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Georg Hoffmann hat an der Ruhr-Universität Bochum Physik studiert und anschliessend am Max-Planck Institut Hamburg mit einer Arbeit zu Tracern in globalen Zirkulationsmodellen, sogenannten "Klimamodellen", promoviert. Danach arbeitete er 15 Jahre in Paris am LSCE, Laboratoire des Sciences du Climat et de l'Environnement, zu verschiedenen Aspekten der Paleo-Klimatologie. Momentan forscht er im Rahmen eines gemeinsamen Projekt der Universität Utrecht, dem holländischen Weltraumzentrum SRON und dem holländischen Wetterdienst KNMI. Das Bild ist dem Stadionheft April 2004 des VFL Bochum entnommen und zeigt ihn mit der Vereinsfahne, die er einzig zu diesem Zweck quer durch die Antarktis geschleppt hatte. Tss. Unglaublich.

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17.07.09 · 11:30 Uhr

Grönland schmilzt - Ein Update

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 8

Gerade gehen wieder viele Meldungen zu aktuellen Entwicklungen in Grönland durch die Medienlandschaft. Ich versuche einen kleinen Update. Wer noch gute Links zu diesem Thema hat, bitte schicken. Solche Link Sammlungen sind ja manchmal sehr hilfreich.

Das arktische Meereis liegt auch dieses Jahr gut im Rennen, sich zumindest auf Rufweite den letzten beiden Rekordjahren zu nähern.

Der japanische Satellit IARC-JAXA

Das NSIDC hatte Probleme mit den Satelliten-Sensoren (meldet Nils Simon). Jetzt kann man aber wieder den aktuellen Stand abrufen.

Peterman Gletscher

Der Petermann Gletscher ist der gröszte aufschwimmende Gletscher der Nordhemisphäre. Anscheinend wird in Kürze ein Stück von der Grözse Manhattans abbrechen. Obwohl der Gletscher aufschwimmt, haben solche Ereignisse einen recht direkten EInfluss auf den Meeresspiegel-Anstieg. Die groszen Eisschilde in der Antarktis und in Grönland schieben nämlich direkt in diese Gletscher frisches Eis nach und streben ein erneutes Gleichgewicht an.
Informationen zu den beiden gröszten und best-beobachteten Gletschern Grönlands

NASA Aufnahme des Gletschers.


Aktuelles Video auf dem Discovery Channel. Einfach Bild Ancklicken:


serreze.jpg

Mark Serreze, vor kurzem zum Direktor des NSIDC ernannt, erläutert aktuelle Entwicklungen am Peterman Gletscher. Bild Anklicken.



Aktuelles Spiegel Video zum Peterman Gletscher.

peterman.jpg

Der aufschwimmende Peterman Gletscher. Bild anklicken für das Spiegel Video.

Jason Box von der Ohio State zum Petermann Gletscher.

Jakobshavn Gletscher

Sehr guter Wiki Eintrag.

Groenlands Gletscher Allgemein

Allgemeine Informationen zur Gletscher Dynamik auf Groenland von Mauri Pelto auf Realclimate

Aktueller IPCC Stand der Grönländischen Abschmelzraten hauptsächlich basierend auf Satelliten-Daten. Wir liegen momentan bei etwa 0.3-0.5mm/yr Meeresspiegel-Anstieg durch das schmelzende Groenländische Eis.

GreenlandMassBalance.jpg

Existierende Abschätzungen zu Grönlands Schmelzraten in Giga Tonnen Eis pro Jahr (IPCC Kapitel 4.6.2). Die durchgezogene Linie entspricht mit ca 180Gt ungefähr der 0.5mm/yr Linie.
Jedes Rechteck entspricht einer Studie mit ihrer jeweiligen Unsicherheit und dem jeweiligen Beobachtungs-Zeitraum.

 

Autor: Georg Hoffmann· 8 Kommentare· Permalink· Trackback-URL

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Kommentare (8)

Kommentar-Direktlink TSK· 18.07.09 · 23:18 Uhr

Zwischenfrage: Wieviel Gigatonnen würden denn ungefähr dem vollständigen Abschmelzen des Meereises entsprechen (so dass das Polarmeer blank daliegt, aber Grönland noch Eis hat) ?

Author Profile Page Georg Hoffmann· 19.07.09 · 19:44 Uhr

@TSK
Uff. Da rechne mal selber. Nimm die mittlere Eisbedeckung im MIll. km2, dann eine mittlere Dicke von sagen wir 150cm und dann die mittlere Dichte des EIses.
Warum moechten Sie das denn wissen?

Kommentar-Direktlink TSK· 21.07.09 · 21:35 Uhr

> Warum moechten Sie das denn wissen?

Der Hauptteil des Eises liegt immer noch auf Grönland, so dass unklar ist, wieviel
davon weggeschmolzen ist, wenn das Polarmeer eisfrei wäre. Ich möchte ungefähr
einen Anhaltspunkt dafür haben, was die Auswirkungen von soundsoviel Gigatonnen
sind.
Schätzwerte nutzen mir nicht viel. Rein aus Erfahrung vermute ich, dass die Bedeckung
im Sommer geringer als im Winter ist, dass das Eis am Rande signifikant dünner ist und
in Blöcken aufgetürmt ist, so dass ein Daumenwert von 150 cm genausogut durch
50 oder 200 cm ersetzt werden könnte, dass dickeres Eis wesentlich schwerer schmilzt usw. usf. Ich schätze die Ungenauigkeit durch bloßes Schätzen auf den Faktor 2-5fach zu viel oder zu niedrig.
Wenn es genauere Werte gibt, kann man eine Kurve je nach Schmelzrate einzeichnen,
um ungefähr ein Gefühl für den best- und worst-case zu haben.

Author Profile Page Georg Hoffmann· 22.07.09 · 18:55 Uhr

@TSK
Jetzt bin aber neugierig.
Erstmal soweit ich das verstehe die ANtwort. Das Sommermeereis ist irgendwann in 40-80 Jahren weg, das Wintermeereis vielleicht in 100-150 Jahren (in irgendeinem Busyness as usual Scenario). Bis dahin ist von Groenland (toi-toi-toi) noch nicht viel weg
Aber ich verstehe gar nicht, welchen Zusammenhang Sie zwischen Groenland un dem Meereies herstellen wollen? Koennen Sie das noch genauer erklaeren?

Kommentar-Direktlink TSK· 27.07.09 · 02:05 Uhr

Ganz einfach:
Weil vermutlich kein Meeresspiegelanstieg stattfindet, solange Meereis vorhanden ist und dieses schneller abschmilzt als das Grönlandeis.

Wenn man in einem Glas Wasser einen Würfel Eis schmilzt, *sinkt* der Meeresspiegel,
weil Eis weniger dicht ist. Dieser Effekt müßte das Abschmelzen des Grönlandeises
zumindest kompensieren.
Deshalb hat mich interessiert, was die aktuellen Vorhersagen genau bedeuten und ob
man abschätzen kann, welcher Effekt überwiegt.
(Das Verschwinden des Meereises erzeugt natürlich andere Probleme: die Erdalbedo
wird merkbar erniedrigt usw. usf.)
Klar berücksichtigt das nicht die Situation in der *Ant*arktis bzgl. Meeresspiegel, aber mich hat jetzt nur die Arktis interessiert.

Danke für die Antwort.
die Arktis interessiert.

Kommentar-Direktlink Georg Hoffmann· 27.07.09 · 13:00 Uhr

@TSK
Wenn man in einem Glas Wasser einen Würfel Eis schmilzt, *sinkt* der Meeresspiegel, weil Eis weniger dicht ist.
Ein aufschwimmender Eiswuerfel verdraengt genau soviel Wasser, wie es der Dichtedifferenz zwischen Wasser und Eis entspricht. Mit anderen Worten, es ragen immer bei einem Eiswuerfel ca 10% aus dem Wasser herau. Schmilzt der Wuerfel, aendert sich seine Dichte so, dass sein Volumen genau dem vorher vom Eiswuerfel verdraengten Volumen entspricht. Durch Abschmelzen von Meereis aendert sich der Meeresspiegel nicht.

Kommentar-Direktlink TSK· 27.07.09 · 20:40 Uhr

Ich Esel. Denke noch: Haha, ich weiß ja, das Eis weniger dicht als
Wasser ist und habe völlig vergessen, dass das Ding herausragt.
Peinlich. Anmerkungen bitte vergessen.

Kommentar-Direktlink mcihael kuhn· 06.08.09 · 21:35 Uhr

was für ein quatsch,

herr hoffmann, ich denke, sie verstehen gar nichts.
alle gletscher grönlands, welche wachsen und davon gibt es etliche, strömen notgedrungen ins meer. wenn sie zu groß werden, also wenn große flächen am meer aufliegen, brechen sie immer wieder ab. in warm wie in klatzeiten. was sie zeigen wollen, widerspricht ihrer agw fantasterei. schmelzen an sich würde bedeuten, dass sich die gletscher zurückziehen, weg vom meer. aber mei, ich habe schon in anderen artikeln von ihnen gesehen, dass sie ein ziemlich naiver mensch sind. macht nix, sie haben sicher ihren spaß dabei und glauben wohl, dass sie damit einige schafe führen können. weiter so, ich will ihnen diesen glauben nicht gänzlich nehmen. sie sollten aber vielleicht bei all ihrem schmelzwahn erwähnen, dass die masse eis auf grönland zunimmt, obwohl einige teile der ränder schmelzen und weil dies so ist, nimmt in folge der grönländischen sache der meerespiegel sicher nicht zu.

übrigens, herr hoffmann: wissen sie, dass der meerespiegel in den letzten 10.000a noch nie so langsam stieg wie im 20. jh.? und wissen sie, dass wir seit 4 jahren praktisch null änderung am globalen meerespiegel feststellen, hmmm?
erhalten sie eigentlich geld, für diese sinnlose propaganda?

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