlig Wurscht" ruckzuck nicht nur ins Herz von Frau Koch-Mehrin, sondern von dort gleich letztlich ins Herz der Republik geschafft. Die Mischung aus "Ich leuchte, wie ich will", Robin Hood der Glühbirne gegen den Sheriff von Nottingham forest der Sparbirne und latenter Europafeindlichkeit knackt noch viel zynischere Herzen als das der FDP Kandidatin. Der Spiegel hat sich (hier und hier und hier) investigativ ins Zeug gelegt und mehrere Videos (hier und hier) abgedreht. Ein Fachmann macht vor laufender Kamera eine Sparbirne kaputt, wobei er eine Maske traegt und hantiert als hätte er es mit Plutonium 239 zu tun und kann nur feststellen, dass das in den Birnen verwandte Quecksilber zu Gehirnschwund und Foetenverkuemmerung führt. Wann hat der Spiegel eigentlich das letzte Mal zu ein und demselben Thema 4 Artikel, zwei Videos und ein Diskussionsforum veröffentlicht respektive eröffnet? Zum 11ten September?

Ich dachte, daher eine Liste mit rein wissenschaftlichen Papers (peer reviewed etc.) zum Thema Sparbirne wäre ganz nützlich. Ich habe keine Ahnung von Birnen, aber dass Glühlampen sup-optimal sind bei ihrem eigentlichen Ziel, Licht zu produzieren, dass dürfte ja wohl jedem klar sein (einfach mal im Betrieb anfassen). Hier beginnt also die Linkliste mit wissenschaftlichen Papern zum Birnenkrieg:

1) Annette Gydessen/Dorte Maimann - Technical University of Denmark

The life cycle analyses shows that the use of compact fluorescent lamps instead of incandescent lamps, as expected, leads to reduced emissions of CO2, SO2, NOx, methane and solid waste. The most interesting conclusion is, however, the compact fluorescent lamps, even though they contain a certain amount of mercury, will reduce emissions of mercury.

h/t Steffen Hentrich

2) David Parsons, Faculty of Engineering & Surveying, University of Southern Queensland

Compact fluorescent lamps are a significantly better source of light from
an environmental point of view than incandescent lamps mainly because of their much more efficient use of electricity. The impact of their use on the world's physical environment is less by all normal measures, mostly in direct proportion to their decreased use of energy.


Wer weitere Links hat, möge Sie mir bitte zusenden.


Autor: Georg Hoffmann· 01.09.09 · 11:44 Uhr· 69 Kommentare

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